{"id":11,"date":"2006-12-11T00:11:33","date_gmt":"2006-12-11T00:11:33","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=11"},"modified":"2011-12-28T17:29:48","modified_gmt":"2011-12-28T17:29:48","slug":"dornroschen-mal-anders","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=11","title":{"rendered":"Dornr\u00f6schen mal Anders"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\"> Hundert Jahre sollst du schlafen. <br \/>Hundert Jahre hast du Zeit. <br \/>Hundert Jahre sollst du Leiden, <br \/>Nach hundert Jahr&#39; wirst du befreit. <\/p>\n<p>Sie sieht mich nicht. Aber ich&#8230;ich habe sie schon lange wahrgenommen. Sie verinnerlicht. Ihr K&ouml;rper ist nur ein Abbild. Der Raum der ihr wahres Sein beherbergt. Mehr nicht. Sie hat gelernt ihn zu verachten, weil die Oberfl&auml;che den Betrachter dazu verf&uuml;hrt nicht ins Innere zu blicken&#8230;sich blenden lassend. Wie dumm sie alle sind. <br \/>Vergessend sich selbst zu lieben, hat sie sich Fesseln angelegt. Ich wei&szlig;&#8230;es gab eine Zeit&#8230;als ihr ein Rosengarten geschenkt wurde&#8230; In dem sie gl&uuml;cklich war. Aber der G&auml;rtner hat sie und die Rosen zur&uuml;ckgelassen&#8230;und beide verdorrten&#8230;und zur&uuml;ck blieben nur die Dornen. Viele Dornen. <br \/>Es mag sein&#8230;dass sie einst versuchte..diese Mauer zu &uuml;berwinden&#8230;doch jedesmal, wenn sie die Hand ausstrecke&#8230;bohrten sich die Spitzen in ihre zarte Haut und zwangen sie abzulassen. Und wieder lernte sie. Schmerz ist ein guter Lehrmeister&#8230;nein? Schlie&szlig;lich wurde ihr Gef&auml;ngnis&#8230;ihr zu Hause. Ihr Leben. Alles was sie hatte. Die Dornen wurden ihre W&auml;chter&#8230;hinderten sie nicht am fliehen&#8230;sondern Andere am eindringen. <br \/>So ist es seit jener Zeit. Und ich? <br \/>Mich sieht sie nicht. Mich liebt sie nicht. Wie soll man jemanden anderen lieben, wenn man sich nicht selbst lieben kann? <br \/>Sch&ouml;n ist sie wahrhaft. Aber das ist es nicht was mich ber&uuml;hrt. Ich bin kein Betrachter&#8230;ich bin ein Beobachter. Und ich beobachte sie&#8230;schon so lange. Die Sanftheit, mit der sie manchmal ihre Kopf wendet&#8230; Und ihre tiefen Dunklen Augen..in denen all ihr Leid zu lesen ist&#8230;f&uuml;r diejenigen die gewillt sind zu lesen. Und noch mehr. Wenn ich mir nur gestatte..tief genug hinein zu sehen&#8230;mich fallen lassend&#8230;finde ich die Reste ihres Wesens. Rein, wie der Zauber der Einh&ouml;rner. Tausenmal sch&ouml;ner, als jede H&uuml;lle. Begehrenswerter, als alles was ich mit meinen Augen zu sehen vermag. <br \/>Wahre Sch&ouml;nheit bleibt dem Auge verborgen..nein? <br \/>Doch..sie sieht mich nicht. <br \/>Sieht nicht, wie ich leise l&auml;chle wenn sie in meiner N&auml;he ist. <br \/>Sieht nicht, wie meine Wangen sich r&ouml;ten..und meine H&auml;nde beben.<br \/>So gerne w&uuml;rde ich sie ber&uuml;hren&#8230;nicht ihren K&ouml;rper..sie. M&ouml;chte sie f&uuml;hlen lassen&#8230;das SIE wundersch&ouml;n ist&#8230; M&ouml;chte sie vergessen lassen, was sie an sich hasst&#8230;weil ich sie daf&uuml;r liebe. <br \/>Ihre Art zu sein..ihr Wesen&#8230;trifft mich im Innersten. Und Dinge, die einen bis ins Innerste ber&uuml;hren, verlieren sich nicht. Also habe ich Zeit. <br \/>Wenn sie sich nicht l&ouml;sen will, aus ihrem Heim..so will ich ihr geben, was ich ihr geben kann. <br \/>Geduld und Hingabe. <br \/>Ich will ihre Dornen liebkosen&#8230;mich daran stechen und kratzen&#8230;bis ich blute&#8230;und mein Blut wird zu Boden fallen und in der verdorrten Erde versinken&#8230;auf die Wurzeln treffen..und sie n&auml;hren. Ich werde mich selbst darin verlieren&#8230;aufgehen&#8230;und wachsen. <br \/>Bis nichts mehr von meiner Selbst &uuml;ber ist&#8230;bis alles von mir in den widerborstigen Gestr&uuml;pp verschwunden ist. Und dann&#8230; <br \/>Dann werde ich sie umgeben&#8230;und ich werde wachsen&#8230;ich werde ihr Garten sein <\/p>\n<p>Noch immer voller Dornen..aber ihr ganz nah&#8230;ich werde zu ihr sprechen&#8230;hundert Jahre lang&#8230;und wenn sie keine Angst mehr hat..vor meinen Stichen&#8230; Werde ich sie bitten&#8230;mich zu lieben..mich zu liebkosen&#8230;sich an mir zu stechen und kratzen..bis sie blutet..und ihr Blut auf die Erde f&auml;llt..und darin versickert..und auf MEINE Wurzeln f&auml;llt. <br \/>Keine Angst vor Schmerzen. <br \/>Wenn sie nur bereit ist..sich v&ouml;llig zu geben..sich in mir zu verlieren&#8230;in mir aufzugehen..und mit mir zu wachsen&#8230;dann werden wir verbunden sein. Eins sein. <br \/>Und der Rosengarten wird erbl&uuml;hen..sch&ouml;ner als jemals zuvor&#8230;denn WIR werden ihn mit unserer Liebe n&auml;hren&#8230;und hegen und pflegen..fernab von jeder &Auml;usserlichkeit <br \/>..in der Zeit..die kommen wird.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hundert Jahre sollst du schlafen. Hundert Jahre hast du Zeit. Hundert Jahre sollst du Leiden, Nach hundert Jahr&#39; wirst du befreit. Sie sieht mich nicht. Aber ich&#8230;ich habe sie schon lange wahrgenommen. Sie verinnerlicht. 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