{"id":125,"date":"2006-12-19T03:49:55","date_gmt":"2006-12-19T03:49:55","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=125"},"modified":"2011-12-28T17:29:51","modified_gmt":"2011-12-28T17:29:51","slug":"helena-ist-toth","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=125","title":{"rendered":"Helena ist Tot(h)"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">Ich lese meinen Traum von vorne durch und komme bis zu der Stelle: &#39;Erinnere Dich&#39;. Erinnern&#8230;. Dann lasse ich das Papier sinken und wende meinen Kopf in Richtung Spiegel. Meine H&auml;nde schmerzen. Wie kann man sich nur so dumm verhalten. Ich seufze innig und mache mich auf ins Bad. Hinter mir f&auml;llt mein Traum, den ich achtlos auf den Tisch gelegt habe hinab und gleitet sanft zu Boden an die Stelle an die er geh&ouml;rt. <br \/>Noch w&auml;hrend ich&nbsp; meine H&auml;nde eincreme gehe ich zur&uuml;ck in mein Schlafzimmer. Jemand hat ein Bild gemalt und ich muss es fasziniert betrachten.<br \/>Ich selbst in dem zerbrochenen Spiegel. Ein Teil meines Kopfes. Meine Augen gleich dreimal, daf&uuml;r nur der linke Arm und gebrochene Beine. Vor der Spiegel liegen die Scherben. Scharfe Schneiden, ein Weg zur&uuml;ck. Daneben das Papier, darunter mein Blut und &uuml;ber alle dem das fahle Mondlicht. Die Anordnung ist irgendwie absichtlich. Und je l&auml;nger ich darauf blicke, desto sicherer bin ich mir. Kein Zufall. Ich erkenne den Zusammenhang der einzelnen Komponenten zueinander; ich wei&szlig; nur noch nicht woher. Vorsichtig trete ich n&auml;her und gehe in die Knie. Jetzt hab ich wieder ein ganzen Bild von mir. Ich l&auml;chle mich an und strecke eine Hand nach einer der Scherben, drehe und wende sie und beobachte in dem Spiegel die Reflexe des Lichtes Darin.<br \/>Spiegel l&uuml;gen nicht. Spiegel zeigen dir was du bist.<br \/>Eine blasse Frau mit tiefen dunklen Augen.<br \/>Ihre Augen sind meine Augen&#8230;.<\/p>\n<p>Helena ist Tot(h)<\/p>\n<p>&#8230;sind ihre Augen, sind meine Augen. Ich wende meinen Anblick von dem zerbrochenen Spiegel. Manche Dinge m&uuml;ssen einfach zerst&ouml;rt werden bevor man in das Innere blicken kann. Mein Magen rebelliert. Ist es Tag oder Nacht? Ich kann es nicht sagen. Auch nicht wie lange ich schon durch dieses vermaledeite Kloster irre. Was er mir angetan hat liegt im Dunklen. Aber seit er mich gek&uuml;sst hat bin ich vergiftet. <\/p>\n<p>((Mein Geist vergiftet,)) <br \/>((Unruhe gestiftet,)) <br \/>((mein Denken vernichtet)) <br \/>((&#8230;und ich kann nichts tun.)) <br \/>((und nun?)) <br \/>((Mein Bauch verdreht)) <br \/>((Das Fieber ges&auml;t)) <br \/>((Mein Herzens schlag steht)) <br \/>((&#8230;und ich kann nicht ruhn.)) <\/p>\n<p>((Vernebelt, geknebelt &#8211; in mein Hirn eingef&auml;delt)) <br \/>((den R&uuml;cken hinab)) <br \/>((ganz knapp)) <br \/>((an meiner Seele vorbei)) <br \/>((Ein Schrei,)) <br \/>((den niemand andres vernimmt)) <br \/>((meine Zeit verrinnt)) <br \/>((wie der Sand in einer Uhr)) <br \/>((DIESES Gift zeugt von Reinheit)) <br \/>((DIESES Gift, es ist pur.)) <\/p>\n<p>((Die Symptome bekannt)) <br \/>((Beim Namen genannt)) <br \/>((Und dennoch kann mich niemand retten)) <br \/>((Niemand diese Wogen gl&auml;tten)) <\/p>\n<p>((Verflucht)) <br \/>((Verdammt)) <br \/>((Ins Herz gerammt)) <br \/>((Ein kleiner Stich)) <br \/>((so sanft)) <br \/>((so leis)) <br \/>((und t&ouml;dlich f&uuml;r mich&#8230;)) <\/p>\n<p>Mich qu&auml;len tausend Gesichter, wie in einem Alptraum. Stimmen, die es nicht gibt, oder noch nicht gibt. Ich h&ouml;re wie sie meinen Namen rufen:<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &quot;Helena-He-le-Na!&quot; Ein lautes Echo in meinem Sch&auml;del, welches sich zu neuen Worten f&uuml;gt. &quot;He-Le-Na-Na-N-An-A-AnnA-Na-Hvar&#8230;..&quot; Ein weiteres Mal bleibe ich stehen und schlage meinen Kopf gegen die k&uuml;hle Steinmauer. Die Vorstellung wie er daran zerbirst entlockt mir ein hysterisches Lachen. So viel darin. Es w&auml;re dann frei. Ich w&auml;re frei. Ich poche mit solchem Nachdruck gegen die Wand das meine Haut platzt und mein Sch&auml;delknochen sich &auml;chzend zu Wort meldet. Jetzt f&uuml;hle ich mich besser.Kein Tropfen Blut sickert aus der Wunde, aber das bemerke ich nicht. Denn schon wieder bewegen sich meine Beine und zwingen mich meinen Weg fort zu f&uuml;hren. Ich muss zu Mathie, ihm sagen was er tun muss. Was ich in Erfahrung gebracht habe. Muss ihn bitten Alexa zu sich zu nehmen. Weil&#8230;weil&#8230;ich MUSS ihn bitten Alexa aufzunehmen. Endlich entdecke ich die T&uuml;r die mich aus dem Kloster rausf&uuml;hren wird. Ich richte mich auf, sammle meine Kraft und gehe auf den Ausgang zu. Mit jedem Schritt der mich n&auml;her an das &lsquo;Draussen&rsquo; f&uuml;hrt, wird mir das &lsquo;Drinnen&rsquo; bewusster. Die G&auml;nge in denen ich planlos umher irrte entknoten sich mit jedem Fuss den ich vor den Anderen setzte weiter. Als ich schlie&szlig;lich die Hand an dem Knauf liegen habe gibt es in meinem Kopf eine Karte die exakter nicht sein k&ouml;nnte &#8211; mit jedem Gang, jeder T&uuml;r, jeder Halle die ich durchschritt oder sah. Ich schnaube ver&auml;chlich &uuml;ber mich selbst, so einfach. Wie konnte ich mich da drin nur verlaufen? <br \/>Eine Sekunde bevor ich die T&uuml;r &ouml;ffne suchen mich Worte heim,<br \/>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230; meide das Licht, es t&ouml;tet dich&#8230;&#8230;&#8230;.<br \/>dann gebe ich dem schweren Holz einen Schubs und es schwingt mit einem leisen Knarzen nach aussen. Es ist Dunkel, die Sonne ist erst vor kurzem untergegangen. Ich merke es daran dass die Erde noch warm ist, die Luft noch lebendig riecht und &#8211; ich f&uuml;hle es in mir.<br \/>Auf dem Weg nach unten zur&uuml;ck zu meinem Leben begleiten mich Fragen.Viele Fragen. Und viele von diesen vielen Fragen kann ich nicht zu Ende denken weil sich mein Kopf wehrt sie in Worte zu fassen. Wie Wasser, dass man mit gespreitzen H&auml;nden sch&ouml;pfen will<br \/>Noch bevor man es aus dem restlichen hervorgehoben hat rinnt es einem durch die Finger. Es dauert keine Stunde dann stehe ich wieder vor meinem Haus. Der Aufstieg hatte mich bald 8 Stunden gekostet. Nun ja, bergab geht es&nbsp; schneller. Das ist alles.<br \/>&nbsp;In meinem Haus brennt Licht. Ich stehe reglos vor der T&uuml;r. Irgendwas stimmt nicht. Das Gef&uuml;hl dass ich sonst habe wenn ich nach Hause komme fehlt. Als h&auml;tte jemand in meiner Abwesendenheit alles was mich ausmacht aus meinem Heim gewaschen, es von mir gereinigt. Es schaudert mich, dann raffe ich mich auf und trete ein.<br \/>Mein Esstisch, meine Kochstelle, St&uuml;hle, ein Sekret&auml;r, Bilder, eine Kiste, die T&uuml;r zu meinem Schlafraum, alles so wie ich es verlassen habe. Im Kamin brennt noch Feuer &#8211; unwillk&uuml;rlich weiche ich davor zur&uuml;ck. Alexa wird wohl Schlafen, vielleicht ist Mathie bei ihr. Ich nicke vor mich hin und sehe mich mit den Augen eines Fremden um. Es ist unverkennbar mein Zuhause und dennoch scheint mir alles ver&auml;ndert, als h&auml;tt ich es noch nie so wirklich wahrgenommen. Ver&auml;ndern sich Dinge wenn man sie besser (er)kennt?<br \/>&#8230;. Der Raum kreist um mich als w&auml;re er die Erde und ich die Sonne. Ich sehe viele Menschen hier, Leute aus meinem Dorf. Sie gestikulieren wild, reden durcheinander. Ihre Blicke sind entschlossen und Mathie f&uuml;hrt sie&#8230;dann ist es wieder vorbei und das Zimmer ist leer.<br \/>Ich vermute dass die Rebellen sich hier versammelt haben [versammeln werden] um ihr weiteres vorgehen zu beschlie&szlig;en. Lautlos n&auml;her ich mich dem hinteren Zimmer. Die T&uuml;re ist&nbsp; angelehnt und dahinter erhellt nur der Mondschein den Raum. Ich bleibe im T&uuml;rrahmen stehen und vergr&ouml;&szlig;ere den schmalen Spalt um mich umsehen zu k&ouml;nnen.<br \/>Alexa liegt schlafend auf dem Strohbett, eingewickelt in ihre Felle. Davor sitzt Mathie an die Wand gelehnt und h&auml;lt ihre Hand. Er schl&auml;ft ebenfalls.<br \/>Im ersten Reflex will ich zu den Beiden laufen und sie in meine Arme schlie&szlig;en, an mich dr&uuml;cken und sie all die Liebe f&uuml;hlen lassen die ich f&uuml;r sie empfinde. Im zweiten Reflex m&ouml;chte ich immernoch zu den Beiden laufen und sie in meine Arme schlie&szlig;en&#8230;.aber der Teil in mir, der diesen Drang ausl&ouml;st l&auml;sst mich nicht nur stehen bleiben, sondern sogar zur&uuml;ckweichen. Nur m&uuml;hsam kann ich den Schrei unterdr&uuml;cken, der sich aus meinem Inneren hervor k&auml;mpft. Eine Ahnung schneidet sich in meinen Geist,&nbsp; wie eine kalte scharfe Klinge und macht mir mit aller H&auml;rte klar, dass ich sie besser nicht ber&uuml;hre &#8211; besser nie wieder ber&uuml;hre.. Ich bin vergiftet. <br \/>Ich liebe Alexa. Ihre wundervollen dunklen Locken ihr s&uuml;&szlig;es Gesicht die klugen schwarzen Augen. Noch ist sie ein Kind aber es wird nicht mehr lange dauern und sie wird eine erwachsene Frau sein und wenn ich alles richtig mache wird sie in Freiheit leben. Zarte kleine Fingerchen. Ihre Haut mit der leichten Br&auml;une vom vielen draussen spielen. Ich h&ouml;re ihr Herz fast schlagen. Gleichm&auml;&szlig;ig, gesund. Mit jedem Schlag pumpt es das Leben durch ihren K&ouml;rper und verleiht ihr diesen unheimlichen &#8230;wundervollen &#8230;anziehenden Anblick. Angewidert von mir selbst drehe ich mich rum. Mir wird wieder &uuml;bel. <br \/>Ich kann mich nicht &uuml;berwinden Mathie und Alexa zu wecken. So leise wie m&ouml;gliche schlie&szlig;e ich die T&uuml;re hinter mir und gehe zum Sekret&auml;r. Es ist besser wenn ich ihm schreibe was ich zu sagen habe. Und wenn ich mich wieder besser f&uuml;hle kehre ich hierher zur&uuml;ck.<br \/>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.du wirst wieder zu mir zur&uuml;ck kehren&#8230;&#8230;&#8230;..<br \/>Ich fuchtel mit meinen H&auml;nden durch die Luft um die unerw&uuml;nschten Gedanken zu verscheuchen und mache mich daran Mathie einen Brief zu schreiben.<\/p>\n<p>Mein lieber Freund,<\/p>\n<p>Ich bin zurueck, verzeih mir, dass dir nur diesen Brief schreibe anstatt dich zu begr&uuml;&szlig;en und mit dir zu reden. Es ist, es gibt Dinge die mich davon abhalten. Vertrau mir &#8211; bitte. <br \/>Ich habe ihn gefunden. Es gibt ihn wirklich. Es ist viel geschehen aber ich kann noch bei weitem nicht alles in Worte fassen. Es war grauenhaft . Erschreckend.&nbsp; Er kannte mich, er ist ein Monster ein Untier, versprich mir dass du niemals dorthin gehen wirst, egal was auch noch geschehen mag. Und versprich mir dass du meine Tochter niemals dorthin gehen lassen wirst. Er wirde sie t&ouml;ten. Er w&uuml;rde dich t&ouml;ten. <br \/>Doch was wirklich wichtig ist. Er hat mir geholfen. Er hat mir verraten wie wir uns von dieser Plage befreien k&ouml;nnen. Wie wir die Krankheit die sich an unseren Wurzeln eingenistet hat und uns das Leben verseucht unsch&auml;dlich machen. <br \/>Die Djovani werden bald eine Reise tun. Ein Handelsschiff wird in<br \/>Sveta Nedjelja&nbsp; anlegen und ihre Helfers Helfer werden es beladen sobald die&nbsp; Sonne untergegangen ist. Mit ihrem Hab und Gut und mit Kisten. Schmuggelt &Ouml;lf&auml;sser unter den Proviant. Dann wartet ab.&nbsp; Ein Teil am Land. Ein Teil mit kleinen schnellen Booten.&nbsp; Segler am besten. Ihr m&uuml;sst ihnen Zeit lassen ihr Werk zu vollenden. Ihr m&uuml;sst warten bis das Unkraut an Bord gegangen ist. Niemand darf euch bemerken. Wartet entgegen dem Wind. Wartet bis der Morgen graut. Kurz nachdem sie abgelegt haben&nbsp;&nbsp; schlagt ihr zu. Die Sonne MUSS aufgegangen sein. Kein Kampf Angesicht zu Angesicht, ihr h&auml;ttet keine Chance. Es muss ein Hinterhalt sein. Sobald dass Schiff auf dem Wasser ist m&uuml;sst ihr einen Brand legen. Vielleicht mit Pfeilen oder brennende Lappen. Ein schnelles Feuer dass sich schnell ausbreitet. Sie d&uuml;rfen es nicht l&ouml;schen k&ouml;nnen. K&uuml;mmert euch nicht um diejenigen die von Bord springen k&ouml;nnten. Lass euch nicht ablenken. Das Schiff muss brennen. DAS ist das Ziel. DAS ist die einzige Chance die wir haben. Sie rechnen nicht damit dass&nbsp; ihr kommt. Die &Uuml;berraschung liegt auf unserer Seite. Wenn ihr es nicht schafft ist unser Leben verwirkt, denn sie k&auml;men zur&uuml;ck und w&uuml;rden uns nicht knechten sonder ausl&ouml;schen.<br \/>Das ist was er mir verraten hat. <br \/>Wenn du &uuml;berlebst, versprich mir dass du dich Alexas annimmst. Ich &#8230; muss&nbsp; noch Dinge erledigen. Sag ihr dass ich sie liebe und auch du kannst dir meiner Liebe gewiss sein teurer Freund.<br \/>So will ich verbleiben. Suche mich nicht.<br \/>Vergesse mich, ich bin tot, vergiftet und es gibt nichts was mich retten k&ouml;nnte. Rette Hvar. Hvar ist alles was z&auml;hlt.<br \/>Du wirst es befreien und ich werde daf&uuml;r sorgen dass es frei bleibt.<br \/>Sage meiner Tochter. <br \/>Helena, deine Mutter, dein Fleisch und Blut wacht &uuml;ber dich und Hvar f&uuml;r alle Ewigkeiten.<br \/>In Liebe<\/p>\n<p>Lena<\/p>\n<p>Ich lasse den Federkiel sinken und lese meinen Brief nocheinmal durch. Das steht es. Ich bin tot. Kein Adrenalin. Kein erh&ouml;hter Herzschlag. Nur leise schleichende Panik. Meine zitternde Hand legt sich auf meinen Mund. Nicht wimmern. Nicht schreien. Nicht die Lieben wecken und sie zu mir locken. Jemand greift in meine Ged&auml;rme, dr&uuml;ckt zu, dreht rum und versucht sie mir aus dem K&ouml;rper zu ziehen. Mir ist so unendlich schlecht. Kein Boden unter meinen F&uuml;&szlig;en. Ein Meer von Wahrheiten, zerbrochenen Spiegeln und Fragen in dem ich langsam aber sicher untergehe und kein rettendes Ufer &#8211; h&auml;tt ich noch so viel Kraft &uuml;ber um zu schwimmen. Es h&auml;tte keinen Sinn.<br \/>Ich lasse die Schreibfeder einfach fallen, fl&uuml;chte aus meinem Heim, das nicht mehr mein zu Hause ist. Nie wieder. Meine F&uuml;&szlig;e tragen mich in die Berge zur&uuml;ck. Wohin. Wohin? Mein K&ouml;rper schreit.Er will Leben. Das Gift in meinem Leib muss bes&auml;nftig werden. Sonst werde ich verr&uuml;ckt. Oder bin ich dass schon? War ich nicht verrr&uuml;ckt zugelassen zu haben vergiftet zu werden? Habe ich dass zugelassen? Wollte ich es gar??? W&auml;hrend ich laufe dr&uuml;cke ich meine H&auml;nde gegen meine Ohren, meinen Sch&auml;del um den Irrsinn darin rauszupressen. <br \/>Irgendwann bleibe ich stehen. Nicht ein nicht aus Wissend. Mein Denken zwingt mich weiter zu Laufen. Mein Verlangen dr&auml;ngt mich zur&uuml;ck ins Dorf. Zum Leben.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Du bist zur&uuml;ck Lena Toth?&rdquo;werde ich angesprochen. F&uuml;r einen Moment bef&uuml;rchte ich Mathie w&auml;re mir gefolgt. Aber schon in der n&auml;chsten Sekunde rieche ich dass es nicht er ist.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Ja Jorgo&rdquo;antworte ich leise und drehe mich um.<br \/>Jorgo Ruiden. Ein Sch&auml;fer der am Fusse der Berge lebt. Kein K&auml;mpfer. Ein einfacher Hirte. Ein lieber, leicht untersetzter Mann mit Frau und drei Kindern. Mir war garnicht bewusst seiner H&uuml;tte so nah zu sein. Ich hoffe, ich bin nicht mit Absicht hier her gelaufen.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Wir dachten du w&auml;rst tot&rdquo; Er t&auml;schelt den Hund an seiner Seite der mich leise anknurrt liebevoll.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Nat&uuml;rlich bin ich tot&rdquo; erwider ich mit einem L&auml;cheln.&rdquo;Meine ganze Familie ist tot Jorgo, dass weisst du doch&rdquo; Zwei Gesichtig, doppelz&uuml;ngig. Die Wahrheit sprechen kann eine L&uuml;ge sein, wenn du nur die richtigen Worte w&auml;hlst. Meine Zunge spricht was anderes als was mein Kopf denkt. Aber dass weiss Jorgo nicht und ich k&ouml;nnte heulen dass es so ist.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Ja&#8230;&rdquo; Sagt er. &ldquo;Toth bist du. Konnstest du&#8230;.&rdquo; Seine Stimme bricht ein wenig.&rdquo;Konntest du etwas erreichen? Hast du etwas gesehen dass uns hilft? Jemanden?&rdquo; Da steht er vor mir. Seine Augen spiegeln die Angst, unser aller Angst um Hvar wieder. Daf&uuml;r liebe ich ihn. Umso mehr schmerzt mich das aufkeimende Verlangen in mir.&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Ja&rdquo;antworte ich leise und strecke ihm meine Hand entgegen. &ldquo; komm mit und ich werde dir davon erz&auml;hlen. Es war schlimm. Deine Frau und deinen Kindern sollen nichts davon h&ouml;ren m&uuml;ssen. Lass uns zu den Klippen gehen.&rdquo; Meine Stimme ist leise und ich habe Angst sie versagt mir. Er nickt und gibt mir seine Hand. Im Vertrauen. Wir kennen uns schon so lange&#8230;<br \/>Von den Klippen&nbsp; kehre ich alleine wieder. Bes&auml;nftigt. Beunruhigt. Ich ziehe mich zur&uuml;ck. Ich f&uuml;hle mich unendlich m&auml;chtig. Hvar wird nie wieder leiden m&uuml;ssen.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich lese meinen Traum von vorne durch und komme bis zu der Stelle: &#39;Erinnere Dich&#39;. Erinnern&#8230;. Dann lasse ich das Papier sinken und wende meinen Kopf in Richtung Spiegel. Meine H&auml;nde schmerzen. 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