{"id":131,"date":"2006-12-19T03:57:58","date_gmt":"2006-12-19T03:57:58","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=131"},"modified":"2011-12-28T17:29:52","modified_gmt":"2011-12-28T17:29:52","slug":"verbundenheit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=131","title":{"rendered":"Verbundenheit"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">22.Mai. 2002&nbsp;<\/div>\n<div align=\"left\">&nbsp;<\/div>\n<div align=\"left\">Mittwochabend, es geht so gegen 22 Uhr. Ich setzte einen Fu&szlig; vor den anderen immerzu, die Luipoldstra&szlig;e entlang, an deren Ende mich die Feldherrenhalle erwartet. Ich wei&szlig;, dass sie dort sein werden &#8211; die Malkavianer. Das er dort ist&#8230; Und sie nicht. Aber macht es einen Unterschied? Beide sind Malekin, doch die eine liebe ich und den anderen f&uuml;rchte ich und was daran so richtig seltsam ist &#8211; manchmal kann ich nicht mit Sicherheit sagen, ob es nicht vielleicht doch umgekehrt ist&#8230; Das ich ihn liebe und sie f&uuml;rchte&#8230; ?<br \/>Einerlei. <br \/>Zwei Seiten einer Medaille und wenn man sie anschubst und sie sich um sich selbst dreht verschwimmen die Grenzen.<br \/>Einerlei&#8230;<br \/>Keiner von Ihnen ist &uuml;berrascht als ich ankomme. Nat&uuml;rlich nicht. Ihre Gespr&auml;che muten mir seltsam an, beinah untypisch. Ich wage nicht so recht mich einzumischen. Ich glaube, ich bin einfach anderer Meinung, ich denke Katinke w&auml;re anderer Meinung, doch vielleicht ist es einfach nicht wichtig &#8211; oder es scheint mir einfach so. <br \/>Schlie&szlig;lich verlassen wir, wie auf einen Startschuss hin, unseren Platz und ziehen hin&uuml;ber in den Garten. Die Stra&szlig;e &uuml;berqueren wir einfach, ohne uns zu vergewissern, ob dort Autos sind. Es sind welche da, aber keines muss anhalten. Es so als w&auml;re es der perfekte Zeitpunkt um hin&uuml;ber zu gehen. Meine G&uuml;te, man kann wirklich in alles etwas rein interpretieren, wenn man will. Wer soll da nicht verr&uuml;ckt werden? <br \/>Ich rede mit Josepha &uuml;ber ihr Kind. Zugegebener Ma&szlig;en ein Floh, den mir der Wolf ins Ohr gesetzt hat. Nichts desto Trotz hat er recht. Wo ist denn Josephas Kind? Warum gestattet man ihr nicht, sich darum zu k&uuml;mmern? Schlie&szlig;lich muss sie auch die Misslichkeiten daf&uuml;r in Kauf nehmen. W&auml;hrend unser Gespr&auml;ch ein wenig abdriftet.( Warum sie sehen kann wenn andere L&uuml;gen. Wie das mit den Aura Farben ist.) F&uuml;hrt uns Malekin? Zu einem seltsamen Grab, mitten in diesem Garten.<br \/>Sechs Betonbl&ouml;cke. Auf denen ein gro&szlig;er Stein ruht. Zwischen den Bl&ouml;cken hindurch f&uuml;hren Treppen hinunter. Dort gehen wir hin. Es ist dunkel. In der Mitte des Sechseckigen Raumes liegt die Abbildung von irgendwem. Ich kenne ihn nicht.&nbsp;&nbsp; Ein Grab wohl. Ich f&uuml;hle mich ein wenig unwohl. Malekin schleicht umher wie ein Tier. Jospepha stiert in die Dunkelheit, als k&ouml;nne sie Dinge sehen, die mir verborgen bleiben. Ihr Bruder, George hat etwas unheimliches an sich. Hat er nicht gegessen? Bei dem Gedanken schauderts mich. Und Christopher? Von ihm sehe ich nur die d&uuml;nne Silhouette gegen das fahle Mondlicht. Ein verr&uuml;ckter Tremere. Auch bei diesem Gedanken l&auml;ufts mir kalt &uuml;ber den R&uuml;cken.<br \/>Da erhebt Malekin seine Stimme. Oder besser, er spricht und alles um ihn herum wird so leise, dass seine beinah fl&uuml;sternden Worte gut zu verstehen sind. <br \/>Hineingesogen in seinen Bann. Er hat zu jeden etwas zu sagen. Auch wenn ich mich an die Worte selbst nicht mehr erinnere. Es ist, als w&uuml;rde er in jede Wunde Salz streuen. Auch in seine eigenen. Masochismus in jeder Hinsicht?<br \/>Dann ver&auml;ndert sich alles.<br \/>Der Raum in dem wir standen wird zu einem W&uuml;rfel. Geschlossen auf jeder Seite. W&auml;nde in denen wir uns selbst wieder sehen. F&uuml;r eine kurze Sekunde droht meine Angst vor geschlossenen R&auml;umen durchzubrechen. Aber irgendwie fehlt das Gef&uuml;hl vom Eingesperrt sein. Die Maserung der W&auml;nde drehen und wenden sich, oder vielmehr, die Wahrnehmung , meine Wahrnehmung &auml;ndert sich so, dass ich das Muster, das schon immer da war, erkennen kann. Wie eine Karte. Und in dieser Karte unsere Gesichter. Wir. Malekin. Katinka. Malfeis. Josepha, Georg, Christopher. Anna. Das zwei von ihnen nicht? k&ouml;rperlich anwesend sind wundert mich irgendwie nicht. Ein seltsames Knurrendes Ger&auml;usch, dass Unheil verspricht. Wirre Bilder in meinem Kopf. Dinge die ich sehen will? Ein Schatten &uuml;ber alle dem, und als ich das Gef&uuml;hl habe, davon laufen zu wollen, weil mir das Grauen den Boden unter den F&uuml;&szlig;en wegzieht, h&ouml;ren wir auf Individuen zu sein. <br \/>Die Umrandung meines K&ouml;rpers zerflie&szlig;t, die einzelnen Teilchen streben in den Raum. Zwischen die Anderen. In die Anderen&#8230; Die Anderen, die ich sind. Nein. Wir, die Eins sind. All unsere Sorgen, so banal in Betracht dieser Einigkeit. Erf&uuml;llung. Kann das Liebe sein? So tiefes Verst&auml;ndnis, weil das Empfinden jedes einzelnen DAS ist, was ich f&uuml;hle. Es gibt kein ICH mehr. Ich hab mich in uns verloren und finde mich wieder in allem. Kann das Wahnsinn sein? <br \/>Von der einen Sekunde zur n&auml;chsten stehen ich wieder am Kopf dieses Grabes. Ich weiche einige Schritte r&uuml;ckw&auml;rts, suche halt an der kalten Betonwand. &Uuml;berw&auml;ltigt von dieser Verbundenheit bleibt mir der Atem weg. Es muss wohl aussehen, als h&auml;tte ich mich erschreckt, aber das ist es nicht. Ich habe Schlichtweg noch niemals in meinem Leben eine derartige N&auml;he empfunden. Ich wage nicht zu sprechen und versuche, was ich erlebt habe festzuhalten. Noch nie war ich so allein, wie jetzt gerade. Wie hei&szlig;t es? Man kann nichts vermissen was man noch nicht erlebt hat? Aber ich habe. Ich war mir immer genug. Ich war nie allein. Doch jetzt? Schwer Suchtgef&auml;hrdet! George verkauft Drogen? Ich k&ouml;nnte bei dem Gedanken hysterisch kichern. Ob jemals ein Drogens&uuml;chtiger, eine Sehnsucht wie diese erlebt hat? Und k&ouml;nnte man das, was wir uns geschenkt haben als Droge verkaufen&#8230; meine G&uuml;te&#8230; was f&uuml;r eine Marktl&uuml;cke.<br \/>Josepha kommt zu mir, nimmt mich in den Arm. L&auml;cherlich im Vergleich zu eben, aber dennoch tr&ouml;stlich. Nein, allein bin ich nicht.<br \/>Unser Weg f&uuml;hrt uns raus und weiter&#8230; An einem Pavillon vorbei in dem einige Menschen zu lateinamerikanischen Rhythmen tanzen. Wir im Abseits &#8211;&nbsp; in der Dunkelheit. Meine Blicke schweifen hin und her. Dort dr&uuml;ben, die Welt der Menschen&#8230; Und ich stehe unter den J&auml;gern. Und leider kann ich nicht entscheiden, wohin ich mehr geh&ouml;re. Zum Leben oder zum Tod. Toth.<br \/>Unsere Gespr&auml;che verstricken sich. Philosophie. Moral. Lebt das Tier im Vampir und bricht dann und wann raus? Oder ist der Vampir das Tier und f&uuml;r die Ewigkeit darum bem&uuml;ht es zum schweigen zu bringen? &ldquo;Fr&uuml;her oder sp&auml;ter &ldquo;grinst das Tier&#8230;.<br \/>Ein Brunnen. Eine Parkbank. Dort sitzen und reden wir. Und endlich stelle ich die Frage die mir doch auf der Zunge liegt. Thomasso hat mich gebeten Katinka nach ihrer Meinung zu fragen. Wolfenstein betreffend. Also frage ich Malekin. Eigentlich will ich nicht, denn ich ahne, dass sie mir sagen werden, ich k&ouml;nne ihm nicht trauen. Das will ich nicht h&ouml;ren.<br \/>Doch sie sagen es mir &#8211; und noch viel mehr. Sie sch&uuml;ren Zweifel in mir. Ich schiebe schmollend meine Unterlippe vor. <br \/>Ob ich ihn mag?<br \/>Ja.<br \/>Ob ich ihm vertrau?<br \/>Ja.<br \/>Ob ich mich in seiner Gegenwart wohlf&uuml;hle?<br \/>Ja Ja Ja. Zum Teufel.<br \/>Ob ich von ihm getrunken habe&#8230;<br \/>Nein. Angeboten hat ers mir.<br \/>AHA! Als h&auml;tte er sich mit diesem Angebot selbst &uuml;berf&uuml;hrt, geht ein wissendes L&auml;cheln &uuml;ber ihre Gesichter. Das &auml;rgert mich. Sie wissen nicht wie es war. Sie waren nicht dabei. Sie k&ouml;nnen nicht verstehen, dass es keine Verf&uuml;hrung war, sondern ein Angebot, weil ich neugierig bin. Mehr nicht. Und es &auml;rgert mich. <br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Hat er dir etwas zu trinken gegeben?&rdquo;<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;War er mit den Getr&auml;nken allein? &rdquo;<br \/>Himmel f&uuml;r wie dumm halten sie mich. Und schon spricht Christopher.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Wie naiv sie doch ist&#8230; &rdquo; <br \/>BAH! Daf&uuml;r w&uuml;rde ich ihm am liebsten &uuml;bers Mundwerk fahren. Ich bin nicht naiv.<br \/>Ich w&uuml;rde es nicht merken, sagen sie. Ich k&ouml;nnte den Unterschied nicht festmachen, sagen sie. Niemand tut etwas ohne irgendwann die Rechnung zu pr&auml;sentieren, sagen sie. Traue niemanden! <br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Euch auch nicht? &rdquo; Frage ich. Sie lachen als h&auml;tte ich einen Scherz gemacht.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo; Wer sagt dir denn, dass du uns von allein magst? Vielleicht lassen wir dich das nur glauben!&rdquo;<br \/>Keine Sicherheiten. Nirgendwo. Es zum verr&uuml;ckt werden.<br \/>Und tats&auml;chlich muss ich mich fragen. Warum vertraue ich Thomas so sehr? Und wie k&ouml;nnte ich herausfinden, ob er mich manipuliert hat. Malekin k&ouml;nnte. Er k&ouml;nnte in meinen Kopf gehen und mir sagen, ob mich jemand ver&auml;ndert hat.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Aber willst du wirklich, dass ich in dich gehe. Keine Geheimnisse vor mir? &rdquo; Sein Blick ist krank und mir wird kalt. Die Frage, die mich noch viel mehr besch&auml;ftigt.. Was bleibt von ihm in mir zur&uuml;ck? Und will ich die Antwort wirklich wissen? Und kann ich dem trauen was er mir sagen wird? Ja.<br \/>Traue niemanden hin oder her. Glauben w&uuml;rde ich ihm.<br \/>Schon wieder ein Fehler. <br \/>Argh. Ich k&ouml;nnte mir die Fingern&auml;gel in den Kopf stecken und kr&auml;ftig umr&uuml;hren.<br \/>George geistert herum und es macht mich ganz wahnsinnig. <br \/>Wolfenstein ist nicht vertrauensw&uuml;rdig. Ich WILL das nicht glauben. Verdammt!<br \/>Josepha erz&auml;hlt Fabeln von Fr&ouml;schen uns Skorpionen. Und das niemand aus seiner Haut k&ouml;nne. Was einem im Blute liegt. DAS verstehe ich. Ich sp&uuml;re es mit jeder Sekunde die ich mit Ihnen, den Malkavianern, den Verr&uuml;ckten, verbringe.<br \/>Wenn ich dreimal von einem Vampir trinke, verliebe ich mich unsterblich. So sehr, dass niemand mich davor retten kann. Au&szlig;er ich w&uuml;rde den Kuss empfangen. Danach w&auml;re alles anders.<br \/>Das macht mir Sorgen.<br \/>Was wenn sie recht haben?<br \/>Was wenn der Wolf mir listig ins Gesicht l&uuml;gt und ich schon l&auml;ngst an ihm h&auml;nge?<br \/>Aber kann ich mich so t&auml;uschen.<br \/>Nein, denke ich. Ja, f&uuml;hle ich. <br \/>Nein, f&uuml;hle ich. Ja, denke ich.<br \/>Und w&auml;hrend ich Malekin noch frage. Wie es geht. Wie man sich ver&auml;ndert. Wie das mit dem Vergessen geht. Wer was kann. Verschwindet er. <br \/>Puff!<br \/>Und als w&auml;re dass das Zeichen gewesen l&ouml;st sich die Gruppe auf.<br \/>Die Musik ist verstummt. Das Wasser im Brunnen auch. Dunkelheit und&nbsp; das Mondlicht umgibt mich.<br \/>Ob Gonzo hier ist?<br \/>Ich mache mich auf den Weg zur&uuml;ck zu meinem Auto.<br \/>Dumm bin ich nicht.<br \/>Naiv will ich nicht sein.<br \/>Wenn Wolfenstein ein Spielchen mit mir spielt, wird es h&ouml;chste Zeit f&uuml;r mich&#8230; Alle Regeln zu vergessen.<br \/>Tu was du willst!<br \/>&#8230;&#8230;&#8230;.&rdquo; Geh&ouml;rst du mir! &rdquo;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>22.Mai. 2002&nbsp; &nbsp; Mittwochabend, es geht so gegen 22 Uhr. Ich setzte einen Fu&szlig; vor den anderen immerzu, die Luipoldstra&szlig;e entlang, an deren Ende mich die Feldherrenhalle erwartet. Ich wei&szlig;, dass sie dort sein werden &#8211; die Malkavianer. 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