{"id":137,"date":"2006-12-19T04:04:56","date_gmt":"2006-12-19T04:04:56","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=137"},"modified":"2011-12-28T17:29:52","modified_gmt":"2011-12-28T17:29:52","slug":"wenn-traume-wahr-werden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=137","title":{"rendered":"Wenn Tr\u00e4ume wahr werden"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">28.10.2002<\/div>\n<div align=\"left\">&nbsp;<\/div>\n<div align=\"left\">&ldquo;Ist das Alles? &rdquo; H&ouml;re ich noch den Klang der Worte widerhallen in meinem Kopf. Ich schrie sie in die Nacht hinein. Dummes Kind. Dummes, dummes Kind.<br \/>Katinka ist tot. Ich hatte einen Traum, von dem ich mit Sicherheit wei&szlig;, dass er wirklich ist. Und keiner will es sehen. Verstehen. Nicht mal diejenigen, die zugegen waren. <br \/>Meine Welt ist ein ged&auml;mpfter Raum. Der Schall, in Form von Worten,&nbsp; dringt nur langsam und schwerf&auml;llig in meine Gedanken, die sich Pausenlos drehen. Immerzu und im nu&#8230;. wei&szlig;t du wieso.. bist du so&#8230; oder?<br \/>Heute ist wieder eines dieser Treffen. Ja DIESER Treffen. Elysium. Oder zumindest mit den gleichen Regeln. Einige neue Vampire haben sich der Dom&auml;ne angeschlossen. Die mich &#8230; Menschlein.. .beschnuppern und doch wieder die Nase r&uuml;mpfen. Wie wahnwitzig, dass ich schon l&auml;nger hier bin als sie. Tieferen Einblick in die Geschehnisse habe und ICH eigentlich diejenige sein sollte, die sie be&auml;ugt. Aber mir ist nicht nach Kinderspielen. Mir ist nach sterben. Auch ich bin tot. Immer noch Toth. In Begleitung von Josepha und Georg betrete ich die R&auml;umlichkeiten und dort steht Katinka an der Seite ihres M&ouml;rders. Die M&ouml;rderin. Und mein Herz flammt in Zuneigung und Gl&uuml;ck dass sie&#8230; &Auml;h&#8230; atmet? Eher nicht&#8230; l&auml;chelt. Sie L&auml;chelt und bewegt sich. Untot. Aber trotz diesem gl&uuml;cklichen Umstand, finde ich nicht ganz zur&uuml;ck in mein heiteres Gem&uuml;t. Schatten lasten auf mir. Wie wird man seinen Schatten los?<br \/>Apropos Schatten. Malfeis steht im Schatten. Mal da, mal dort und ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn dazwischen gehen sehe. Nein ich mag ihn nicht leiden. Auch er war in diesem Traum und mir schien, er w&auml;re der einzige gewesen, der so richtig seinen Spa&szlig; hatte.<br \/>Katinka erz&auml;hlt wohlgemut von den Geschehnissen in Bremen und L&uuml;beck. Dinge die sich trennen, anderen Dingen die sich zusammenf&uuml;gen. Sie h&auml;ngen an ihren Lippen &#8211; l&auml;cheln oder blicken betroffen&#8230; je nachdem. Aber ich muss mich immer wieder zusammenrei&szlig;en ihr zu folgen &#8211; bei der Sache zu bleiben. <br \/>Meine Gedanken gehen auf Wanderschaft, so wie meine Augen und schlie&szlig;lich bleibt mein Blick auf Schlayer liegen und mir wird erst nach Sekunden bewusst, dass ich ihn anstarre.<br \/>Da steht er&nbsp; und ich entsinne mich der Geschehnisse, die ich beobachten durfte\/musste. Ein Mann &#8211; Pardon &#8211; ein Wesen wie er, so zu sehen, er hatte&#8230; hat&#8230;.. Blut an seinen H&auml;nden, ich sehe es, als er sich zu uns an den Tisch setzt. Blut an seinen H&auml;nden&#8230; Wie in jener Nacht&#8230; Verzweiflung&#8230; Wut&#8230; Trauer&#8230; Ich hebe meinen Kopf, sehe durch Josepha durch, an Katinka vorbei, zu dem &#8230; Geist im schwarzen Ledermantel&#8230; will ich fast sagen, der mit seinem selbstgef&auml;lligen, wissenden L&auml;cheln an der Wand lehnt und es sofort zu bemerken scheint, wenn ich nur den Kopf ich seine Richtung drehe. Malekin, der durch mein Bild l&auml;uft und mir zuwinkt. Dejavu&eacute;. Ich blinzle und blicke zu Katinka, die sich bei Schlayer entschuldigt. Ihre Meinung bez&uuml;glich der Brujahs revidiert. Sie will von seinem Clan lernen und auch nicht lernen. Ich verstehe sofort was sie meint. Sie reden &uuml;ber, Vergangenes &uuml;ber Vorz&uuml;ge und Nachteile, und ich verliere wieder den Faden. Tot war sie. Ich habe es am ganzen K&ouml;rper gef&uuml;hlt.<br \/>Malekin, wie er sie zu sich zieht.<br \/>Malekin, wie er sie k&uuml;sst.<br \/>Malekin wie er, vor mir steht und mich ansieht als k&ouml;nnte er einen jeden meiner Gedanken von meinen, ins Nichts gerichteten, Augen lesen.<br \/>Ich sitze an einem langen Tisch. Man spricht &uuml;ber Politik. Sabbath hier, Sethiten dort. Eigentlich finde ich diese, f&uuml;r mich scheinbar so unwesentlichen Gespr&auml;che, beruhigend.<br \/>So unpers&ouml;nlich. Gar befreiend im Vergleich zu dem inneren Dialog, den ich f&uuml;hre. Doch die Worte um mich herum, sind in meiner Welt nicht mehr als Hintergrund Musik, um abzulenken von den wichtigen Umst&auml;nden. Lyra fragt Katinka wie es ihr geht, und ich erinnere mich auch an ihr zugegen Sein in meinem Traum. Auch Lyra sah Katinka sterben und mein Blick heftet sich an ihr fest. Ich w&uuml;nschte, ich k&ouml;nnte sehen was sie f&uuml;hlt. F&uuml;hlt sie? Ich glaube ja, denn ihr Blick wiederum, ruht sorgenvoll auf Katinka. Diejenige, die mich hier her geholt halt. Diejenige, die mir Einblicke in eine Welt erm&ouml;glicht hat, die kaum ein Mensch vor mir hatte. Sie ist diejenige, die mein Todesurteil unterschrieben hat, an dem Tag, an dem sie mich ansprach. Und ich liebe sie trotzdem. Mich bef&auml;llt das Bed&uuml;rfnis, diese Frau zu halten, ihr nah zu sein und ich schmiege mich an, wie ein Kind, dass um seine Mutter f&uuml;rchtet. Und Katinka wundert sich nicht einmal. Beruhigend legt sie mir ihren Arm um die Schultern, tr&ouml;stlich und ich bin gl&uuml;cklich sie nicht verloren zu haben. Ein kurzer Frieden f&uuml;r meine Seele.<br \/>Als ich mich aufrichte, zum ersten Mal l&auml;chelnd an diesem Abend, f&uuml;hle ich diese K&uuml;hle in meinem Nacken. Der Drache auf meinem R&uuml;cken revoltiert. Ich spanne mich unwillk&uuml;rlich an, und sehe zu Katinka und ihre Augen best&auml;tigen meine Vermutung.. Nein&#8230; meine Gewissheit. Malfeis steht hinter mir, so nah als h&auml;tte ich ihn dazu eingeladen. Unversch&auml;mt. Sich nicht scherend, um so etwas banales wie Privatsph&auml;re. Und noch viel mehr. Sich boshafter Weise bewusst, wie unangenehm es mir ist, ihn in meiner N&auml;he zu wissen. In Katinkas N&auml;he. Aber anstatt mich umzudrehen und ihm zu erkl&auml;ren, dass er das ja auch bitte sein lassen k&ouml;nnte, sucht meine Hand zitternd nach Katinkas. Meine Lippen zusammengepresst schweige ich. Ach ich armes wehrloses Kind. Ich w&uuml;nschte&#8230;.<br \/>Dann ist er weg und ich habe den unbedingten Drang meine Lungen mit wertvollem beruhigenden Nikotin zu f&uuml;llen.<br \/>Als ich mit Georg drau&szlig;en stehe, beginne ich mich langsam wieder zu entspannen. K&uuml;hl ist es geworden und mein Atem hinterl&auml;sst sachte Nebelschwaden in der Nachtluft. Wir f&uuml;hren Small talk und ja ich bin auch daf&uuml;r dankbar, er verkauft Drogen, und als ich&nbsp; ihn darum bitte mir welche mitzubringen erkl&auml;rt er mir f&uuml;rwahr&#8230; es w&auml;re nicht gut f&uuml;r mich. Da findet mich das Lachen wieder. Alles ist ein Scherz oder?<br \/>Sekunden werden zu Minuten, werden zu Stunden und wie meistens, unachtsamer Weise meinerseits, finde ich meinen Weg zum Rauchen alleine. Ohne Obhut. Andererseits, h&auml;tte es auch nur der geringste unter Ihnen auf mich ab gesehen, w&uuml;rde es mich schon nicht mehr geben. <br \/>Ein kleiner Vorraum, nur durch eine Scheibe von der Nacht getrennt, und ich erblicke Schlayers als w&uuml;rde es k&ouml;rperlos umher schweben. Oh ja, es brennt mir auf der Seele. Was in der Anglitz, Welt, kann ihn so qu&auml;len? Als w&uuml;rde er es ahnen, tritt er ein und blickt mich fragend an. Sofern ich dass unter seine Sonnenbrille rein interpretieren kann. Verdammt, scheint f&uuml;r die Kainiten der Mond zu hell? Wir reden. Nicht belanglos, nicht zu tief. Ich sehe ihn mit anderen Augen. Jetzt. Und mir ergeht es nicht viel anders als Katinka. Ich w&uuml;nsche zu verstehen. Und ich kann, seine Art zu sein, glaube ich, mehr achten als noch&#8230;. zwei ..drei Monate zuvor?<br \/>Dann &ouml;ffnet sich die T&uuml;r und der Fl&uuml;sterer tritt zu mir. In gehabter Manier. Da er so dicht vor mir steht, kann ich seine Anwesenheit nicht ignorieren. Ein Ahn des Clan des Mondes. An und f&uuml;r sich sollte ich mich wohl in den Staub werfen. Aber um ehrlich zu sein bin ich viel zu zittrig, um auch nur gefahrlos von meinem Stuhl zu rutschen. Und ich hasse mich daf&uuml;r. Also neige ich meinen Kopf und nuschle ein ungenaues&#8230;.. Malfeis. Ohne ihn anzusehen.<br \/>Blicke niemals einem Vampir in die Augen. Sagte Thomasso zu mir. Sagte Katinka zu mir. Wie oft ich diesen Ratschlag schon gebrochen habe, kann ich gar nicht z&auml;hlen, aber bei Malfeis f&auml;llt es mir gl&uuml;hend hei&szlig; ein. Und auch Schlayer kann ich nicht mehr ansehen. Glaube ich doch, er sieht die Angst in meinen Augen und&#8230;. den Unwillen mich zu f&uuml;rchten. Was k&ouml;nnte Malfeis schon tun? Mich t&ouml;ten? Und dann? Tot bin ich so oder so. Und wenn ich meinen Tod nicht &uuml;berlebe, tja, w&uuml;rde es mich schwerlich noch st&ouml;ren k&ouml;nnen. Also was soll der Geiz?<br \/>Doch meine Zigarette will und will nicht ruhig liegen in meiner Hand, wenn er schweigend neben mir steht und mich ansieht. Einfach nur ansieht. Oh Anna, was bist du sensibel&#8230;. <br \/>Was zum Teufel will er denn? Sich Laben an meinem Beben? Mich dazu bewegen etwas un&uuml;berlegtes zu tun, damit er einen Grund h&auml;tte mir etwas anzutun was ihm Katinka et Malekin nicht verzeihen w&uuml;rden??? Aber die kleine Stimme in meinem Kopf lacht mich aus. Sagt mir, dass dieser keine Gr&uuml;nde br&auml;uchte.<br \/>Das es ihm egal ist, ob ich ihn f&uuml;rchte oder nicht.<br \/>Was treibt ein Wesen dass viele Leben gelebt und noch mehr vernichtet hat?<br \/>Ich drehe meinen Kopf, sehe ihn f&uuml;r eine Sekunde an und habe wirklich Angst. <br \/>Was bewegt so ein Wesen dazu mich&#8230; Mensch&#8230; anzusehen.?<br \/>Mein Herz stocke und ich erinnere mich daran, dass es nicht immer gut ist alles zu wissen.<br \/>In der n&auml;chsten Sekunde&#8230;&#8230;&#8230;.. oder ist es eine Stunde und ein neues Zusammentreffen sp&auml;ter. Spricht er mich an. Seine Stimme erinnert mich&#8230;. Die Schlange im Paradies die Eva verf&uuml;hrte&#8230; ja genau. <br \/>Wie es mir ginge?<br \/>Aber jede meiner Bewegungen verr&auml;t mehr, als alles was ich aussprechen k&ouml;nnte.<br \/>Ich blinzle und entsinne mich. Lyra fragte ihn nach einem Traum&#8230;. jenem Traum den auch ich tr&auml;umte&#8230; er l&auml;chelte sie an und fragte: &rdquo; Welcher Traum? &rdquo;<\/p>\n<p>Aber er wei&szlig;, dass ich wei&szlig;. Also wage ich es und spreche ihn darauf an.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Ihr habt getr&auml;umt Frau Toth? &rdquo;<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Nur Malekin frisst seine Kinder&#8230;&rdquo; Wiederhole ich seine Worte und er l&auml;chelt. Wenn man das L&auml;cheln nennen will. Doch mutig geworden.. und m&uuml;rbe von dem Bangen und Sorgen werfe ich ihm die Frage ins Gesicht die mich schon l&auml;nger besch&auml;ftig. &ldquo; Wie kommt es eigentlich, dass Sie immer da sind, wenn h&auml;ssliche Dinge geschehen.? &rdquo; Und funkle ihn an, als h&auml;tte ich ein rhetorisches Wunder vollbracht, aus dem er sich nicht mehr rauswinden k&ouml;nnte.<br \/>Doch Malfeis, faltet nur seine H&auml;nde, l&auml;sst die Frage , eine Kunstpause lang im Raum schweben, beugt sich n&auml;her zu mir, dass ich Maus sein m&ouml;chte um mich besser verkriechen zu k&ouml;nnen und fragt: &ldquo;Warum glauben sie dass diese Dinge von mir ausgehen. Ist es nicht vielmehr so, dass sie sich um sie drehen. Dort sind, wo sie sind? &rdquo; Und nimmt mir jeden Wind aus den Segeln. Meine Gedanken rotieren. Wer ist in wessen Tr&auml;ume? Kann ich sicher sein, dass die vielen, mich erschreckenden Geschehnisse sein Werk sind? Ich mein&#8230; kann ich SICHER sein? Best&uuml;nde nicht die M&ouml;glichkeit.? Suche ich? Verursache ich?<br \/>&ldquo; Sie wissen, was man ihrem Clan, dem Clan des Mondes nachsagt? &rdquo; Bohrt er weiter. <br \/>Ich will mich wehren. Ich wei&szlig; es wohl. Aber ich bin doch nur ein Mensch. Wie k&ouml;nnte ich, derartiges veranlassen? <br \/>&ldquo;Aber ich lebe! &rdquo; Entgegne ich&nbsp; impulsiv.<br \/>&ldquo;Sie wissen, doch, was man ihrem Clan nachsagt. Visionen. Tr&auml;ume. &#8230;&rdquo; wiederholt er.<br \/>Ich war mir immer so sicher. Dass mir Malekin die Tr&auml;ume schickt, oder Katinka&#8230; oder er selbst&#8230; Der Malfeis. Ich bin Beobachter. Ich sehe nur zu. Aber w&uuml;rden Dinge geschehen, wenn es keinen g&auml;be dar&uuml;ber zu berichten? Wei&szlig; ich ob es das Nebenzimmer wirklich gibt, bis ich nicht selbst dort wahr? Erschaffe ich nicht meine Welt indem ich sie wahrnehme? Ich&#8230; Ich wende meinen Kopf beiseite und schlucke die Tr&auml;nen der Unsicherheit hinunter. Dann werde ich ganz ruhig. Der Malfeis l&uuml;gt nicht. Er qu&auml;lt mich, indem er Fragen stellt, die ich mir selbst nicht stellen will. Und dass, da ich mich doch so sehr in Ehrlichkeit mir selbst gegen&uuml;ber &uuml;be.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo; Ich.. &rdquo; Fl&uuml;stere ich schon fast. &ldquo;&#8230;mag sein, &#8230;.wie hei&szlig;t es so sch&ouml;n&#8230; man sieht den Wald vor lauter B&auml;umen nicht? &rdquo; Zitate sind etwas wundervolles. Warum Aussagen &uuml;ber Zust&auml;nde machen, die irgendwer, irgendwann schon mal besser zum Ausdruck gebracht hat? Und Au&szlig;erdem kann man sich dabei hervorragend um Antworten dr&uuml;cken.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Und sehen sie den Wald oder die B&auml;ume Frau Toth!&#8230;.. Sehen sie den Wald&#8230;&#8230;.. oder die B&auml;ume? &rdquo; Dann ist er wieder verschwunden und l&auml;sst mich mit dieser Frage allein.<br \/>&#8230;&#8230;&#8230;.mich w&uuml;rde wirklich interessieren was sie an Ihnen finden Frau Toth.<br \/>Tick .Tack. Tip. Tapp. Trip .Trapp Trapped.<br \/>Da sitze ich, rauche meine Zigarette zu Ende, f&uuml;hle wie sich der Rauch meine Lunge hinab kratzt. Ich habe zu wenig geschlafen die letzten Tage, mein Kreislauf will nicht ganz so wie er sollte, ein lautes Ger&auml;usch und ich schrecke zusammen, mein Puls macht Spr&uuml;nge und beruhigt sich wieder. Das Nikotin breitet sich in mir aus, kriecht in mein Blut, mein Blut l&auml;uft in meine Beine und ich bekomme weiche Knie. F&uuml;hle mich schwach. F&uuml;r einen Augenblick wird mir bewusst was ich nicht sehen will. <br \/>Das Netz der Spinne. Dort h&auml;nge und beobachte ich, wie jeder hier sein Spiel spinnt. Wer wei&szlig;, wie lange ich hier noch unbehelligt verharren h&auml;tte k&ouml;nnen. Doch ich kann nicht l&auml;nger still halten. Muss mich bewegen. Und die Spinne hat&#39;s gemerkt, sie wandert scheinbar zuf&auml;llig um mich herum, ihre Kreise enger ziehend und je n&auml;her sie ist, umso mehr zapple ich. Nichts was ich dagegen tun k&ouml;nnte. Der sichere Boden liegt soweit unter mir, dass ich einen Fall dorthin nicht &uuml;berleben w&uuml;rde.<br \/>Doch hat die Spinne ausgesponnen, ist mein Leben ausgeronnen..<br \/>Ausgeronnen. Ha Ha.<br \/>Red Bull. Ich will Red Bull, ich qu&auml;le mich in die K&auml;lte und auf dem Weg zur&uuml;ck steht Schlayer da. Himmel, ich kann ihn so wahnsinnig schlecht einsch&auml;tzen. Wir sind allein&#8230;. Und ich ergreife die Gelegenheit am Schopfe.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Was k&ouml;nnte ein Wesen wie Sie zum weinen bringen&#8230;.? &rdquo; Frage ich und er&#8230;. er antwortet mir. Obwohl ich dachte, er w&uuml;rde mir wohl den Kopf abrei&szlig;en, w&uuml;rde ich es auch nur im Ansatz wagen ihm Emotionen zu unterstellen. Mein Kopf ist noch dran und ich lausche seinen Worten. Auch er spricht Wahrheit&#8230; Und&#8230; es klingt so sehr vern&uuml;nftig was er spricht. H&auml;tte mir jemand vor einem halben Jahr erz&auml;hlt, dass ich Schlayer mal sympathisch finden w&uuml;rde h&auml;tte ich ihn kommentarlos ausgelacht&#8230; Andererseits&#8230; was w&auml;re wenn man mir vor einem Jahr erz&auml;hlt h&auml;tte, dass Vampire unter der Menschheit hausen. <br \/>Malfeis tritt hinzu, blickt zwischen uns durch und erkl&auml;rt mit ruhiger Stimme, dass das Elysium jetzt aufgel&ouml;st sei. Warum f&uuml;hle ich mich wie das Auge in dem Dreieck auf meiner Schulter?<br \/>Zur&uuml;ck im Warmen, erz&auml;hlt uns Malekin, was uns Katinka am Anfang des Abends erz&auml;hlt hat und mehr. Ich lausche, aber meine Gedanken drehen sich um Tr&auml;ume, Schlayer&#8230; Malekins und Schatten die b&ouml;se Dinge fl&uuml;stern.<br \/>Lyra neben mir. Small talk. <br \/>Da tritt Malekin auf sie zu. Katinka liebevoll in seinem Arm haltend.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Lyra&#8230; oder Frau Reuter? &rdquo; Sagt er leise und die Ruhe, die ich mir &uuml;ber den ganzen Abend hinweg zur&uuml;ckerobert habe, br&ouml;ckelt zu Boden. Mein K&ouml;rper beginnt zu zittern, wie der einer Alkoholikerin auf Entzug. Gewissheit, dass meine Ahnung wirklich wird. Gelauert, die ganze Zeit in mir. Malekin spricht weiter. Ich will nicht h&ouml;ren was er redet und k&ouml;nnte es doch mitsprechen. Er bittet Lyra, von Katinka eine Blutprobe zu machen. Um fest zu stellen, ob ein Vorfall in Katinkas Vergangenheit&#8230;. Spuren hinterlassen hat. Dia-bla-bla-rie. Meine H&auml;nde legen sich &uuml;ber mein Gesicht und ich sch&uuml;ttle meinen Kopf. Nein. Nein. Nein. Nein. Ich will es schreien. Der Raum um mich herum verengt sich und nimmt mir die Luft zum Atmen. Alle Anwesende verschwinden und was bleibt, ist was ich schon kennen gelernt habe.<br \/>Malekin et Katinka, wie sie vor der schwarzen Hexe stehen und um L&ouml;sung bitten.<br \/>Lyra, teilt meine Angst. Ja.. sie f&uuml;hlt&#8230; und wei&szlig;t Malekins bitte zur&uuml;ck.<br \/>Doch ich sehe die Spinne, wie sie ihre Kreise zieht, ihr Spiel spinnt und anf&auml;ngt ihre F&auml;den einzuholen. Mein Herzschlag stoppt. Lyra wird es nicht verhindern k&ouml;nnen. Ihr Sire l&auml;sst sie tun, was sie nicht tun will. Tu was du willst&#8230;. Oh bitte&#8230; Tu doch was du willst. Aber das kleine Intermezzo hat mir Gelegenheit gegeben zu Denken. Das letzte Mal war ich nur Beobachter, aber diesmal bin ich dabei. Egal wer ich bin, ich will nicht zulassen dass Katinka wieder stirbt. So folge ich der kleinen Gruppe, halte mich an Katinka, lege besitzt ergreifend meine Arme um sie und fl&uuml;stre ihr zu, was ich wei&szlig;. Von dem Traum. Von ihrem Tod. Nur Malekin frisst seine Kinder. Sie ist nicht mehr die letzte. Ich wei&szlig; es schon. Sie muss die Probe nicht machen. Ich kann es ihr sagen&#8230;<br \/>Doch egal was ich mache, der Wagen rollt. Wie ein Film, den ich nicht abschalten kann.<br \/>Malekin bei&szlig;t in Katinkas Hand. Ihr Blut dringt aus dem kleinen Loch, Malekin nimmt es auf und reicht es an Lyra weiter, die es probiert. <br \/>Starr vor Schreck.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo; Und? &rdquo; Seine Stimme klingt lauernd und meine Augen f&uuml;llen sich mit Tr&auml;nen. Wegziehen will ich sie. Aber Mondenkind bemerkt es nicht.<br \/>Die Hexe nickt, der Malfeis l&auml;chelt, Malekins Augen weiten sich erz&uuml;rnt und Schneewittchen wei&szlig; nicht was ihr geschieht. Ich will mich vor sie stellen. <br \/>Doch ein Blick aus Malekins Augen l&auml;sst mich weichen, ob ich will oder nicht.<br \/>So bin ich wieder der Beholder und was ich beobachte f&uuml;gt sich zu dem Satz der mir nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Nur Malekin frisst seine Kinder.. Nur Malekin &#8230;sein Kind&#8230;. Katinka&#8230; dass er am Halse packt und hochhebt. Sie zu sich zieht und ich bef&uuml;rchte schon den Kuss. Aber Mondenkind wehrt sich, strampelt, fleht ihn an&#8230; jammert. Er st&ouml;&szlig;t sie weg, vor sich hin, jagt sie durch den Raum und beschimpft sie &#8230; Nur ein Malekin in jeder Generation. Nur EIN Malekin in einer Generation. NUR Malekin frisst seine Kinder. Ich will dazwischen, doch ein eiserner Griff legt sich auf meine Schulter. Schlayer?<br \/>Dann steht sie fast neben mir. Ich blicke Katinka an. Katinka sieht zu Malekin. Und Malekins Augen brennen auf meiner Haut.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo; Vielleicht hab ich mich geirrt! &rdquo; Fl&uuml;stert er, mehr zu sich selbst. &ldquo;Vielleicht bist du ein Fehler. Und es war schon immer Anna .&rdquo; Er macht einige Schritte auf uns zu und in seinem Kopf tickert es. &ldquo;Vielleicht sollte Anna dort sein, wo du bist. Und du dort&#8230; wo Anna steht. Vielleicht war es mein Fehler&#8230;.. &rdquo; Schmerz in seiner Stimme. Ich verstehe nicht was geschieht.<br \/>Da &auml;ndert sich alles. Katinkas Stimme &uuml;berschl&auml;gt sich.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Ein Fehler??????? ICH??? EIN FEHLER???????????????????? Ich geh&ouml;r zu DIR. ICH bin MALEKIN!! &rdquo; Schreit sie wutentbrannt und ihr Zorn wendet sich gegen mich. Wie ein Furie st&uuml;rmt sie auf mich zu und packt mich am Kragen. Und wenn mir auch das Herz in die Knie sinkt, muss ich immer noch f&uuml;r sie f&uuml;hlen. Kann sogar verstehen, dass sie mich hasst. Sie st&ouml;&szlig;t mich weg geht auf Malekin zu. Das Kind Katinka. Mondenkind. So ganz und gar nicht artig.<br \/>Er packt sie an ihrem Kopf und scheint sie zu Boden zu zwingen. Doch Schneewittchen ist erwachsen geworden und hebt ihre Hand gegen ihren Sch&ouml;pfer sie st&ouml;&szlig;t ihn von sich und er hat nichts dagegen zu setzten. Nicht genug. Sie st&uuml;rmt ihm nach und die beiden k&auml;mpfen wie die Tiere. Es sind Tiere, verbei&szlig;en sich ineinander und w&auml;lzen sich am Boden&#8230; kein ungleicher Kampf.<br \/>Meine Welt ist ein Stummfilm.<br \/>Keine Laute dringen mehr zu mir durch. Meine Beine versagen und ich gehe in die Knie. Die beiden leblosen K&ouml;rper betrachtend, die so ineinander verdreht sind, dass sie eins sind. Eine Melodie in meinem Kopf.<br \/>Ein Wahn, kein Sinn.. sieh was ich bin&#8230; sieh was sie sind&#8230;. mein Kind.<br \/>Ein Wahn, kein Sinn, vergiss was ich bin.. was geschah ist&nbsp; wahr.<br \/>Die Spinne h&auml;lt im wandern inne und l&auml;chelt mich mit ihren 8 Augen an.<br \/>Und eine Stimme fl&uuml;stert in meinem Kopf&#8230;<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Schlie&szlig; deine Augen und z&auml;hle r&uuml;ckw&auml;rts. 777&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.. und wenn du bei 0 bist h&ouml;rt dein Herz auf zu schlagen und Toth ist tot. &rdquo;<\/p>\n<p>Ein Wahn, kein Sinn&#8230; sieh was ich bin und was ich war, ist nicht mehr da&#8230;..<br \/>&#8230;<br \/>Langsam kehrt die Welt um mich herum zur&uuml;ck. Aber ich habe keinen Nerv f&uuml;r sie.<br \/>Malekin vs Katinka leben. Er entl&auml;sst sie aus dem Kindes Status. Verbannt sie nach Freising. Er liebt sie und murmelt immerzu er w&uuml;rde einen Weg finden. Einen Weg finden.<br \/>Nur ein Malekin in jeder Generation.<br \/>Eine H&auml;lfte meines Seins l&ouml;st sich von mir, verkriecht sich in Gefilde zu denen ich keinen Zutritt habe.. und l&auml;sst eine Anna zur&uuml;ck die fast normal ist. Stark genug um eine Katinka im Arm zu halten, die um Vergebung fleht. Sie tote lebt. F&uuml;r Anna genug um sich gl&uuml;cklich zu f&uuml;hlen&#8230; oder zumindest nicht ungl&uuml;cklich.<br \/>Die restliche Nacht besteht aus Gespr&auml;chen. Sinnvoll, sinnlos. R&auml;tsel raten.<br \/>Nie wieder will ich mir W&uuml;nschen, dass meine Tr&auml;ume wahr werden.<br \/>Alles ist Wahnsinn. Ein Ringelreigen. Tu was du willst ist das ganze Gesetzt. Aber was wenn du nicht tun kannst was du willst?&#8230; Gesichter fluten heran, blicken mich an, verblassen und treten wieder in den Hintergrund. Wie das Meer, das stetig seine Wellen an den Strand wirft. Neverending Story.<br \/>Und die Spinne kichert leise&#8230;. 776&#8230; und tanzt weiter.<br \/>&nbsp;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>28.10.2002 &nbsp; &ldquo;Ist das Alles? &rdquo; H&ouml;re ich noch den Klang der Worte widerhallen in meinem Kopf. Ich schrie sie in die Nacht hinein. Dummes Kind. Dummes, dummes Kind.Katinka ist tot. 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