{"id":139,"date":"2006-12-19T04:07:27","date_gmt":"2006-12-19T04:07:27","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=139"},"modified":"2011-12-28T17:29:52","modified_gmt":"2011-12-28T17:29:52","slug":"momentaufnahmen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=139","title":{"rendered":"Momentaufnahmen"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">02.10.2002<\/div>\n<div align=\"left\">&nbsp;<\/div>\n<div align=\"left\">Licht aus. <br \/>Spot on.<br \/>Katinka sitzt mir gegen&uuml;ber. Ich halte ihre Hand und beide sehen wir and&auml;chtig zu Malekin hinauf, der bei uns steht und das erste Mal an diesem Abend beinah v&ouml;llig normal spricht.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Wolfenstein ist tot. Irgendwie&#8230;Schade&#8230;ich kann mich noch erinnern&#8230;&#8230;&rdquo;<br \/>Seine Worte verlieren sich im Sand. Wohl bewegt sich sein Mund weiter, aber nicht mehr f&uuml;r mich.(&ldquo; &#8230;Wir sa&szlig;en in einer K&uuml;che, alles gefliest&#8230; &rdquo;) Ich bemerke wie sich meine Augen mit Tr&auml;nen f&uuml;llen. Wolfentstein tot. (&ldquo;&#8230;Wir teilten uns einen Schokoriegel und haben geplaudert&#8230; &ldquo;)<br \/>Unab&auml;nderlichen Dingen nachzutrauern ist Zeitverschwendung. Noch vor zwei Stunden h&auml;tte ich ihn eigenh&auml;ndig umgebracht. Aber das ist etwas anderes.&nbsp; Es ist so seltsam.(&ldquo; &#8230; Ich mochte ihn&#8230; &ldquo;) Ich trauere nicht, aber ein Teil in mir, den ich nicht leugnen kann. Schmerz. Verkrampft. Aus der Gewissheit raus, nie wieder die N&auml;he zu versp&uuml;ren zu k&ouml;nnen. Nicht mehr f&uuml;r mich. Himmel. Ist so Liebeskummer? Zerrissen? Sehnsucht zu versp&uuml;ren, obwohl man denjenigen hasst.&nbsp; (Wolfenstein = Sabbat. Steht in dem komischen Buch und ich geh kotzen .) Hassen muss. Katinka dr&uuml;ckt meine Hand und ich bin dankbar. V&ouml;lliger Wahnwitz. Ich k&ouml;nnte losheulen und gleichzeitig ist alles, was mir wichtig ist, hier bei mir &#8211; ganz nah. Das passt doch nicht zusammen. Ich wei&szlig; wohin ich geh&ouml;re und dennoch empfinde ich &#8230;. Tiefen echten Schmerz. Meine H&auml;nde greifen fahrig zu meinem Kopf und ich beginne mein Haar zu flechten.&nbsp; Rapunzel, Rapunzel. Schneid dein Haar doch ab..Links &uuml;ber Mitte, rechts &uuml;ber Mitte. Links , Rechts&#8230;spinn R&auml;dchen spinn.&nbsp; Sie k&ouml;nnen nat&uuml;rlich sagen was sie wollen. Und sie haben nat&uuml;rlich auch recht. Aber vielleicht ist Wolfenstein nur tot, dass er sein Versprechen, dass er mir gab, auch wirklich einhalten kann. Ein Seltsamer, aber wirkungsvoller Weg. Ich werde kein drittes Mal von ihm trinken. Wie er sagte. Es beruhigt meine Seele, dass er wohl vielleicht schlecht war&#8230; Aber ich habe mich nicht in ihm get&auml;uscht. Oder?<br \/>Katinka hilft mir beim flechten und Malekin sagt:<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo; Er war ein netter Kerl&#8230;f&uuml;r einen Sabbatianer&rdquo; Und kehrt zum Spiegel zur&uuml;ck den er immer noch nicht zerbrochen hat.<br \/>Stille.<br \/>Licht an.<\/p>\n<p>Licht aus.<br \/>Als ich sie sehe laufe ich raus. Erschlagen von Schuldgef&uuml;hlen. Eine Zigarette sp&auml;ter wage ich mich wieder rein. Ihr Gesicht ist entstellt. Brandblasen, Ver&auml;tzungen. Alles blutig und verbrannt. Aber noch schlimmer, als die Wunden, ist ihre Mimik. Als h&auml;tten ihr die Stunden in den F&auml;ngen der Heiligen 50 Jahre ihres Unlebens gekostet. Oder mehr. Ihre Kleidung wei&szlig;, wie Schnee. Ihr Gesicht..so rot wie blut..so schwarz wie..Kohle. Ihre H&auml;nde zittern, als sie das Glas mit Blut darin zum Munde f&uuml;hrt. Gierig trinkt und dabei kleckert wie ein kleines Kind. Was muss sie ertragen? Sehns&uuml;chtig blicke ich zu ihr. Es dauert ein wenig, dann findet sie meine Augen und schafft es mich anzul&auml;cheln. Mit Sicherheit unter Schmerzen. Und ich f&uuml;hle, sie ist nicht b&ouml;se mit mir. Sie wirft mir nichts vor. Die erste Sekunde, in der ich mein Gesicht an ihre Schultern dr&uuml;cke, gleicht so sehr einem Heimkommen, dass ich Tr&auml;nen nicht zur&uuml;ck halten kann.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Malekin!&rdquo; Fl&uuml;stert sie leise und streicht mir &uuml;ber meinen Kopf. Die Haare sacht beiseite. Z&auml;rtlich. Ihre k&uuml;hlen Fingerspitzen ber&uuml;hren meinen Hals, sie schaudert und ruckt weg. Trinkt, mit gierigen Z&uuml;gen ihr Glas leer und l&auml;sst es f&uuml;llen. Ich verstehe. Sie kann nicht richtig Trinken und als ich sie frage, ob sie auf der Jagd war seit&#8230;..dem&#8230;. Sch&uuml;ttelt sie nur ihren Kopf. Und ich so greifbar nah. Pulsierendes Leben in meinen Adern. Wie verlockend muss es sein f&uuml;r sie? Und&#8230;.f&uuml;r mich? Was w&auml;re denn?&nbsp; Einmal raus um die Ecke. Die Idee, wie sie ihre F&auml;nge unter meine Haut schl&auml;gt, will und kann mich nicht schrecken. Im Gegenteil. Ich f&auml;nde es immer noch&#8230; Unpassend&#8230; Ein Futtermittel f&uuml;r Vampire zu sein. Aber Katinka von mir zu geben, wo sie es doch so sehr ben&ouml;tigt..ist etwas anderes. Sie gibt, ich k&ouml;nnte geben. Wir w&uuml;rden uns einfach nicht erwischen lassen .<br \/>Stille.<br \/>Licht an.<\/p>\n<p>Licht aus.<br \/>Stroboskop.<br \/>Unruhe. Wir sitzen an einem Tisch. Sie kann noch nicht reden. Nur Malekin. Malekin sagt sie. Oder auch Malekin. Je nach dem um was es geht. Aber eigentlich macht es kaum Unterschied, wir unterhalten und dennoch &#8211; den Umst&auml;nden entsprechend &#8211; gut.<br \/>Unruhe. Wir drehen unseren Kopf und ich l&auml;chle als hereinkommt, derjenige den ich schon den Abend lang vermisse. Thomas.<br \/>Er sieht aus, wie ein Wolf der gerade seine Beute geschlagen hat. Blutverschmiert. Die Z&auml;hne gefletscht. Dieses, sein Blut, dass an seinem Halse hinab l&auml;uft und leise nach mir ruft. (Blut auf meinen Lippen.) Ein warmes Lodern, und obwohl ich in das Gesicht einer Bestie sehe, die&#8230; .so wie es aussieht&#8230; geradewegs auf mich zu kommt, f&uuml;rchtet mich das nicht. Denn ich vertraue ihm. Er hat mir ein Versprechen gegeben, an das er sich halten wird. Ich wei&szlig; es mit absoluter Sicherheit. Komme was will. Er wird nicht verhindern, dass ich Malekin werde. Er hat&#39;s versprochen. Egal was ihn gerade treibt, wenn er bei mir ist, werde ich ihn einfach daran erinnern.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Er hat&#39;s versprochen.. &ldquo;Erkl&auml;re ich Katinka und Josepha, die mich sorgsam zur&uuml;ck schieben, weg von dem Wolf. Malekin stellt sich ihm in den Weg.&nbsp; Der Wolf packt ihm am Kopf und ich f&uuml;hle mich seltsam erinnert&#8230;an&#8230;an&#8230; Dann Josepha, die ihn auf die Art und weise ansieht. Und. Ich.<br \/>Was regen sie sich denn alle so auf?<br \/>Er hat Blut getrunken. Na und? Tun sie ja wohl alle. Zugegebenerma&szlig;en. Der Wolf, wie er mich durch die Leute hindurch ansieht, ist&#8230;unheimlich&#8230;und reizvoll. Aber sein Versprechen w&uuml;rde er nicht brechen. Er wird nicht. Katinka noch immer an meiner Seite. Wir beobachten das Szenario. Ich bin ruhig. Es wird nicht viel geschehen. Wenn alle wieder auf dem Boden der Tatsachen sind, wird es sich kl&auml;ren. Auch dass sie sich zu 5 auf ihn St&uuml;rzen, sorgt mich nicht. Er ist hart im Nehmen, und im Moment offensichtlich..nicht ganz er selbst. Ich kann warten. <br \/>Schlie&szlig;lich bringen sie ihn zu Boden und pflocken ihn.<br \/>Ticker.<br \/>Tacker.<br \/>Sein Anblick, wie er da so am Boden liegt, mit diesem Pflock im Herzen. Dieser Anblick will mich nicht loslassen und ich werde seltsam nerv&ouml;s. (&ldquo;..Kann ich dir vertrauen&#8230;? &ldquo;) Mir ist als h&auml;tte er noch eben zu mir gesprochen. Ob er mir vertrauen kann und -&rdquo; ja &ldquo;&nbsp; -habe ich gesagt. Und ich wei&szlig;, was ich nun tun muss. Nicht muss, tun will, weil ich es ihm versprochen habe. <br \/>Pulpitation.<br \/>Mein Gesicht wird ganz hei&szlig;, der Puls tut was er will. In meinem Kopf gibt es nur noch einen Gedanken. Wolfensteins Kopf&#8230;.muss runter. Sofort. In Torpo. Er liegt im Torpo und MUSS sterben. Waffen. Wie t&ouml;te ich einen Vampir? Kopf ab, Hut ab. Ich wusle in meiner Versessenheit los. Ein Schwert. Ich brauche. Ein Schwert. Hier hat&#39;s genug. Meine Augen suchen nach jemanden der gerade nicht auf seine Waffen achtet. Aber. Hm&#8230; Mir ist klar. Wenn ich zu laut bin, dann werden sie mich hindern. Sie sind st&auml;rker als ich. Wenn ich jemanden das Schwert nehme wird er mich halten.<br \/>Doch&#8230;die V&ouml;gel &uuml;ber den Feldern, ernten ohne zu s&auml;en oder wie war das? Und ich sehe, wie dieses&#8230; Vanderbilts?&#8230; Schwert allein an der Wand lehnt. Zufall?<br \/>Gebongt.<br \/>Schon bin ich zur&uuml;ck, dr&auml;nge mich scheinbar neugierig nach vorne. H&auml;nde, die nach mir greifen, mich an der Schulter halten. Doch ich schiebe sie nur unwillig weg. Ich hab ja gleich Zeit. Ich muss nur schnell ein Versprechen ein l&ouml;sen. Der Seneschall steht mir bl&ouml;d im Weg. Oh Mann. So nah.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Anna, was willst du mit dem Schwert?&rdquo; Fragt er und sieht mich ernst an.<br \/>Ich versuche mich in eine L&uuml;cke zwischen ihm und sonst wem zu schieben&#8230;zu Thomas zu kommen.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Lasst mich doch mal eben vorbei.&rdquo; Eindringlich. Mehr will ich nicht.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Was willst du mit dem Schwert Anna?&rdquo; Plappern ihm die Leute nach. Wie im Kindergarten. Ich erkl&auml;re es ihnen gleich. Es ist nur. Wolfenstein liegt da in Torpo und ich muss ihn t&ouml;ten.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Darf ich bitte kurz!&rdquo; Ich schiebe jemanden sanft beiseite. Meine Stimme zittert. Ich bem&uuml;he mich belanglos zu klingen. Sie d&uuml;rfen nicht merken, dass es wichtig ist, dass ich zu ihm gelange. Doch der Seneschall, stellt sich erneut in den Weg. Ich bem&uuml;he mich. Oh Bitte. Hektik. Die Zeit wird knapp. Schneller. Ich muss. Und Herr Blake, will mir das Schwert nehmen,da platzt es aus mir raus.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo; Lass mich !&rdquo; Herrsche ich ihn an. Hochrotes Gesicht. Ich stampfe mit dem Fu&szlig; auf. Einmal . Zweimal. Tock! Tock! Tock! Ich suche zwischen den Leuten, eine L&uuml;cke, zwischen der ich durchsto&szlig;en k&ouml;nnte. Ich glaub Katinka steht da und Malekin. Man nimmt mir das Schwert weg und ich bin trotz aller Vorsicht geneigt denjenigen meine Wut sp&uuml;ren zu lassen. Es ist MEIN Schwert. MEIN Versprechen. Ich MUSS. Oh ich will TOBEN! Hass.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Ruft sein Blut nach dir?&rdquo; Zieht mich Georg auf und ich bin versucht, nach ihm zu schlagen. Keine Ahnung. Er hat keine Ahnung. Es ist alles ganz anders.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Ach halt den Mund!&rdquo; Gifte ich ihn nur an und sein s&uuml;ffisantes L&auml;cheln macht mich nur noch w&uuml;tender. Ich glaub Katinka ist traurig, und etwas in mir findet das schlimm und schl&auml;ngelt sich an meiner Wirbels&auml;ule hinauf. Doch wenn mich diese&#8230;diese..stupiden IDIOTEN&#8230;nur endlich mein Dinge machen lie&szlig;en, dann h&auml;tt&#39; ich ruhe. Dann k&ouml;nnt ich Katinka tr&ouml;sten. Also das ist doch wirklich nicht zu viel verlangt oder?<br \/>Sie ziehen mich weg und bringen Wolfenstein um&#8230;ha ha..die Ecke.<br \/>Malekin sieht mich an.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Ist der Drang so gro&szlig;? Ist es so wichtig f&uuml;r dich? Wichtiger als Katinka? Katinka braucht dich&#8230;&rdquo; Ich blinzle. Es ist doch kein Drang. Ich.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo; Er liegt in Torpo.&rdquo; Mache ich ihnen klar. Alles klar oder? &ldquo; Ich will doch nur mein Versprechen einl&ouml;sen. Mehr nicht. Es dauert nicht lange&#8230;&rdquo; Sie stehen um mich herum.<br \/>Hallo? Tut doch nicht so, als w&auml;re das so wild. Es ist nur ein Versprechen.<br \/>Ob ich verliebt bin? Ob ich vermisse? Was ich f&uuml;hle? Schmerz? Zerrissenheit? Reden sie auf mich ein und ich verneine nur immerzu, doch trotzdem werde ich&nbsp; ruhiger&#8230;und ich muss mir selbst eingestehen. Mal eben jemanden den Kopf abschlagen, noch dazu einem&#8230;Freund?..ist ja nun nicht meine Alltags Besch&auml;ftigung.<br \/>Ob ich jemanden den Kopf abschlagen k&ouml;nnte?<br \/>Sicher.<br \/>Auch Malekin?<br \/>Ticker.<br \/>Nein, wegen Katinka.<br \/>Und wenn Katinka es wollte, dass ich Malekin den Kopf abschlage?<br \/>Ich. Nein. Ich.<br \/>&#8230;komme nicht mehr weiter. Ich w&uuml;rde es nicht tun. Irgendwem, vielleicht. Dem Engelstreiter..sicherlich. Aber nicht was mir lieb und teuer ist. Oder? Vielleicht. Sag niemals nie. Aber, nicht ohne weiters. Und nicht im Affekt. Nicht so, wie&#8230;eben. Nur aus Liebe. Ich glaube, aus Liebe k&ouml;nnte ich sowas tun. Also wenn ich Katinka et Malekin liebe, k&ouml;nnte ich es doch&#8230;Oder wie? Und ist es nicht auch, eine Bedenksekunde Wert, dass&#8230; Wof&uuml;r Wolfenstein sein Blut in mir braucht, bei Malekin schon da ist? Oder hat er es gerade gesagt und ich stimme ihm nur zu.<br \/>Das hier ist doch alles Wahnsinn.<br \/>Stille.<br \/>Licht an.<\/p>\n<p>Licht aus.<br \/>Spot on.<br \/>Ich fass es nicht.<br \/>Ich glaube es nicht. DAS kann nicht wahr sein. Wenn es Nicht ER war. Wer war es dann? Hm? Und wollte er mich in die Falle locken?? Damit verhindern. Das Anna wird, was sie werden will? Oh&#8230;ich k&ouml;nnte ihn..ich..w&uuml;rde ihn. Blut hin, Blut her. Wenn Thomas mich in DIESER Hinsicht belogen hat&#8230;dann&#8230;dann&#8230; Dann schlag ich ihm wirklich den Kopf ab wenn ich ihn das n&auml;chste mal seh.&nbsp; Wie konnte er nur? Mir. MIR das antun. Wo hat er noch gelogen? Hab ich mich so get&auml;uscht?<br \/>Ich schreie drau&szlig;en vor der T&uuml;r rum, wie eine hysterische Kuh. Ich hab so nenn Schei&szlig; Hass im Bauch. Trete gegen die wehrlose Wand und Katinka bleibt im geb&uuml;hrenden Abstand. Mir Zeit lassend, zu verstehen. Nur Wolfenstein wusste es. Nur er wusste, dass ich ihn t&ouml;ten w&uuml;rde, wenn er in Torpo liegt. Und wenn das eben nicht Wolfenstein war. Dann&nbsp; w&auml;r&#39; es eine perfide Falle, um mir echten &Auml;rger einzuhandeln. Ich seh&#39; einen gepflockten Kainiten und mach ihn ohne weitere Erkl&auml;rung tot. <br \/>Und Malekin w&uuml;rde ich nimmer werden. <br \/>Die n&auml;chste Woge k&auml;mpft sich aus meinem Inneren. So stark bindet mich kein Blut, wie die Liebe (Gier. Sucht) nach Malekin. Wer das zu Brechen sucht&#8230;<br \/>WAH.<br \/>Lyra spricht auf mich ein und der Hass in mir versiegt fast augenblicklich. Ihre N&auml;he ist beruhigend. Wir reden, Ich erz&auml;hle Dinge. Lyra ist vertrauensw&uuml;rdig. Ich bin immer noch ungehalten, aber die Flammen lodern nicht mehr. Schlie&szlig;lich kommt Josepha hinzu. <br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Ich w&uuml;nschte mir fast, Malfeis w&auml;re hier&#8230;&rdquo;fl&uuml;stre ich leise. So unangenehm er ist. Ich trage die leise Hoffnung in mir, dass er&#8230;vielleicht helfen k&ouml;nnte. Vielleicht. Es ist so viel durcheinander. Ich brauche Ordnung.<br \/>Josepha sieht mich an.<br \/>Lyra sieht mich an.<br \/>Katinka sieht mich an.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Wen hast du denn gesehen Anna?&rdquo;erkundigt sich Josepha, ein wenig lauernd.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Thomas &ldquo; antworte ich.<br \/>Die drei sehen sich an. Ich blicke die Drei an. Erinnere mich, wie Thomas Malekin gegen&uuml;bersteht und auf einen Schlag habe ich so einen Verdacht,&#8230;WEM&#8230;ich da beinah zum Ableben verholfen h&auml;tte&#8230;<\/p>\n<p>&#8230;Und um ehrlich zu sein, finde ich diesen Gedanken zum Quietschen. Ich beginne zu lachen. Katinka lacht mit. Ich denke daran und gluckse vor mich hin. Bekomm fast keine Luft mehr vor Lachen. Ach ach&#8230;Alles ist ein Scherz.<br \/>Stille.<br \/>Licht an.<\/p>\n<p>Licht aus.<br \/>Dunkelheit.<br \/>Ich lehne neben Malekin an der Wand. Seine H&auml;nde gleiten &uuml;ber die Rauhfaser Tapete. Ich bin noch immer erheitert von meinem Letzten Gedankengang.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Was qu&auml;lt dich?&rdquo; Frage ich und lehne mich l&auml;ssig neben ihm. Katinka nicht weit, kann nicht fragen, aber ich kann. <br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Mein Herz will brechen. Soviel darin&#8230;&rdquo; Seine Stimme macht mir trotz meiner unnat&uuml;rlich heiteren Stimmung eine G&auml;nsehaut.&nbsp; Es dauert nicht allzu lange. Da hat er mich in seinen Bann gezogen. In seinen Wahn. Ich sage ihm, dass ich es nicht mehr lange aushalte. Dass es zu viel ist. Erz&auml;hle ihm von meiner Schuld. Er macht mir klar, dass ich genug geholfen habe. Und mir ist bewusst, dass es Wahrheit ist. Aber Mensch sein ist auch nicht leicht. So zweifle ich dann und wann, obwohl ich das Echte kenne. Es flie&szlig;t aus mir heraus. Die Worte, Erkl&auml;rungen&#8230; Was ich will..was ich tun muss&#8230; Ich spreche zu Malekin w&auml;hrend er von der Tapete liest. Er h&ouml;rt geduldig zu, eher meinetwegen, als seinetwegen..mir scheint fast, ihm w&auml;re schon klar was in meinen Gedanken ist. Was ich denke. Wie nah? Wie nah bin ich Malekin? Wie nah kann ich Malekin sein?<br \/>Ich schlie&szlig;e meine Augen..z&auml;hle langsam bis 10..vorw&auml;rts..nicht r&uuml;ckw&auml;rts ( 600 Negerlein&#8230;.)&#8230; Als ich aufsehen, steht immer noch Malekin an der Wand. Noch immer lesend. Noch immer mich anblickend. Ihre Augen sagen genug&#8230;mehr als ihre ver&auml;tzen Lippen sprechen k&ouml;nnten. Und so erz&auml;hle ich erneut. Wieder nicht f&uuml;r Malekin. Wieder nur f&uuml;r mich. Ich wei&szlig; wohin ich geh&ouml;re.<br \/>Ich wei&szlig; wen ich will.<br \/>Wenn mich, nur Tropfen von Wolfensteins Blut, derart&#8230;ber&uuml;hrten&#8230;. Ohne dass er..zuvor wichtig war. Wie kann es erst bei Katinka sein. Die ich jetzt schon liebe. Wie muss es sein, wenn sie mich leer&#8230;und von neuem F&uuml;llt? Wenn sie sich nicht mit mir mischt&#8230;sonder mich einnimmt. Wenn in meinen Adern nicht mehr&nbsp; Anna flie&szlig;t, sondern Katinka&#8230;.Malekin.<br \/>Wor&uuml;ber hab ich so lange gezweifelt?<br \/>Meine Augen leuchten und ich will&#8230; Das es endlich weiter geht.<br \/>Nichts bleibt anders.<br \/>Licht.<\/p>\n<p>Dunkelheit.<br \/>Spot on.<br \/>Ich knie neben Malekin, der vor dem Spiegel sitzt und mich ansieht. Seine Augen machen mir Angst. Aber ich muss es ihm sagen. Muss ich sagen, dass es Zeit wird zu fragen. Irgendwann glaube ich soviel seiner Aufmerksamkeit zu haben, dass ich zu sprechen beginne..<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Wir m&uuml;ssen den Prinzen fragen&#8230;&#8230;&rdquo; &#8230;dann verstummen meine Worte.<br \/>Der Spiegel spiegelt nicht mehr.<br \/>Carlos Castaneda war es. Die Feuer von Innen.<br \/>Damals las ich zum ersten Mal &uuml;ber Spiegel. Spiegel k&ouml;nnen einem, wirklich Angst machen. Spiegel k&ouml;nnen Tore in eine andere Welt sein. Schon mal Angst gehabt einen Spiegel zu ber&uuml;hren? Angst, dass deine Fingerspitze auf keinen Widerstand sto&szlig;en wird, wenn sie durch das Spiegelnde gleitet. Hast du dich schon mal im Spiegel betrachtet und dein Spiegelbild machte etwas anderes als du selbst? Schon mal einen Spiegel unter flie&szlig;endes Wasser gehalten? Nat&uuml;rliches flie&szlig;endes Wasser? Die meiste Zeit denke ich nicht dar&uuml;ber nach, aber jetzt, da ich mich und ihn im Spiegel betrachtet, wird es mir wieder bewu&szlig;t&#8230;.wie gef&auml;hrlich Spiegel sind.<br \/>Die Helligkeit verschwunden, mein Ebenbild hinweg. Nur Malekin, der darliegt auf einer Bahre. Sein R&uuml;cken durchgedr&uuml;ckt. Als st&uuml;nde er unter Strom. Wie die Sterbenden auf dem elektrischen Stuhl. Doch Malekin ist schon tot. Es lebe Malekin. In seinem Kopf stecken&#8230;Dr&auml;hte?..Elektroden?&#8230; Seine Finger verkrampft. Verdammt. Frankenstein ist kein M&auml;rchen. Und aus seinen Augen dampft es&#8230;verdampft die Fl&uuml;ssigkeit&#8230;er verbrennt innerlich. Ich starre das Bild an das sich mir bietet und glaube den fahlen Gestank riechen zu k&ouml;nnen. Wie tot kann man sein?<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo; Was&#8230;..?&rdquo; Seine Kopf dreht sich langsam zu mir, seine Lippen bewegen sich im Zeitlupentempo.<br \/>Ich fl&uuml;chte r&uuml;ckw&auml;rts. Stolpernd. Ein schlechter Zeitpunkt. Denke ich.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Egal&#8230;&rdquo; Und Wech. Ist&nbsp; DAS Malekin ? Will ich DAS sein? &#8230;.und die noch viel schlimmere Frage&#8230;. Wenn ich f&auml;hig bin, derart wahr zu nehmen&#8230; Bin ich dann nicht schon?<br \/>Gibt es Regeln?<br \/>&nbsp;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>02.10.2002 &nbsp; Licht aus. Spot on.Katinka sitzt mir gegen&uuml;ber. Ich halte ihre Hand und beide sehen wir and&auml;chtig zu Malekin hinauf, der bei uns steht und das erste Mal an diesem Abend beinah v&ouml;llig normal spricht.&nbsp;&nbsp;&nbsp; &ldquo;Wolfenstein ist tot. Irgendwie&#8230;Schade&#8230;ich &hellip; <a href=\"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=139\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-139","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-die-tagebucher-der-anna-t"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=139"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":343,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139\/revisions\/343"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=139"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=139"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=139"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}