{"id":154,"date":"2006-12-19T04:27:03","date_gmt":"2006-12-19T04:27:03","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=154"},"modified":"2011-12-28T17:29:53","modified_gmt":"2011-12-28T17:29:53","slug":"pulverturm","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=154","title":{"rendered":"Pulverturm"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">6.11.2002<\/div>\n<div align=\"left\">&nbsp;<\/div>\n<div align=\"left\">Wach auf.<br \/>WACH AUF!!<br \/>Welches Buch m&ouml;chtest &#8230;&#8230;?<\/p>\n<p>WAH!!!<br \/>&ldquo;NEIN!&rdquo;<br \/>Mich rei&szlig;t es aber so richtig hoch.<br \/>Wo ist das Herzklopfen, wenn man so radikal aufschreckt?<br \/>Hinter meiner Stirn tickert es. Lauert es. 30 B&uuml;cher die gelesen werden wollen. Wenn ich heute nicht rauskomm&#39;, dann flipp&#39; ich wirklich aus! Ich muss unter Leute. Sitze hier die ganze Zeit und tu NICHTS. Oder? Vielleicht sollte ich mal in meiner Arbeit Bescheid geben, dass ich krank bin. Krank!! Bah. TOT.<\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Denk, ich kann heute leider nicht zur Arbeit erscheinen, weil ich k&uuml;rzlich verstorben bin. Liebe Gr&uuml;&szlig;e, Anna.<\/p>\n<p>Oder hab ich mich schon unp&auml;sslich gemeldet? Wenn ich&#39;s nur w&uuml;sste.<br \/>Tanzen. Ich werd tanzen gehen. Wenigstens ein St&uuml;ndchen. Solange halte ich schon aus. Solange bleibe ich in der Wirklichkeit. (in welcher?). Ich muss wirklich raus. Ich bin doch kein Tier, dass man &uuml;ber Tage hinweg einsperren muss. ( Wie hei&szlig;t noch dieses Wort? Selbstverleumdung?)<br \/>F&uuml;hle mich stark genug, um Nicht zu Denken und noch gen&uuml;gend Kraft &uuml;ber zu haben, mich zu bewegen. Und vielleicht&#8230;vielleicht&#8230;was&#8230;warmes? (Gier bestimmt dein ganzes Leben, Gier erf&uuml;llt dein ganzes Sein!)<br \/>Sie sagt nicht, ich soll gehen.<br \/>Sie sagt nicht, ich soll nicht gehen.<br \/>Sie sagt nicht, sie kommt mit.<br \/>Sie sagt nicht, sie kommt nicht mit.<br \/>Was sagt sie denn?<br \/>Ob sie mich machen l&auml;sst, um zu sehen, ob ich das Richtige mache?<br \/>Was ist denn das Richtige?<br \/>Tu was du willst&#8230;oder?<br \/>Traditionen. Aber ich kann nicht so recht unterscheiden, ob sie sie gerade rezitiert hat, oder ob ich mich nur daran erinnere, dass sie sie mal gesagt hat. Sprech&#39; ich &uuml;berhaupt mit ihr?<br \/>Man k&ouml;nnte wirklich verr&uuml;ckt werden, bei all dem Wahnsinn.<br \/>Die &Ouml;ffentlichen bringen mich an mein Ziel. Pulverturm. DORT falle ich mit meiner Bl&auml;sse sicherlich nicht auf. Ha ha. Autofahren spar ich mir noch. Man stelle sich vor, ich w&uuml;rde mich im Ampelrot vergessen, die Polizei k&auml;me und ich m&uuml;sste denen dann erkl&auml;ren, dass das Wabenmuster, auf der Linse des Lichts nicht gleichm&auml;&szlig;ig ist. Da k&ouml;nnt ich dann gleich Malekin direkt besuchen gehen. Er ist doch oft im Irrenhaus oder? Im Irrenhaus. Mich bef&auml;llt kurzfristiges Mitgef&uuml;hl. Wie viele von Ihnen sind dort irrt&uuml;mlich? Irr-t&uuml;mlich. Ha ha.<br \/>Ich geb&#39;s zu. Ich bin beschwingt. Tanzen wird mir Gl&uuml;ck schenken. <br \/>Als ich eintrete, in den dunklen vernebelten Raum, laufe ich fast gegen eine Wand. Soviel<br \/>Soviel&#8230;.<\/p>\n<p>AHA! Hab dich schon vermisst. Die Auswahl ist gro&szlig;. W&auml;hle! <br \/>Welches Buch&#8230;.?<\/p>\n<p>&ldquo;Katinka!&rdquo; Fl&uuml;stre ich. Oder wars doch Malekin? Es kostet mich einige Minuten, bis ich die gesamte Wucht der Eindr&uuml;cke runter gek&auml;mpft habe. Ich ignoriere sie! So! Auf Andere muss ich wohl, doch eigent&uuml;mlich wirken. Etwas verkrampft. Walkin in my shoes&#8230;sag ich da nur. Wenn mir einer das nachmachen kann, dann darf er meckern. Apropos nachmachen. Ich sollte atmen nachmachen.<br \/>Dann lese ich doch ein Buch. Es hei&szlig;t Tanz. Bewegung. Eine Abhandlung die sehr gut mit Musik zusammenpasst. W&auml;hrend ich mich dieser Lekt&uuml;re widme, entspanne ich mich. Wenn ich lese, muss ich mich nicht darauf konzentrieren nicht zu lesen. Klar oder?&nbsp; Stromst&ouml;&szlig;e, &uuml;ber Nervenbahnen.. Angeregte Muskeln. Welche sich zusammen ziehen und entspannen. Tausend Abl&auml;ufe in jeder Sekunde, die mich in ihrer Gesamtheit tanzen lassen. Verloren in der Musik. Das Gl&uuml;cks gef&uuml;hl ist nicht gestorben. Dieses Hingeben, das Lesen in diesem Buch. Das Wahrnehmen l&auml;sst mich innerlich ruhen. Das macht mich gl&uuml;cklich.<br \/>Aber etwas st&ouml;rt. Etwas st&ouml;rt mich.<br \/>Viele Menschen sind nicht hier. <br \/>Menschen&#8230; ( Warm!)<br \/>Der M&auml;nner&uuml;berschuss, sorgt daf&uuml;r, dass Mann mich beobachtet. <br \/>Ja&#8230; Wo ich denn schon mal hier bin&#8230;<br \/>Ob ich darf?<br \/>Mir etwas&#8230;. Jemand lebendiges&#8230;genehmigen?<br \/>Es reizt mich. Nicht nur, weil der Hunger mich sticht.<br \/>Tanzen ist unwichtig. Mein Blick schweift &uuml;ber die Anwesenden. Absch&auml;tzend. Nach welchen Ma&szlig;st&auml;ben ich absch&auml;tze, kann ich nicht sagen. Es ist ein zaghafter Versuch, mich anzupassen. Oder? Ein Mann, wird wohl das leichtere&#8230;.der besser zu &uuml;berzeugende Mensch sein. Einem jungen Blonden habe ich es wohl angetan. Der wird mit gucken gar nicht fertig. Ja. Super! Alle B&uuml;cher, bis auf eines treten v&ouml;llig in den Hintergrund. Die restliche Welt auch.&nbsp; Er ist sicherlich kaum &auml;lter als ich.&nbsp; Seine Gesichtz&uuml;ge sind ganz fein. Er wirkt verletztlich. Seine Haare, nicht ganz frisch gewaschen. Helle Haut. So hell, dass ich fast glaube die Adern darunter sehen zu k&ouml;nnen. Die Fl&uuml;sse rauschen! Purpurne Fl&uuml;sse. Augenringe. Ihn qu&auml;lt etwas? Mit einem Mal bef&auml;llt mich eine fast m&uuml;tterliche Zuneigung. <br \/>Lass mich von deinem Leid kosten!<br \/>Ich werde dich f&uuml;r kurze Zeit vergessen lassen.<br \/>Ihn will ich. Ihn und keinen anderen!<br \/>&Uuml;ber mein Gesicht legt sich ein L&auml;cheln. Ein L&auml;cheln, dass all die Gef&uuml;hle ausdr&uuml;ckt, die ich in diesem Moment empfinde. Mitgef&uuml;hl und Verst&auml;ndnis und Verlangen. Viel Verlangen. Mich giert es nach jenem. (&#8230;kann mich nicht wehren, mich zu verzehren, dich zu begehren, mich zu n&auml;hrend an deinem Blut)<br \/>Es ist sicherlich ein bezauberndes L&auml;cheln. Einladend.<br \/>Und jetzt? Kommst du zu mir?<br \/>Er sieht mich an wie ein Kaninnchen.<br \/>Nun gut. Selbst ist die Vampir Frau von heute.<br \/>Wenn du nicht willst (&#8230;dann brauch ich Gewalt ), dann geh ich halt zu dir.<br \/>Da mach ich den ersten Schritt&#8230;.und der packt sich seine Jacke und rennt raus.<br \/>DER RENNT RAUS!!!!!!!<br \/>Ist schon beinah an der T&uuml;r.<br \/>Ja, soll ich da jetzt nachlaufen???<br \/>Ticker.<br \/>Tacker.<br \/>Er fl&uuml;chtet vor mir.<br \/>Ticker.<br \/>Und dann f&uuml;hle ich es. Wie es sich aufb&auml;umt in mir. Laut lacht, und der Klang des Echos dieses Lachens ist so s&uuml;&szlig;, so wahr, so grausam, dass ich zu leben beginne.<\/p>\n<p>Lauf!<br \/>LAUF!<br \/>Du bist schneller als er.<br \/>Du wirst ihn erwischen, noch ehe er irgendwo in Sicherheit ist.<br \/>Er wird deine Schritte h&ouml;ren. Obwohl er dich nicht kennt, hat ihn sein Instinkt vor dir gewarnt. Darum riecht er so gut. Er hat Angst.<br \/>Lauf! Er wird ausser Atem sein. Er wird genug f&uuml;r euch beide atmen. Er wird f&uuml;r dich atmen, was du nicht mehr atmen kannst.<br \/>Du wirst ihn schnappen und zur&uuml;ck rei&szlig;en. Sein Herz wird vor Schreck stocken. Einen Schlag aussetzten. Deine Hand wird in seinen Nacken gleiten und sich darum legen. Er wird starr sein. Wie ein Karnickel.Zittern. Und noch bevor er wei&szlig;, was ihm geschieht, schl&auml;gst du deine F&auml;nge in sein Fleisch. Roh. Vergi&szlig; das leise Klicken, wenn die Haut zerbricht, wenn du daf&uuml;r die s&uuml;&szlig;e Melodie seines Schmerzes schmecken kannst. Du wirfst ihn zu Boden. Bist &uuml;ber ihm. Du wirst seine Seele suchen und sie in dich aufsaugen, bis er in deinem Arm sein Leben aushaucht!<br \/>Ihn schinden, Dich finden!<br \/>LAUF!!!<\/p>\n<p>Einen Schritt. Wenn ich nur einen Schritt tue, um ihm zu folgen, dann gibt es kein zur&uuml;ck mehr. <br \/>This is the Point of no Return, isn&rsquo;t it?<br \/>Dann geh&ouml;rt er mir.&nbsp; Dann jage ich. Dann erlege ich. Dann t&ouml;te ich. Ein kleiner Schritt. Nur noch dem Ziehen meines K&ouml;rpers folgen. Nur meinem Gleichgewicht einen Schubs geben. Wenn ich jetzt nachgebe, dann werde ich immer nachgeben. Ich werde keine B&uuml;cher mehr lesen. Ich werde sie schreiben. Ich werde leben. (&#8230; und t&ouml;ten t&ouml;ten t&ouml;ten)<br \/>Er huscht durch die T&uuml;re.<br \/>Jetzt. <br \/>Jetzt muss ich los. Hinterher.<br \/>(Malekin et Katinka, die neben mir knien, ihr Tagebuch in ihren H&auml;nden. Sein Blick auf mir und er fragt:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; )<br \/>(Kannst du t&ouml;ten?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ja)<br \/>(Kannst du nicht t&ouml;ten?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; )<br \/>Ich blintzle. <br \/>Es zieht sich zur&uuml;ck. Wiederwillig seine Klauen in mich schlagend, auf dass ich seiner nie wieder vergesse. Und es war nur ein kurzer Besuch. Ich glaube, fast nur ein H&ouml;flichkeits Hallo. Meine Knie werden weich. Mein Magen dreht sich. Jemand zieht mir die Seele aus dem R&uuml;ckenmark. Mir wird schwindelig.<br \/>Keine Kontrolle.<br \/>Hundert&nbsp; B&uuml;cher, die sich aufschlagen, und gn&auml;diger Weise, da ich gerade nicht f&auml;hig bin zu lesen&#8230; Sprechen. Von sich erz&auml;hlen. Ein jedes in seiner Sprache. Alle auf einmal. Ich dreh durch. Halbblind. Halbtaub k&auml;mpfe ich mich raus.<br \/>Taxi?<br \/>&nbsp;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>6.11.2002 &nbsp; Wach auf.WACH AUF!!Welches Buch m&ouml;chtest &#8230;&#8230;? WAH!!!&ldquo;NEIN!&rdquo;Mich rei&szlig;t es aber so richtig hoch.Wo ist das Herzklopfen, wenn man so radikal aufschreckt?Hinter meiner Stirn tickert es. Lauert es. 30 B&uuml;cher die gelesen werden wollen. 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