{"id":160,"date":"2006-12-19T04:34:07","date_gmt":"2006-12-19T04:34:07","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=160"},"modified":"2011-12-28T17:29:53","modified_gmt":"2011-12-28T17:29:53","slug":"marchen-und-traume","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=160","title":{"rendered":"M\u00e4rchen und Tr\u00e4ume"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">10.02.2002<\/div>\n<div align=\"left\">&nbsp;<\/div>\n<div align=\"left\">[Und dann richtet sich der K&ouml;rper auf und die Augen &ouml;ffnen sich, angef&uuml;llt mit schwarzen Pupillen und gelbem Weiss und der Mund &ouml;ffnet sich und schreit in einer letzten Anstrengung, so das die Lippen aufplatzen und ein Zahn aus dem Munde f&auml;hrt und langgestreckt das Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin]<\/p>\n<p>Wach auf!<\/p>\n<p>[Er gibt und er nimmt und das fast seelige L&auml;cheln k&ouml;nnte mich l&auml;cheln lassen, wenn ich nicht die T&uuml;re sehen w&uuml;rde, die sich einen Spalt ge&ouml;ffnet hat und die Schatten die ihr Licht, dort hindurch, in meinen Raum werfen. Schlafe ich?]<\/p>\n<p>Wach auf! <\/p>\n<p>[Nat&uuml;rlich erkenne ich dich. Ich stehe neben dir und du siehst mich nicht. Fade to grey&#8230;nein?<br \/>Du bist so sanft zu ihr, nimmst&#8230;genug f&uuml;r dich&#8230;l&auml;sst&#8230;genug f&uuml;r sie. Kontrolliert. Kannst du aufh&ouml;ren? Willst du aufh&ouml;ren? Ich sehe, verstehen und lerne. Man sagt dir nach du w&auml;rst kalt und herzlos. Ohne Hemmung zu t&ouml;ten. Der Mensch ist nur ein Nutztier. Aber ich habe dich ber&uuml;hrt und dich gelesen und ich wei&szlig;, dass sie irren. Du bist menschlich, auch wenn du es selbst verneinst&#8230;und dass es so ist, macht mich gl&uuml;cklich]<\/p>\n<p>Anna. Wach &#8211; Auf!!<\/p>\n<p>[Aber die Schatten kriechen durch die T&uuml;re, dr&uuml;cken sie auf, dein Dunkel flie&szlig;t &uuml;ber den Boden und ich stehe im Morast. Ich will nicht lesen und lese. Ich will nicht sehen und sehe.<br \/>Wie du suchst. Wie du findest. Wie deine Augen gl&auml;nzen, als sich in ihren der Augenblick der Erkenntnis widerspiegelt. Wie du nimmst, wie du lachst, wie du t&ouml;test und dich t&ouml;test.<br \/>Ein Schrei in der Stille, ein Blitz in der Nacht,&nbsp; ein Mensch unter Wille, der Wahnsinn erwacht.]<\/p>\n<p>WACH AUF!!!<br \/>Ich bin nicht da. Ich habe kein Herzklopfen. Ich habe nicht geweint. Ich habe keine Angst. Ich bin nicht tot. Er ist kein M&ouml;rder. Ich hatte keinen Traum. Ich bin nicht da. Ich f&uuml;rchte nicht. Ich sehe nicht. Ich lese nicht.<br \/>Ich bin NICHT da. KEIN Herzklopfen. Kein Gesicht an das ich mich erinnere. KEINE Schatten. Ich zweifle nicht. Ich habe NICHTS gesehen.Ich bin allein. Keine Erinnerung an dieses unmenschliche L&auml;cheln. Ich t&auml;usche mich.<br \/>Ich l&uuml;ge.<br \/>Und diese Erkenntnis l&auml;sst mich sterben. Also von vorne.<br \/>Ich bin nicht da&#8230;.<\/p>\n<p>&bdquo;Es war einmal ein kleiner Junge, der hie&szlig; Josef. Er war ein besonderer Junge, auch wenn er ganz klein und d&uuml;nn und unscheinbar aussah. Aber seine gro&szlig;en, dunklen Augen konnten Dinge sehen, die andere nicht sahen. Josef war der Sohn eines K&ouml;nigs. Der K&ouml;nig hatte noch viele andere Kinder, und er f&uuml;rchtete, dass sie eifers&uuml;chtig auf Josef sein w&uuml;rden, wenn sie merkten, das er etwas Besonderes war. Und er wollte keine Streitigkeiten unter seinen Kindern. Also schickte er ihn weit fort, in ein abgelegenes altes Haus mit einem hohen Turm, wo er ganz alleine war. Aber Josef war ein bescheidener Junge, und er war gl&uuml;cklich, niemanden zu st&ouml;ren, und seinen Unterhalt mit Schafe h&uuml;ten zu fristen. In der N&auml;he des Hauses gab es einen wundersch&ouml;nen See, und manchmal nahm Josef nachts ein Bad und l&auml;sst das Wasser seine Haut benetzen, l&auml;sst sich von den kleinen Wellen zerreisen, treibt in tausend Scherben im Wasser, versinkt und erblickt im Zerrspiegel des Wellenschlages&#8230;&ldquo;<\/p>\n<p>&#8230;.ich habe kein Herzklopfen&#8230;.Wasser auf seiner Haut&#8230;Wellen die zerreissen&#8230;tausend Scherben&#8230;Ich habe nicht geweint&#8230;.im Wasser versinkend&#8230; Den Zerrspiegel erblickend&#8230;im Wellenschalg&#8230;ich f&uuml;rchte nicht. Ich bin nicht tot. Er ist kein M&ouml;rder.<br \/>Ich l&uuml;ge.<br \/>Aber ihre Stimme&#8230; Ich bin nicht allein.<br \/>Dennoch von vorne. Nicht dass ich nicht loslasse. Es l&auml;sst mich nicht los.<br \/>Ich bin nicht da. Ich lese nicht. Ich sehe nicht. Ich habe NICHTS gesehen.<\/p>\n<p>&bdquo;Lange Zeit lebte Josef gl&uuml;cklich und allein mit seinen Schafen. Der K&ouml;nig zog seine anderen Kinder gro&szlig;, und auch sie lebten gl&uuml;cklich und zufrieden. Bis eines Tages ein anderer Sohn des K&ouml;nigs von Josef erfuhr. Er f&uuml;rchtete, dass Josef wieder auftauchen und ihm sein Erbe, den Thron streitigmachen k&ouml;nnte. Deshalb machte er sich auf die Suche nach seinem Bruder, um ihn zu t&ouml;ten. Zur gleichen Zeit geschah es, dass ein fahrender Ritter durchs Land zog. Er war ein gelehriger Mann, achtete Mensch und Tier gleicherma&szlig;en, und war stets bem&uuml;ht, sein Wissen zu mehren. Auf der Suche nach seinesgleichen war er schon an vielen fremden Orten gewesen und hatte die seltsamsten Dinge erlebt&#8230;&quot;<\/p>\n<p>&#8230; Ich erinnere mich NICHT. Nicht tot. Niemand hat sie get&ouml;tet. Niemand der mir wichtig ist. Er hatte keine Spass daran. Er hat sich nicht gelabt. Er ist nicht schlecht. Nur ein Traum. Ich habe nicht getr&auml;umt. Ich habe keine Fragen gestellt.<br \/>Ich l&uuml;ge.<br \/>Unf&auml;hig mich zu bewegen.Unf&auml;hig zu reden. Ich bin erfroren. Aber ihre Stimme umschmeichelt mich wie warmes Wasser, das meine Haut benetzt und mich liebkost. Ich kann nicht fallen denn sie h&auml;lt mich.<br \/>Ich bin nicht allein.<br \/>Aber ich will nicht lesen. Ich wollte nicht gelesen haben. Wie dieses L&auml;cheln, wie diese Augen&#8230;wie dieses Buch, seine Seiten aufschl&auml;gt und mich hineinzieht. ICH WOLLTE ES NICHT LESEN.<br \/>&#8230; Ich bin nicht da. Ich habe kein Herzklopfen. Ich habe keine Angst. Ich bin nicht tot. Er ist kein M&ouml;rder. Ich hatte keinen Traum. Ich bin nicht da. Ich f&uuml;rchte nicht. Ich sehe nicht. Ich lese nicht.<\/p>\n<p>&quot;Eines abends gelangte der Ritter an ein abgelegenes Haus mit einem hohen Turm. Vor dem Haus standen Schafe, und weil der Ritter ein h&ouml;flicher Mann war, zog er seinen Hut und begr&uuml;&szlig;te sie. &#39;Guten Abend, liebe Schafe. Ist dieses Haus bewohnt?&#39; Drei Schafe kamen zum Wegrand, um ihn zu begr&uuml;&szlig;en. &#39;Josef&#39;, m&auml;hte das erste Schaf. &#39;Josef&#39;, bl&ouml;kte auch das zweite. &#39;Josef&#39;, stie&szlig; das dritte hervor, und es klang f&uuml;r ein Schaf sehr besorgt.<br \/>Wenn die Schafe den Namen ihres Hirten aussprechen, so muss das ein sehr besonderer Mann sein, dachte der Ritter bei sich. Ich will sehen, ob ich nicht etwas von ihm lernen kann. <br \/>&#39;Wo ist euer Herr?&#39;, fragte er die Schafe, doch ihre Antwort war ein Muster, das er zun&auml;chst nicht erkennen konnte, denn er wu&szlig;te nichts von dem See, und sie konnten ihm nicht mehr sagen, ist doch ein Geheimnis&#8230;&quot;<\/p>\n<p>Durch den Wahnsinn meines Traumes springt ein Schaf und bl&ouml;kt Josef. Das ist so aberwitzig, dass ich Katinka fragend ansehen muss. Wie lange ist sie schon hier? Ihre Stimme ist es die mich w&auml;rmt.Ihr M&auml;rchen was mich ber&uuml;hrt. Muster und ein See. Lass mich nicht allein Mutter. Lass mich f&uuml;hlen dass du da bist.<\/p>\n<p>&quot;Also betrat der Ritter das Haus mit dem Turm, und begann nach Josef zu suchen. Er lief durch die langen, dunklen G&auml;nge und sah in jedes Zimmer. Viele W&auml;nde waren mit wundersamen Bildern bemalt, und erz&auml;hlten Geschichten, die den Ritter mehr und mehr davon &uuml;berzeugten, dass er diesen Josef unbedingt kennenlernen musste. Doch dann fand er eine Zeichnung, die ihn sehr beunruhigte, denn sie war von jemand anderem, und sie war nicht sch&ouml;n und geheimnisvoll und klug und sanft, sondern klar und deutlich und bedrohlich: noch jemand war hier, und er wollte Josef nichts gutes.<br \/>Daraufhin nahm sich der Ritter keine Zeit mehr f&uuml;r die Wandgem&auml;lde, sondern lief so schnell er konnte von Gang zu Gang und von Zimmer zu Zimmer, und er glaubte Schritte von schweren Stiefeln hinter sich zu h&ouml;ren, die ihn verfolgten. Schlie&szlig;lich fand er das Zimmer, in dem Josef schlief, mit einem schlichten Bett und ein paar kargen Essensresten, und Spuren von einem Kampf. Er war zu sp&auml;t! Doch er war ein Ritter, und Ritter geben nicht so leicht auf. Er verlie&szlig; das Zimmer und dachte angestrengt nach. Wo w&uuml;rde er in diesem Haus hingehen, wenn er nicht gefunden werden wollte? Und weil der Ritter sehr gut nachdenken konnte, fiel ihm sofort der hohe Turm ein. Eilig lief er nach drau&szlig;en und gelangte an den Fu&szlig; des Turmes. Dort oben brannte Licht! Um nicht sofort entdeckt zu werden, beschloss er, nicht die Treppe zu nehmen, sondern an den Ranken des Efeus hochzuklettern, die die Turmmauer &uuml;berwucherten. Oben angekommen, stieg er &uuml;ber die Br&uuml;stung des Balkons, und dort sah er den kleinen Josef, den er gesucht hatte, und seinen gro&szlig;en, b&ouml;sen Bruder. <br \/>Schnell lief der Ritter auf die beiden zu, doch er war zu sp&auml;t, und der Bruder erschlug den armen kleinen Josef mit einem einzigen Streich seiner gro&szlig;en Hand. Der Ritter konnte nichts mehr tun, als den b&ouml;sen Bruder zur&uuml;ckzudr&auml;ngen und vom Turm zu sto&szlig;en. Doch Josef konnte er nicht mehr helfen, nur noch seinen kleinen, schmalen, toten K&ouml;rper vom Boden aufheben und nach unten tragen, um ihn zu begraben.<br \/>Unten angekommen, stellte er fest, dass der b&ouml;se Bruder bei dem Sturz vom Turm nicht gestorben war. Er hatte sich schon wieder aufgerappelt, und floh jetzt vor dem Ritter, doch er wandte sich noch einmal um, und schrie dem Ritter entgegen: &#39;Gegen mich hast du keine Chance!&#39; Seine Augen blitzen, und er sch&uuml;ttelte die blutbeschmutze Faust gegen den Ritter, und bevor er sich abwandte und davonging, fl&uuml;sterte er ihm zu &#39;Dich erwische ich auch noch&#39;&quot;<\/p>\n<p>Ich weine nicht.<br \/>Ich l&uuml;ge.<br \/>Weniger ihre Worte, als das fehlen der W&auml;rme in ihrer Stimme ist es, was mich die K&auml;lte in mir wieder f&uuml;hlen l&auml;sst. Aber das wissen nicht alleine zu leiden, l&auml;sst mich mein Buch langsam beiseite schieben. Sie trocknet sacht mit einem Taschentuch meine Tr&auml;nen. Ich reagiere nicht, so wei&szlig; sie nicht wie gut mir das tut. Aber ihre Z&auml;rtlichkeit ist Balsam auf den widerw&auml;rtigen Wunden der Realit&auml;t. Ich sollte aufstehen und sie halten und ich werde es tun, wenn ich mich wieder geordnet habe.<br \/>Ob ich schon bereut habe, was ich geworden bin?<br \/>Nein. Denn wann immer ich zweifle, finde ich Frieden in dem Wissen, dass ihr Lebensfunke mich erf&uuml;llt.Dieses Wissen ist meine Chill-out Zone. Und wenn ich den Weg dorthin vergessen habe, ist SIE das und f&uuml;hrt mich, mit mehr Liebe und Hingabe, als jede menschliche Mutter sie mir je h&auml;tte schenken k&ouml;nnen. Darum bereue ich NICHTS.<br \/>Und das ist die Wahrheit.<\/p>\n<p>Ich muss mit Georges sprechen. Nur er kann uns klarheit verschaffen. Man muss lieben was man t&ouml;tet. Und man muss in Wunden bohren, um sie zu reinigen. Ich lerne und verstehe um was Malekin bat. Und ich bef&uuml;rchte zu ahnen warum er uns darum bat.<\/p>\n<p>Katinka. Ich muss mit ihr reden. Ich muss ihr erz&auml;hlen. Und ich erz&auml;hle ihr von dem Buch in dem ich las. Und jedes Wort das ich ausspreche, befreit mich etwas. Und jedes Wort das ich ausspreche nimmt sie mehr gefangen. So teilen wir mein Leid und ich bin unendlich dankbar, um jede Tr&auml;ne die sie mir mir weint und f&uuml;r jede Zeile die sie mit mir liest. Wir sind schwach. Wir sind menschlich.<br \/>Wir l&uuml;gen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10.02.2002 &nbsp; [Und dann richtet sich der K&ouml;rper auf und die Augen &ouml;ffnen sich, angef&uuml;llt mit schwarzen Pupillen und gelbem Weiss und der Mund &ouml;ffnet sich und schreit in einer letzten Anstrengung, so das die Lippen aufplatzen und ein Zahn &hellip; <a href=\"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=160\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-160","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-die-tagebucher-der-anna-t"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/160","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=160"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/160\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":364,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/160\/revisions\/364"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=160"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=160"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=160"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}