{"id":162,"date":"2006-12-19T04:36:28","date_gmt":"2006-12-19T04:36:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=162"},"modified":"2011-12-28T17:29:53","modified_gmt":"2011-12-28T17:29:53","slug":"rotes-zimmer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=162","title":{"rendered":"Rotes Zimmer"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">09.03.2003<\/div>\n<div align=\"left\">&nbsp;<\/div>\n<div align=\"left\">Rotes Licht.<br \/>Rotes Zimmer.<br \/>Rote Sessel.<br \/>Tote Leiber.<br \/>Mein roter Traum.<br \/>Ich liege auf dem R&uuml;cken, meine H&auml;nde auf meinem Bauch ruhend.<br \/>Am Kopfende des Raumes ein schwarzer Spiegel.<br \/>Am Fussende ein weisser.<br \/>Sie spiegeln den Raum und die Sessel in sich selbst und verlieren sich in der Unendlichkeit &#8211; aber sie l&uuml;gen, die Spiegel, denn mich sehe ich nicht. Auch nicht Malekin die mir gegen&uuml;bersitzt&#8230;und auch nicht Malekin&#8230;der mir gegen&uuml;ber liegt.<br \/>Sein Kopf ruht auf ihrem Schoss&#8230;langestreckt &uuml;ber die Sessel hinweg&#8230;wie ein ersch&ouml;pftes Kind&#8230;wie liebende und ich muss l&auml;cheln. Ich selbst bin Malekins Spiegelbild, und mein Haupt liegt auf dem Schoss Malekins Spiegelbild. Thomasso.<br \/>Es ist warm. Ruhig. Dieser Raum&#8230;er ist lebendig&#8230;sich bewegend&#8230;?<br \/>Bebend sich drehend, in mein Denken einwebend in mein F&uuml;hlen geschlichen, aus meinem B&uuml;chern entwichen&#8230;.<br \/>Ich blintzle und wende meinen Kopf nach links&#8230;ebenso wie Malekin der mich jetzt ansieht.<br \/>&ldquo;Darf ich sie lehren?&rdquo;h&ouml;re ich Thomassos Stimme&#8230;seltsam fern, obwohl er mir ganz nah ist.<br \/>Malekin l&auml;chelt und ihre Hand zeichnet z&auml;rtlich Malekins Profil nach.<br \/>&ldquo;Was willst du sie lehren?&rdquo; <br \/>&ldquo;Tod!&rdquo;<br \/>Malekins Lippen sprechen Wortlos.<br \/>Amaranth<br \/>Seine Augen glitzern und schw&auml;rzer als der schwarze Spiegel. Augen sind die Spiegel der Seele nein? <br \/>Wieviele Seelen spiegeln seine Augen?<br \/>Wieviele Seelen spiegeln ihre Augen?<br \/>Amaranth. Diablarie.<br \/>Im weissen Spiegel, sehe ich das Bild im schwarzen Spiegel.<br \/>Nicolas Time &ouml;ffnet seinen H&uuml;lle und daraus flie&szlig;t unser aller Odem. Seine Helle Haut hinab. Trink mich, schreit er und jener der ihn noch eben t&ouml;ten wollte, kniet um sich an ihm zu laben. Um sich von ihm zu n&auml;hren&#8230;um ihn zu fressen&#8230;seine Seele aus dessen Leibe zu reissen um sie in sich zu verewigen.<br \/>Wie gut er riecht. <br \/>Wie verlockend.<br \/>Ein b&ouml;ses leckeres Buch.<br \/>Wie schlecht muss man sein um es zu lesen?<br \/>Und Malekin l&auml;chelt.<br \/>Und Malekin l&auml;chelt.<\/p>\n<p>&ldquo;Es wird Zeit um dir etwas zu sagen Malekin&#8230;&rdquo; Sagt Malekin..sich unter ihrer Ber&uuml;hrung r&auml;kelnd ohne die Augen von mir zu nehmen.<br \/>Seine Worte hinterlassen einen seltsamen Geschmack auf meiner Zunge und ich blicke hilfesuchend zu meiner Mutter.<br \/>&ldquo; Du musst erfahren wer wir wirklich sind&#8230;was wir WIRKLICH sind!&rdquo; Vollendet sie seinen Satz.<br \/>Nur Malekin frisst seine Kinder.<br \/>Aber<br \/>Malekin frisst nicht nur seine Kinder. Nein?<br \/>Beide haben sich getrunken..ausgetrunken. Wie oft? <br \/>Malekin macht mir Angst. <br \/>Ich bin Malekin, dass macht mir Angst.<br \/>Ich will nicht weiter fragen, nicht weiter h&ouml;ren.<br \/>Ein vorwitziges kleines Buch schl&auml;gt sich auf und darin steht in krakeliger Kinderschrift:<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Amaranth. Sabbath. Malekin.<\/p>\n<p>Hilfesuchend greife ich nach hinten&#8230;halte mich an Thomasso fest. Thomasso mein Freund, der mir immer zur Seite steht.<br \/>&ldquo; Du hast versprochen auf mich zu achten.&rdquo; Ich l&ouml;se meinen Blick von Malekin und sehe den Giovanni bittend an. &ldquo; Thomasso, du musst mir helfen!&rdquo;<br \/>&ldquo;Er ist nicht Thomasso!&rdquo; Fl&uuml;ster Malekin leise&#8230;heiser und es macht mir G&auml;nsehaut.<br \/>&ldquo; Ich werde dir helfen..&rdquo;antwortet Thomasso&#8230;liebevoll meine Haare aus meinem Gesicht streichend&#8230;.&uuml;ber meine Stirn..&uuml;ber meine Augen&#8230;und ich verliere mein Sehen und meinen Halt.<br \/>Auch Thomasso hat getrunken. Sie alle haben. Nur meine Seele ist rein. Wei&szlig; wie Schnee. <br \/>From Russia with Love. Der Schneemann l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en.<br \/>Schneegl&ouml;ckchen, Wei&szlig;r&ouml;ckchen wann wirst du befreit?<br \/>H&auml;nde greifen nach mir, ziehen mich in ein warmes Wasser. Kann sie nicht z&auml;hlen. Kann mich nicht wehren. Will schreien und laufen. Will mich geben und ertrinken. F&auml;nge in meinem Leib, der sich in Ekstase aufb&auml;umt&#8230; Man muss lieben was man t&ouml;tet&#8230;darum frisst Malekin seinen Kinder&#8230; Malekin liebt mich und ich liebe Malekin.<br \/>&#8230;kann mich nicht dagegen wehren, mich zu verzehren, dich zu begehren mich zu n&auml;hren von meinem Blut&#8230;es tut so gut dich so zu schmecken&#8230;<br \/>Erregung..tiefer gehend, als alles andere..jemals erlebte.<br \/>Ist es eine Strafe sich selbst zu diablarieren?<br \/>Mein Leben ergie&szlig;t sich zwischen ihren Lippen&#8230;flie&szlig;t in ihre M&uuml;nder&#8230;.ziert meiner Mutter M&uuml;ndlein&#8230;ein kleines S&uuml;ndlein unter Freunden&#8230;aber guten Freunden gibt man ein K&uuml;sschen&#8230;oder zwei&#8230;oder drei.<br \/>Ich leere mich..sie leeren mich und als ich mich verliere..mich neige, ver&auml;ndert sich meine Lust und wird zu einem ungeahnten Schrecken. Das Tier erhebt sich&#8230;schl&auml;gt seinen Krallen in mein Fleisch..von Innen..die Feuer von Innen&#8230;lodern auf. Ich spanne mich an&#8230;Schmerz&#8230;ich zerreisse&#8230;sie zerreissen mich&#8230;.ich verliere meinen Verstand&#8230;mich ..meine Seele..Anna&#8230;sogar das Biest&#8230;.blanke Panik&#8230;erf&uuml;llt mich. <br \/>Ihre Liebe t&ouml;tet mich.<br \/>Aber ihre Liebe l&auml;sst mich leben.<br \/>Wie passt das&#8230;.?<\/p>\n<p>Wach auf!<br \/>Der See wird kalt. Ich beginne zu strampeln..um mich zu schlagen.<br \/>Malekin und Malekin sitzten an meinem Bett. Sie halten sich an ihren H&auml;nden.<br \/>Sie halten meine H&auml;nde.<br \/>Sie l&auml;cheln.<br \/>Und hinter ihnen ragt ein schwarzer Turm auf.<\/p>\n<p>WACH AUF!<br \/>Ich blintzle und bin allein.<br \/>Mein Herz pocht. Schon wieder.<br \/>Ich habe Hunger. Ungeheuren Hunger.<br \/>Der Raum ist dunkel, als ich auf die Uhr blicke wird mir fast schwindelig.<br \/>1600 blinkt es.<br \/>Schon wieder Panik. Um diese Uhrzeit wach zu sein&#8230;kann t&ouml;dlich sein.<br \/>Ich k&ouml;nnte aufstehen&#8230;aus dem Fenster sehen..vor die T&uuml;re gehen.<br \/>Ich hatte einen schrecklichen absurden Traum.<br \/>Voll intensiver Gef&uuml;hle.<br \/>Voller Liebe.<br \/>Voller&#8230;voller&#8230;.<br \/>..verliere mich wieder.<\/p>\n<p>Wach auf Anna!<br \/>Welches Buch m&ouml;chtest du lesen?<br \/>&nbsp;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>09.03.2003 &nbsp; Rotes Licht.Rotes Zimmer.Rote Sessel.Tote Leiber.Mein roter Traum.Ich liege auf dem R&uuml;cken, meine H&auml;nde auf meinem Bauch ruhend.Am Kopfende des Raumes ein schwarzer Spiegel.Am Fussende ein weisser.Sie spiegeln den Raum und die Sessel in sich selbst und verlieren sich &hellip; <a href=\"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=162\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-162","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-die-tagebucher-der-anna-t"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/162","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=162"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/162\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":366,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/162\/revisions\/366"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=162"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=162"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=162"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}