{"id":190,"date":"2008-10-02T15:11:23","date_gmt":"2008-10-02T15:11:23","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=190"},"modified":"2011-12-28T17:29:54","modified_gmt":"2011-12-28T17:29:54","slug":"tag-aus-tag-ein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=190","title":{"rendered":"Tag aus, Tag ein"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p>Das ich mit meinen Gedanken nicht allein bin, erz&auml;hlen mir diverse psychologische oder philosofische B&uuml;cher oder Zeitschriften. Aber angelesenes Wissen ber&uuml;hrt nicht so tief, wie erlebtes oder selbst erarbeitetes Wissen.<br \/>Einer, der absolut nicht neuen Gedanken &#8211; ist die Sinn des Lebens Frage.<br \/>Die f&auml;llt mir schon seit Jahren immer wieder auf die F&uuml;&szlig;e und hat schon diversemale eine Depression eingeleitet.<br \/>Nachdem ich lerne zu reden, scheint es mir nur sinnvoll auch dieses Thema zum Gespr&auml;ch zu machen, weil es in einem gewissen Ma&szlig;e auch belastend ist. Zumindest bindet es gedankliche Ressourcen und da es f&uuml;r mich bis dato keine nachhaltig zufriedenstellende Antwort gibt, ist die Energie, die ich daf&uuml;r verbrauche, um mich damit auseinandersetzten auch einfach nur verpufft.<br \/>Ich komme zu keinem Ergebnis und dadurch dass ich nur f&uuml;r mich allein rumreflektiere, habe ich auch nicht das Gef&uuml;hl weiter zu kommen oder etwas zu ver&auml;ndern.<br \/>Aus Erfahrung wei&szlig; ich, dass auch Themen f&uuml;r die es keine unmittelbare L&ouml;sung gibt leichter zu tragen sind, wenn ich sie mit jemand bespreche.<br \/>Allerdings macht mir meine Fantasie da einen geh&ouml;rigen Strich durch die Rechnung.<br \/>Ich stelle mir vor, wie ich also zu meinem Freundeskreis gehe und sage:<br \/>&bdquo;Bitte&#8230;ich erkenne in meinem Leben keinen wirklichen Sinn&#8230;sprich mit mir dar&uuml;ber.&ldquo;<br \/>Die positiv veranlagten werden mir sagen: &bdquo;H&ouml;r mal, du hast einen gute Job, verdienst gutes Geld, du hast echte Freunde und einen guten Partner. Eine Mutter, die dich &uuml;ber alles liebt. Du bist klug und kreativ und so weiter&#8230;sorg dich nicht um sowas&ldquo;<br \/>Das ist zum Teil, was ich hab und bin&#8230;aber wohin mich das f&uuml;hrt, das wei&szlig; ich nicht.<br \/>Ein anderer mag antworten: &bdquo; Es gibt keinen Sinn, genie&szlig; was du hast.&ldquo;<br \/>Oder. &bdquo;Keine Ahnung&#8230;&ldquo;<\/p>\n<p>Ich h&auml;tte das Gef&uuml;hl ein unnat&uuml;rliches Gespr&auml;ch zu erzwingen. Obwohl ich zuversichtlich bin, dass sich viele Menschen diese Frage stellen.<br \/>&bdquo;Was soll ich hier eigentlich?&ldquo; Ist es schwer..f&uuml;r mich&#8230;mir vorzustellen, jemanden dazu zu &#39;n&ouml;tigen&#39; sich mit mir an einen Tisch zu setzten um das Thema mal wenigstens einen Abend lang von vorn bis hinten und zur&uuml;ck zu beleuchten. Ohne dass es zu einem Ergebnis kommt vermutlich, einfach nur um des Redens willens.<br \/>Das liegt, wie gesagt..nicht an meinem Freundes und Bekanntenkreis&#8230;ganz im Gegenteil. Ich glaube, dass ich besonders viele Menschen kenne, die sich &auml;hnliche Fragen stellen oder an sowas h&auml;ngen&#8230;.die Schwierigkeit liegt eher an mir, dass ich lieber in so ein Gespr&auml;ch geraten w&uuml;rde, wenns gerade passt und es nicht erzwingen.<br \/>Aber ich gerate offenbar nicht allzuoft in so ein Gespr&auml;ch, sonst w&uuml;rde ich mich nicht schon so lange allein mit diesem Denken auseinandersetzten.<br \/>Darum schreibe ich das hier.<br \/>Weil es auf diese Weise nicht v&ouml;llig im Nichts verpufft..mein Denken und weil dennoch die M&ouml;glichkeit besteht, dass ich Kommunikation trete mit jemand, der das hier liest und mir antwortet.<br \/>Ein bisschen wie Nachrichten ins Weltall schicken?<\/p>\n<p>Wenn ich dar&uuml;ber nachdenke, was ich hab und bin, dann wei&szlig; ich&#8230;ich bin ein gl&uuml;cklicher Mensch und tats&auml;chlich bin ich das auch sehr oft. Mehr der Kleinigkeiten wegen. Die gro&szlig;en Dinge stimmen schon so lange in meinem Leben, dass sie sicherlich daf&uuml;r verantwortlich sind, dass ich in gro&szlig;en Teilen ein positiver Mensch bin und sein kann. Gl&uuml;cklich machen mich watschelnde Enten, spatzen die H&uuml;pfen, lauthals zu singen oder zu lachen, etwas erleben, dass mich ..mich und meinen K&ouml;rper f&uuml;hlen l&auml;sst. Endlich &uuml;ber mich reden k&ouml;nnen. Dinge zu verstehen, die mir fr&uuml;her ein R&auml;tsel waren. Musik und noch vieles vieles mehr. Ich bin oft gl&uuml;cklich und seit ich das in Angriff genommen habe, steigt mein Lebensqualit&auml;t stetig an&#8230;in faktisch allen Bereichen.<\/p>\n<p>Und dennoch muss ich manchmal innehalten und aus dem Fenster sehen und mich fragen.<br \/>Wozu.<br \/>Welchen Grund gibt es, am Leben zu bleiben.<br \/>Das ist jetzt keine Selbstmordbeginnerformel, sondern vielleicht eine Frage nach der Effektivit&auml;t oder so?<\/p>\n<p>Ich spiele mit meinem Freund so ein Tanzspiel..da muss man auf einer Tanzmatte die richtigen Felder in der richtigen Reihefolge treffen, je l&auml;nger man das durchh&auml;lt, desto mehr punkte erh&auml;lt man. Wenn man am Anfang gleich nen herben Fehler macht, kann man eine hohe Punktzahl nicht mehr erreichen.<\/p>\n<p>Mein Freund ist ein Gewinnertyp, wenn er am Anfang einen Fehler macht, mag er das restliche Lied eigentlich nicht mehr tanzen, weil er nicht mehr gewinnen kann. Er will lieber gleich von vorne anfangen und es besser machen, weil er wei&szlig;, dass er es besser kann.<br \/>Wenn ich einen Fehler mache, tanze ich stumpf weiter, um wenigstens die restlichen Dinge zu &uuml;ben, damit sich die Wahrscheinlichkeit verringert, dass ich beim n&auml;chsten Mal Fehler mache.<br \/>Ich w&uuml;rde sagen, er ist ein K&ouml;nner\/Macher und ich bin ein Macher\/&Uuml;ber.<br \/>Bei so einem Tanzspiel ist es ganz einfach, da gibt es den &#39;repeat&#39; button.<\/p>\n<p>Im echten Leben fehlt mir der.<br \/>Wenn ich also wei&szlig;, dass ich nicht gewinnen kann..(so man den Tod als &#39;verlieren&#39; bezeichnen m&ouml;chte), dann k&ouml;nnte ich es doch sein lassen&#8230;weil alle M&uuml;he die ich investiere, sind schlie&szlig;lich verpuffte Energie&#8230;weil&#8230;es f&uuml;hrt ja zu nichts?<\/p>\n<p>Die Einstellung, die mir f&uuml;r mein Tanzspiel ganz sinnvoll erscheint ist f&uuml;rs echte Leben bl&ouml;dsinnig&#8230;.nat&uuml;rlich kann ich stumpf weiter leben, auch wenn ich wei&szlig;, dass ich am Ende ja doch sterbe&#8230;..aber f&uuml;r was, weil ich es ja beim n&auml;chstens Mal wohl nicht besser machen werde.<br \/>Ausser nat&uuml;rlich ich entscheide ich mich daf&uuml;r einer Religion nachzueifern, die das Wiedergeburtssystem bef&uuml;rwortet. <\/p>\n<p>Aber das ist ein anderes Thema, dass ich an einem anderen Tag breit treten muss.<\/p>\n<p>Ich stehe hier also in der Bl&uuml;te meines Lebens und kann sequentiell, die ganzen wundervollen Geschenke die ich erhalte, nicht geb&uuml;hrend genie&szlig;en und bewundern, weil ich kein Ziel im Leben habe. Ausser vielleicht m&ouml;glichst zufrieden zu sein.<br \/>Das gelingt mir auch die meiste Zeit, aber das ist so&#8230;..na wenn ich tot bin ist es ganz zweifelsohne nicht von wichtigkeit, ob ich in meinem Leben zufrieden war oder nicht.<\/p>\n<p>Ich mag&nbsp; gerne positiv denken und manchmal, wenn ich anderen Menschen helfen kann, dann f&uuml;hle ich mich gut und sinnvoll. Aber in einer globalen Betrachtungsweise ist das nat&uuml;rlich auch vergeudete Liebesm&uuml;h, denn egal wieviel Menschen ich gl&uuml;cklich mache, deren Leben enden ja auch einfach?<br \/>Vielleicht sollte ich mich darauf spezialisieren Menschen gl&uuml;cklich zu machen, die einer Wiedergeburtsreligion angeh&ouml;ren, dann w&uuml;rde mein Tun etwas..f&uuml;r l&auml;nger als mein eigenes Leben bewirken?<br \/>Das wirklich bl&ouml;dsinnige ist:<br \/>Das Leben scheint mir Sinnlos&#8230;unabh&auml;ngig von dessen endlichkeit.<br \/>Denn wenn ich mir vorstellte, ich lebte ewig, w&uuml;rde mein Leben dadurch keinen Deut sinnvoller.<br \/>Ich h&auml;tte lediglich mehr Zeit um, sie zu vergeuden.<\/p>\n<p>Und ab diesem Punkt wird es dann auch schwierig finde ich.<br \/>Selbst wenn ich motiviert w&auml;re, oder f&auml;hig etwas zu erschaffen, dass mein Leben &uuml;berdauert&#8230;oder das das Leben der Menschheit f&uuml;r immer verbessert, so dass sie in 100 Jahren den heiligen Andrea Tag ausrufen, an dem kleine K&auml;rtchen mit meinen Bilder verteilt werden und jedes Kind in der Schule lernt, wer ich war. Selbst dies erscheint mir vergleichbar nutzlos.<br \/>Dann w&uuml;rde ich mein (vermutlich)einziges Leben, daf&uuml;r opfern, dass die Zukunft mich tierisch super findet&#8230;..das macht meiner Meinung nach auch wenig Sinn.<br \/>Und wenn es mir aus Versehen gelingen w&uuml;rde, ohne dass ich mein Leben daf&uuml;r opferte&#8230;dann schiene es mir sinnlos, weil ich ja nicht wirklich etwas daf&uuml;r geleistet habe&#8230;mir w&auml;re es dann ja nur passiert.<\/p>\n<p>Jetzt bin ich eine kluge Person und wei&szlig; um die relativit&auml;t der Wahrnehmung. Und wenn etwas immer gleich aussieht, obwohl&nbsp; sich wichtige Faktoren &auml;ndern&#8230;dann liegt das Problem vermutlich in der Betrachtung und nicht an dem betrachteten Objekt.<br \/>Oder auf gut deutsch.<\/p>\n<p>Wenn ich mein Leben immer sinnlos finde&#8230;egal welche Optionen ich mir vorstelle&#8230;dann liegt der Fehler vermutlich nicht am Leben&#8230;sondern an meiner Betrachtung dessen.<\/p>\n<p>Die Frage an mich muss da wohl lauten.<\/p>\n<p>&bdquo;Warum entscheide ich mich bisher dazu, kein Sinn im Leben zu finden?&ldquo;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ich mit meinen Gedanken nicht allein bin, erz&auml;hlen mir diverse psychologische oder philosofische B&uuml;cher oder Zeitschriften. 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