{"id":20,"date":"2006-12-11T00:36:07","date_gmt":"2006-12-11T00:36:07","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=20"},"modified":"2011-12-28T17:29:48","modified_gmt":"2011-12-28T17:29:48","slug":"helena-schwarz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=20","title":{"rendered":"Helena Schwarz"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\"><font face=\"Times New Roman, serif\">Regensburg, Januar 1915<br \/>Klause St. Vitus zu Pr&uuml;ll<\/p>\n<p>&ldquo;Frau&nbsp; von Rappard &ndash; oder m&ouml;chten sie lieber bei ihrem M&auml;dchennamen genannt werden?&rdquo;<br \/>Der Herr im dunklen Frack lehnte sich in seinem Ohrenbackensessel zur&uuml;ck. Seine H&auml;nde strichen, das ohnehin streng nach hinten frisierte&nbsp; &ndash; etwas zu lange &ndash; blonde Haar ein weiteres Mal zur&uuml;ck und falteten sich danach in seinem Scho&szlig;.<br \/>Die angesprochene Dame mochte vielleicht Mitte 20 sein. Sie trug ein altbackenes beges Hauskleid, ihre H&auml;nde lagen unt&auml;tig auf der Armlehne eines Stuhles, welcher vor einem Schreibtisch stand, hinter dem der Fragende seinen Platz gefunden hatte. Ihr Blick gen Fenster gewandt wirkte sie abwesend &ndash; beinah schon unecht. Dennoch folgte eine Erwiderung, wenn auch versp&auml;tet, als w&auml;re sie gerade aus dem Schlaf erwacht.<br \/>&ldquo;Frau von Einsiedel bitte&#8230;Doktor Engel, das w&auml;re mir angenehm.&rdquo; <br \/>Das L&auml;cheln in ihren Mundwinkel, war weich und freundlich &ndash; charmant mochte man es schon fast nennen oder auch lange einstudiert.\/Whatever comes first\/<br \/>Der Arzt nickte zustimmend und lie&szlig; sich Augenblicke Zeit, um die Dame mit dem dunken langen Haar zu betrachten. Klein, verletztlich, ganz Frau oder auch Dame. Ihre Stimme hielt sie gemeinhin ged&auml;mpft samtig, doch er ahnte, dass sie zum gegebenen Zeitpunkt auch andere Nucancen aufwarten konnte.<br \/>&ldquo;Nat&uuml;rlich Frau von Einsiedel&#8230;.ich m&ouml;chte heute mit ihnen &uuml;ber ihre Freundin sprechen. Frau Schwarz&#8230; sie&#8230;.sie erinnern sich doch an Frau Schwarz?&rdquo;<br \/>&ldquo;Helena&#8230;.&rdquo; Bis auf ihre Lippen hatte sich nichts bewegt.<br \/>&ldquo;Ja. Frau Helena Schwarz. Sie&#8230;.sie war doch ihre Freundin&#8230;nein?&rdquo;wiederholte der Arzt und seine Fingerspitzen erhoben und senkten sich der Reihe nach, als wolle er etwas Greifbares haben, um das vergehen der Zeit beobachten zu k&ouml;nnen.<br \/>Die Angesprochene nickte, verharrte noch als wolle sie etwas zu Ende beobachten, um sich schlussendlich doch dem Mann ihr gegen&uuml;ber zu zuwenden.<br \/>&ldquo;Ich erz&auml;hle ihnen gerne von ihr Doktor. Helena war mir mehr als nur eine Freundin, sie war mir eine Schwester. Sie wurde 1 Jahr, 1 Monat und 1 Tag nach mir in unserem Haus in Dresden geboren. Der&#8230;der neunte Februar 1893 als einzige Tochter von Erika und Ludwig Schwarz. Ludwig k&uuml;mmerte sich um unseren Garten und Erika arbeitete in der K&uuml;che. Obwohl ich noch weitere Geschwister hatte, war es doch Helena, mit der ich meine Zeit verbrachte. Vielleicht lag es am Alter, vielleicht daran, dass ich mit einem echten Baby spielen konnte&#8230;.vielleicht auch nur an den vielen Gemeinsamkeiten, die wir teilten. Meine Eltern, waren&#8230;sind..sehr modern eingestellt, sie hatten nichts dagegen, dass ich mit dem Kind unserer Bediensteten spielte. Es t&auml;te mir gut Einblicke in das einfache Leben zu haben. Zumindest, solange ich jung war. So kam es, dass ich manchesmal mit ihr bei ihren Eltern speiste und ich mochte es sehr. Erika war eine sehr gute K&ouml;chin und legte Wert auf ein sauberes Zuhause. Und im gegenzug &uuml;berlies ich Helena gro&szlig;z&uuml;gig meine abgetragenen Kleider &ndash; wir h&auml;tten sie ohnehin nur weg geworfen.&rdquo;<br \/>Frau von Einsiedel wandte ihre Blick wieder vom Doktor ab, um ihn zu dem gro&szlig;z&uuml;gigen Fenster des einfach eingerichteten Raumes zur&uuml;ckkehren zu lassen, dann fuhr sie fort zu sprechen.<br \/>&ldquo;Auch als wir &auml;lter wurden, profitierten wir voneinander. Ich war so verr&uuml;ckt nach ihr, dass ich sie nicht mal zur&uuml;cklies, um den von meinen Eltern aufgetragenen Pflichten nachzukommen. So wurden ich wie sie gleicherma&szlig;en unterrichtet, von dem Lehrer, den mein Vater f&uuml;r uns Kindert angestellt hatte. Mein Vater war ein Freund von gebildeten jungen Damen. Nicht etwa, das Damen den Herren &uuml;berlegen sein sollten, aber er empfand es als angebracht, das eine Frau ihrem Manne in einem intellektuellem Gespr&auml;ch folgen k&ouml;nnen sollte. So investierte er gutes Geld in meine und somit auch in Helenas Ausbildung. Ohne mich, w&auml;re einem Kind ihres Standes niemals derartiges Wissen zu Teil geworden. Wir waren beide fleissige Sch&uuml;lerinnen und hatten Freude am Wissen. Erika sah das mit gro&szlig;em Stolz, so hoffte sie wohl, dass aus ihrem Kinde vielleicht mehr werden w&uuml;rde, als nur eine K&ouml;chin. <br \/>Als wir, vielleicht 12 Jahre alt waren, oder 13&#8230;rissen wir einmal von zu Hause aus. Wir gaben uns als Schwester aus und sangen und ertanzten uns im nahegelegenen Dorf Geld, um S&uuml;&szlig;igkeiten kaufen zu k&ouml;nnen. Es war Helenas Idee gewesen, doch als mein Vater uns erwischte, behauptete ich, ich h&auml;tte sie &uuml;berredet um zu verhindern, dass er mir wom&ouml;glich den schlechten Einfluss entzog. Helena und ich hatten viel Spass daran und &auml;hnlich zu kleiden und zu geb&auml;rden. Aufgrund unserer &auml;usserlichen &Auml;hnlichkeit war es nie weiter schwer uns als Schwestern aus zu geben. Es war&#8230;es war uns das liebste Spiel&#8230;&rdquo;<br \/>&ldquo;Wie war sie&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.Natalie?&rdquo;Die Stimme des Arztes klang leiser, fast samtig. Die junge Frau reagierte mit keinem Wort auf die unangebrachte pers&ouml;nliche Anrede, sondern &uuml;berlegte nur, um ihm seine Frage beantworten zu k&ouml;nnen.<br \/>&ldquo;Wie sie war&#8230;.meine G&uuml;te&#8230;wissbegierig, fast schon fanatisch in ihrem Drang alles zu erfahren. Sie&#8230;sie wollte eine gro&szlig;e Schriftstellerin werden und viel Geld verdienen, um sich dann auch ein gro&szlig;es Haus leisten zu k&ouml;nnen. Sie tr&auml;umte davon ber&uuml;hmt zu sein und nat&uuml;rlich auch von einem reichen Prinzen der sie heiraten w&uuml;rde. Sie war ehrgeizig, aber nichts desto trotz immer freundlich&nbsp; und h&ouml;flich&#8230;ein&#8230;ein Mensch dem man sich gerne anvertraut. In ihrem Arm fand ich immer Trost und W&auml;rme, egal welcher Schrecken mich plagte. Es&#8230;es war sehr leicht sie zu m&ouml;gen, Doktor Engel. Sie macht es einem leicht sie zu m&ouml;gen&#8230;das&#8230;das mag wohl eines ihrer gr&ouml;&szlig;ten Talente sein.&rdquo;<br \/>&ldquo;&#8230;und&#8230;ihre Schw&auml;che? Wie&#8230;stands..mit ihren Schw&auml;chen?&rdquo;<br \/>Es war nur ein kurzer Blick, den Natalie von Einsiedel dem Mann zuwarf, dann suchte sie die Antwort draussen vor dem Fenster.<br \/>&ldquo;Sie hielt sich f&uuml;r kl&uuml;ger als sie &#8230;war.Selbst&uuml;bersch&auml;tzung wohl.&rdquo;<br \/>&ldquo;Wie verlief ihre Freundschaft im Weiteren Frau von Einsiedel.&rdquo;<br \/>&ldquo;Als ich 17 und sie 16 Jahre alt waren, nahm sie mich einmal heimlich mit ins Dorf, auf ein Treffen von Studenten. Wir machten und h&uuml;bsch zurecht und verdrehten den jungen M&auml;nnern arg den Kopf. Wir tranken Alkohol und&#8230;&#8230;&#8230;.ja&#8230;wir trieben es wohl etwas zu weit. Einen der M&auml;nnern, von denen niemand wusste wer ich wirklich bin, den&#8230;&#8230;&#8230;..den hatte ich wohl allzusehr in seinem Tun best&auml;rkt &ndash; ich glaub , es mochte an meiner Berauschtheit gelegen haben. Er&#8230;.er zerrte mich in den Hof des Gasthauses und wollte mir meine Unschuld rauben..ich&#8230;ich war so trunken, dass ich es ihm beinahe gestatten wollte&#8230;beinahe&#8230;doch als es Ernst wurde&#8230;wurde mir Angst und ich rief um Hilfe und Helena war es, die ihn einfach niederschlug mit..mit einem Holzscheit. Obwohl sie genausoviel getrunken hatte wie ich, besa&szlig; sie die Geistesgegenwart, um richtig zu reagieren. Meine Dankbarkeit kannte keine Grenzen. Wir stahlen uns zur&uuml;ck in unser Haus und wie der Teufel es wollte, erwischte uns mein Vater wiederum. Er war so w&uuml;tend, dass er mir beinahe mehr Angst machte, als der Student dem ich mit M&uuml;h und Not entkommen war. Und wieder nahm ich alle Schuld auf mich um Helena zu sch&uuml;tzen, so..so wie sie mich gesch&uuml;tzt hatte und mein Vater erfuhr nie was wirklich draussen geschehen war, ausser das wir uns zum trinken davon gestohlen hatte. Er verpasste mir Wochenlange Hausarrest und f&uuml;llte meine Freizeit mit Benimm unterricht &ndash; auch dieses Leid teilte meine Freundin in jedem Moment mit mir. Je &auml;lter wir wurden, desto &ouml;fter &auml;usserte Ludwig seinen Unbill &uuml;ber die Freundschaft seiner Tochter mit mir. Er glaubte, es bek&auml;me ihr nicht, st&auml;ndig zu sehen, was nie das Ihre sein w&uuml;rde. Es w&uuml;rde nur falsche Hoffnungen in ihr wecken und w&uuml;rde es ihr schwer machen, die Frau eines anst&auml;ndigen einfachen Mannes zu werden. Damals tat ich seine Bedenken als Bl&ouml;dsinn ab und tr&ouml;stete meine Freindin, wenn sie traurig oder w&uuml;tend war wegen ihm. Oder verteidigte sie. &ldquo;<br \/>&ldquo;Damals&#8230;und&#8230;wie denken sie heute dar&uuml;ber?&rdquo; fragte Doktor Engel nach.<br \/>&ldquo;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.nun ja..vor&#8230;5 Jahren erfuhr ich dann, dass ich heiraten sollte. Herrn Curt von Rappard&#8230;&rdquo;<br \/>Der Arzt quitierte das nicht-beantworten seiner Frage mit einem hochziehen der Augenbraue, &uuml;berlies das Wort aber weiterhin seiner Gespr&auml;chspartnerin.<br \/>&ldquo; Dieser Umstand ver&auml;nderte alles. Helena. Helena freute sich sehr f&uuml;r mich, sie war fast aufgeregter als ich selbst. Wir trafen viele Vorbereitungen und im Juli 1911 sollte ich meinen zuk&uuml;nftigen Ehemann zum ersten Mal treffen. Ganz unverf&auml;nglich und privat. Und als eine Art Abschiedsgeschenk, bezahlte mir mein Vater eine Reise durch Europa, die eben mit jenem Treffen enden sollte. Reisen bildet und ich sollte meine Freude daran haben.&rdquo;<br \/>Natalie holte tief Luft, der Doktor schwieg &ndash; wohlwissend.<br \/>&ldquo;Nat&uuml;rlich begleitete Helena mich. Auch f&uuml;r sie war es ein Abschiedsgeschenk, denn in meine Ehe w&uuml;rde sie mich nicht hineinbegleiten. Dennoch war sie voller Optimismus. Ausser Helena befand sich noch ein &auml;lterer Herr im Vertrauen meines Vaters in unserer Begleitung, zu unserem Schutz. Sigmund Stolzer. So reisten wir durch Italien, Griechenland. Durch die T&uuml;rkei, England, &Ouml;stereich. Wir verbrachten beinahe 6 Monate nur reisend, bis wir schlie&szlig;lich mit dem Zug von Basel nach M&uuml;hlheim fuhren, damit ich dort Curt kennen lernen konnte&#8230;&#8230;<br \/>Das&#8230;&#8230;.das war&#8230;.der 11 Juli&#8230;&#8230;.der 11 Juli 1911. &ldquo; Die Sprecherin schwieg einige Momente und ihr Blick entr&uuml;ckte etwas mehr.<br \/>&ldquo;&#8230;sp&auml;ter sagte man, der Zuf&uuml;hrer h&auml;tte getrunken und einfach das Signal verpasst. 14 Menschen starben bei diesem Ungl&uuml;ck&#8230;.unter ihnen Helena.&rdquo;<br \/>Natalie seufzte und sah den Arzt wieder an.<br \/>&ldquo;Sie war gerade mal 18 Jahre alt.&rdquo;<em><br \/><\/em>Der Doktor nickte einf&uuml;hlsam, wenn man so wollte. Ein weiteresmal hoben und senkten sich seine Fingerspitzen und er lies seiner Patientin Zeit diesen schlimmen Moment geb&uuml;hrend zu w&uuml;rdigen.<br \/>&ldquo;&#8230;was geschah danach Frau von Einsiedel?&rdquo;<br \/>&ldquo;Ich&#8230;ich blieb wie durch ein Wunder unverletzt. Auch Sigmund hatte&#8230;hatte es nicht geschafft&#8230; Curt, der mich am Bahnhof erwartet hatte, nahm mich zu sich und st&uuml;tze mich in dieser schweren Zeit. Ich&#8230;ich wei&szlig; bis heute nicht, ob er mich wegen der schlimmen Umst&auml;nde bat, noch vor dem geplanten Termin seine Frau zu werden. Aber ich nickte. Es war mir eine willkommene Ablenkung. Wohl wissend, dass mein Vater dar&uuml;ber ungehalten sein w&uuml;rde. War doch unsere Eheschlie&szlig;ung ein Jahr sp&auml;ter geplant. Eine Hochzeit will vorbereitet sein, so hielten wir es gr&ouml;&szlig;tenteils geheim. Wir waren uns einig die offizielle Hochzeit stattfinden zu lassen. Es ist eine Frage von Prestige, wer auf wessen Feier eingeladen ist und wir wollten die Planung unserer Eltern nicht durcheinander bringen.<br \/>Wir informierten sie jedoch &uuml;ber die Wahrheit, das waren wir ihnen schuldig. Ich&#8230;ich kehrte nicht nach Hause zur&uuml;ck, auch nicht zu einem kurzen Besuch&rdquo;<br \/>&ldquo;Darf ich mich erkundigen weswegen sie es vorzogen bei ihrem Ehemann zu bleiben?&rdquo;<br \/>&ldquo;Nat&uuml;rlich. Curt war mir Halt und&#8230;und die Vorstellung, welche Erinnerungen mich daheim qu&auml;len w&uuml;rden, hielten mich davon ab. Ich wollte nur nach vorne blicken. Nicht zur&uuml;ck.&rdquo;<br \/>&ldquo;Ich verstehe&#8230;&rdquo;<br \/>Die junge Frau nickte und schwieg im Weiteren, bis der Arzt erneut das Wort erhob.<br \/>&ldquo;Frau von Rappard&#8230;&rdquo;<br \/>&ldquo;Frau von Einsiedel bitte&#8230;&rdquo;korrigierte sie ihn leise.<br \/>&ldquo;&#8230;vielleicht doch besser Frau Schwarz?&rdquo; Seine Stimme klang nach wie vor h&ouml;flich und sachte &ndash; seine Patientin schwieg.<br \/>&ldquo;&#8230;wie ich sehe ziehen sie es vor ihre Stimme etwas zu schonen. So werde ich f&uuml;r sie weiter erz&auml;hlen, bitte verbessern sie mich, wenn ich falsch liege.&rdquo; Doktor Engel setzte sich auf, &uuml;berschlug die Beine und sah nun, ebenso wie seine Patientin aus dem Fenster.<br \/>&ldquo;Wie auch immer sie es schafften, die Eltern ihrer Freundin davon abzuhalten vor der offiziellen Hochzeit mit dem Herren von Rappard anzureisen &ndash; letztendlich lies es sich nicht vermeiden. Und wenn es ihnen auch ein leichtes war, sogar fl&uuml;chtige Bekannte davon zu &uuml;berzeugen, dass sie Natalie von Einsiedel sind &ndash; schlie&szlig;lich kannten vermutlich nicht mal ihre Elter sie so gut wie Sie &ndash; war es nat&uuml;rlich unm&ouml;glich Natalies Eltern zu t&auml;uschen. Der 10 August 1912. 8 Tage vor ihrer Hochzeit.Es kam, wie es kommen musste zum Eklat. Sie waren gen&ouml;tigt ihrem Eheman die Wahrheit &uuml;ber ihren Betrug zu gestehen, dass er eben nicht Natalie von Einsiedel sondern lediglich ein M&auml;dchen aus einfachem Haus geheiratet hatte. Seine Entt&auml;uschung war gro&szlig;, doch viel schlimmer war es beiden Elternteilen, an dieser Hochzeit hing beiweitem mehr, als nur die zusammenf&uuml;hrung zweier Familien. Es ging um gesch&auml;ftliche Kontankte. Gesellschaftliche Interaktion. W&auml;re die Wahrheit bekannt geworden, h&auml;tte das Folgen unbekannten Ausma&szlig;es gehabt. So kam man &uuml;berein, dass sie ihr Spiel weiter spielen sollten. Da Natalie bei dem Zugungl&uuml;ck verstorben war, mussten sie an ihrer statt verbleiben, um nicht alles ins Wanken zu bringen&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;jedoch&#8230;&rdquo;<br \/>Auf dem Gesicht des Arztes spiegelte sich ein fast schon boshaftes L&auml;cheln. <br \/>&ldquo;Jedoch war man nicht gl&uuml;cklich mit dem Umstand und auch nicht gewillt, sie als Betr&uuml;gerin auch noch&#8230;.gewinnen zu lassen&#8230;nicht wahr?&rdquo;<br \/>Helena schnaubte leise, sp&ouml;ttisch.<br \/>&ldquo;Ein Freund der Famlie &ndash; Doktor Heinz Schultes..&rdquo; f&uuml;hrte sie seine Erz&auml;hlung fort. &ldquo; diagnostizierte mir eine Paranoia. Ich hatte fortan Probleme in gr&ouml;&szlig;eren Menschenmengen und war gen&ouml;tigt mich von gesellschaftlichen Ereignissen fern zu halten. Ich verlie&szlig; das Haus nur noch selten. Curt, war derjenige, der mich noch am besten behandelte. Er hatte sich in mich verliebt. Doch auch er nahm mir meinen Betrug &uuml;bel. Ein Jahr nach meiner offiziellen Hochzeit geschah es dann&#8230;&rdquo;<br \/>Doktor Engel beugte sich aus seinem Sessel vor, der Sprecherin entgegen, des kommende schien von Interesse f&uuml;r ihn zu sein.<br \/>&ldquo;Was geschah dann ?&rdquo;<em><br \/><\/em>&ldquo;Es war der Abend vor unserem offiziellen Hochzeitstag, da kam ein&#8230;&#8230;&#8230;..ein weiterer&#8230;&#8230;&#8230;Freund der Familie um meinen Gatten zu besuchen. Anton G&ouml;tzen, ein&#8230;ein junger arroganter Mann. Gro&szlig; und schlank. Ich fand ihn von der ersten Sekunde an absto&szlig;end.&rdquo;<br \/>&ldquo;Anton G&ouml;tzen&#8230;so so.&rdquo; wiederholte der Arzt und in seinen Augen blitze es.<br \/>&ldquo;Es war&#8230;&#8230;&#8230;.alles sehr seltsam.&rdquo; Die Augenbrauen der jungen Frau zogen sich zusammen, nachdenklich. &ldquo; Curt lies mir ausrichten, ich&nbsp; solle f&uuml;r ihn und seinen Besuch Tee servieren, es war kurz vor Neun als ich&nbsp; das Arbeitszimmer meines Mannes betrat. Herr G&ouml;tzen, sa&szlig; in Curts Stuhl an Curts Schreibtisch, als w&auml;re dies alles Seines und mein Mann abseits auf der kleinen Couch f&uuml;r Besucher den Kopf gesenkt. Es war so absurd. Curt ist ein stolzer Mann.&rdquo;<br \/>Sie sch&uuml;ttelte in Gedanken ihren Kopf.<br \/>&ldquo;Wie ging es weiter?&rdquo; bohrte der Arzt weiter, nicht gewillt sich ablenken zu lassen.<br \/>&ldquo; Herr G&ouml;tzen bat mich, den Tee abzustellen und zu ihm zu kommen. Ich wei&szlig; noch, wie ich Curt fragend ansah, ob ich dem Herren wohl zuwillen sein sollte, doch dieser schien mich &#8230;garnicht wirklich wahr zu nehmen. So kam ich der Aufforderung nach und..und mit jedem Schritt den ich n&auml;her tat wurde mir mehr bang. Dieser junge fremde Mann hatte etwas beeindruckende an sich, dass ich nicht an ihm sehen wollte, nichts desto trotz konnte ich mich diesem Umstand nicht entziehen. Er&#8230;&#8230;&#8230;&rdquo;<br \/>Helena z&ouml;gerte, als h&auml;tte sie Schwierigkeiten ihre Erinnerung in Worte zu fassen. &ldquo;&#8230;.er teilte mir sein Mitgef&uuml;hl ob meiner Umst&auml;nde mit und lies mich wissen, dass er zu meinem und zum Wohl der Familie einen Therapieplatz besorgt h&auml;tte..in&#8230;in Regensburg. Dort w&uuml;rde ich die richtige Behandlung erfahren&#8230;.wegen meiner&#8230;.Paranoia&#8230;.&rdquo; Abermals sch&uuml;ttelte sie den Kopf und blickte den Doktor schon fast fragend an. &ldquo; Er bat mich meine Koffer zu packen, weil ich noch in der gleichen Nacht hier&#8230;hier her gebracht werden sollte. Als als die T&uuml;re hinter mir in Schloss fiel, schlug die alte Standuhr im Erdgescho&szlig; wie ein schlechtes Omen&#8230;.&rdquo;<br \/>Jetzt war es an dem Arzt zu schweigen, er lehnte sich zur&uuml;ck &ndash; Helena musternd.<br \/>Minuten sp&auml;ter sprach er weiter.<br \/>&ldquo;Sie haben keine Paranoia.&rdquo;<br \/>&ldquo;&#8230;.ich wei&szlig; Doktor Engel.&rdquo;<em><br \/><\/em>&ldquo;Und sie leiden auch nicht an einer dysfunktionalen Pers&ouml;nlichkeit Frau Schwarz&#8230;&rdquo;<br \/>Helena hob ihren Kopf etwas an, lies das Fenster jedoch nicht aus den Augen.<br \/>&ldquo;Bitte?&rdquo;<br \/>&ldquo;Sie liesen die Menschen um sich herum glauben, sie hielten sich f&uuml;r Natalie, weil es leichter f&uuml;r sie war, als verr&uuml;ckt bezeichnet zu werden, denn berechnend.&rdquo;<br \/>&ldquo;Zu diesem Schluss kamen sie also bei ihren Untersuchungen&#8230;&rdquo; erwidert sie leise, nicht getroffen&#8230;eher ergeben. &ldquo;Meine Mutter&#8230;fiel mir in den R&uuml;cken, da sie sie behauptete, ich w&auml;re nicht&nbsp; ihr Kind.&rdquo;<br \/>&ldquo;Frau Schwarz&#8230;.&rdquo;<br \/>&ldquo;Frau von Einsiedel bitte&#8230;&rdquo;<br \/>&ldquo;Frau Schwarz, ihre Konsequenz in allen Ehren. Glauben sie mir, ich finde ihre Bem&uuml;hungen mehr unterhaltsam als verurteilenswert. Sie haben aus ihrem Leben mehr gemacht, als jemals f&uuml;r sie geplant war. Ich bewundere sie&#8230;doch&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;bitte&#8230;.beleidigen sie mich nicht indem sie mir unterstellen ich w&auml;re nicht in der Lage eine hervoragende Schauspielerin von einer tats&auml;chlich gespaltenen pers&ouml;nlichkeit zu unterscheiden&#8230;.&rdquo;<br \/>Helenas Augen verengten sich um Milimeter, ihre Schulter sanken und ihr Kopf hob sich, als sie sich in ihrem Stuhl zur&uuml;ck lehnte um ihr Gegen&uuml;ber zu betrachten, anstatt des Fensters. Sekunden sp&auml;ter verlor sich der Eindruck und sie l&auml;chelte warm und verletzlich.<br \/>&ldquo;Nichts desto Trotz sitze ich hier bei ihnen&#8230;in einer Anstalt f&uuml;r&#8230;.psychisch gest&ouml;rte Menschen&#8230;.Herr Doktor Engel.&rdquo;<br \/>&ldquo;Nennen sie mich doch Elias liebste Helena&#8230;&rdquo;<br \/>&ldquo;Wie sie w&uuml;nschen Elias.&rdquo;<br \/>&ldquo;Wir haben noch Zeit Helena&#8230;.sagen sie..wie oft schlug die Uhr, als sie das Arbeitszimmer ihres Gatten verliesen?&rdquo;<br \/>&ldquo;Mitternacht. Ich erinnere mich genau daran, weil ich mir noch dachte, ich verlasse zur Geisterstunden mein Leben&#8230;&rdquo;<br \/>Diese Worte l&ouml;sten im Gesicht des Arztes ein nahezu triumphierendes L&auml;cheln.<em><br \/><\/em>&ldquo;Sie betraten kurz vor Neun, die R&auml;umlichkeiten unterhielten sich kurz und als sie wieder gingen schlug die Uhr zw&ouml;lf mal?&rdquo;<br \/>Helena &uuml;berlegte lange und nickte schlie&szlig;lich stirnrunzelnd.<br \/>&ldquo;&#8230;vielleicht&#8230;vielleicht ging die Uhr falsch&#8230;.&rdquo;mutma&szlig;te sie nachdenklich.<br \/>&ldquo;&#8230;Sie meinen jemand hat sie in diesen Zehn Minuten vorgestellt?&rdquo; Elias sch&uuml;ttelte seinen Kopf. &ldquo;Ich denke nicht Helena.&rdquo;<br \/>Hilflos hob sie ihre Schultern. Der Arzt sprach die Wahrheit und dennoch konnte sie in ihren Gedanken nichts Anderes finden, als jene Erinnerungen, von denen sie ihm bereits berichtet hatte.<br \/>Doktor Elias Engel erhob sich von seinem Sessel und begab sich zu einem kleinen verschlossenen Schr&auml;nkchen aus welchem er eine Spritze und eine Ampulle mit farbloser Fl&uuml;ssigkeit entnahm.<br \/>&ldquo;Machen sie bitte ihren rechten Arm frei Helena&#8230;&rdquo; bat er sie, w&auml;hrend er fachm&auml;nnisch die Spritze aufzog.<br \/>Sie folgte seiner Anweisung verunsichert.<br \/>&ldquo;Ist&#8230;ist das eine Medizin Herr Doktor?&rdquo;ihre Stimme klang &auml;ngstlich.<br \/>&ldquo;Diacetylmorphin&#8230;&rdquo;erkl&auml;rte er beil&auml;ufig. &ldquo; Es ist seit gut 15 Jahren auf dem Markt &ndash; eigentlich wird es eingesetzt um Hustenkr&auml;mpfe zu lindern oder auch Koliken. Sie haben bestimmt schon davon geh&ouml;rt Helena. Bayer bewirbt es seit Jahren unter dem Namen Heroin&#8230;&rdquo;<br \/>Erkenntnis spiegelte sich in ihren Augen.<em><br \/><\/em>&ldquo;Ja ich habe davon geh&ouml;rt&rdquo; Ihr Blick fiel auf die Spritze. &ldquo;Ich dachte jedoch es w&uuml;rde oral verabreicht&#8230;&rdquo;<br \/>&ldquo;Gemeinhin ist das auch richtig Helena.&rdquo; Er schnipste mit dem Zeigefinger die Luftblasen aus der Spritze, lies ein wenig der Fl&uuml;ssigkeit aus der Nadel quellen und betrachtete den Glask&ouml;rper fachm&auml;nnisch gegen das k&uuml;nstliche Licht. &ldquo;Dies hier ist nur etwas anders verarbeitet. Intraven&ouml;s verabreicht wird dieses Opiumderivat ihnen helfen, die Grenzen ihrer Erinnerung zu &uuml;berschreiten und ihnen vielleicht den Zugriff auf die Wahrheit erm&ouml;glichen.&rdquo; Elias umging den Schreibtisch, blieb bei Helena stehen, beugte sich hinab und ergriff ihren Arm. Seine Finger f&uuml;hlten sich im ersten Moment k&uuml;hler an, als sie vermutet h&auml;tte.<br \/>&ldquo;Die..die Wahrheit? Was meinen sie mit&#8230;der Wahrheit?&rdquo;<br \/>Als die Nadel ihre Haut durchdrang zuckte sie zusammen &ndash; nicht viel, nur genug, um ihn wissend zu lassen, dass sie es gesp&uuml;rt hatte.<br \/>&ldquo;Der _ ehrenwerte _ Herr G&ouml;tzen ist der j&uuml;ngste Spross einer alten Freundin von mir. Maria Dallmayr.&rdquo; Der Spott in in seiner Stimme war nicht zu &uuml;berh&ouml;ren, wenn auch ein Grad an Respekt mitschwang.&rdquo; Herr G&ouml;tzen, so denke ich, manipulierte ihr Ged&auml;chtnis mittels&#8230;ja&#8230;sagen wir Hypnose&#8230;&rdquo;<br \/>Als die K&ouml;rperspannung sie verlie&szlig; sackte Helena langsam in dem Stuhl nach unten, sie blinzelte mehrfach in dem Versuch ihren Gespr&auml;chspartner zu focusieren.<br \/>&ldquo;Was&#8230;? Hypnose?&#8230;das&#8230;.daswasf&uuml;r Scharlatane&#8230;&rdquo;Ohne dass sie etwas entgegensetzten konnte verlor sich ihre Wahrnehmung &ndash; ged&auml;mpft durch die verabreichten Drogen.<br \/>Elias lachte auf, viel zu laut in ihren Ohren.<br \/>&ldquo;Ja. Ein Scharlatan und St&uuml;mper, aber sie und ich werden herausfinden, was er zu vertuschen suchte&#8230;.nein?&rdquo;<br \/>&ldquo;Nein??&rdquo;Fragendes Kopfsch&uuml;tteln.<br \/>Der Arzt nahm Helenas Gesicht vorsichtig in seine H&auml;nde und zwang sie sachte ihn anzusehen.<br \/>&ldquo;Die Uhr schlug Zw&ouml;lf. Sie schlug gewiss auch Elf. Erinnern sie sich?&rdquo;<br \/>&ldquo;Nein&#8230;ich&#8230;.&rdquo;<br \/>&ldquo;Die Uhr schl&auml;gt Zw&ouml;lf und hinter ihnen f&auml;llt die T&uuml;r ins Schloss. Ein Schritt zur&uuml;ck Helena. Sie kommen aus dem Arbeitszimmer ihres Mannes&#8230;was ist geschehen?&rdquo;<br \/>Ihre Stimme klang schl&auml;frig, verwirrt.<em><br \/><\/em>&ldquo;Herr G&ouml;tzen, sagt mir, dass draussen ein Wagen auf mich wartet&#8230;.ich&#8230;ich werde jetzt meine Koffer packen und dann&#8230;dann fahre ich&#8230;&rdquo;<br \/>&ldquo;Wie f&uuml;hlen sie sich&#8230;?&rdquo;<br \/>&ldquo;Mein K&ouml;rper schmerzt, aber&#8230;aber ich wei&szlig; nicht warum&#8230;&rdquo;<br \/>&ldquo;Die Uhr schl&auml;gt dreiviertel zw&ouml;lf&#8230;&rdquo; Helena nickte. &ldquo;Was f&uuml;hlen sie?&rdquo;<br \/>&ldquo;Ich..ich habe Angst&#8230;..Wut&#8230;.ich f&uuml;hle mich&#8230;.m&uuml;de&#8230;schwach..ich&#8230;&rdquo;Ihre Stimme brach.<br \/>Elias dr&uuml;ckte ihre Hand, beugte sich n&auml;her zu der Frau vor ihm und fl&uuml;sterte.<br \/>&ldquo;Warum sind sie w&uuml;tend Helena, was macht sie so w&uuml;tend?&rdquo;<br \/>&ldquo;Ich&#8230;.ich&#8230;&rdquo; Stockte sie&#8230;stotterte sie..ihre Augenlider flatterten, schlossen sich schlie&szlig;lich ganz und ihre Mimik wurde glatt und ausgeglichen, als schliefe sie nur.<br \/>&ldquo;Die Uhr schl&auml;gt Neun, ich stelle das Tablett mit dem Tee auf den Schreibtisch meines Gatten, an dem diese Person sitzt. Er begr&uuml;&szlig;t mich h&ouml;flich..<em>..er begr&uuml;&szlig;t mich h&ouml;flich.<br \/>&ldquo;Guten Abend Frau Rappard, ich warte schon lange darauf sie kennen zu lernen.&rdquo;G&ouml;tzen, Anton G&ouml;tzen. Er stellt sich mir nicht vor, aber ich wei&szlig;, dass der Besuch meines Gatten diesen Namen tr&auml;gt. Ich entbiete ihm meine Hand zum Kuss, die er ignoriert. Meinerseits &uuml;bergehe ich diese Unh&ouml;flichkeit und nicke ihm zu.<br \/>&ldquo;Guten Abend, Herr G&ouml;tzen, es ist mir eine Freude.&rdquo;<br \/>Er ist mir gleicherma&szlig;en unangenehm wie faszinierend, so f&auml;llt es mir nicht schwer ihn warm und freundlich anzul&auml;cheln. In seinen Z&uuml;gen finde ich nur angedeutete Abscheu und Spott.<br \/>&ldquo;Sie sind also die Person, der ich den ganzen &Auml;rger verdanke..&rdquo;bemerkt er in einem blasierten Ton der mir sofort aufst&ouml;&szlig;t. Wiederum &uuml;bergehe ich seine Aussage, ich w&uuml;sste nicht, was ich mit ihm zu schaffen h&auml;tte.&rdquo;Meine Mutter ist &uuml;ber die Ma&szlig;en ungehalten &uuml;ber den Verlauf dieser Vereinbarung zwischen der Familie Einsiedel und Rappard. Sie machte es MIR zum Vorwurf. Ich h&auml;tte nachl&auml;ssig gehandelt, schlecht gearbeitet &ndash; mich unw&uuml;rdig verhalten.&rdquo; Jetzt spiegelt sich unterdr&uuml;ckter Zorn in seinem Antlitz &ndash; es&#8230;.es macht mir Angst. Ich schweige.<br \/>&ldquo;Aber langer Rede, kurzer Sinn. Ich bin hier und heute gekommen um diesen Fehler wieder aus der Welt zu schaffen und&#8230;.&rdquo; Sein L&auml;cheln ist zweifelsohne sadistisch. &ldquo;um ihnen zu&#8230;.danken&#8230;&rdquo;Das letzte Wort trieft vor Ironie. Ich bin verunsichert.<br \/>&ldquo;Verzeihen sie?&rdquo; frage ich mit leiser Stimme, ich sehe auf und ihn an&#8230;ihm gar in die Augen. Mein Blick straft meine sch&uuml;chterne Frage l&uuml;ge. Es steht ihm wirklich nicht zu mich derart zu behandeln.<br \/>G&ouml;tzen erwidert den Blick, dann mustert er mich absch&auml;tzend und ich f&uuml;hle mich nackt in seinen grauen Augen.<br \/>&ldquo;Mitnichten. Sie sind eine infame Betr&uuml;gerin und ich werde ihnen zeigen, was es bedeutet ein Spiel mit einem K&ouml;nig zu spielen.&rdquo;<br \/>&ldquo;K&ouml;nig?&rdquo; Ich bin mir sicher er hat den Verstand verloren, dennoch ist da etwas an ihm&#8230;aber ich lasse mich davon nicht beeindrucken.&rdquo; H&ouml;ren sie, Herr G&ouml;tzen. Ich wei&szlig; nicht, was sie glauben macht, sie h&auml;tten das Recht sich derartig mir gegen&uuml;ber zu &auml;ussern, aber sein sie sich versichert. Was sie &uuml;ber mich denken, interessiert mich einen feuchten Kehricht. Ich werde mich an dieser Stelle zur&uuml;ckziehen und erwarten sie nicht von mir, das ich zu ihrer verabschiedung komme&#8230;.ich&rdquo;<br \/>&ldquo;SCHWEIGEN SIE!&rdquo;f&auml;llt er mir ins Wort und ich habe dem nichts entgegen zu setzten und schweige. Beinahe verwundert, dass ich nicht wage ihm zu widersprechen. Beinahe fasziniert es mich.<br \/>&ldquo;Sie werden noch heute dieses Haus verlassen, Frau&#8230;Schwarz&#8230;&rdquo; f&auml;hrt er in einer k&uuml;hlen Tonlage fort, dann sinkt seine Stimme und die folgenden Worte lassen mich Schlimmes ahnen.&rdquo;&#8230;doch zuvor, werden sie mir, f&uuml;r die Umst&auml;nde die sie mir bereiteten noch gef&auml;llig sein&#8230;&rdquo;<br \/>Ich m&ouml;chte aufschreien. Ich wei&szlig; wohl, was M&auml;nner erwarten, wenn Frauen gef&auml;llig sein sollen und ich w&uuml;nsche das nicht. Widersprechen will ich und aufbegeheren doch meine Lippen bleiben versiegelt.<br \/>Hilfesuchend ruckt mein Kopf herum, nach meinem Gatten Ausschau haltend. Dieser erhebt sich und verl&auml;sst den Raum. Er l&auml;sst mich allein mit diesem Ungeheuer und das erstemal in meinem Leben wird mir Angst und Bang, von grundauf. Abwehrend sch&uuml;ttel ich meinem Kopf, wieder zu..zu diesem Manne sehend. Sein L&auml;cheln ist ver&auml;chtlich.<br \/>&ldquo;Glauben sie blo&szlig; nicht, ich w&uuml;rde mich dazu herablassen sie mit meiner N&auml;he zu begl&uuml;cken&#8230;&rdquo;<br \/>Aber was..was &#8230;was wird das sonst? <br \/>So stehe ich in meinem Verst&auml;ndnis unendlich lange unf&auml;hig einfach davon zu laufen, als sich&nbsp; die T&uuml;re des Arbeitszimmer abermals &ouml;ffnet und mein Mann zur&uuml;ckkehrt. In seiner Begleitung Hans, der Stallbursche. Ein tumber aber kr&auml;ftiger Mann. Triumpf.Curt hat Verst&auml;rkung geholt um diesen ungehobelten Klotz zu entfernen, in meinen Augen blitzt ungebremster Hass. Er wird b&uuml;sen f&uuml;r seine schm&auml;hlichen Worte.<br \/>Dieser vollendet seinen Satz, als w&auml;re keine Zeit vergangen.&rdquo;&#8230;..das lasse ich Andere f&uuml;r mich machen.&rdquo;<br \/>Erst als es geschieht..begreife ich seine Worte im vollen Ausma&szlig;. Mein eigener Mann ist es, der meinen Oberk&ouml;rper auf den Schreibtisch st&ouml;&szlig;t,mich dort haltend, mein Haar ergreift, meinen Kopf nach oben reisst und mich damit zwingt den blonden jungen Mann in dem Sessel auf der Anderen Seite anzusehen. Mein Gesichtsausdruck muss ihm Freude bereiten, den er l&auml;chelt zufrieden, als er sich eine Pfeife ansteckt und rauchend das Schauspiel beobachtet. F&uuml;r das was kommt&#8230;habe ich keine Worte. Die unaussprechliche Schmach die ich empfinde, da sich ausgerechnet ein Stallbursche meines K&ouml;rpers bedient, w&auml;hrend mein Angetrauter es nicht nur gestattet sondern mich auch noch gef&uuml;gig h&auml;lt ist&#8230;.ist nicht zu beschreiben. Noch nie in meinem Leben weinte ich derartig viele Tr&auml;nen und als ich schon glaube es k&ouml;nnte nicht mehr schlimmer werden legt G&ouml;tzen die Pfeife beiseite. In aller seelenruhe nimmt er&#8230;.nimmt er eine meiner H&auml;nde, f&uuml;hrt sie zu seinen Lippen&#8230;und beisst&#8230;er beisst in mein Handgelenk&#8230;.eine tiefe Wunde..die blutet&#8230;nur um daraufhin einen Kelch mit meinem Blut zu f&uuml;llen&#8230;.sich zur&uuml;ck zu lehnen und mich zu trinken. Dieser Anblick sprengt&#8230;sprengt mein Denken..meinen Verstand..ich kann es nicht fassen. Wie abartig pervers muss er sein, dass es ihm Freude macht das Blut einer derart gedem&uuml;tigten Frau zu trinken. Ich m&ouml;chte mich &uuml;bergeben, dann beginnt er zu sprechen. Erz&auml;hlt mir ..er&#8230;er w&auml;re ein Kainit&#8230;.ein K&ouml;nig&#8230;nichts was ihm entgegenstehen k&ouml;nnte..er w&auml;re geboren um die Welt zu beherrschen. Ich w&auml;re ein nichts und wenn er es befehlen w&uuml;rde, w&uuml;rde ich auf Knien darum bitten, dass noch mehr M&auml;nner kommen m&ouml;gen um mich zu entehren und ich w&uuml;rde ihm die F&uuml;&szlig;e lecken um ihn davon zu &uuml;berzeugen, dass er noch mehr von meinem Blute trinkt. Er ist verr&uuml;ckt, aber etwas in mir ahnt, dass er Recht hat und ich hasse mich selbst und ihn. Und noch w&auml;hrend ich diese Dinge denke spricht er weiter&#8230;voller Hohn und Arroganz. Gespieltes Mitleid in seiner Stimme, w&auml;hrend seine blassen Lippen rot von meinem Blut sind.<br \/>&ldquo;Ist es nicht Ironie? Ich lasse sie hier von ihrem Bediensteten gebrauchen wie eine Hure, w&auml;hrend ihr Mann der sie sch&uuml;tzen sollte dabei zusieht. Alles geschieht nach meinem Willen. ICH trinke ihr Blut, weil ich alles tun kann, was immer mir beliebt. Wenn ich mit ihnen fertig bin, werden sie den Raum verlassen, ihre Koffer packen, in den Wagen steigen der unten auf sie wartet und sie werden nicht mehr wissen, was ich ihnen angetan habe..ja&#8230;..ja sie werden sich sogar freundlich von mir verabschieden, als w&auml;re ich ein guter Freund&nbsp; von ihnen&#8230;.&rdquo; Er lacht&#8230;alles andere als freundlich. &ldquo;&#8230;und von dem Ort, an dem ich sie bringen lassen, werden sie nie wieder gehen. Sie werden dort sterben, w&auml;hrend eine Anderen Frau hier ihren Platz einnehmen wird um das Leben zu Leben, dass sie f&uuml;r sich haben wollten&#8230;&rdquo;<br \/>Tr&auml;nen auf meinem Gesicht&#8230;.Verzweiflung&#8230;Wut&#8230;ich&#8230;ich wei&szlig; nicht mehr&#8230;ich wei&szlig; garnichtsmehr.Warum?<br \/>Kurz nach halb zw&ouml;lf hat mein Leiden ein Ende. Er BEDANKT sich bei Hans f&uuml;r seine Dienste und auch bei meinem Mann f&uuml;r seine Unterst&uuml;tzung. Gern geschehen, antwortet der. Ich hasse ihn. Ich f&uuml;hle mich m&uuml;de und hilflos &#8230;noch immer w&uuml;tend&#8230;Egal.<br \/>Ein letztes Mal zwingt G&ouml;tzen mich ihn anzusehen. Ich darf mich aufrecht hinstellen und&#8230;&#8230;.und erz&auml;hlt mir, dass wir uns nur unterhalten haben und er mir aus freundlichkeit diesen Therapieplatz in Regensburg besorgt hat. Er sagt, nach dem Gespr&auml;ch w&uuml;rde ich seine Hand nehmen und mich bei ihm f&uuml;r alles bedanken&#8230;. Ich&#8230;<\/em>ich l&auml;chel Herrn G&ouml;tzen an und ergreife seine Hand. Bedanke mich f&uuml;r alles, was er f&uuml;r mich getan hat. Sein g&ouml;nnerhaftes L&auml;cheln ist mir suspekt, doch ich denke daran dass ich meinen Koffer noch packen muss, verabschiede mich&#8230;&#8230;.verlasse das Arbeitszimmer&#8230;die&#8230;die T&uuml;r f&auml;llt hinter mir ins Schloss und die Uhr&#8230;.schl&auml;gt..zw&ouml;lf..zw&ouml;lf mal&#8230;&rdquo;<br \/>Helenas Stimme klang leise, gebrochen. Ihr Gesicht war nass, ob der Tr&auml;nen, welche die Erinnerung an dieses Ereignis aus ihren Augen gesp&uuml;lt hatte.<br \/>Elias hatte ihren Worten ohne Regung gelauscht. Seine Mimik war nicht kalt, doch auch nicht tief betroffen. In seinem Blick jedoch fand sich eine gewisse Selbstzufriedenheit, die Helena ob ihres Zustands jedoch nicht erfassen konnte.<br \/>&ldquo;Danke Helena &ndash; sie haben mir sehr geholfen.&rdquo;<br \/>Sie sch&uuml;ttelte ihren Kopf wie in Zeitlupe &ndash; unf&auml;hig zu antworten, an ihrer statt sprach der Arzt weiter.<br \/>&ldquo;Wenn sie sich f&uuml;r seine&#8230;&#39;Freundlichkeit&#39; revanchieren k&ouml;nnten, was wollten sie tun Helena?&rdquo;<br \/>Diese Frage l&ouml;ste ihre Lippen.<br \/>&ldquo;Ich&#8230;w&uuml;nschte mir, er w&uuml;rde so gedem&uuml;tigt, wie er mich dem&uuml;tigte. Ich ..ich w&uuml;nschte mir er w&auml;re tot&#8230;ich&#8230;ich will sein Blut trinken&#8230;.&rdquo;<br \/>Elias schmunzelte und hob abwehrend seine H&auml;nde.<br \/>&ldquo;Das wollen sie nicht Helena, glauben sie mir. Doch&#8230;ich denke, ich werde ihnen Gelegenheit geben k&ouml;nnen sich&nbsp; angemessen zu bedanken&#8230;.wenn sie bereit sind, mein Blut daf&uuml;r anzunehmen&#8230;..&rdquo;<\/p>\n<p>Helena war bereit und so tat sie am 15 Januar 1915 den ersten Schritt in die Dienste des Nervenarztes Dr. Elias Engel &ndash; seines Zeichens Malkavianer, Ancilla und Primogen seines Clanes.<br \/>Er verlagerte ihr Zimmer in einen etwas abgelegeneren Trakt der Klause, dort wo sich nur Patienten befanden, die seiner besonderen Aufmerksamkeit bedurften. In jenem Teil durfte sich Helena sehr frei bewegen. Es dauerte weitere 5 Jahre bis er das Band an ihr vollendete. In diesen f&uuml;nf Jahren gab er ihr Gelegenheit sich weiterbilden, ob der Umst&auml;nde besch&auml;ftigte sie sich vorwiegend mit sozialen und psychologischen Abhandlungen. Zu ihrer Unterhaltung und Weiterbildung arbeitete sie mit Elias an diversen anderen Patienten. Er sch&auml;tzte ihre Aufmerksamkeit. In dieser Zeit lernte sie auch etwas, dass sie in ihrem bisherigem Leben nicht kennen gelernt hatte. Bedingungsloses Dienen. Auch wenn Elias ihre Dienste mehr h&ouml;flich pragmatisch in Anspruch nahm. Sie wurde ihm eine Assistentin, die ihm folgsam und aufgeweckt zur Hand ging, als h&auml;tte sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht. Stets gutm&uuml;tig und charmant ihm und den&nbsp; Menschen gegen&uuml;ber, als h&auml;tte sie nie etwas Schlimmes erlebt. <\/p>\n<p>Im Februar 1920 nahm er sich auf ein Treffen mit zu der Gesellschaft, aus der er als auch Herr G&ouml;tzen entstammte. Er trug ihr auf nur zu sprechen, wenn er es ihr gestattete. Sie sollte niemanden in die Augen sehen, ausser er gestattete es. Helena verstand nicht was dort geschah. Es mochten vielleicht 10 oder 12 Personen anwesend sein, die bei weitem erhabener wirkten, als einem die vorwiegend jungen Gesichter Glauben machen wollten. Es wurde von Maskeradebruch gesprochen und derjenige der offenbar angeklagt war &ndash; war Anton G&ouml;tzen. Helena musste die Geschichte jenes Abends ein weiteres Mal erz&auml;hlen und Elias vollendete den Vortrag mit seinen eigenen Worten. Ein Kollege h&auml;tte ihn auf Helena angesprochen und dem was sie von sich gab. Und er h&auml;tte sich gen&ouml;tigt gesehen jenen Kollegen im Sinne der Maskerade aus dem Verkehr zu ziehen und Helena als Zeugin, ob dem st&uuml;mperhaften Handeln des Ventrues G&ouml;tzen als Ghul zu nehmen.<br \/>Der Stand dieses G&ouml;tzen war wohl im Allgemein kein Guter und der Bericht des Ancillas, war das Z&uuml;nglein an der Waage, das alles zum kippen brachte. <br \/>G&ouml;tzen wurde verurteilt und sollte vernichtet werden. Der Primogen der Malkavianer beanspruchte f&uuml;r sich das Recht, das Urteil nach seinem Ermessen umzusetzten. Ob der Umst&auml;nde, wie der Ventrue &uuml;berf&uuml;hrt wurde und wer wei&szlig; welcher Anderen Geschichten im Hintergrund, gestand ihm der damalige Prinz zu Regensburg das Recht zu.<br \/>Ein Affront gegen&uuml;ber der Erschafferin Maria Dallmayr- immerhin Erste der K&ouml;nige zu Regensburg, doch das Wort des Prinzen z&auml;hlte alles und so musste diese zusehen, wie Elias einen j&auml;mmerlich wimmernden G&ouml;tzen vor den Augen eines versammelten Primogensrat bis aufs Letzte austrank. Amaranth. Nicht gern gesehen, doch der Prinz konnte nichts tun, ob seiner Erlaubnis, die Wahl der Mittel dem Malkavianer zu &uuml;berlassen.<br \/>Helena sah von alle dem nichts. Sie erfuhr nur, das Anton ein leidendes j&auml;mmerliches Ende gefunden hatte und das lies sie zufrieden sein. Auf dem Weg zur&uuml;ck in die Klause, fragte sie den Nervenarzt, warum er das f&uuml;r sie getan hatte. Elias dr&uuml;ckte ihre Hand.<br \/>&ldquo;Tut mir leid Helena, ich habe das nicht f&uuml;r sie getan. G&ouml;tzen war das Kind von Maria Dallmayr und&#8230;..ich hatte da noch eine alte Rechnung mit ihr offen.&rdquo;<br \/>&ldquo;..sie..sie waren im Streit? Darf ich fragen weswegen Elias?&rdquo;fragte sie zaghaft nach.<br \/>&ldquo;Sie hatte eines meiner Kinder, von welchem sie unabsichtlich beleidigt wurde vernichtet. Ich&#8230;ich habe gewartet, bis sie ihr Kind freisprach und ihm somit Zeugnis ablegte, das es ein w&uuml;rdiger Vertreter ihres Clanes ist&#8230;.und dann&#8230;war ich so frei ihr Blut zu vernichten&#8230;..&rdquo;<\/p>\n<p>Nach diesem Ereignis erfuhr Helena mehr &uuml;ber diese Gesellschaft, welche sich selbst Camarilla nannte. Bestehend aus verschiedenen Familien. Doch lediglich &uuml;ber die Malkavianer und die Ventrue erfuhr sie mehr als nur den Namen. Niemals fiel der Begriff Vampir. F&uuml;r Helena h&ouml;rte sich das ganze an wie eine verquere Abspaltung der in Italien vertretenen Mafia. Verschieden Familien Clans eingebunden in eine Gesellschaft mit strengen Regeln. Die Familie der Ventrue w&auml;re wohl die adligste von allen und insgeheim befiel Helena ein gewisser Neid, denn die Familie zu der Elias geh&ouml;rte war der Pleb &ndash; ein weiteres Mal, geh&ouml;rt sie zu den Plebejern. Doch ihre Gef&uuml;hle f&uuml;r dem Arzt, dem sie diente machten diese kleine Missgunst unwichtig. <\/p>\n<p>Regensburg, Mai 1924<br \/>Klause St. Vitus zu Pr&uuml;ll,<\/p>\n<p>Helena br&uuml;tete gerade &uuml;ber einem k&uuml;rzlich erschienenem Werk von Sigmund Freud. &#39;Das Ich und das Es&#39; als man ihr einen unerwarteten Besuch ank&uuml;ndigte.<br \/>Natalies Mutter Sophia war gekommen, um mit Helena zu reden. Bald 12 Jahre, nachdem diese sie faktisch versto&szlig;en hatte.<br \/>Elias f&uuml;hrte Frau von Einsiedel pers&ouml;nlich in Helenas Zimmer und zog sich darauf hin h&ouml;flich zur&uuml;ck, ohne jedoch die T&uuml;re hinter sich zu schlie&szlig;en.<br \/>Sophia war mittlerweile eine alte Frau geworden, das gut sichtbare gro&szlig;e Kruzifix um ihren Hals zeugte davon, dass sie sich wohl im Alter dem katholischen Glauben mit aller Kraft verschrieben hatte. Noch immer waren ihren Bewegungen von adliger Anmut gepr&auml;gt und dieses versetzte Helena einen leisen Stich.<br \/>Die beiden ungleichen Frauen standen sich lange Zeit schweigend gegen&uuml;ber. Helena hocherhobenen Hauptes, nicht gewillt das Schweigen zu brechen.<br \/>&ldquo;Helena&#8230;&rdquo;begann die &Auml;ltere schlie&szlig;lich, trat auf ihre Gastgeberin zu und dr&uuml;ckte ihre Hand fast schon famili&auml;r vertraut. Helena lies es geschehen. &ldquo; du..du hast die kaum ver&auml;ndert Helena. Du bist noch immer&#8230;sch&ouml;n.&rdquo; Das leise Zittern in der Stimme lies vermuten, dass Helenas &Auml;hnlichkeit mit ihrer eigenen Tochter sie noch immer traf.<br \/>Auf ihre Worte hin l&auml;chelte Helena warm und freundlich, so zugeneigt, dass es sich sogar in ihren Augen widerspiegelte. Sie erwiderte den sachten H&auml;ndedruck vorsichtig.<br \/>&ldquo;Frau von Einsiedel, sie sehen mich &uuml;berrascht ob ihres Besuches. W&uuml;nschen sie etwas zu trinken?&rdquo;<br \/>Sophia sch&uuml;ttelte ihren Kopf.<br \/>&ldquo;Ich&#8230;ich bin gekommen, um meinen Frieden mit dir zu machen Helena. Ich werde bald sterben und Gott kann mich mit all dem Gram in meinem Herzen dir gegen&uuml;ber nicht ins Himmelreich einlassen&#8230;darum&#8230;darum bin ich hier&#8230;.&rdquo;<br \/>Helena wirkte &uuml;berrascht, dann wurden ihre Gesichtsz&uuml;ge noch weicher.<br \/>&ldquo;Sie&#8230;sie wollen sich bei mir entschuldigen?&rdquo; fragte sie unsicher.<br \/>Eine kurze Irritation in den Z&uuml;gen der alten Frau, dann l&auml;chelt sie doch wieder und sch&uuml;ttelte ihren Kopf abermals.<br \/>&ldquo;Nein Helena, ich bin gekommen um dir zu sagen, dass ich dir von ganzen Herzem verzeihe. Jahrelang gab ich dir die Schuld an dem Ungl&uuml;ck meiner Tochter. Als&#8230;als w&auml;re es deine Schuld gewesen, dass der Zug verungl&uuml;ckte. Ich war so w&uuml;tend auf dich, dass du einfach den Platz meiner Tochter eingenommen hast um ihren zuk&uuml;nftigen zu ehelichen&#8230;&#8230;ich&#8230;ich konnte nicht verstehen dass du krank bist Helena. Daf&uuml;r entschuldige ich mich. Ich verstand nicht, dass du in deinem Irrsinn nicht mehr zwischen Gut und Schlecht unterscheiden konntest&#8230;.&rdquo; Sophia hob ihre H&auml;nde in einer um Verzeihung bittenden Geste. &ldquo; Aber ich habe viel geredet mit dem Pater und er &ouml;ffnete mir mein Herz und lies mich begreifen, dass du nur ein Opfer bist und meinen Hass nicht verdient hast. <br \/>Helena&#8230;..ich verzeihe dir was du getan hast. Ich..ich vergebe dir&#8230;&rdquo; Und mit diesen Worten f&uuml;llte sich das Antlitz der alten Frau mit einem ganz eigent&uuml;mlichen inneren Frieden.<br \/>Helenas Augenbraue zuckte f&uuml;r einen Moment nach oben, dann l&auml;chelt sie weich und nickte.<br \/>&ldquo;Ich danke ihnen Frau von Einsiedel. Ich will ihnen ihren Gro&szlig;mut mit Ehrlichkeit vergelten&#8230;&rdquo;<br \/>Sie legte der Frau kurz die Hand auf die Schulter ging zu dir T&uuml;re ihres Zimmers und zog sich achtsam hinter sich zu, so als w&auml;ren die folgenden Worte nur die beiden bestimmt.<br \/>&ldquo;&#8230;Ehrlichkeit?&rdquo; wiederholte Sophia sanft.<br \/>&ldquo;&#8230;oder Wahrheit&#8230;wie immer sie wollen Sophia.&rdquo; antwortete Helena und kehrte zu ihrer Gespr&auml;chspartnerin zur&uuml;ck.<br \/>&ldquo;&#8230;ich&#8230;ich verstehe nicht&#8230;.&rdquo;<br \/>&ldquo;&#8230;.lassen sie mich erz&auml;hlen, dann _ werden _ sie verstehen&#8230;&rdquo; erwiderte Helena und sah der alten und mittlerweilen etwas kleineren Frau in die Augen.<br \/>&ldquo;&#8230;.ich sehe es noch genau vor mir. Sigmund stand am ge&ouml;ffneten Fenster und sah nach draussen, dem Bahnhof entgegen. Ich h&ouml;re noch seine Stimme, wie er sagte&#8230;&#39;Wir fahren zu schnell, wann bremst er denn&#8230;.&#39; Sekunden sp&auml;ter brach die H&ouml;lle los. Lautes Krachen, eine Ersch&uuml;tterung die uns alle erfasste, das Quietschen von schweren Stahlkonstrukten die sich unter Urgewalt verbogen. Die Wucht riss mich und Natalie zu Boden. Sigmund fand sein Ende noch in dieser Sekunden, als sich das brechende Fensterglas durch seinen Leib schnitt. Blut&#8230;.&uuml;berall roch es nach seinem Blut&#8230;.&rdquo;<br \/>Sophias Lippen bebten, als sie gebannt den Worten der J&uuml;ngeren lauschte.<br \/>&nbsp;&ldquo;&#8230;ich wei&szlig; nicht wieviel Zeit verging bis ich mich wieder aufrichten konnte. Wie durch ein Wunder, war mir nichts geschehen&#8230;ebenso wie Natalie, die noch am Boden lag benommen aber unverletzt&#8230;&rdquo;<br \/>Die Brauen der Zuh&ouml;rerin zogen sich zusammen, ihrem Unverst&auml;ndnis Ausdruck verleihend.<br \/>&ldquo;&#8230;.aber&#8230;.&rdquo; warf sie ein , doch Helena &uuml;berging deren Einspruch.<br \/>&ldquo;&#8230;.ich&#8230;..ich seh noch&#8230;wie ich nach unten zu ihr blickte&#8230;.sie&#8230;sie fluchte undamenhaft, hob den Kopf und erblickte den toten Leib Sigmunds. Dieser Anblick lies sie erstarren und verschaffte mir die Zeit die ich brauchte um zu verstehen, das&#8230;das all dies..von Anfang an geplant war und JETZT&#8230;der Augenblick war um mein Schicksal in die Hand zu nehmen&#8230;.&rdquo;<br \/>Die Augen Sophias wurden gr&ouml;&szlig;er, ahnend, was Helena erz&auml;hlen w&uuml;rde, doch der Verstand weigerte sich beharrlich. <br \/>&ldquo; Wissen sie Sophia&#8230;mein ganzes Leben lang wurde ich darauf vorbereitet die Stelle ihrer Tochter zu nehmen. Ich genoss die gleiche Ausbildung, trug die gleichen Kleidung, hatte den gleiche Umgang&#8230;ich..ich sah ihr so ungeheuerlich &auml;hnlich, dass ich fast vermuten m&ouml;chte, ihr Mann begl&uuml;ckte meine Mutter&#8230;&rdquo;<br \/>Bei dieser Mutma&szlig;ung &ouml;ffneten sich die Lippen Sophias im Wortlosen Widerspruch. <br \/>&ldquo;&#8230;all dies in Betracht ziehend, wurde mir in diesem Augenblick klar, dass ich handeln musste. So streckte ich mich nach dem schweren Koffer, den ich noch f&uuml;r sie gepackt hatte, der &uuml;berhalb der Sitzgelegenheiten ruhte ..der mit den metallenen Verzierungen an den Kanten..sie erinnern sich?&rdquo; Rein rethorisch gefragt, Sophia hatte diesen Koffer eigens f&uuml;r Natalie anfertigen lassen&#8230;in dem Metall war das Familien Wappen eingearbeitet. Sophia schluckte schwer.<br \/>&ldquo;&#8230;nat&uuml;rlich tun sie das. Als Natalie sah, was ich tat, verstand auch sie&#8230;..ihre Augen gl&auml;nzten..sie&#8230;&#8230;&#8230;.sie sch&uuml;ttelte ihren Kopf&#8230;.so hilflos..so&#8230;verloren&#8230;.ihre Stimme klang so leise und verletztlich als sie sagte: Aber..Helen&#8230;.Helen..ich liebe dich doch&#8230;.&rdquo;<br \/>Helena ahmte die Stimme Natalies ersch&uuml;tternd gut nach und Sophia ging ob diesen Worten in die Knie.<br \/>&ldquo;&#8230;das war das letzte was sie sagte. Dann traf sie der Koffer und zerschmetterte ihren Sch&auml;del&#8230;..aber ich danke ihnen wirklich, dass sie mir von Herzen verzeihen Frau von Einsiedel&#8230;.&rdquo;<br \/>Mit diesen Worten trat Helena einen Schritt zur&uuml;ck und betrachtet&#8230;.ihr&#8230;Werk einen Moment.<br \/>Sophia blieb ersch&uuml;ttert knien, gefangen in den Bildern, die die M&ouml;rderin ihrer Tochter ihr geschenkt hatte. Helena indessen kehrte zur&uuml;ck zu ihrem Schreibtisch, setzte sich und schlug die Seite auf, auf der sie ihre Studien unterbrochen hatte.<br \/>&ldquo;&#8230;.richten sie ihrem Gott einen sch&ouml;nen Gru&szlig; aus, wenn sie auf ihn treffen&#8230;&rdquo; bemerkte sie mit einem beinah schon kindlich freundlichem L&auml;cheln bevor sie sich ans weiterlesen machte, als w&auml;re nichts geschehen.<br \/>Minuten verstrichen in denen nichts geschah&#8230;.irgendwann richtete sich die die gebrochene Frau auf&#8230;von Helena str&auml;flich missachtet. Doch entgegen deren Erwartung war die einstigen Mutter nicht gewillt dieses Unrecht auf sich beruhen zu lassen.<br \/>&ldquo;Du&#8230;du gottloses Monster!&rdquo;spie sie aus, ergriff das n&auml;chstebeste, was ihr in die H&auml;nde kam ..eine B&uuml;ste von C.G. Jung&#8230;st&uuml;rtze auf Helena zu und noch bevor diese reagieren konnte, schlug die Alte damit zu und Helena sank wie leblos zu Boden.<br \/>&ldquo;&#8230;du&#8230;.du&#8230;.&rdquo; Sophia holte ein weiteres Mal aus, doch wie aus dem Nichts, erschien Elias hinter ihr und gebot ihren Tun Einhalt. Sein Gesicht war eine seltsame Mischung aus Abscheu, Verwunderung, Angst und Begierde. Seine Hand legt sich auf die der Alten.<br \/>&ldquo;&#8230;sie l&uuml;gt Frau von Einsiedel..sie l&uuml;gt. Sie ist verr&uuml;ckt&#8230;sie hat das erfunden um sie zu strafen, sie h&auml;lt sich f&uuml;r ihre Tochter und hat ihnen ihren Versto&szlig; nicht verziehen. Sie wollte sie daf&uuml;r qu&auml;len. Wenn sie sie t&ouml;ten werden sie sich das niemals verzeihen h&ouml;ren sie?&rdquo; seine Stimme klang ruhig und einf&uuml;hlsam und wissend und diese Kombination lies Sophia tats&auml;chlich wanken.<br \/>&ldquo;..es&#8230;es&#8230;es klang so&#8230;..&rdquo;<br \/>&ldquo;Glauben sie mir Sophia, ich bin ihr Arzt. Sie hat gelogen. Es&#8230;es wird wohl besser sein, wenn sie jetzt gehen&#8230;&rdquo; Etwas schnarrte in seinen Worten, als spr&auml;chen zwei Personen gleichzeitig &uuml;ber seine Lippen. Ein unwillk&uuml;rlicher Schauder &uuml;berkam Sophias K&ouml;rper und sie nickte, mehr intuitiv, als dass sie wirklich &uuml;berzeugt gewesen w&auml;re. Helena st&ouml;hnte leise auf und hielt sich die Stirn, ihr Kopf blutete heftig. &ldquo;Gehen sie&#8230;Frau von Einsiedel&#8230;&rdquo;<br \/>Und Sophia brach in Tr&auml;nen aus und ging. Jahre der Arbeit in ihrem Herzen in nur wenigen Augenblicke zerst&ouml;rt. Sie fl&uuml;chtete von diesem Ort und Helena.<\/p>\n<p>Sobald die T&uuml;re hinter Sophia ins Schloss gefallen war, entfuhr ein h&auml;ssliches Knurren aus der Kehle des Malkavianers, es mutete beinahe an, als w&auml;re er gewachsen. Er stapfte offenbar wutentbrannt hinter den Schreibtisch, packte Helena am Haar und zerrte sie grob nach oben. Sie stolperte&#8230;wankte..verstand nicht, wo Elias herkam und womit sie seinen Unbill auf sich gezogen hatte. <br \/>&ldquo;&#8230;du&#8230;.du bist ein abscheuliches Monster mit einem Kindergesicht&#8230;&rdquo;knurrte er und stie&szlig; sie auf den Schreibtisch auf dem sie vorn&uuml;bergebeugt zum erliegen kam. In ihrem Kopf drehte sich alles, so dass sie nichtmal im Stande war einen Laut des Schmerzes von sich zu geben, ob seiner Behandlung.<br \/>Ihr Blut ronn auf das dunkle Holz. Innerlich starb sie, weil der Mann den sie so sehr liebte sie offenbar verabscheute. Elias stellte sich hinter sie und riss ihr die Bluse vom Leib, als wolle er sie dem&uuml;tigen wie einst Anton von G&ouml;tzen.<br \/>&ldquo;..bitte&#8230;.bitte nicht&#8230;&rdquo; wimmerte Helena ..viel zu leise. Viel, viel zu leise.<br \/>&ldquo;&#8230;du widerst mich an Helena&#8230;&rdquo; fl&uuml;sterte er, als er sie erneut am Haarschopf packte und ihren Oberk&ouml;rper wieder hochzoch, w&auml;hred er sie gleichzeitig mit seinem Leib auf dem Schreibtisch fixierte. Ihre Hand patschte hilflos in den roten See, der sich gebildet hatte und zeichnete sowohl ihr Gesicht, als auch das seine, da er ihrem Ohr zum fl&uuml;stern nah war&#8230;mit roten Spritzern.<br \/>&ldquo;&#8230;.nein&#8230;&rdquo;hauchte sie verzweifelt.<br \/>Seine Andere Hand schob sich unter ihren K&ouml;rper, auf ihren Bauch, sie das letzte St&uuml;ck an sich reissend.<br \/>&ldquo;&#8230;und ich habe noch nichts&#8230;noch nichts auf dieser Welt&#8230;so sehr begehrt wie dich&#8230;&rdquo;<br \/>Das war, das Letzte was sie h&ouml;rte, dann schlugen sich seine F&auml;nge in ihre unbedeckte Schulter und er trankt sie..das erste Mal in ihrer beiden Existenz und er trank sie bis nichts mehr von ihr &uuml;ber war&#8230;bis zum Tode.<\/p>\n<p>Als Primogen seines Clanes, hatte Elias schon lange, das Recht zugesprochen bekommen ein Kind zu zeugen und von diesem Recht machte er in dieser Nacht gebrauch. Er hatte Helena schon lange sch&auml;tzen gelernt, als angenehme Gespr&auml;chspartnerin, gelehrige Gehilfin und charmante Gesellschaft, doch erst in jener Nacht, als er das erstemal wirklich einen Blick in ihre dunklen Abgr&uuml;nde warf entfachte es in ihm die Gier, dieses Gesch&ouml;pf zu besitzten. Nachdem er sie get&ouml;tet hatte, f&uuml;llte er sie mit seinem Blut, bis das Tier in ihm zu kratzen begann. Und weil auch seine Welt weit mehr zu bieten hatte, als einen f&auml;higen Psychiater und Rache beseelten Egozentriker, erkl&auml;rte er Helena mit keinem Wort, was geschehen war.<br \/>Er lies sie in dem Glauben, dass das Geschehe ein Traum war in dem sie ihr Erlebnis mit dem Anton G&ouml;tzen verarbeitete. An dem Tag nach ihrer Erschaffung, f&uuml;hrten sie ein langes Gespr&auml;ch. In dem sie ihm erz&auml;hlte, dass er sie get&ouml;tet h&auml;tte. Die Tatsache, dass sie ihm das erz&auml;hlen konnte, liesen seine Worten um soviel sinniger erscheinen, als ihre eigenen. Er tat so, als w&auml;re alles wie immer und ihre Welt stand Kopf. Einzig allein ihr Zimmer blieb von Aussen versperrt. Elias erkl&auml;rte ihr, es w&auml;re zu ihrer eigenen Sicherheit, da sie ob ihres psychischen Zustandes in der Lage w&auml;re Dinge zu tun, die ihr vielleicht sp&auml;ter leid tun w&uuml;rden. Er lies ihr Essen bringen und guten Wein. Und sie schlang beides gierig hinunter um den Hunger der in ihr wuchs zu stillen &ndash; nur um alles wieder von sich zu geben.<br \/>F&uuml;r Helena waren diese ersten Tage die H&ouml;lle auf Erden. Sie verstand nichts und alles. H&ouml;rte Stimmen die nicht da waren, sah Dinge, die nicht existieren.&nbsp; Sie zerschlug sinnlos die Einrichtung ihres Zimmers, analysierte sich selbst&#8230;versagte daran und verzweifelte jede Stunde aufs Neue. Einzig und allein die Gegenwart Elias vermochte sie zu beruhigen. <br \/>In der dritten Nacht nach ihrer Erschaffung, der Hunger in ihr hatte mit jeder Nacht einen neuen H&ouml;hepunkt erreicht, betrat Elias abermals ihr Zimmer sie eingehend betrachtend, wie er es mit seinen Patienten zu tun pflegte. Nur in seinen Augen lag der eigent&uuml;mlich Glanz, der sie wissen lassen h&auml;tte k&ouml;nnen, dass sie ihn bei weitem mehr interessierte , als jeder andere Insasse. In ihren Bewegungen glich sie mehr einem Tier, als einer gut erzogenen Frau. So schlich sie auf ihn zu, an ihm suchend, nach etwas, das ihre Gier befriedigen k&ouml;nnte.<br \/>&ldquo;Wie f&uuml;hlen sie sich Helena..?&rdquo; erkundigte er sich freundlich.<br \/>&ldquo;&#8230;es hungert mich&#8230;&rdquo;erwiderte sie und schnupperte&#8230;etwas das sie wahrnahm lies sie ihren Kopf gen T&uuml;re drehen.<br \/>&ldquo;Schmeckt ihnen das Essen nicht, dass ich ihnen bringen lasse?&rdquo;<br \/>&ldquo;&#8230;es ist widerw&auml;rtig&#8230;&rdquo; Ihr kopf zuckte zur&uuml;ck zu ihm&#8230;stetig an ihm auf und ab blickend..suchend.<br \/>&ldquo;Ich verstehe&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.M&ouml;chten sie&#8230;ihre Gier&#8230;befriedigt sehen Helena?&rdquo; Seine dunkle Stimme schnarrte wieder&#8230;.unheil verk&uuml;ndend.<br \/>&ldquo;&#8230;.ja&#8230;&rdquo; Diese Antwort kam klar und schnell und das suchen hielt inne, als sie seinen Blick hielt.<br \/>&ldquo;Gut. Ich bin leider nicht mehr in der Lage mich an K&ouml;rperlichkeiten zu erfreuen. Nichts desto Trotz w&uuml;rde ich sie gerne ber&uuml;hren. Ich habe einen jungen Mann mitgebracht, der sie an meiner statt befriedigen soll. Werden sie das f&uuml;r mich tun?&rdquo;<br \/>Etwas in ihrem Hinterkopf murmelte etwas von absurd, da Elias ihr gegen&uuml;ber noch niemals ein diesbez&uuml;gliches Interesse angek&uuml;ndigt hatte. Etwas in ihrem Kopf, &auml;usserte die Vermutung, dass die Gier in ihr..sich vielleicht tats&auml;chlich mit einem Koitus befriedigen lassen k&ouml;nnte und ihre Augen flammten auf. Er h&auml;tte bei weitem anderes verlangen k&ouml;nnen und sie h&auml;tte ebenso zu gestimmt wie sie es zu diesen Worten tat.<br \/>&ldquo;Ja.&rdquo;<br \/>Sie hatte es kaum gesprochen, da kam eine Gestalt herein&#8230;&#8230;junger Mann war &uuml;bertrieben, denn der J&uuml;ngling war mehr Kind als Mann&#8230;vielleicht 14 Jahren alt&#8230;.15, wenn man ihm wohl wollte. Er war verunsichert, wirkte &auml;ngstlich, aber auch neugierig, als er Helena erblickte l&auml;chelte er scheu und in aller Unschuld.<br \/>Elias begab sich hinter den Schreibtisch, auf welchem er noch vor drei Tage Helena get&ouml;tet hatte, er setzte sich auf den Stuhl. Lehnte sich zur&uuml;ck und beobachtete gebannt die Dinge, die Geschehen mochten.<br \/>In ihrem ganzen Leben, war Helena niemals eine feurige Liebhaberin gewesen. Es geziemte sich nicht f&uuml;r eine junge Dame, das hatte sie gelernt. Doch die Aussicht drauf, das dieser junge K&ouml;rper ihren Hunger vielleicht stillen konnte, machte sie alle Zur&uuml;ckhaltung vergessend und sie nahm den J&uuml;ngling mehr, als dass sie ihn verf&uuml;hrte. F&uuml;r sie schockierend war, dass ihr Tun, ihren Hunger nicht nur nicht zu bes&auml;nftigen vermochte, sondern das es &uuml;berhaupt keine Befriedigung f&uuml;r sie gab. Nicht mal jene, welche einer Frau manchmal zu Teil wurde, wenn sie mit einem Mann beisammen lag. Dabei war es doch genau das, was Elias von ihr wollte. Ihre Befriedigung und sie fand sie nicht. Wut kochte in ihre hoch, w&auml;hrend sich der schmale warme Leib an ihr abm&uuml;hte geplagt von Lust. Die Wut und der Hunger er&ouml;ffneten ihr eine neue T&uuml;r&#8230;eine andere Form der Wahrnehmung&#8230;sie f&uuml;hlte sein wild klopfendes Herz..so nah auf ihrer ach so k&uuml;hlen Haut. So k&uuml;hl, als w&auml;re sie leblos. Sie h&ouml;rte das Blut in seinem Leib rauschen und etwas anderes in ihr &uuml;bernahm die Kontrolle. Erst waren es zaghafte kleine Bisse, an denen er sogar Gefallen fand&#8230;bis das erste Blut floss.<br \/>Dann war alles vorbei.<br \/>Als Helena wieder zur Besinnung kam, hielt Elias sie fest im Arm. Neben dem schmalen Bett am Boden lag der tote Leib des Junges. Zerissen und blutig, als w&auml;re ein wildes Tier &uuml;ber ihn hergefallen und sie verzweifelte daran &ndash; wissend, dass es ihr Werk gewesen war.<br \/>Sie weinte blutige Tr&auml;nen, jammert und wollte sich die Haut vom Knochen kratzen und Elias war z&auml;rtlich wie noch nie zuvor. Streichelte ihr Haar, liebkoste ihr Gesicht, fl&uuml;sterte ihre beruhigende Worte zu und Wahrheiten. Wer sie war. Was sie zum leben brauchte. Warum ihre Haut kalt war und ihr Herz schweigend. Er erz&auml;hlte ihr von den Traditionen und welche Bedeutung sie in der Gesellschaft der Camarilla h&auml;tten. W&auml;hrend er sie hielt wie ein Vater sein Kind und sie ber&uuml;hrte wie ein Mann seine Geliebte gestand er ihr das erste Wissen &uuml;ber Ihre Existenz und t&ouml;tete sie damit ein weiteres Mal. Er f&uuml;tterte sie mit seinem Blut und k&uuml;sste im Gegenzug ihre Tr&auml;nen von den Wangen. Leid verbindet. Blut auch.<br \/>Diese seltsame Nacht endete mit einer weiteren Lektion. Die erste war die Macht des Tieres gewesen. Die zweite lautete&#8230;wahre die Maskerade. Er trug ihr auf die Leiche des Kindes zu entsorgen, auf das niemand sie finden sollte, denn das w&uuml;rde Fragen aufwerfen die niemals beantwortet werden d&uuml;rften.<br \/>Und Helena die sich Stunden sp&auml;ter bemerkenswert beruhigt hatte, kam seiner Aufforderung in grimmiger Konsequenz nach. Sie wollte alles allein machen. Sie wollte gut sein und gehorsam. Und best&auml;ubt von den Geschehnissen, ihrer Art und Weise und ihrem Blut lies er es sie tun, mit der Bedingung, dass sie ihm berichten musste, was sie getan hatte.<br \/>So geschah es.<\/p>\n<p>Jahre, Jahrzehnte zogen ins Land. Helena war wieder Kind und lernte alles von Neuem. Grundlegendes Wissen &uuml;ber die Sekten. Welche Clans der Camarilla zugeh&ouml;rig waren und auch die Namen deren Familien die zum Sabbath geh&ouml;rten. Elias stellte sich als treuer Camarilla Anh&auml;nger raus, wenn er auch nie m&uuml;de wurde, die Funktionalit&auml;t dahinter zu beleuchten. Beweggr&uuml;nde zu er&ouml;rtern. Wenn Helena ihn fragte, warum er sich den gegebenen Regeln unterwarf antwortete nur, weil sie funktionieren w&uuml;rde.&nbsp;&nbsp; Elias erm&ouml;glichte ihr den Kontakt in die Kainitische Gesellschaft in geringen Dosen und ob ihrer menschlichten Vergangenheit, hatte sie niemals gr&ouml;&szlig;ere Schwierigkeiten. Niemals warf sie ihm vor, dass er sie zu dem gemacht hatte was sie war und es brauchte keine 20 Jahre, bis sie zu verstehen begann, dass sie in diesem Rahmen mehr erreichen k&ouml;nnte, als in hundert menschlichen Leben. Es war nur eine Frage der Zeit und Geduld. Zeit hatte sie fortan genug, als auch Geduld. Elias lehrte sie die Geheimnisse des eigenen Clanes. Die F&auml;higkeit die Wahrnehmung so zu verschieben, dass sie auch das nicht offesichtliche zu sehen vermochte. Ebenso die&#8230;Hypnose, wie er es damas nannte. Die Gabe, Anderen Wesen den eigenen Willen begreiflich zu machen. In ihren Patienten fand sie willige Opfer um an ihnen zu &uuml;ben. Auch das geh&ouml;rte zu ihren regelm&auml;&szlig;igen &Uuml;bungen. Sie absolvierte neben dem Erlernen Kainitischer Gepflogenheiten ein Studium der Psychologie und eignete sich ebenso grundlegendes &auml;rztlich anatomisches Wissen an. Aufgrund ihrer stets freundlichen und h&ouml;flichen Art, wurde sie von Anderen Kainiten oft bel&auml;chelt aber war durchaus gern gesehen. So wie man gerne h&uuml;bsche Frau in seiner Gesellschaft leiden mochte, ohne sie als weiter wichtig zu Erachten. Ihr besonderes Interesse galt dem Clan Ventrue, wenn ihr Erschaffer sich erkundigte woher das kam, f&uuml;hrte sie das ihr Erlebnis mit G&ouml;tzen zur&uuml;ck. Das erschien beiden logisch.&nbsp; Die Zeit in der sich nicht studierte verbrachte sie mit lese oder schreiben. Die immer schneller werdende Entwicklung der Welt um sich herum verfolgte sie mit ebenso gro&szlig;en Interesse.<br \/>Zur Zeit des zweiten Weltkrieges verliesen sie und Elias die Klause nur selten, der aufkeimende Rassenwahn bot hervoragenden Boden f&uuml;r Experimente. Niemand interessierte sich daf&uuml;r, wenn ein Verr&uuml;ckter starb. Die Sterbequote stieg in der Zeit von 1933 bis 1945 bald auf ein 6 faches an. In diesen 12 Jahren arbeiteten sie engern und intensiver zusammen als jemals zuvor. Und in einer seltsamen Nacht, welche gepr&auml;gt war, von Grausamkeiten und Blut vollzog Helena den letzten Schritt zum endg&uuml;ltigen Band und Elias nahm das zweite Mal ihr Blut.<br \/>Doch auch der Krieg ging irgendwann vorbei und alles normalisierte sich irgendwie.<br \/>Gute 20 Jahre sp&auml;ter beschloss Elias mit der Zeit zu gehen und er und Helena initierte die Umwandlung der Nervenheilanstald in ein Universit&auml;tsklinikum. Mehr Raum f&uuml;r Forschungen und vor allem Forschungsgelder.<br \/>Ihrer beide Unterkunft befand sich in dem schon l&auml;ngst vergessenen Trakt der alten Klause deren Zug&auml;nge mit jedem weiter Fl&uuml;gel des Klinikums mehr verschleiert wurden.<br \/>Durch Elias erlernte sie auch wie sie offiziel am Leben blieb und wie man die n&ouml;tigen Papiere daf&uuml;r erhielt. Beide hatten es sich zur Gewohnheit gemacht passende Insassen ohne n&auml;chste Verwandten und sozialen Bindungen gesund schreiben und verschwinden zu lassen um dann deren Papiere zu &uuml;bernehmen. Sowohl als Nervenheilanstalt als auch Klinikum bekam man praktisch jede notwendige Information.<br \/>1976 erhielt Helena den Freispruch von ihrem Erschaffer und Maria Dallmayr, welche mittlerweile Prinz der Dom&auml;ne Regesburg geworden war. Ab diesem Zeitpunkt war es der Neonatin gestattet die Dom&auml;ne zu verlassen und sie unternahm immer wieder kleinere Reisen um die &#39;Neue Welt&#39; kennen zu lernen. Manchmal allein. Manchmal in Begleitung ihres Sires oder Gregor Loringen, eines jungen Ventrues.<\/p>\n<p>Der Fall Gregor Loringen<\/p>\n<p>Helena war noch im Status eines Kindes, als im&nbsp; August 1964 ein junger Neonat des Clanes Ventrue in die Dom&auml;ne Regensburg aufgenommen wurde. Er war im weitersten Sinne ein moderner Mann, der es schaffte Etikette, Anstand und Erhabenheit in eine charmante Pers&ouml;nlichkeit zu fassen. Gregor war ein ehrlicher Kainit und idealistisch in der Vorstellung, dass es ihm mit gen&uuml;gend Willen gelingen w&uuml;rde, den Intrigen der kainitischen Gesellschaft zu widerstehen und auch ohne sie seinen Weg zu machen. Sein Erschaffer, der das Potentials seines Kindes wohl zu sch&auml;tzen wusste, hatte beschlossen seinem Blut eigene Erfahrungen zu zugestehen. Er sollte ohne die sch&uuml;tzende Hand des Vaters lernen. Ein Gefallen wechselte den Besitzter und Gregor von der Dom&auml;ne Frankfurt nach Regensburg, um&nbsp; dort mit etwas finanzieller Unterst&uuml;tzung selbstst&auml;ndig Gesch&auml;fte und Kontakte aufzubauen.<br \/>Bereits an seinem ersten Abend in der neuen Dom&auml;ne lernte er Helena kennen, die ganz dem Bild einer jungen wohlerzogenen Dame entsprach und Gregor beging einen kleinen Fehler, der weitere Konsequenzen nach sich zog. Er zog seine eigenen Schl&uuml;sse aus ihrem Auftreten und mutma&szlig;te in ihrer Gegenwart sie m&uuml;sse wohl zum Clan der K&ouml;nige geh&ouml;ren. Und Helena, welche von seiner Vermutung geschmeichelt war, lies ihn in dem Glauben &ndash; eine ganze Nacht lang. Welche sie schw&auml;tzend und beinahe schon scherzend verbrachten. Als sie ihm am Ende gestand, zu welchem Clan sie geh&ouml;rte und dass sie lediglich den Status eines Kindes inne hielt, wollte es Gregor gar nicht glauben. Er konnte nichts an ihr finden, dass sie in seinen Augen als ein Kind des Mondes ausweisen w&uuml;rde. Nichts an ihr war verr&uuml;ckt oder sonderlich &ndash; ganz im Gegenteil. Dieser Umstand lies ihn sich mit ihr besch&auml;ftigen und alsbald hielten die Beiden regen Schriftverkehr, in welchem sie &uuml;ber Gott und die Welt philosophierten. Sie er&ouml;rterten politische Themen, als auch sozial oder religi&ouml;se. Sie f&uuml;hrten wilde Diskussionen &uuml;ber Sinn und Zweck der Camarilla von denen nie ein Wort an einen Dritten reichte. Er verteidigte standhaft die M&ouml;glichkeit, mit Ehrlichkeit und Wagemut ebensoweit zu kommen wie mit Egoismus und Intriganz. Wohingegen Helena eisern daran festhielt, dass die bestehende Form der Camarilla der beste Beweis daf&uuml;r w&auml;re, dass sich das funktionabelste System durchgesetzt hatte. &Uuml;ber die Jahre hinweg entwickelte sich schon fast eine Freundschaft im Hintergrund. Sie schrieben sich haupts&auml;chlich und trafen sich nur auf offiziellen Anl&auml;ssen. Nichtsdesto trotz begann Gregor sehr wohl Wert auf den Ratschlag des Kindes zu legen, der stets &uuml;berlegt oder gar psychologisch begr&uuml;ndet war.<br \/>Nach Helenas Freispruch intensivierte sich der Kontakt zwischen ihr und dem Ventrue. Elias nahm ihr Tun gelassen hin, wohl wissend &ndash; zu wem sie geh&ouml;rte. Er interpretierte ihr Interesse an dem Ventrue als Spleen und bezeichnete ihn des &ouml;fteren als Helenas Projekt &ndash; was sie stets L&auml;cheln, aber im weiteren Schweigen lies.<br \/>Auf den pers&ouml;nlichen Treffen der beiden, begann Helena Scheibchenweise von ihrer Geschichte als Mensch zu erz&auml;hlen. Von dem Leben in Dresden, von der Familie Einsiedel und so fort. Immer nur dann, wenn es sich aus dem Gespr&auml;ch raus ergab &ndash; oder er sie fragte. Ihre Erz&auml;hlungen waren wohl dosiert. Sie sprach immer von Helena und Natalie..niemals von sich und Natalie. Und in irgendeiner Nacht erkundigte er sich danach warum. Helena zierte und wand sich wie eine Jungfrau, bis sie ihm schlie&szlig;lich, ob der langen Freundschaft zwischen ihnen gestand, dass sie bef&uuml;rchtete, das Opfer einer Verschw&ouml;rung zu sein &ndash; doch nach all der Zeit w&auml;re sie sich ob des Umstands selbst nicht mehr Sicher dar&uuml;ber. Es war das erstemal, und es war nur der Bruchteil einer Sekunde, das Gregor dar&uuml;ber nachdachte, ob sie nicht vielleicht doch wahrnehmungskreativ war, doch er verlies sich auf seinen Instinkt und bohrte weiter nach, wie sie zu diesem seltsamen Schluss gekommen war. So erfuhr er nach und nach die Ganze schreckliche Wahrheit, selbstverst&auml;ndlich unter dem Siegel der Verschwiegenheit.<br \/>Sie erz&auml;hlte ihm, dass sie noch immer davon tr&auml;umte in einem guten Kinderzimmer geschlafen zu haben und nicht in einer Kammer, wie es der Tochter einer Bediensteten zugestanden h&auml;tte. Sie w&uuml;rde sich an ehrenwerte Familie Einsiedel in jedem Detail erinnern und beschrieb die Eltern in bildhaften liebevollen Worten. Ebenso beschrieb sie die Freundschaft zwischen Natalie und Helena, jedoch&#8230;jedoch bef&uuml;rchtete sie, dass sie in Wirklichkeit Natalie sei und nicht Helena.<br \/>Der Ventrue &auml;usserte durchaus seine Zweifel daran &ndash; nicht daran das Helena die Wahrheit sprach..nur an den Umst&auml;nden, doch &uuml;ber die N&auml;chte hinweg und vielen ach so logischen Erkl&auml;rungen hinweg ver&auml;nderte sich seine Ansicht langsam. <br \/>Helena beschrieb das Geschehen als ein Komplott Elias um Maria Dallmayer seine langj&auml;hrige Gegenspielerin zu stechen. Elias w&auml;re es gewesen, der ihre Eltern dazu gebracht h&auml;tte, sie als Tochter zu versto&szlig;en und zu behaupten sie w&auml;re Helena um die Hochzeit mit der Familie Rappard zu sabotieren. Doch dieser hatte nat&uuml;rlich nicht damit gerechnet,dass beide Familien die Konsequenz besitzten w&uuml;rde, trotz der wilden Behauptungen die Hochzeit durch zu ziehen und als das Kind der Dallmayer geschickt wurde, um das Geschehene zu korrigieren, h&auml;tte Elias die Gelegenheit ergriffen und sich eben auf diese Weise an der Ventrue ger&auml;cht. Als Helena Gregor davon erz&auml;hlte, erinnerte sie sich daran, dass sie niemals vor dem Gespr&auml;ch in der Klause mit Elias etwas nachteiliges f&uuml;r G&ouml;tzen empfunden h&auml;tte. Sie gestand, dass sie bef&uuml;rchtete, Elias h&auml;tte sie als Werkzeug missbraucht um seiner Rache gen&uuml;ge zu tun und sie mache sich schwere Vorw&uuml;rfe, ob den Konsequenzen die daraus entstanden waren.&nbsp; An diesem Abend weinte Helena bittere rote Tr&auml;nen, ob ihrer Verzweiflung, selbst nicht zu wissen was wahr und was gelogen w&auml;re und Gregor verlor sich in ihrer menschlichkeit, die ihm in der kainitischen Gesellschaft so verloren schien und als Beweis seines Vertrauen und um ihr Halt zu geben tauschten sie beide ihr Blut, geparrt mit Versprechungen und Romantik.<br \/>Von dieser Nacht an, gewann die Verbindung deutlich an N&auml;he. Gregor forschte nach und fand immer nur Beweise daf&uuml;r, dass ihre Theorie durchaus wahr sein konnte. Helena und er reisten nach Dresden und besuchten das alte Haus der Familie und sie beschrieb ihm jeden Winkel, jedes Zimmer mit M&ouml;belierung und Erinnerungen, wie es doch nur jemand konnte, der dort Tag f&uuml;r Tag verbracht hatte. Auf dieser Reise liebten sie sich&#8230;im weitersten Sinne. Ber&uuml;hrungen und K&uuml;sse tauschend, als auch ein weiteres Mal das rote Band.<br \/>Das Treiben der Beiden blieb nicht ungesehen und mehr als einmal wies man den Ventrue darauf hin, dass es niemals gut war sich mit dem Blut des Mondes ein zu lassen, zu diesem Zeitpunkt, war Gregor &uuml;ber diese Warnungen schon bei weitem erhaben. Elias war verr&uuml;ckt, man sah es ihm an, man erkannte es an den Dingen die er tat, allein sein Blick sprach B&auml;nde. Helena hingegen, mit den Jahren reifte in ihm die Gewissheit, dass sie nicht Malkaviaischen Blutes sein konnte. Er entwickelte die Theorie, dass in dieser folgenschweren Nacht, in der Helena in die Klause gebracht wurde, der Herr G&ouml;tzen sie nicht missbraucht sondern vielmehr erschaffen hatte und da er dies vermutlich ohne die Erlaubnis des Prinzen getan hatte, schob er sie im falschen Vertrauen in die Klause zu Dr. Engel ab, weil er es nicht &uuml;ber das Herz brachte sie zu t&ouml;ten. Und dieser, h&auml;tte die Umst&auml;nden schamlos ausgenutzt. So w&uuml;rde auch Helenas Verhalten Sinn machen und diese sch&ouml;pfte das erstemal Hoffnung.<br \/>Es war die Sylvester Nacht der Jahrtausendwende in der er ihr versprach, Helena ihr Geburtsrecht zu verschaffen und sie bedankte sich in Blut und Liebe, welche die beiden..oder vielmehr&#8230;ihn unwiderbringlich an sie schweisste.<br \/>Gregor sammelte Beweise, alte Bilder, Aufzeichnungen, Fakten die &ndash; je nachdem wie man sie betrachten wollte, seine Theorie durchaus untermauern w&uuml;rden und im Januar 2004 sprach er bei einem Clanstreffen der Ventrue vor. Erkl&auml;rte die Umst&auml;nde, klagte Elias an und forderte f&uuml;r Helena das Recht ein endlich den Namen Ventrue tragen zu d&uuml;rfen.<br \/>W&auml;re es nicht ausgerecht Elias und sein Kind gewesen, um welche sich seine Forderung drehte, h&auml;tte Maria Dallmayr seine Ausf&uuml;hrungen vielleicht mit einem am&uuml;sierten Lachen abgewunken und Gregor mit Empfehlung an dessen Erschaffer einfach wieder zur&uuml;ck nach Frankfurt geschickt. <br \/>Doch sowohl die Emp&ouml;rung, die sich unter den Mitglieder des Clanes ob dieser unhaltbaren Forderung breit machte UND weil sich die Geschichte um Elias und dessen Kind Helena drehte &ndash; machte dies unm&ouml;glich.<br \/>So kam es, dass sich in einer viel zu lauen Winternacht 5 Personen in den privaten R&auml;umlichkeiten des Prinzen einfanden.<br \/>Maria Dallmayr, Gregor Loringen, Elias Engel, Helena Schwarz und Simon Tudolsky die Gei&szlig;el der Dom&auml;ne Regensburg &ndash; welche unverkenntbar darauf blicken lies, dass noch in dieser Nacht ein Kopf fallen w&uuml;rde.<\/p>\n<p>&ldquo;Herr Engel, ich h&auml;tte es bevorzugt, wenn ihr Blut davon Abstand genommen h&auml;tte dem werten Herrn Loringen den Kopf zu verdrehen.&rdquo; begann Maria, nachdem die f&ouml;rmliche Begr&uuml;&szlig;ung beendet war.<br \/>&ldquo;Hoch verehrter Prinz, Herr Loringen wurde bereits vor geraumer Zeit frei gesprochen und ich w&uuml;rde es niemals wagen, mir anzuma&szlig;en mich in seine privaten Unternehmungen einzumischen.&rdquo; erwiderte Elias h&ouml;flich.<br \/>Frau Dallmayr nahm einen Stapel von Papieren und Fotographien von ihrem Schreibtisch, trat bis auf drei Schritt auf den Primogen zu und warf die Dokumente abf&auml;llig vor seine F&uuml;&szlig;e.<br \/>&ldquo;Meine G&uuml;te Elias, er glaubt ihr Kind w&auml;re von meinem Gebl&uuml;t&#8230;&rdquo;In ihrer Stimme lies sich h&ouml;ren, wie absurd ihr allein der Gedanke schien und die fast schon intime Anrede machte deutlich, das die beiden mehr teilten, als nur eine gepflegte Fehde.<br \/>Ein kurzes am&uuml;siertes Blitzen in Elias Augen zeugte davon, dass er seine Gesichtsz&uuml;ge unter Kontrolle hielt.<br \/>&ldquo;&#8230;.nun&#8230;&#8230;&#8230;.Helena hatte schon immer hochgesteckte Ziele&#8230;..aber&#8230;.hochvereherter Prinz, sie verschafften mir doch nicht die Gelegenheit ihre angenehme Gesellschaft zu genie&szlig;en, um mir mit zu teilen, dass sie unzufrieden mit dem Verhalten, meines l&auml;ngst freigesprochenen Kindes sind&#8230;..?&rdquo;<br \/>Maria l&auml;chelte schmal.<br \/>&ldquo;Selbstverst&auml;ndlich nicht. Ich bin ihr Blut leid, und werde heute Nacht die Dornen aus meinem Fleisch, aus meiner Dom&auml;ne ziehen&#8230;.&rdquo;<br \/>Der Malkavianer schwieg und betrachtete den Prinzen, als er das Wort erneut erhob, klang seine Stimme ged&auml;mpft.<br \/>&ldquo;&#8230;mit welchem Urteil wollen sie meine Vernichtung begr&uuml;nden _ Hoch verehrter Prinz ?&rdquo;<br \/>An dieser Stelle sah sich Gregor fragend um, da er den Verlauf des Gespr&auml;ches beim besten Willen nicht verfolgen konnte. Helena hingegen schloss die Augen und ein Ausdruck der Bitterkeit legte sich in ihre Mundwinkel &ndash; &uuml;berrascht wirkte sie nicht.<br \/>&ldquo;Der Bruch der ersten Tradition Elias&#8230;&rdquo;<br \/>Wieder kurzes Schweigen.<br \/>&ldquo;&#8230;.niemals, brach ich die Maskerade Maria&#8230;&rdquo;Trotz der Worte, fand sich in seiner Stimme keine Verteidigung &#8211;&nbsp; er sprach lediglich die Wahrheit aus.<br \/>&ldquo;Ich wei&szlig;&#8230;..&rdquo;begann Maria, drehte ihren Kopf, musterte die schweigende Helena einige Momente und wandte sich dann wieder dem Ancilla zu. &ldquo;&#8230;waren sie sich jemals dar&uuml;ber bewusst, welche Natter sie sich in ihr Nest holten?&rdquo;<br \/>&ldquo;Helena?&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..Helena&#8230;.&rdquo;sprach er den Namen und schloss nun seinerseits die Augen. &ldquo;Wovon spricht der ehrw&uuml;rdige Prinz&#8230;Helena&#8230;.&rdquo;<br \/>Ihre Stimme klang leise, als sie ihrem Erschaffer antwortete, dennoch war das Beben darin zu vernehmen, welches von ihrer Anspannung sprach.<br \/>&ldquo;&#8230;in jener Nacht&#8230;in&#8230;..in der du mich den Jungen trinkend machtest&#8230;in jener Nacht beging ich Verrat an dir&#8230;.ich verscharrte den K&ouml;rper, so&#8230;.so wie ich es dir erz&auml;hlte&#8230;.doch in der Nacht darauf, schrieb ich einen Brief &#8230;welchen ich &uuml;ber meinen Mann an Frau Dallmayr weiterleiten lies&#8230;&rdquo;Stockend&#8230;als kostete sie jedes einzelne Wort Willenskraft. Kein Triumpf nur seltsame Verzweiflung.<br \/>Der Prinz sprach f&uuml;r sie weiter.<br \/>&ldquo;In diesem Brief informierte sie mich &uuml;ber das was geschehen war und auch &uuml;ber den Ort, an welchem sich die Leiche befand. Sie &#8230;.erbat sich mein wohl Wollen, sollte ich geneigt sein, mein Wissen zu ihren Ungunsten einzusetzten. Dreist f&uuml;rwahr &rdquo;<br \/>Elias Kopf legte sich in den Nacken, als wolle er in den Himmel sehen..beinahe schon ergeben.<br \/>&ldquo;&#8230;und sowohl der Wortlaut des Briefes, als auch meine Nachl&auml;ssigkeit den Verbleib des Leichnams nicht zu &uuml;berpr&uuml;fen sind dir genug um meinen Kopf zu nehmen&#8230;.die&#8230;die vierte Tradition&#8230;&rdquo; vollendete er leise den Dialog.<br \/>&ldquo;Das ist doch verr&uuml;ckt..&rdquo;stie&szlig; Gregor hervor..sch&uuml;ttelte seinen Kopf und sah immer wieder zwischen dem Prinz, Elias und Helena hin und her. Die Mundwinkel Tudloskys verzogen sich sp&ouml;ttisch grinsend. Helenas K&ouml;rper sch&uuml;ttelte sich in stillem Grauen.<br \/>&ldquo;Warum&#8230;warum erst jetzt Maria?&rdquo;fragte Elias leise.<br \/>&ldquo;Der ehemalige Prinz zu Regensburg, war dir bei weitem zugetan Elias, er h&auml;tte mein Anliegen abgewiesen&#8230;abgesehen davon&#8230;du wei&szlig;t doch selbst wie das ist&#8230;.in der Ewigkeit&#8230;tut es gut, etwas von Bestand zu haben &ndash; und sei es nur eine gepflegte Feindschaft.&rdquo;<br \/>Der Malkavianer nickte leicht &ndash; mehr nicht.<br \/>&ldquo;&#8230;.mit der &Uuml;berahme meiner Pflichten als Prinz stand deine Vernichtung nicht mehr an erster Stelle&#8230;.doch jetzt bin ich es leid. Dein irrsinniges Blut stiftet Unruhe, die ich nicht will. Ich nehme meinen Verlust zum Wohle meiner Dom&auml;ne auf mich&#8230;&#8230;.und strafe dein Kind indem ich es n&ouml;tige bei deiner Vernichtung anwesend zu sein&#8230;&rdquo;<br \/>Helena schluchtze leise, kniff die Augen zusammen und eine rote Tr&auml;ne stahl sich aus ihren Augenwinkeln.<br \/>Elias, der um das Band um ihr Herz wusste richtete sich auf, &ouml;ffnete die Augen und sah den Prinzen an.<br \/>&ldquo;Dann gestehe mir, unserer Feindschaft zu ehren, den letzten Wunsch zu. Sie&#8230;&rdquo; er drehte seinen Kopf und sah Helena an. &ldquo; &#8230;soll mich vernichten.&rdquo;<br \/>Maria nickte.<br \/>Helena sch&uuml;ttelte ihren Kopf.<br \/>Elias l&auml;chelte.<\/p>\n<p>Eine eigent&uuml;mliche Stille erfassten den Raum, welche Minuten lang nicht gebrochen wurde. Schlie&szlig;lich und endlich, war es der Prinz, der das Wort erhob.<br \/>&ldquo;Nur eines w&uuml;rde mich interessieren&#8230;Frau Schwarz&#8230;.warum &ndash; sie waren sich dar&uuml;ber im Klaren, dass sie mit diesem Brief, das Schicksal ihres Erschaffers auf die Ein oder Andere Weise besiegelten&#8230;warum haben sie es getan?&rdquo;<br \/>&ldquo;&#8230;..du&#8230;.du wolltest dich in unseren Clan einschmeicheln..nicht wahr? Helena?&rdquo; Die Stimme Gregors &uuml;berschlug sich beinahe, als er die Frau die nicht unweit von ihm stand beschuldigte. &ldquo;&#8230;du&#8230;du bist&#8230;.du hast dich meiner&#8230;.bedient du&#8230;&#8230;.oh gott Helena..Helena&#8230;wie konntest du nur wie&#8230;&#8230;.&rdquo;Sein Herz wollte ihm brechen, als er begriff, dass die Frau, die er von Herzen liebte nicht das war, was er in ihr sehen wollte und das nicht mal das ihn davon abhalten konnte, f&uuml;r sie zu f&uuml;hlen wie er es tat.<br \/>Helena stand regungslos. Irgendwann &ouml;ffnete sie ihre Augen &#8230;in ihnen lag tiefe Trauer. Gregor mochte sie wohl nicht wahrgenommen haben, alles was sie sah war Elias und ihre Worte galten ihm und nicht dem Prinzen.<br \/>&ldquo;Du hast mir Essen gegeben, das meinen Hunger nicht stillen konnte. Du gabst mir Ber&uuml;hrung, die mich nicht befriedigen konnte und du liesest mich diesen Jungen fressen, um mich wissen zu lassen, was ich geworden war&#8230;..&rdquo;<br \/>Elias Mundwinkel zuckten, mit welchen Gef&uuml;hlsregungen auch immer.<br \/>Eine kleine Pause, dann fuhr sie mit leisen Worten fort&#8230;.<br \/>&ldquo;&#8230;ich wollte&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;ich wollte, dass _du _ wei&szlig;t&#8230;was ich schon immer war&#8230;.&rdquo;<\/p>\n<p>Epilog.<\/p>\n<p><em>Ich liebte Natalie wie eine Schwester. Niemand soll jemals sagen, ich h&auml;tte sie herzlos get&ouml;tet. Ihr Tod, war eine notwendige Konsequenz, um mein Schicksal zu erf&uuml;llen. Ich tat es nicht leichtfertig. Es ist&#8230;.es ist nicht leicht zu t&ouml;ten was man liebt. Nie.<br \/>Mein Schicksal ist es gro&szlig; zu sein. Das bedeutet auch Opfer bringen zu k&ouml;nnen, die tiefe Wunden hinterlassen.<br \/>Warum ich Gregor glauben lies, was er glauben wollte? Es gefiel mir. Ich fand, es st&uuml;nde mir zu adliges Blut in mir zu tragen und mich durch seine Augen zu sehen war wundervoll. Wenn ich h&auml;tte w&auml;hlen k&ouml;nnen, h&auml;tte ich sein Blut gew&auml;hlt. Das Blut der K&ouml;nige. <br \/>Maria Dallmayr sandte ihn zur&uuml;ck nach Frankfurt und der einzige Trost der mir bleibt, ist das Wissen, dass es einen K&ouml;nig gibt, der mich niemals vergessen wird, egal wie sehr er darunter leiden mag. Sein Leid adelt mich auf eigne Weise.<br \/>Der Prinz kam der Bitte meines Briefes aus vergangener Zeit nach und zeigte sich wohl wollend. Die Dom&auml;ne musste ich verlassen, doch sie gab mir in Brief und Siegel ihre Empfehlung, auf das ich an einem Anderen Ort Fu&szlig; fassen k&ouml;nnte. Ich wollte zur&uuml;ck nach Dresden, doch die Umst&auml;nde wollten es, dass die einzige Dom&auml;ne in der N&auml;he in der ich mich vielleicht niederlassen konnte Leipzig war. So erhielt ich die notwendigen Kontaktadressen..der Rest w&auml;re meine eigene Sache.<br \/>Elias.<br \/>Elias&#8230;.<br \/>Ich MUSSTE ihm begreiflich machen, das ich&#8230;Vampir&#8230;.eine Frau mit Zielen bin, die ich mit aller Konsequenz verfolge und dass ich nicht davor zur&uuml;ckschrecke, mir selbst Leid zu zuf&uuml;gen. Und ich habe gelitten. Das Band des Blutes zu ihm erinnerte mich jede Nacht&#8230;jede verdammte Nacht meiner Existenz daran, dass ich seinen Tod bereits beschlossen hatte. Nur um ihn etwas verstehen zu lassen. Es ist Wahnsinn. Ihn zu lieben &uuml;ber so lange Zeit hinweg mit dieser Gewissheit&#8230;zerm&uuml;rbt den Verstand.<br \/>Sein Schicksal zu erf&uuml;llen bedeutet auch Opfer bringen zu k&ouml;nnen, die tiefe Wunden hinterlassen. <br \/>Das aberwitzige ist, sein Tod hinterlies keine Wunden, zumindest nicht diese, welche ich erwartet hatte..<br \/>Meine F&auml;nge in sein Fleisch zu zw&auml;ngen war die schrecklichste Lust die ich jemals ertragen musste. Ihn zu trinken, mein grenzenloses Verlangen nach ihm ein letztes Mal zu stillen&#8230;war mir bittere Symphonie, ich starb in diesen Sekunden f&uuml;r den Rest meines Lebens..so glaubte ich. Ich wollte schreien, selbst mit ihm sterben, ich wollte ihn in mir bewahren und an ihm ersticken. Bis zu diesem Augenblick, da er in meinem Arm zu Staub zerfiel und nichts blieb. Keine Trauer, keine Verzweiflung, keine Bitterkeit und Tragik, nichts blieb ausser meinem Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, dass ich ein weiteres Mal den Weg gegangen war, so wie ich ihn gehen musste.<br \/>Die Wunde die seine Vernichtung hinterlies war das Wissen dar&uuml;ber, dass es nur die Illusion von wahren Gef&uuml;hlen gibt. Gef&uuml;hle halten, solange das Blut reicht.<br \/>Seine letzten Worte, die er mir zufl&uuml;sterte..bevor er sich der Lust des getrunken werdens hingab waren:<\/p>\n<p>&ldquo;&#8230;ich wusste, was du warst&#8230;darum machte ich dich zu dem, was du bist&#8230;.Liebste&#8230;&rdquo;<\/em><\/font><em><br \/><\/em><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; text-decoration: none\"><em><br \/><\/em> <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal\"> <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal\"> <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal\"> <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal\"> <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\"> <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\"> <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\"> <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\"> <\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regensburg, Januar 1915Klause St. Vitus zu Pr&uuml;ll &ldquo;Frau&nbsp; von Rappard &ndash; oder m&ouml;chten sie lieber bei ihrem M&auml;dchennamen genannt werden?&rdquo;Der Herr im dunklen Frack lehnte sich in seinem Ohrenbackensessel zur&uuml;ck. 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