{"id":435,"date":"2014-02-03T14:16:05","date_gmt":"2014-02-03T14:16:05","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=435"},"modified":"2014-02-03T14:16:05","modified_gmt":"2014-02-03T14:16:05","slug":"some-kind-of-love","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=435","title":{"rendered":"Some Kind of Love"},"content":{"rendered":"<p>Der Wesir reiste oft. So oft und lange, dass Isydia an manchen Tage verga\u00df, dass sie nun seine Frau war. Seine erste Frau.<\/p>\n<p>Eine der Sonderstellungen, die sie vor der Heirat mit ihm ausgehandelt hatte, war ihn nicht auf seine Reisen begleiten zu m\u00fcssen. Schlichtweg konnte und wollte sie ihre eigenen Gesch\u00e4fte in Belhanka nicht \u00a0lange ohne F\u00fchrung zur\u00fcck lassen. Und f\u00fcr sein k\u00f6rperliches Wohl w\u00fcrde sein Schwarm an M\u00e4tressen, oder Harem&#8230;wie er es nannte Sorge tragen. Isydia interessierte sich nicht daf\u00fcr. Ein Teil des Abkommens war, dass sie \u00a0ihrem Angetrauten beizeiten einen Erben schenkte, \u00a0der im horasischen Reich anerkannt sein w\u00fcrde. Ein Stand, welcher f\u00fcr den Wesir unerreichbar war &#8211;\u00a0 und den er auch nicht durch die Heirat mit der Grandsignora erreicht hatte. Der Spross allerdings, der dieser Verbindung irgendwann entw\u00fcchse, w\u00e4re ein fester Bestandteil der hiessigen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Dieses Mal jedoch war er auf dem Weg nach Al Anfa und lie\u00df nach seiner Frau schicken. Die Verhandlungen, die er mit einem dort ans\u00e4ssigen Don zu f\u00fchren w\u00fcnschte machten eine Person von Stand notwendig, der man ohne zu fragen den notwendigen Respekt entgegen brachte. Und weil die Heirat eine gesch\u00e4ftliche politische Bindung war deren Sprossen gepflegt werden wollte, \u00fcbertrug Isy ihre Gesch\u00e4fte auf Andre und den gesch\u00e4tzten Onkel und trat die Reise an.\u00a0 Wie stets auch diesmal in Begleitung ihrer Geliebten Cailyn und ihrer Zofe Mireia, begleitet von vier tulamidischen Schwertk\u00e4mpfern die stets grimmig blickend nie viel sprachen. Diese dienten zum Schutze.<\/p>\n<p>Isydia hegte schon lange bevor sie es rausfand den Verdacht, dass ihr Mann seine zweifelhaften F\u00e4higkeiten der Beherrschung auf diese Soldaten gewirkt hatte. Mannen die sich vermutlich ohne zu z\u00f6gern vor Isydia geworfen h\u00e4tten..im Fall der F\u00e4lle.<\/p>\n<p>Als die kleine Reisegesellschaft nach einigen Tagen auf die Zeltkarawane des Wesirs trafen, hatte Isydia ihren Gatten bereits seit 3 G\u00f6tterl\u00e4ufen nicht mehr gesehen. War er ihr ohnehin noch nie vertraut, schien er ihr ungleich fremder als jemals zuvor. Wie es sich geh\u00f6rte, erwartete er sie vor seinem Zelt und begr\u00fc\u00dfte sie mit herzlichen Worten. Das erf\u00fcllend, was erwartet wurde. Er half ihr vom Pferde und sie k\u00fcssten sich auf die Wangen, als Zeichen der Vertrautheit. Er begr\u00fc\u00dfte auch Cailyn mit K\u00fcssen auf die Wangen, die nach all der Zeit noch immer die gr\u00f6\u00dften Probleme mit der Umstellung hatte. Obwohl Jafar niemals gefordert hatte Cailyn solle das Schlafzimmer seiner Ehefrau verlassen. Geschweige denn aus deren Hause ziehen. Dennoch verblieb sie unzufrieden, wenn er irgend in der N\u00e4he war.<\/p>\n<p>Jafar lud die Damen ein zur Abendgesellschaft im tulamidischen Stile, an welcher auch\u00a0 ein Vertreter eines Grandes aus Al\u2019Anfa teilnehmen w\u00fcrde. Sie sollten sich frisch und h\u00fcbsch machen. Er hatte Landestypische Kleidung f\u00fcr die Damen bereitstellen lassen. So wie er es Cailyn gegen\u00fcber auf dem Fest auf dem Jagdschloss Fagio bereits einmal angesprochen hatte. Farbenfrohe Gew\u00e4nder, aus leichten und schweren Stoffen\u2026durchsichtig ohne zuviel Preis zu geben\u2026mit Gold Applikationen. Isydia nahm es Wortlos entgegen.<\/p>\n<p>Da der Vertreter des Grandes im Lager des Wesirs \u00fcbernachten w\u00fcrde, teilte man Cailyn und Mireia in ein eigenes Zelt und Isydia erhielt den ihren an der Seite ihres Mannes. Das prachtvollste aller Zelte im Lager. Gef\u00fcllt mit wertvollen Teppichen..verhangen mit gl\u00e4nzenden Stoffen\u2026verziert mit einer Unmenge an Kissen. Doch gab es auch einen Tisch \u2026und ein Bett&#8230;Dorthin zog sie sich zur\u00fcck und nutzte die Gelegenheit die Jafar ihr zum Gefallen zur Verf\u00fcgung gestellt hatte. Einen h\u00f6lzernen Badezuber. Ein wahrer Luxus bedachte man den Aufwand, den man betreiben musste um w\u00e4hrend einer Reise ein warmes Bad zu nehmen. Es dauerte auch nicht all zu lange, da kamen Cailyn und Mireia zu ihr ins Zelt gehuscht.<\/p>\n<p>\u201e\u2026Oh\u2026du hast eine Wanne\u2026.\u201c Stellte Cailyn nicht ohne Neid in der Stimme fest. \u201e\u2026und das Wasser dampft\u2026.\u201c<\/p>\n<p>\u201eW\u00fcnscht die Herrin zu baden?\u201c fragte Mireia und sah sich schon im Raum um, ob m\u00f6glicher Utensillien wie Bade\u00f6le oder salze. T\u00fcchter zum trockenen danach und Schw\u00e4mme zum reiben w\u00e4hrend dessen\u2026.und fand alles fein s\u00e4uberlich auf einer kleinen Kommode gerichtet nicht unweit der Wanne \u2013 genug f\u00fcr zwei badende.<\/p>\n<p>Die Frage, ob der Wesir dieses f\u00fcr sich und seine Frau oder f\u00fcr seine Frau und deren Geliebte hatte richten lassen kam nicht \u00fcber ihre Lippen. F\u00fcr Cailyn jedenfalls schien die Antwort klar.<\/p>\n<p>\u201eJa\u2026w\u00fcnscht sie Mireia! Und ich auch..\u201c Und bevor die Grandsignora ihre Meinung h\u00e4tte mitteilen k\u00f6nnen, war Cailyn schon da\u2026k\u00fcsste den Hals der nun verheirateten Frau und machte sich an den B\u00e4ndern ihres Kleides zu schaffen. Im ersten Augenblick reagierte Isydia nicht, wie so oft und noch schlimmer seit sie verheiratet war\u2026.doch Cailyn hatte schon immer die Begabung \u00fcber die Laune ihrer Geliebten hinweg zu tun, was ihr richtig schien und behielt f\u00fcr gew\u00f6hnlich recht. Ihre k\u00fchlen H\u00e4nde schlichen sich unter den Rock des Kleides und hoben es \u00fcber Isydias Kopf\u2026nur um den Leib darunter liebevoll zu ertasten.<\/p>\n<p>\u201eSag ja\u2026wir wollen baden\u2026\u201c fl\u00fcsterte sie an die \u00c4ltere geschmiegt und das warme Raunen in ihrer Stimme erweckte Isydia zum Leben. Sie wendete sich um, halbnackt wie sie schon war und l\u00e4chelte die Frau mit den feuerroten Haaren vor sich an.<\/p>\n<p>\u201e\u2026ja\u2026wir wollen baden\u2026wenn es dich nur gl\u00fccklich macht meine Liebe.\u201c Die Antwort war ein heiteres Kichern und ein hektisches aus den eigenen Kleider wuseln, das unweigerlich ein weiteres L\u00e4cheln in Isydias Gesicht malte. Mireia stellte einen Schemel bereit, mit welchem die beiden Damen ins heisse Wasser steigen konnten und wenig sp\u00e4ter h\u00f6rte man von der Hitze gezeichnetes wohliges Seufzen.<\/p>\n<p>\u201eHast du die Kleider schon angesehen, die _dein Mann_ uns gegeben hat.\u201c Der leise Vorwurf verging im restlichen fr\u00f6hlichen Geplapper. \u201e\u2026es gibt da ein Kleid in dunkelblauer Seide\u2026das hervorragend zu meiner Haarfarbe passt. Ich bin sicher, ich werde in diesen Kleider aussehen, wie eine tulamidische Prinzessin. Isydia hielt wortlos ihre Hand aus dem Zuber in welcher unmittelbar daraufhin ein Kelch mit Wein landete. Mireia musste nur mehr wenige Fragen stellen, ob den Dingen welche die Herrin von ihr verlangte, nach einem Schluck von dem Roten sch\u00fcttelte sie ihren Kopf.<\/p>\n<p>\u201eIch denke nicht, dass ich mich halbnackt pr\u00e4sentieren werde\u201c erwiderte sie und nahm sich einen der Schw\u00e4mme um den Sand von ihren Armen zu reiben.<\/p>\n<p>\u201eDie meisten Rajah Geweihten haben weniger an. Die Schleier sind wundersch\u00f6n und geheimnisvoll, du w\u00fcrdest wundervoll darin aussehen. Tu ihm doch den Gefallen\u2026schlie\u00dflich gibt er sich hier alle M\u00fche um es uns sch\u00f6n einzurichten\u2026.\u201c Mireia hielt wohlweislich den Mund.<\/p>\n<p>Isydia sch\u00fcttelte ihren Kopf und warf ein:<\/p>\n<p>\u201eSeit wann h\u00e4lst du zu dem Wesir\u2026ich dachte immer unsere Heirat w\u00e4re dir ein Dorn im Auge.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIst es auch\u2026\u201c erwiderte Cailyn und schmiegte sich im heissen Wasser an den Leib ihrer Geliebten bis nur noch wenige Zentimeter ihre Gesichter trennten. \u201eEs ist mir zuwider, dass er dich \u201ameine Frau\u2018 nennen darf und dass du irgendwann sein Kind tragen wirst und dass er nun ein Teil deines Leben ist\u2026\u201c Ein zarter Kuss folgte den Isydia nicht ganz unbeteiligt geschehen lie\u00df, daraufhin zog sich Cailyn wieder auf ihre Seite zur\u00fcck.<\/p>\n<p>\u201e\u2026aber\u2026es k\u00f6nnte schlimmer sein. Er ist gutaussehend..also\u2026charismatisch in jedem Fall und charmant und interessant und er beschenkt und beehrt dich wo immer er kann. Ich denke er liebt dich wirklich\u2026\u201c<\/p>\n<p>Bis zu den letzten Worten hatte Isydia einen nachdenklichen Gesichtsausdruck aufgelegt, dann jedoch l\u00f6ste sich ein ernsthaft am\u00fcsiertes Lachen\u00a0 aus ihrer Kehle.<\/p>\n<p>\u201eDer \u00a0Wesir liebt mich so wenig, wie ich ihn Cailyn. Unsere Verbindung ist rein gesch\u00e4ftlicher Natur und war nie anders geplant\u2026.aber du hast Recht. Vielleicht tu ich ihm Unrecht. Ich werde mich heute Abend bem\u00fchen nett zu ihm zu sein\u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201e\u2026und eines der\u00a0 Kleider tragen?\u201c bohrte Cailyn nach.<\/p>\n<p>\u201e\u2026wir wollen es nicht zu weit treiben\u2026\u201c erwiderte Isy nur.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Sonnenuntergang traf sich die Gesellschaft im gro\u00dfen Zelt in dessen Mitte ein kleines Feuer loderte und den ohnehin in rot gehaltenen Raum noch mehr Feuer verlieh. Teppiche am Boden hielten den Staub von den baren F\u00fc\u00dfen fern, auf kleinen runden Tischen standen Wasserpfeifen und Kelche mit Getr\u00e4nken.\u00a0 Frauen mit Karaffan liefen umher, eine sch\u00f6ner als die andere und in einer Ecke des Zeltes spielte ein \u00e4lterer Mann auf einem seltsamen Instrument, dass gezupft werden wollte und entlockte ihm fremd anmutenden T\u00f6ne. Auf Messing farbenen Tellern lagen kleine K\u00f6stlichkeiten. Trauben. Trockenfleisch.\u00a0 Honiggeb\u00e4ck. Am hinteren Ende sa\u00df Jafar mit zwei M\u00e4nnern, die \u00e4hnlich dunkel gekleidet waren wie er. Andere Fremde im Zelt waren verteilt an den Tischen und unterhielten sich leise.<\/p>\n<p>Als man sich gewahr wurde, das Isydia mit ihrer Gesellschaft das Zelt betrat verstummten die Gespr\u00e4che. Die G\u00e4ste erhoben sich\u2026nur um sich vor der Grand Signora angemessen tief zu verneigen. In dieser Zeit trat sie n\u00e4her, gekleidet in ein helles Kleid, dass ein wenig zuviel von ihren Schultern preis gab und doch angemessen Sittsam war. Schlicht in sich, aber sch\u00f6n. Das Haar von einem\u00a0 Perlenbesetzten Netz verh\u00fcllt.\u00a0 Auch Mireia war dem Beispiel ihrer Herrin gefolgt und hatte auf die angebotene Kleidung verzichtet, obgleich ihr Anblick in gr\u00fcn sehenswert war, blieb der Blick Jafars einzig an Cailyn h\u00e4ngen, die wie vorhergesagt, in dem Kleid aus dunkler Seide, verh\u00fcllt von Schleiern eine Sch\u00f6nheit besonderer Art darstellte.<\/p>\n<p>\u201eGuten Abend edelgeborene Grandsignora\u2026..es freut uns eure Bekanntschaft zu machen.\u201c Er\u00f6ffneten die G\u00e4ste das Wort und erhoben sich wieder. \u201eGestattet, dass wir uns vorstellen. Mein Name ist Don Callio Ballurat ein Vertreter des Hauses Wilmaan zu Al\u2019Anfa und dass ist mein Schreier Nesro\u2026\u201c Und eine erneute, fast \u00fcbertriebene Verbeugung folgte.<\/p>\n<p>Isydia l\u00e4chelte freundlich, aber nicht warmherzig und reichte ihre Hand zum Kuss mit den Worten.<\/p>\n<p>\u201eIsydia ada Bosvanie .. Grandsignora zu Belhanka und getreue Ehefrau des hochgeborenen Wesirs Jafar zu Fasar\u2026.die sch\u00f6ne Frau zu meiner rechten ist meine Gesellschafterin Cailyn von Liliengrund-Adelquell\u201c Eine Geste verwies auf die Rothaarige, die den Wesir wie hypnotisiert ansah\u2026.erst als sie begriff, dass die Rede von ihr war, sah sie auf und knickste h\u00f6fliche.<\/p>\n<p>\u201eUnd meine Zofe Mireia\u2026\u2026.die Freude meine Herren\u2026ist ganz auf meiner Seite.\u201c<\/p>\n<p>Die Herren warteten, bis Isydia sich ihren Platz neben Jafar gesucht hatte, in dessen t\u00fcrkisen Augen ein gewissern Unmut mitschwang\u2026und bis sie sich gesetzt hatte. Dann erst lie\u00dfen sie sich selbst nieder. Wie auf einen unausgesprochenen Befehl schw\u00e4rmten die Damen in Karaffen n\u00e4her und w\u00e4hrend diese die G\u00e4ste verw\u00f6hnten beugte sie Jafar n\u00e4her zu Isydia, ohne den Blick von der Runde zu nehmen, fl\u00fcsterte er ihr leise zu.<\/p>\n<p>\u201eGefallen euch die Kleider nicht, welche ich f\u00fcr euch vorbereiten lie\u00df?\u201c<\/p>\n<p>Und Isydia kam ihm entgegen, ein weiches L\u00e4cheln auf den Lippen, als tauschte sie Z\u00e4rtlichkeiten mit ihrem Gatten. Auch ihr Blick wich nicht von der Runde, als sie antwortete.<\/p>\n<p>\u201e..sie sind wundersch\u00f6n mein gesch\u00e4tzter Gatte.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd..nun denn\u2026warum ist eure Gesellschafterin die Einzige, welche ich in diesen Kleidern bewundern darf..?\u201c<\/p>\n<p>Schweigen\u2026einige Sekunden lang. Wein pl\u00e4tscherte aus einem Krug in einen Kelch und eine Bedienstete f\u00fctterte den Don mit einer prallen Traube, die..wie er verk\u00fcndete\u2026k\u00f6stlich war. Isydia lehnte ihren Kopf sacht an die Schl\u00e4fe ihres Gattens\u2026ihre Augen schlossen sich und jeder der die Beiden betrachtete m\u00fcsste vermuten, es w\u00e4re eine Geste der tiefen Zuneigung. Ihre Stimme war nur mehr ein fl\u00fcstern, als sie ihm sagte:<\/p>\n<p>\u201eWeil ich euch nie\u2026niemals mehr zugestehen werde, als das\u2026was wir vertraglich regelten\u2026\u201c<\/p>\n<p>Seine \u00a0Nasenfl\u00fcgel weiteten sich im ersten Augenblick, als k\u00e4me gleich die Wut \u00fcber ihn\u2026.Isydia l\u00f6ste sich schon \u00a0und als sie ihn anblickte fand sie statt einer wutverzerrten Mimik \u00a0ein am\u00fcsiertes L\u00e4cheln auf seinen Lippen.<\/p>\n<p>\u201eNie\u2026ist eine lange Zeit\u2026 meine _geliebte_ \u00a0Frau\u2026\u201c erkl\u00e4rte er vielsagend und die Finger seiner rechten Hand legten sich einer um den anderen um den gl\u00e4sernen Skorpion, welcher am Ende seines Stabes prangerte.<\/p>\n<p>Isydia betrachtete das Spiel der Finger, suchte seinen Blick den sie frei erwiderte, obwohl sie doch um seine F\u00e4higkeiten wusste\u2026.und l\u00e4chelte sanft.<\/p>\n<p>\u201eNie\u2026ist die letzte\u00a0 Erkenntnis einer verdorrten Hoffnung mein _geliebter_ Mann\u201c<\/p>\n<p>Seine Linke l\u00f6ste sich von seinem Stab und legte sich auf ihre Hand, die zwischen ihm und ihr auf dem Diwan ruhte.<\/p>\n<p>\u201eNie\u2026\u201c sprach der Don. \u201e\u2026ist der gr\u00f6\u00dfte Feind eines guten Gesch\u00e4fts\u201c Und lachte und\u00a0 Jafar fiel mit seinem d\u00fcnnen L\u00e4cheln mit ein. Isydia neigte zustimmend ihren Kopf gen Gast und Mireia sch\u00fcttete etwas von Jafars Gew\u00fcrzwein ein, den er stets mit einem Hauch Rauschgurke verbesserte.<\/p>\n<p>Der Abend verlief wie gew\u00fcnscht. Das gesch\u00e4ftliche wich bald dem feiern und die Tulamiden hatten eine eigene sehr reizvolle Art des Feierns\u2026gepr\u00e4gt von Gesang und verf\u00fchrerischen T\u00e4nzen\u2026geschw\u00e4ngert von Ger\u00fcchen\u2026Gew\u00fcrze und D\u00fcfte von Blumen oder Leckereien. Eine Baucht\u00e4nzerin zog die Blicke aller M\u00e4nner auf sich und als Cailyn sich irgendwann erhob,allen Hemmungen zum Trotz und sich zum Takt der Musik bewegte verstummten die Gespr\u00e4che ein weiteres Mal. Auch wenn ihre H\u00fcften nicht jene seltsam anmutende Bewegungsfreiheit aufwiesen, lag in ihrem Tanz eine Mischung von unschuldiger Verf\u00fchrung, von der man kaum den Blick abzuwenden vermochte.<\/p>\n<p>Jafar rauchte an einer Wasserpfeife und beobachtete den Verlauf des Abends, bis auf die\u00a0 ein oder andere Bemerkung schweigend und seine Frau sa\u00df bei ihm und hielt es ganz \u00e4hnlich. Beide tranken den Gew\u00fcrzwein, aber nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig viel. Beide sogen den k\u00fchlen Rauch in ihre Lungen und kosteten dann und wann von den S\u00fc\u00dfigkeiten die gereicht wurden. Jafars Fingerspitzen strichen versonnen \u00fcber Isydias Handr\u00fccken, als er Cailyn bei ihrem Tanz betrachtete und beugte sich erneut zu ihr mit den leisen Worten.<\/p>\n<p>\u201eVielleicht sollte ich deine Geliebte davon\u2026._\u00fcberzeugen_ das Bett mit mir, anstatt mit dir zu teilen\u2026.\u201csprachs und sodann schoben sich seine langen schlanken Finger mit schlangenhafter Eleganz zwischen die ihren. Sie wusste wohl was er meinte. Er sprach nicht von Verf\u00fchrung, nicht im hinl\u00e4nglichen Sinne\u2026.es war die Macht, die in ihm schlummerte, jeden in seinem Umfeld seinen Willen aufzwingen zu k\u00f6nnen. \u00a0\u201e\u2026.das ..interessante daran w\u00e4re, dass es ihr danach bewusst w\u00e4re\u2026sie k\u00f6nnte sich an \u2026alles\u2026.erinnern\u2026jedes St\u00fcck nackte Haut, dass sie nur all zu gern auf meinen Leib gelegt haben wird\u2026\u201c<\/p>\n<p>Isydias Lippen verschm\u00e4lerten sich und die Hand, in welche er sich hineingezw\u00e4ngt hatte schloss sich leicht und\u00a0 nahm damit seine Finger zwischen ihren\u00a0 gefangen. Ihr Blick lang auf Cailyn deren rotes Haar zu einem eigenen Lied tanzte\u2026verf\u00fchrerisch\u2026.wundersch\u00f6n und die blauen Augen ihrer Geliebten lagen auf ihrem Mann, als st\u00fcnde sie schon lange unter seinem Bann und auch er sah sie an. Weiterhin zu seiner Frau fl\u00fcsternd\u2026wie er so H\u00e4ndchen hielt\u2026mit ihr.<\/p>\n<p>\u201e\u2026.sie ist so sch\u00f6n\u2026reif wie eine rote Beere\u2026..ich glaube\u2026.es w\u00fcrde ihr gefallen, mir zu erliegen\u2026..was\u2026denkt ihr?\u201c Und mit dieser Frage l\u00f6ste er sich von dem Anblick Cailyns und schenkte seine Aufmerksamkeit der Frau an seiner Seite. Isydia verweilte noch einen Augenblick auf dem Anblick der sch\u00f6nen jungen Frau vor ihr\u2026.nachdenklich\u2026ihre Hand lockerte sich und g\u00e4be die seine frei, wenn er sie zu sich nehmen wollte. Dann wandte sie sich ihm zu. In ihrem Antlitz war kein Harm zu finden\u2026keine verborgene Emotionen\u2026.nur dieser Abgrund in ihren dunklen Augen in den er nicht hinein zu blicken vermochte. Dieser Abgrund war es gewesen, derentwegen er Isydia \u00fcberhaupt n\u00e4her zur Kenntnis genommen hatte. Vielleicht sogar der Grund, weswegen er den Entschluss gefasst hatte sie zu seiner ersten Frau zu machen. In dem Schwarz ihrer Augen spiegelte sich das St\u00fcck seiner Seele, auf das er nie wirklich Zugriff erlangt hatte. Obwohl fast alles an ihr dem entsprach, was man im horasisches Reich gemeinhin von einer Grandsignora erwarten durfte, schwang in ihrem Blick und\u2026manchmal in ihren Worten eine Melodie, die ihm gleichsam vertraut war wie unangenehm. Dieser Abgrund sah ihn an und fl\u00fcsterte ihm die Worte.<\/p>\n<p>\u201eEs ist mir einerlei Jafar\u2026.wenn sie dir gef\u00e4llt\u2026pfl\u00fcck sie\u2026\u201c Und das was ihm\u2026.ausgerechnet ihm dabei Schauer \u00fcber den Leib trieb, war der Klang in ihren Worten, der mit Gewissheit davon sprach, dass sie nicht bluffte. Dass es die Wahrheit war. Es war ihr einerlei.<\/p>\n<p>Wissend, das Cailyn mehr als ein halbes Leben an Isydias Seite war\u2026die erste und einzige\u00a0 Frau in ihrem Leben, wie sie in einem schwachen besonderem Moment gestanden hatte. Wo Isydia war, war Cailyn nicht weit\u2026eine Partnerschaft die schon lange anhielt..l\u00e4nger als die meisten Heiratsvertr\u00e4ge. Und dennoch konnte sie so etwas sagen.<\/p>\n<p>\u201eHm\u2026\u201c erwiderte er \u2026in gewisser Weise entt\u00e4uscht und entzog sich ihr um ein weiteres Mal an der Wasserpfeife zu ziehen. Einige G\u00e4ste hatten sich bereits zur Nachtruhe begeben. Mireia war in einem aufgeweckten Gespr\u00e4ch mit dem Schreiber Nesro versunken und Cailyn bezauberte offenbar den Don selbst mit ihrer glockenklaren Art und Weise. Lange hatte er geschwiegen, dann legte er erneut seine Hand auf die ihre und l\u00e4chelte sie an.<\/p>\n<p>\u201eLass mich dir ein wenig vorlesen\u2026.\u201c Wohl wissend, wie sehr sie dies genoss, egal wie sehr sie es nicht aussprach. Sie hatte unzweifelhaft eine Schw\u00e4che f\u00fcr seine Stimme und er nutze diese Schw\u00e4che f\u00fcr sich, wenn sie..aus welchen Gr\u00fcnden auch immer verstimmt war. Und obgleich ihr dies wohl klar war, verneinte sie sein Angebot nie.<\/p>\n<p>Nie.<\/p>\n<p>So nickte sie und nahm sich einen weiteren Schluck vom Gew\u00fcrzwein\u2026einen gr\u00f6\u00dferen, der sie in die Kissen zur\u00fcck sinken lie\u00df und ihre Augen sich schlie\u00dfen. W\u00e4hrend eine seiner Frauen das Buch brachte, aus welchem er vorzulesen pflegte. Und dann las er und seine Stimme dr\u00e4ngte ihr alles andere in den Hintergrund\u2026 Sie h\u00f6rte nicht, wie die Zofe sich verabschiedete oder wie Cailyn sich auf einen n\u00e4chtlichen Spaziergang einlie\u00df. Oder wie die Ger\u00e4usche im Zelt langsam weniger wurden. Sie erfasste nur das Timbre seiner Stimme, dass sich in ihren Verstand schlich wie der W\u00fcstensand jedes Kleidungsst\u00fcck zu durchdringen vermochte. Als er schlie\u00dflich endete war es still im Zelt. Nur das Feuer knisterte leise vor sich hin \u2013 ansonsten gab es da niemanden mehr. Nur Jafar und Isydia. Beinahe m\u00fchsam \u00f6ffnete sie ihre Augen und in dem halbdunkel des abgebrannten Feuers schienen ihre Pupillen ungleich gr\u00f6\u00dfer. Leise klang ihre Stimme.<\/p>\n<p>\u201eIch liebe deine Stimme\u2026\u201c Die Worte in ihrer weichen Einfachheit lie\u00dfen ihn aufmerken und wie von einem Magnete angezogen legte sich sein t\u00fcrkiesener Blick suchend auf ihr Antlitz. Und Isydia, deren Lippen offenbar gesprochen hatten bevor sie die Worte dazu bedacht hatte schloss die Augen um ihm die Sicht auf ihre Seele zu verwehren. Ihre H\u00e4nde zogen sich zusammen, als h\u00e4tte sie einen fatalen Fehler begangen. Einen Fehler, den er umgehend aufgriff.<\/p>\n<p>\u201eDu\u2026.liebst\u2026..meine Stimme\u201c wiederholte er\u2026nicht ohne dem Worte \u201aliebst\u2018 angemessen viel Unglaube zu verleihen\u2026.doch nicht nur\u2026es lag auch eine leise Frage darin.<\/p>\n<p>Isydia sch\u00fcttelte nur ihren Kopf\u2026blinzelte ein paar Mal, atmete ein und wieder aus und sch\u00fcttelte nochmals den Kopf bevor sie ihn wieder ansah.<\/p>\n<p>\u201eIch h\u00f6r euch gern beim Vorlesen zu\u2026was euch durchweg bekannt ist Jafar.\u201c Erwiderte sie und klang nicht so hart, wie sie es eigentlich h\u00e4tte klingen lassen wollen.<\/p>\n<p>Sein Kopf hob sich, als wollte er \u201aah ja\u2018 sagen, doch er sprach nicht. Stattdessen suchte er seine Hand auf die Ihre zu legen, doch sie entzog sich ihm, bevor er sie ber\u00fchrt hatte.<\/p>\n<p>\u201e Es wird Zeit f\u00fcr mich\u2026\u201c erkl\u00e4rte sie ihm und erhob sich umgehend. Seine Lippen verschm\u00e4lerten sich kurz, dann stand auch er auf, legte seine Hand an ihren Arm, sie in diesem Zuge davon abhaltend sich einfach abzuwenden und zu gehen. Fest war sein Griff. So fest, dass sie erstaunt hinab zu seiner Hand blickte und wieder zu ihm.<\/p>\n<p>\u201eDa ihr\u2026mir nichts zu gew\u00e4hren gedenkt, was wir nicht vertraglich regelten..\u201c begann er und sein Blick hatte eben jene stechende Note, die ihr sofort an ihm aufgefallen war. Seine Stimme klang bestimmt. \u201e\u2026.wann gedenkt ihr..mir meinen Erben zu schenken.\u201c<\/p>\n<p>Ihre Stirn legte sich in Falten, als verst\u00fcnde sie im ersten Augenblick nicht wirklich auf was er hinaus wollte, dann sch\u00fcrzten sich ihre Lippen und sie sch\u00fcttelte ihren Kopf.<\/p>\n<p>\u201eHeute Nacht m\u00fchten wir uns umsonst\u2026._geliebter_ Mann. Die richtige Zeit um euch einen Erben zu schenken ist der Neumond\u2026.\u201csprachs und machte Anstalten sich von ihm zu l\u00f6sen, doch er verst\u00e4rkte seinen Griff und sie bemerkte zum erstenmal, wieviel Kraft in den langen Fingern lag.<\/p>\n<p>\u201e\u2026.also wollt ihr euch euren vertraglichen Pflichten entziehen\u2026das Bett mit mir zu teilen, bis ihr mir einen Erben geb\u00e4rt.\u201c Schneidend\u00a0 klang er und anstatt dass sie versuchte sich weiter loszul\u00f6sen, wandte sie sich ihm nun n\u00e4her zu, seinen Blick suchend.<\/p>\n<p>\u201e\u2026ich\u2026werde euch einen Erben schenken Jafar. Ich werde das Bett mit euch teilen. Nur heute Nacht nicht.\u201c Bed\u00e4chtig sprach sie, fast schon f\u00fcrsorglich. Seine Augen hingegen verengten sich und er sch\u00fcttelte seinen Kopf.<\/p>\n<p>\u201eMein _geliebtes_ Weib\u2026.ihr schuldet mir nun schon fast 7 G\u00f6tterl\u00e4ufe die erste gemeinsame Nacht\u2026hier und heute fordere ich sie ein\u2026.es ist mir gleich, ob eure Scho\u00df heut Nacht zu erbl\u00fchen vermag oder nicht.\u201c<\/p>\n<p>Ihre Augen weiteten sich\u2026ein wenig wie Wut, sie beugte sich noch einen Tick n\u00e4her zu ihm. Konfrontation heraufbeschw\u00f6rend. Ihre Stimme klang tiefer und schneidender, als die erwiderte.<\/p>\n<p>\u201eUnd warum\u2026._ge_lieb_ter Mann\u2026.wenn ihr denn nun schon sieben G\u00f6tterl\u00e4ufe wartet\u2026m\u00fcsst ihr ausgerechnet heute Nacht euer Recht \u00a0so unbedingt einfordern und k\u00f6nnt nicht noch eine weitere Woche warten\u2026?\u201c<\/p>\n<p>Er erwiderte ihren w\u00fctenden Blick und ein d\u00fcnnes L\u00e4cheln schmierte sich auf seine Lippen, als er ganz leise und fern jeglichen Zornes antwortete.<\/p>\n<p>\u201eWeil ihr es heute Nacht\u2026so unbedingt\u2026.nicht wollt.\u201c<\/p>\n<p>Isydia sog die Luft durch die Nase ein\u2026bereit aller G\u00f6tter Fl\u00fcche auf ihn hinabzubeschw\u00f6ren\u2026und ward mittendrin von aller Kraft verlassen. Es war so einfach. Er erf\u00fchlte mit unt\u00e4uschbarem Instinkt, die Schw\u00e4che, die heute Nacht von ihr Besitz ergriffen hatte. Vielleicht dem Gew\u00fcrzwein geschuldet. Vielleicht dem stetig andauernden stummen Kampf zwischen ihm und ihr. Sie atmete aus. Ihre Schultern senkten sich und sie nickte\u2026wissend, dass er sie nicht auslie\u00dfe..wie ein Wolf nicht von der blutigen F\u00e4hrte lie\u00df.<\/p>\n<p>\u201eDann gew\u00e4hrt mir nur f\u00fcnf Augenblicke allein. Geht voraus ins Gemach\u2026ich komme nach\u2026.\u201c Ein leise Hoffnung malend. Die Gelegenheit ein wenig ihrer Disziplin aus sich heraus zu holen, um sich zu wappnen, doch\u00a0 er sch\u00fcttelte seinen Kopf.<\/p>\n<p>\u201eNie\u2026.ist die letzte Erkenntnis der verdorrten Hoffnung meine Liebe\u2026\u201c bediente er sich ihrer Worte und lie\u00df seine Hand an ihrem Arm hinab bis in ihre Hand gleiten, welche er umfasste, um sie daran schweigend mit in sein Zelt zu nehmen. Er geleitete sie hinein und lie\u00df sie so denn los, den schweren Teppich vor den Eingang hinablassend, so dass jeder w\u00fcsste, dass er nun nicht mehr w\u00fcnschte gest\u00f6rt zu werden.<\/p>\n<p>Ohne sie erneut zu ergreifen, ging er an ihr vorbei und lie\u00df sich in seinem Bette nieder, wie ein Pascha\u2026seitlich gedreht..ein Bein angewinkelt..auf einen Arm gelehnt. Sein Stab hatte er neben sich auf das Bett gelegt. Sein Blick lag unverwandt auf Isydia, die da\u2026.eben stand und ihn nur stumm mit Blicken verfolgte, als w\u00e4re sie noch nie zuvor mit einem Mann allein gewesen. Er l\u00e4chelte und formulierte eine auffordernde Geste. Wortlos . Und Isydia blickte an sich hinab, als w\u00e4re sie unschl\u00fcssig wie anzufangen w\u00e4re. Doch bevor sie sich entscheiden h\u00e4tte k\u00f6nnen, flossen aus dem Schatten der Zeltw\u00e4nde zwei Dienerinnen\u2026oder vielleicht..zwei seiner M\u00e4tressen? Dies zu unterscheiden war nicht so einfach. Die kleinen k\u00fchlen fremden Finger griffen nach Schn\u00fcrungen und \u00c4rmeln. Befreiten das Haar vom Netz und rafften den Rock und w\u00e4hrend die Grand Signora noch nicht richtig begriff was geschah, befand sie sich nur noch gekleidete von ihrem eigenen Haar in dem Zelt ihres Mannes stehend, der sie unverwandt \u00a0ansah\u2026so wie man etwas betrachtete\u2026das einem geh\u00f6rte. Mit einem gewissen Stolz. Mit einer gewissen Zufriedenheit: Mit\u2026.mehr.<\/p>\n<p>Isydias Leib war in voller Bl\u00fcte, kurz vor dem Zeitpunkt an welchem sie beg\u00f6nne zu vergehen in ihrer Sch\u00f6nheit. Sicherlich hatte Jafar in seinem Harem Frauen deren Leiber sch\u00f6ner waren\u2026.deren Br\u00fcste sich noch reckten wie stolze Ritter und deren Haut so glatt spannte wie die einer Traube.\u00a0 Die Frau die er jetzt betrachtete\u2026ihre Haut sah weich aus, die Rundungen vollkommen, daf\u00fcr geschaffen von M\u00e4nnerhand nachgezeichnet zu werden. Die Knospen ihrer Br\u00fcste lugten zwischen den schwarzen Str\u00e4hnen hindurch, als wollten sie vorwitzig sehen, was um sie herum geschah. Hatte er darauf gehofft Isydia ob ihrer Nacktheit besch\u00e4mt zu finden, s\u00e4he er sich entt\u00e4uscht. Sie stand in ihrer Bl\u00f6\u00dfe nicht weniger stolz, als in ihren Kleidern. Selbstbewusst. Sich ihrer bewusst und, wenn er es vergessen h\u00e4tte, fiele ihm bestimmt ein, dass eine Frau deren beste Freundin eine Rahja Geweihte war\u00a0 ganz gewiss keine Scheu vor K\u00f6rperlichkeiten kannte.<\/p>\n<p>Augenblicke vergingen, in welchen er sie nur ansah und sie zur\u00fcck blickte. Es kam nur ein einziges Wort \u00fcber seine Lippen, ohne dass er diejenigen an die es gerichtet war mit Aufmerksamkeit bedacht h\u00e4tte.<\/p>\n<p>\u201eGeht.\u201c Der Befehl darin war unmissverst\u00e4ndlich und die beiden Frauen verschwanden umgehend aus der Realit\u00e4t des Zeltes und da dies geschehen war, gestattet er sich ein weiteres Wort. Weicher als das erste.<\/p>\n<p>\u201eKomm..\u201cverlangte er und seinem Wunsch folgend setzte sie sich in Bewegung und nichts von dem was sie tat blieb von ihm unbetrachtet. Ein wenig, wie Cailyn ihn zuvor angesehen hatte. \u00c4hnlich und doch ganz anders. Neben dem Bett blieb sie stehen\u2026in seinem R\u00fccken, wenn man so wollte und er machte sich die M\u00fche und drehte sich zu ihr um. Sie sah hinab zu ihm\u2026.strich mit Blicken \u00fcber seine Gestalt bis sie wieder bei seinen Augen angelangte und\u00a0 sprach\u2026mit einer eigenwilligen Melodie die ihn unweigerlich an Zauberwirker erinnerte. Obgleich ihm bewusst war, das Isydia keine Magie in sich trug\u2026zumindest keine\u2026.ihm bekannte? Ihre wenigen Worte drangen in ihn\u2026unaufhaltsam.<\/p>\n<p>\u201eNun will ich \u2026.in dieser Nacht\u2026.dein liebend Weib sein\u2026.ich bin dein und du bist mein\u2026\u201c<\/p>\n<p>Und mit diesen Worten sank sie neben dem Bett auf die Knie und er folgte ihrem Tun mit dem t\u00fcrkisen Augenmerk. Aufrecht neben ihm kniend, machte er keine Anstalten sich ihr zu n\u00e4hern. Als wollte er ihr die Gelegenheit lassen, es sich anders zu \u00fcberlegen. Doch in ihren dunklen Augen lag die verschwommene Schw\u00e4che, die er sonst nicht an ihr kannte. Sie versteckte den Abgrund nicht\u2026es war wie eine weitere Frau im gleichen Moment, am gleichen Ort und beide beugten sich zur gleichen Zeit vor und legten ihre Lippen auf die seinen\u2026warm und voll und s\u00fc\u00df. Ganz anders, als die ordentlichen K\u00fcsse, die sie bisher gew\u00e4hrte. Es \u00fcberraschte ihn nicht und doch bemerkte er, wie seine Lippen sich \u00f6ffneten um mehr von ihr zum empfangen. Und seiner stummen Bitte folgend schob sich ihre Zunge\u2026feucht und wendig in seinen Mund, als w\u00e4re es ihr ureigenes Recht dort zu sein und spornte im selben Zuge seine M\u00e4nnlichkeit an, sich ihr entgegen zu recken. Zu seinem Verdruss, hatte es doch zu seinem Plan geh\u00f6rt, sich ihr vorzuenthalten\u2026.sie an ihrer Weiblichkeit zweifeln zu lassen. Ihr M\u00fche abzuverlangen, bevor er in Betracht hatte ziehen wollen, tats\u00e4chlich die erste Nacht zu begehen. Doch sein K\u00f6rper verriet ihn, in der ersten Sekunde was ihm ein R\u00e4tsel sein wollte, denn er war in Allen Situation der Herr. Derjenige, welcher die Kontrolle sein eigenen nannte\u2026derjenige..<\/p>\n<p>Ihre Hand stahl sich zwischen die Falten seines Gewandes, nur um mit ihren k\u00fchlen Finger zum umfassen, was sich in ihre H\u00e4nde f\u00fcgen\u00a0 wollte. Jede Ber\u00fchrung ihrer Fingerspitzen auf seiner Haut, lie\u00dfen diese kribbeln und er sch\u00fcttelte den Kopf, weil ein Teil von ihm nicht verstehen wollte, was hier geschah. Sein Kopf suchte nach Selbstkontrolle\u2026doch ihre Lippen an seinen k\u00fcssten sie hinweg und was noch \u00fcber blieb verlor sich in der schon fast zarten Bewegung ihrer Hand. Als ob es noch M\u00fche bedurft h\u00e4tte ihn f\u00fcr sie bereit zu machen. Etwas in ihm erz\u00e4hlte ihm davon, dass es sich anf\u00fchlte wie sein erstes Erlebnis in den F\u00e4ngen einer Droge.\u00a0 Und eine stille Erleichterung machte sich in ihm breit. Gewiss hatte sie ihre Lippen benetzt, mit einem leisen Gift, das ihm alle Kontrolle nahm und w\u00e4hrend er dies dachte, f\u00fchlte er ihren K\u00f6rper unter seiner Hand, wie er ihre Kontur ber\u00fchrte und ihn dabei ein wohliger Schauer erfasste. So gut ..so richtig\u2026.so wie ein Rauschmittel sein musste. Und nun wissend, dass es nicht seine fehlende Disziplin war, sondern ein Trick von seinem Weibe gab er sich den Gef\u00fchlen hin. Erwiderte ihr K\u00fcssen. Wandte sich, um ihr zu helfen sich von dem Stoff seiner Kleidung zu befreien. Er h\u00f6rte ein leises St\u00f6hnen von seinen Lippen, dass sich in ihr Atmen mischte auf so tiefe unanst\u00e4ndige Weise, dass er glaubte f\u00fcr Wochen nie wieder Ruhe empfinden zu k\u00f6nnen. Sie kroch \u00fcber ihn und er in sie\u2026.verworren zwischen den Kissen und den Fellen, war sie alles, was er zu f\u00fchlen f\u00e4hig war. Ihre Worte flossen wieder und wieder durch seinen Leib.<\/p>\n<p>[i] Ich bin dein und du bist mein[\/i] und in diesem Rausch schien es ihm \u00fcberdeutlich, dass es genau so war.Wahr.<\/p>\n<p>Jafar verlor den Anfang und das Ende schlich sich an, \u2026verwob sich mit einem Traum und floss g\u00e4nzlich in diesem. So\u00a0 dass er irgendwann nicht mehr wusste, ob er sich noch immer mit ihr durch die Nacht wand oder ob es nur noch der Traum von ihr war, der Besitzt von ihm ergriffen hatte. Ein zweimal erwachte er im Halbschlaf und f\u00fchlte ihren nackten Leib an seinem und ein seltsamer Schmerz machte sich daran ihn zu ergreifen und verlor sich wieder in dem wiederkehrenden Schlaf.<\/p>\n<p>Irgendwann erwachte er und fand sich allein auf seinem Bett. Sein Bein schmerzte ungleich mehr, als sonst. Drau\u00dfen war das Lager schon in stetige Betriebsamkeit\u00a0 erfasst. Sie nicht neben sich liegen zu haben, entfachte eine unb\u00e4ndige Wut in ihm, bis e sich dar\u00fcber gewahr wurde, was dazu gef\u00fchrt hatte. Die perfide List eines Weibes. Er hatte sie untersch\u00e4tz. Obgleich ihm nicht einfielen wollte, welches Gift ihn so h\u00e4tte berauschen k\u00f6nnen, war sein K\u00f6rper doch mehr, als viele andere daran gewohnt. Und auch erschloss sich ihm letzten Endes nicht ganz ihre Motivation und auch nicht\u2026wann sie denn Zeit gehabt h\u00e4tte das Gift aufzutragen. Au\u00dfer\u2026.sie h\u00e4tte den Plan schon bei weitem fr\u00fcher geschmiedet und er h\u00e4tte in jedem Wort nur das getan, was sie von ihm gewollt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Die Vorstellung manipuliert zu sein, wie ein junger unerfahrener Mann, machte ihn w\u00fctend und\u2026..weil er so ein beherrschter Mann war\u2026.l\u00e4chelte er und zog sich in aller Seelenruhe an. Er w\u00fcrde warten und sich revanchieren.<\/p>\n<p>Und w\u00e4hrend Jafar in seinem Zelt finstere Pl\u00e4ne schmiedete, lag Isydia in Cailyns Zelt\u2026geh\u00fcllt in dem Kleid der letzten Nacht und starrte\u00a0 an die Decke des Zeltes. Eine Hand auf ihrem Bauch mit seltsamen Blick\u2026.Mireia sa\u00df neben ihr und wirkte besorgt. Keine Erinnerung daran, wann sie ihre Herrin jemals so gesehen hatte.<\/p>\n<p>Irgendwann klang Isydias Stimme leise aber keinen Widerspruch duldend.<\/p>\n<p>\u201eBring mir Salbei und Rosmarin\u2026Arnika und Sadebaum\u2026\u201c Mireia schwieg\u2026..schwieg\u2026.presste die Lippen zusammen und die Worte die sich l\u00f6sen wollten dahinter fest..dann stand sie auf und tat wie ihr gehei\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wesir reiste oft. So oft und lange, dass Isydia an manchen Tage verga\u00df, dass sie nun seine Frau war. Seine erste Frau. 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