{"id":439,"date":"2014-02-03T14:19:57","date_gmt":"2014-02-03T14:19:57","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=439"},"modified":"2014-02-03T14:19:57","modified_gmt":"2014-02-03T14:19:57","slug":"survive-this","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=439","title":{"rendered":"Survive this"},"content":{"rendered":"<p>20.12.12<\/p>\n<p>Mein Finger tippt kurz auf den &#8218;Ablehnen&#8216; Button. Kerstin hat mich eingeladen auf die Weltuntergangsparty, via Facebook. Am 21.12.12 um 00:00 gehts los. Mein Ablehnungsgrund ist: &#8222;Hab&#8216; Nachtschicht.&#8220;<br \/>\nKerstin ist die Schwester von meinem Ex. Nicht dass wir besonderen Kontakt zueinander h\u00e4tten Kerstin und ich, vermutlich hat sie einfach jeden in ihrer F-Liste eingeladen, weil sies witzig fand. Ich mag den Gedanken den Weltuntergang per Facebook-klick abzulehnen. <em>Stell dir vor die Welt geht unter und keiner geht hin.<\/em><br \/>\nUm Neun mach ich mich dann langsam auf dem Weg. In Arbeitsklamotten, weil ich zu Faul bin mich in der Arbeit dann umzuziehen und mein Scirocco ist so oll, dass ich den mit meinen Sachen auch nicht mehr verdrecken kann. Den hab ich \u00fcbrigens, weil ich ihn mag&#8230;die alte Prollschleuder. Weil er so alt ist, dass ich ihn noch selbst reparieren kann, wenn er hustet und weil er nicht so aussieht, als h\u00e4tte der Dampf unter der Haube. Hat er aber. K\u00f6nnte mir auch etwas neues leisten, aber es ist mir meistens zuwider mich der Meinung der Masse zu beugen. Eine Masse die BMW toll findet oder.. Jack Wolfdings. Dann lache ich \u00fcber mich selbst..ironischer Weise&#8230;denn das Tablet ist auch ein Massenprodukt, das keiner braucht und trotzdem jeder will. Ich auch. Es ist halt Spielzeug. Eben jenes Spielzeug packe ich in den Rucksack, den mir die Firma zum letzten Weihnachten schenkte. Da ist noch anderer Kram drin&#8230;alles was man so braucht heutzutage. Ladekabels f\u00fcr Handy und Tab und Kopfh\u00f6rer f\u00fcr beide und USB Stick und Adapterdinge f\u00fcr USB Sticks und OBs. Ein Buch. Taschent\u00fccher. Ein leuchtend gelber Snap-on Steckschraubendreher mit diversen Bits&#8230;weil es mir wirklich auf den Senkel geht f\u00fcr jeden Scheissdreck die Werkzeugkiste aus dem Auto zu holen. Da in der Arbeit. Ne M\u00fctze, weil es ist kalt des Nachts und ein Pali-tuch&#8230;weil es ist kalt des Nachts. Und Arbeitshandschuhe aus Leder&#8230; meine Patienten sind dreckige kleine Biester.B\u00fcrste. Deo. 2 Dosen Red Bull. N Apfel. Ne Kecksdose die mein Vater mir schickte. Kabelbinder. Ne Kopflampe, mit der man echt bl\u00f6de aussieht, aber es hilft beim arbeiten, wenn man beide H\u00e4nde frei hat. Kugelschreiber..Papier&#8230;und was dann noch in den Untiefen so rumlungert in die man sich f\u00fcr gew\u00f6hnlich nicht vorwagt beim w\u00fchlen.<br \/>\nDie Sicherheitskontrolle lasse ich \u00fcber mich ergehen und denke mir wie jedesmal, ob denn wirklich jemand glaubt, ich m\u00fcsste etwas auf das Flughafengel\u00e4nde schmuggeln um Schaden anrichten zu k\u00f6nnen, wenn ich denn Schaden anrichten wollen w\u00fcrde. Doch egal, wie klein der Dortmunder Flughafen auch ist&#8230;in Sachen Sicherheit, kann er es durchweg mit dem M\u00fcnchner Flughafen aufnehmen&#8230;man f\u00fchlt sich immer ein bisschen wie ein Schwerverbrecher.<br \/>\nMeine mir noch immer neue Kollegen begr\u00fc\u00dfen mich verhalten, als ich den Aufenthaltsraum kurz vor zehn betrete. 2 Monate arbeite ich jetzt hier, das ist noch zu wenig Zeit um mit jemand warm zu werden, vor allem wenn man so&#8230;&#8230;hm&#8230;ist wie ich.<br \/>\n&#8222;Hi Evchen&#8230;&#8220; sagt Dieter und l\u00e4chelt mich recht freundlich an. &#8222;Die Verniedlichung kannst du dir schenken&#8230;&#8220; erwider ich in einem Tonfall der sehr viel abweisender ist, als ich das eigentlich will&#8230;er hebt gleich beschwichtigend die H\u00e4nde. Es tut mir leid, aber wenn sie mich einmal f\u00fcr ein M\u00e4dchen halten, dann versuchen sie nur mit mir in die Kiste zu kommen und das arscht mich so an&#8230;da bleibe ich lieber Eigenbr\u00f6dler. Das&#8230;wird dann auch der Hauptgrund sein, weswegen ich mit niemand so richtig warm wurde.<br \/>\nDer Schichtleiter &#8211; sein Name ist Karsten &#8211; verteilt Leute auf Flugzeuge. Viel sind wir nicht. 5&#8230;inklusive Schichtleiter. 4 Leute f\u00fcr 3 Flugzeuge. Einen Embraer, zwei Dash 8.<br \/>\nKarsten bleibt bei mir stehen..blickt auf seinen Zettel und erkl\u00e4rt: &#8222;Du schnappst dir ein Auto und ein Modkit&#8230;draussen auf der 80 steht die Mike Charlie, da muss die MAU neu verdrahtet werden, weil der QAR zuviel Daten abspeichert und dauernd voll ist&#8220;<br \/>\nIch nicke artig blicke auf die Uhr und wieder zu meinem Chef. &#8222;Bis wann brauchen wir den Flieger wieder?&#8220;<br \/>\n&#8222;Um 12 Uhr soll er wieder fliegen.&#8220; erkl\u00e4rt er, woraufhin ich geflissentlich den Kopf sch\u00fcttel. &#8222;Da kannst du dem Herren von der Arbeitsvorbereitung gleich sagen, dass er f\u00fcr die Arbeit mindestens 20 Stunden planen kann..und das auch nur wenn alles gut l\u00e4uft. Was hat der denn f\u00fcr Fantasien?&#8220; Karsten l\u00e4chelt kurz, weil er die Debatte kennt und wei\u00df, dass 12 Uhr unrealistisch ist..er beugt sich etwas zu mir runter und sagt: &#8222;Bringst dus nicht?&#8220;<br \/>\nIch schneid ihm eine Grimasse: &#8222;Du Arsch, du kannst gern an meiner statt da rein kriechen, wenn dus besser wei\u00dft.&#8220; Karsten klopft mir auf die Schulter und l\u00e4chelt weiter. &#8220; Ne lass mal. Mach einfach soweit wies geht und h\u00f6r fr\u00fch genug auf um mit der Fr\u00fchschicht ne vern\u00fcnftige \u00dcbergabe zu machen okay?&#8220;<br \/>\nEine Stunde sp\u00e4ter sitze ich mit allem m\u00f6glichen Krimskrams bewaffnet im Flugzeugbauch..<em>Middle Avionisbay<\/em>&#8230;In meinen Ohren stecken St\u00f6psel und ich h\u00f6re auf bemerkenswerter Lautst\u00e4rke den immer gleichen Carnage Festival Remix von Spaceman. Das ist beinahe meditativ&#8230;und ich bemerke kaum wie die Zeit vergeht, w\u00e4hrend ich diverse Leitungen ausbaue&#8230;andere neu verlege..alte Verbindungen l\u00f6se um neue zu schaffen. Ich mach die Arbeit nicht zum erstenmal und hab alles dabei. Abgesehen davon, ist es eine Schweinsarbeit&#8230;bei der man sich diverse blaue Flecken holt..weil dort wo man hin muss um eine Leitung zu kriegen..f\u00fcr gew\u00f6hnlich schon ein Rohr liegt, dass auch nicht beiseite geht. Trotzdem bin ich dankbar f\u00fcr den Job heute Nacht, weil ich einmal mehr keine Gelegenheit hab \u00fcber meine pers\u00f6nliche Situation nachzudenken und&#8230;.das ist mir ganz recht so.<br \/>\nMir nichts, dir nichts. ist es dann halb sechs&#8230;den einen Teil &#8230;den schwierigeren wohlgemerkt! hab ich fertig gemacht..ein guter Zeitpunkt um Papierkram zu machen..als ich meine F\u00fc\u00dfe in die Luke stecke um wieder aus dem Flugzeug zu kommen stelle ich fest, dass irgend so ein Witzbold meine Leiter geklaut hat. Doch um die Uhrzeit mag ich mich nicht mehr \u00e4rgern und es ist nicht so hoch, dass ich so nicht runter k\u00e4me..also r\u00e4um ich meine ganzen Werkzeuge und Utensilien in meinen Rucksack, weil ich gleich nicht mehr hochkomme, wenn ich runter gesprungen bin&#8230;und mach dann genau das.<br \/>\nAuf dem Vorfeld bemerke ich dann, das auch mein Technikauto weg ist und&#8230;.das verdirbt mir denn doch ein wenig die Laune. Also zieh ich Thermojacke, M\u00fctze und Tuch an und stampfe zu Fuss zum B\u00fcro&#8230;schon mit dem festen Willen so ungelaunt zu sein, dass sie keine Freude daran entwickeln werden solche Sp\u00e4\u00dfe mit mir zu treiben.<br \/>\nDas B\u00fcro allerdings ist leer&#8230;weder die Nachtschicht noch da&#8230;noch die Fr\u00fchschicht schon. Hm.Meinen Papierkram mach ich trotzdem, allerdings l\u00e4sst mich der Computer nicht ins Internet um die notwendigen Daten abzurufen. Keine Netzwerkverbindung. Neustart. MsDos Ebene. Tracert url ergeben&#8230;nein. Es gibt wirklich kein Internet. An keinem unserer Pcs. Alter&#8230;wenn ich die Flugzeuge so warten w\u00fcrde, wie unsere EDV Abteilung die Computer&#8230;. Unter dem Nachbartisch f\u00e4llt mir der Arbeitskoffer von Dieter ins Auge. Der muss also noch hier sein. Ich schnapp mir das Funkger\u00e4t aus dem Chefb\u00fcro und frag auf dem Sammelkanal f\u00fcr unsere Technik nach Dieter&#8230;dann nach irgendjemand&#8230;dann nach niemand. Die haben echt schon Feierabend gemacht..ohne mich. Was f\u00fcr Schweine. Ausser Dieter. Es&#8230;geht mich ja nichts an&#8230;aber ich lauf mal bei den Kaffeeautomaten vorbei. Im Rauchergang&#8230;sogar auf der M\u00e4nnertoilette guck ich nach. Das f\u00fchlt sich komisch an. Also nicht dass man des Nachts auf dem Flughafen nicht \u00f6fters mal alleine w\u00e4re..also&#8230;menschenseelen allein, aber&#8230;<br \/>\nIch geh jetzt heim, das ist mir zu bunt. Feierabend ist auch. Auf dem Weg zur Umkleide h\u00f6re ich aus dem M\u00e4nnerabteil ein Ger\u00e4usch und wei\u00df damit auch wo Dieter ist. Alles gut &#8211; ich geh schon weiter, mit dem Rucksack locker um die Schulter..auf dem Weg nach draussen geb ich dann das Werkzeug ab&#8230;.da werd ich langsamer und horch nochmal. Stille. Es kribbelt mich in den Zehen. Immernoch Stille. Das kribbelt kriecht von den Zehen die Knie hinauf. Ich kenn das schon. Meine H\u00e4nde ballen sich zu F\u00e4uste, dann mache ich kehrt und anstatt in meiner eigenen Umkleide zu verschwinden gehe ich zur\u00fcck und mach den Schritt in das M\u00e4nnerabteil.<br \/>\nStille.<br \/>\n&#8222;Dieter?&#8220; ruf ich so in den Raum. Nichts. &#8222;&#8230;oder sonst wer?&#8220; Ein weiterer Schritt. Es&#8230;f\u00fchlt sich falsch an. Also nicht nur ich in der M\u00e4nnerumkleide..alles. Das v\u00f6llig leere B\u00fcro. Die Stille. Das fehlende Internet. Und dann h\u00f6r ich es. Das leise hektische Schnaufen. Mein erster echt eigenartiger Gedanke ist, dass sich einer der Kollegen hier einen runterholt..was wirklich nichts ist, was ich sehen will&#8230;stehen bleib ich trotzdem. Lausche weiter. H\u00f6re es immernoch, so als h\u00e4tte sich mein Geh\u00f6r auf die Stille eingestellt. Das Schnaufen klingt nicht&#8230;..geil.<br \/>\n&#8222;Hallo?&#8220; werfe ich z\u00f6gernd&#8230;.leiser in den Raum..ich sollte gehen und noch w\u00e4hrend ich mir das denke, gehe ich schon weitere Schritte hinein&#8230;sehe die Spinde..zwei drei sind offen..ein paar Klamotten liegen auf dem Boden..wie achtlos liegen gelassen. Meine Kollegen sind Schweine. Ein hellblaues Arbeitshemd liegt auch da mit&#8230;rot durchsifftem \u00c4rmel. Scheisse.Da hat sich jemand eine fiese Verletzung zugezogen&#8230;.das&#8230;passiert leider manchmal in meinem Job&#8230;darum ist auch keiner hier, vermutlich haben sie ihn zum medizinischen Dienst gefahren und so. Die Anspannung f\u00e4llt etwas von mir ab, da h\u00f6r ich noch immer das Schnaufen..aus den Duschr\u00e4umen. <em>Uhm&#8230;.<\/em> Und dann hab ich die Faxen dick. Wenn sich hier wirklich jemand einen schrubbt, dann wird er das wohl einstellen m\u00fcssen, denn ganz dumm will ich nicht sterben, also stapfe ich entschlossenen Schrittes in die Duschr\u00e4ume..blicke Todesmutig in jede Kabine. In der letzten entdecke ich Blut am Vorhang&#8230; und schiebe diesen entschlossen beiseite und finde dort&#8230;Dieter.<br \/>\nIn Arbeitshosen, aber nacktem Oberk\u00f6rper sitzt er pitschnass in der Dusche und blutet traut vor sich hin. Sein Blick starr nach vorne gerichtet, ist er derjenige der so vor sich hin japst. Hyperventiliert. Sagt mein erste Hilfe Kurs. Ich bin&#8230;.schockiert und starr ihn Sekunden&#8230;.Minutenlang&#8230;so an, wie er die Wand anstarrt ohne auf mich zu reagieren. Dann atme ich tief aus und ich gehe in die Hocke und lege ihm meine Hand auf den unverletzten Arm. Vermutlich hat er einen Schock.<br \/>\n&#8222;Dieter..?&#8220; spreche ich ihn vorsichtig an. Heiss ist er. Dabei werfe ich einen Blick auf die Verwundung und&#8230;bin verbl\u00fcfft wie \u00fcberaus beherrscht ich bleibe bei dem Anblick von&#8230;nun&#8230;fehlendem Fleisch? Mein Hinterkopf sucht nach einer adequaten Erkl\u00e4rung..welches Werkzeug k\u00f6nnte wohl ein St\u00fcck Fleisch rausreissen. Meine Lippen sprecher derweilen. &#8222;Dieter?Dieter&#8230;.sieh mich an&#8230;du musst ruhig atmen&#8230;h\u00f6rst du?&#8220;<br \/>\nEr h\u00f6rt nicht. Aus meiner Ber\u00fchrung wird ein vorsichtiges Ziehen. Aber Dieter ist nicht ansprechbar und ich f\u00fchle mich nicht ausgebildet genug um mit dieser Situation vern\u00fcnftig umzugehen. Also z\u00fccke ich mein Handy um den Notarzt zu rufen. Allerdings hab ich kein Netz. Das ist&#8230;.<br \/>\nF\u00fcr einen Moment schwappt eine Welle von \u00dcberforderung \u00fcber mich hinweg&#8230;Dieter allein lassen. Schlecht. Also&#8230;die Vorschriften beugen. Erstversorgung einleiten. Dann Hilfe holen. Dann stabilisierende Ma\u00dfnahmen. Der erste Hilfe Kasten ist ganz nah und&#8230;Dieter wehrt sich nicht, als ich ihm einen wirklich gro\u00dfen Druckverband anlege..obwohl&#8230;er nicht so sehr blutet, wie er es meiner Meinung nach tun sollte. Dieter&#8230;.arbeitet allerdings auch nicht mit. So krieche ich um ihn herum und stelle dabei fest, dass er&#8230;nicht so toll riecht. Die Verletzung sieht irgendwie nach&#8230;Hund oder sowas aus. Rausgerissen, soweit ich das beurteilen kann. Es leben NCIS und CSI Serien. Auf dem Flughafen haben wir nur Polizeihunde. Vielleicht einer von denen?<br \/>\nIch versuche Dieter ein weiteres Mal dazu zu bewegen mit zu kommen doch der weigert sich nach wie vor. Also husche ich wieder ins B\u00fcro und rufe \u00fcber Festnetz im medizinischen Dienst an&#8230;doch da geht niemand ran. Notarzt, ist belegt. Das Gef\u00fchl einer Verschw\u00f6rung zu unterliegen&#8230;&#8230;aber ich bin eine Frau der Tat und wenn das so nicht geht, dann fahr ich ihn halt selbst ins Krankenhaus&#8230;.doch als ich in die M\u00e4nnerumkleide zur\u00fcck kehre finde ich nur noch nasse Fusstapser &#8230;die&#8230;in die Frauenumkleide f\u00fchren. Er&#8230;sucht mich? Warum er allerdings kein Licht gemacht ist mir nicht klar&#8230;.mein Herz klopft Alarm&#8230;was kein Wunder ist&#8230;.die Situation ist zu&#8230;.Zu. Ich mache Licht und folge den sp\u00e4rlich werdenden Spuren und finde mich allein&#8230;<br \/>\n&#8222;Dieter&#8230;?&#8220; Leiser klinge ich, als ich es wollte. Auf dem Boden liegt der blutige Verband&#8230;und seine Arbeitshose.<br \/>\n???<br \/>\nMeine Nackenhaare stellen sich auf bei der Vorstellung, wie er..hier nach mir suchte&#8230;mich nicht fand&#8230;den Verband abnahm&#8230;.sich&#8230;auszog?&#8230;\u00e4hm&#8230;.es fr\u00f6stelt mich und ich mach die Thermojacke zu. Mehr..Automatisch als durchdacht gehe ich zum n\u00e4chsten EH Kasten und packe ihn ein, damit ich ihm einen neuen Verband machen kann wenn ich ihn finde&#8230;.<em> oder&#8230;er dich&#8230;<\/em>&#8230;mein Rucksack rutscht mir von der Schulter, also ziehe ich ihn vern\u00fcnftig an. Irgendwas l\u00e4uft schief. Ich suche Dieter und finde weder ihn..noch jemand anderen, also..werde ich trotzdem zurm Krankenhaus fahren oder zur Polizei..und sagen, dass&#8230;hier etwas schief l\u00e4uft, ich aber nichts machen kann. Der Ordnung wegen&#8230;nehme ich mir im B\u00fcro des Chefs einen Zettel Papier und schreibe in Stichpunkten auf, was hier passiert ist und wohin ich jetzt fahre und dass ich jetzt fahre und dass ich das Handy dabei habe&#8230;und erreichbar bin, wenn ich wieder Netz hab. und w\u00e4hrend ich den Zettel anstarre und mich frage, ob da alle wichtige Information draufsteht packt mich jemand an der Thermo weste und zieht mich seitlich zur\u00fcck&#8230;h\u00e4lt mich an der Weste und von schr\u00e4g hinten neben dem Rucksack&#8230; in einem nackten Arm fest wie ein st\u00fcrmischer Liebhaber.<br \/>\n&#8222;Evchen&#8230;&#8220; fl\u00fcstert er mir zu und ich k\u00f6nnte kotzen. Ich&#8230;suche in meinem Kopf nach klugen Dingen, die ich tun k\u00f6nnte. Aber alle Informationen purzeln gleichzeitig auf mich ein. Dass es Dieter ist. Dass er verletzt ist. Dass er sich komisch verh\u00e4lt. Dass alles hier komisch ist. Dass er mich festh\u00e4lt. Dass er mich an der Weste festh\u00e4lt und dass ein Problem ist und w\u00e4hrend mein Kopf lustig weiter wild durcheinander Dinge denkt, heben sich meine H\u00e4nde&#8230;ganze langsam..und \u00f6ffnen den Reissverschluss der Weste.<br \/>\n&#8222;Eeeeevchen&#8230;..&#8220; wiederholt er und da ist ein Timbre das&#8230;mich zittern l\u00e4sst. Obwohl ich so \u00e4ngstlich nicht bin. Er&#8230;l\u00e4sst mich machen&#8230;was ich tu, als&#8230;gesch\u00e4he es in seiner Wahrnehmung gar nicht. &#8222;&#8230;.ichhhhh&#8230;mag&#8230;.dichhhh&#8230;&#8220; Und dann kichert er und mein Herz setzt einen Moment aus&#8230;.wie mein Gehirn&#8230;ich glaub, das ist Panik. Ich greife nach dem Arm..der mich umschlugen h\u00e4lt und schiebe ihn langsam nachdr\u00fccklich weg&#8230;.und das funktioniert auch, bis zu der Sekunde, als Dieter begreift, was ich zu tun gedenke..da..will er wieder zu ziehen..doch ich schl\u00fcpfe nicht nur unter seinem Arm hindurch..sondern im gleichen Zug auch aus meiner Weste raus&#8230;und bin einen Augenblick schon zwei drei Schritte entfernt, bevor ich mich umdrehe.<br \/>\nDas Bild ist absurd. Bis auf rot gef\u00e4rbte weisse Shorts..ist er nackt und blass&#8230;die Haare noch immer nass. Und er sieht die Weste vorwurfsvoll an, als h\u00e4tte er noch nicht ganz verstanden, dass die Person darin jetzt fehlt. Als m\u00fcsse er \u00fcberlegen, in welcher Tasche sie sich wohl versteckt haben k\u00f6nnte. Und dann sagt er nochmal&#8230;.&#8220;Evchen&#8230;?&#8220; So ehrlich verwundert, dass ich in aller Absurdit\u00e4t lachen muss und da&#8230;da dreht er dann den Kopf und sieht mich an und etwas in mir begreift, dass sich das Verhalten mit einem Schock allein nicht erkl\u00e4ren l\u00e4sst. Seine Gesicht..verzieht sich zu einem erfreuten Grinsen und seine Stimme scheint mir tiefer als noch eben&#8230;als er meinen Namen ein weiteres Mal wiederholt.<br \/>\nEvchen.<br \/>\nIch habe Angst vor ihm. Ehrliche. Echte. Angst. Angst die jedes Mitgef\u00fchl und jedes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine Situation vernichtet. Angst die jedes nachdenken daf\u00fcr, wie ich sp\u00e4ter wohl erkl\u00e4ren k\u00f6nnte, warum ich einer verletzten Person weh tat, beiseite wischt. Dieter l\u00e4sst Weste wie Rucksack fallen und kommt auf mich zu und ich warte nicht, bis er mich wieder ergreift. Ich \u00fcbernehme die Kontrolle \u00fcber die Situation. So wie ich es gelernt habe.<br \/>\nDieter ist mehr verbl\u00fcfft denn wehrhaft, als ihn mein Tritt nach hinten bef\u00f6rdert&#8230;ich&#8230;\u00fcbrigens auch. Sandsack ist die eine Sache. Menschen sind&#8230;.weicher. Adrenalin rauscht in meinem Blut&#8230;und ich b\u00fccke mich zitternd nach meinem Rucksack&#8230;zitternd vor Angst und Anspannung. Dieter k\u00e4mpft mit sich und damit aufzustehen&#8230;und ich&#8230;ich suche das Weite. Laufe zum Parkplatz um auf halben Weg zu erkennen, dass zuviele Autos im Weg stehen, als dass ich einfach nach Hause fahren k\u00f6nnte. Haare raufen. Weiche Knie&#8230;keine Ahnung. Wohin mit mir. Was tun. Was passiert. Die \u00dcberforderungswelle, die ich vorhin zur\u00fcckschlagen konnte, schwappt jetzt \u00fcber mich und mein Gehirn stellt mir vor die Wahl mich hier an Ort und Stelle nieder zu legen und aufzugeben oder zu meinem Wagen zu gehen. Ich w\u00e4hle den Wagen, mache ihn hinter mir zu. Verkrieche mich auf der R\u00fccksitztbank&#8230;verdunkelte Scheiben. Eine Decke, die dort immer liegt&#8230;.dann weine ich die Anspannung aus meinen Glieder und&#8230;schlafe einfach ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>21.12.2012<\/p>\n<p>Ein ziehender Schmerz im Nacken weckt mich.\u00a0 F\u00fchl mich, als h\u00e4tte ich auf Steinen geschlafen. Es gibt so Tage\u2026..mein ganzer K\u00f6rper ist verspannt.Kopfweh. Kalt ist mir auch, streck mich trotzdem soweit meine Glieder mich lassen, weil der Raum in dem ich liege begrenzt ist. [i]Uhm?[\/i]<\/p>\n<p>Die berechtigte Frage, warum ich in meinem Auto liege dr\u00e4ngt sich in mein Bewusstsein. Mit meinem Erwachen kehren auch die Bilder der vergangen Nacht zur\u00fcck. Sie scheinen mir abwegig.\u00a0 So abwegig, dass mich ein f\u00fcrchterlich schlechtes Gewissen bef\u00e4llt, als mir wieder einf\u00e4llt, dass ich einen meiner Kollegen getreten habe\u2026. Weil er mir komisch vorkam. Tolle Begr\u00fcndung. Komisch komm ich mir auch vor, als ich mich wie ein 80j\u00e4hriger Kr\u00fcppel langsam aufrichte. Der Schmerz in meinem Nacken ist fies\u2026ich plane auf dem Weg nach Hause bei einer Apotheke vorbei zu fahren und mir W\u00e4rmecreme mitzunehmen. Dann Kaffee. F\u00fcr eine Tasse Kaffee k\u00f6nnte ich gerade t\u00f6ten. Warmen leckeren Kaffee. Eine heisse Wanne. Plan.<\/p>\n<p>Sekunden sp\u00e4ter\u00a0 sitz ich auf dem Fahrersitz und starte den Motor. Raus aus der Parkl\u00fccke, rechts abgebogen\u2026raus aus dem kleinen Parkhaus um die kleine Kurve\u00a0 rum , die zur Ausgangsschranke f\u00fchrt allerdings hat meine Heimreise ein Ende. Weil dort lauter Autos stehen. Mehr oder minder ordentlich, aber gem\u00e4\u00df offen stehender T\u00fcren ganz offensichtlich verlassen. Die standen dort gestern auch schon, ich erinner mich. Mein Herz macht einen Sprung. Man muss einfach zugeben, dass sowas normal nicht passiert. Und obwohl ich nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig an der Realit\u00e4t h\u00e4nge bringt mich diese Abweichung v\u00f6llig\u00a0 aus dem Konzept. Mein Puls beschleunigt, als h\u00e4tte ich einen Sprint begonnen\u2026die Kn\u00f6chel an meinen H\u00e4nden die das Lenkrad halten werden wei\u00df. In meinem Kopf spielen sich Szenen ab, wie etwas geschieht\u2026das alle aus ihren Autos aussteigen l\u00e4sst\u2026zu Fuss fl\u00fcchtend, anstatt zu fahren. Ein Atompilz. Bombendrohung. [i] Die h\u00e4tte ich h\u00f6ren m\u00fcssen\u2026[\/i]<\/p>\n<p>Vielleicht\u2026.ein terroristischer Anschlag. Da wird das Gel\u00e4nde umgehen evakuiert. Keine Zeit f\u00fcr Besitzsicherung. Das w\u00fcrde auch die Leere erkl\u00e4ren. Das SEK entfernt alle weiteren m\u00f6glichen Geiseln und sperrt den Flughafen weitr\u00e4umig ab und ich\u2026ich habs verpasst, weil mich dort einfach niemand sah oder vermutete und den Funk h\u00f6rte ich nicht wegen der lauten Musik. Mein Puls beruhigt sich wieder. Nicht dass terroristische Anschl\u00e4ge etwas beruhigendes ansich h\u00e4tten, aber es ist f\u00fcr mein Gehirn nachvollziehbar. Dieter\u2026<\/p>\n<p>Dieter. Vielleicht kam er irgendwie in \u2026.so eine\u2026Sedierungsgaswolke oder\u2026wei\u00df der Kuckuck was die Polizei auf Lager hat. Und ich hab ihn noch getreten. Ich muss zur Polizei und ihr sagen, dass sich noch jemand auf dem Gel\u00e4nde befindet der vermutlich nicht ganz zurechnungsf\u00e4hig ist. In dem Loch, das aus dem Parkhaus raus f\u00fchrt erscheint kurz ein Schatten. Da ist wer. Meine M\u00fctze und meinen Schal steck ich in den Rucksack\u2026halb vermummt herum h\u00fcpfen, wenn der SEK Terroristen jagt w\u00e4re nicht die beste aller Ideen. Dann bin ich auch schon nebst Rucksack auf dem Weg nach draussen\u2026verhalten, weil ich irgendwie damit rechne, dass aus dem Nichts pl\u00f6tzlich ein Haufen Uniformierter springen und ihre Waffen auf mich richten. Aber da springt niemand.\u00a0 Der Gehsteig vor dem Terminal ist absolut leergefegt, was an und f\u00fcr sich schon irgendwie gruselig ist.\u00a0 Mein Kopf dreht sich auf die andere Seite, nimmt die Tankstelle dort in Augenschein, die wie immer orange rumleuchtet. Es stehen noch W\u00e4gen an den Zapfs\u00e4ulen. Ein St\u00fcck weiter seh ich einen BWM an einem Baum, auch dort steht die T\u00fcr offen. Keine fahrenden Autos. Wie weit die wohl so ein Gebiet abriegeln?<\/p>\n<p>Kurz spiel ich mit dem Gedanken eines der offenen Autos zu nehmen, die so g\u00fcnstig stehen, dass ich damit losfahren k\u00f6nnte\u2026doch meine Erziehung h\u00e4lt mich davon ab. Immerhin geh\u00f6rt mir das nicht und auch eine Abriegelung \u00e4ndert daran nichts. [i] Nur geliehen Herr Polizist, wirklich![\/i]<\/p>\n<p>Ich werde einfach bis zur normalen Busstation hinter dem Porschezentrum gehen. Querfeldein. Unterwegs sehe ich einen Wagen aus Richtung des Wohngebietes kommen\u2026str\u00e4flich schnell und dann ist er auch schon weg. An der Tankstelle w\u00e4re ich beinahe einfach so vorbeigelaufen, da seh ich hinter dem Lenkrad eines blauen Peugot eine Frau sitzten und recht verbissen Essen. Etwas schiebt sie sich gerade noch in den Mund, dann sinkt ihre Hand auf den Beifahrer sitz und nimmt von dort etwas neues\u2026.drei vier Schritte verwandeln etwas in eine Wurstsemmel. Mhh\u2026Fr\u00fchst\u00fcck.<\/p>\n<p>Spontan beschlie\u00dfe ich einen Zwischenstopp an der Tanke. Die Frau wird mir schon erz\u00e4hlen k\u00f6nnen, was hier vor sich geht. So n\u00e4her ich mich unverdrossen und gebe mir M\u00fche m\u00f6glichst gut zu sehen zu sein\u2026was die Frau g\u00e4nzlich ignoriert\u2026.und dementsprechen erschreckt, als ich sie mit einem deutlichen \u201eGuten Morgen\u201c begr\u00fc\u00dfe. Neben ihr auf der Fahrerseite steh ich, von dort seh ich, dass sie auf dem Beifahrersitz unmengen von Wurstsemmeln liegen hat, so als h\u00e4tte sie die Auslage einer B\u00e4ckerei ausgeraubt. Ein paar Semmelreste liegen im Fu\u00dfraum dazu.\u00a0 Ich l\u00e4chel\u2026oder so und sie h\u00f6rt mit dem Essen auf und starrt mich an\u2026misstrauisch.\u00a0 So vergehen einige Sekunden, dann bedeute ich ihr das Fenster runter zu kurbeln, was sie tut\u2026einen Spalt breit. Innerlich winke ich ab, vermutlich sehe ich gr\u00e4sslich aus.<\/p>\n<p>\u201eGuten Morgen\u201c wiederhole ich und bem\u00fche mich um eine sympathische Ausstrahlung. \u201e\u2026.verzeihen sie ich\u2026.laufe ein wenig neben der Spur\u2026k\u00f6nnen sie mir sagen was \u2026.\u201c Ich\u00a0 beschreibe eine reichlich allumfassende Geste. \u201e\u2026.passiert ist?\u201c<\/p>\n<p>Die Frau schluckt das St\u00fcck Semmel runter..blinzelt und wirkt trotz der Bl\u00e4sse echter als noch eben. Menschlicher. Ihre Schultern ziehen sich hoch\u2026sie holt Luft die ungenutzt ausgesto\u00dfen wird. Ein Kopfsch\u00fctteln, dann sieht sie mich an. Der Ausdruck in ihren blauen Augen ist\u2026verloren\u2026irgendwie.<\/p>\n<p>Ihre Stimme klingt br\u00fcchtig. \u201eMein Mann hat unseren Sohn gefressen\u201c<\/p>\n<p>Ich sch\u00fcttel den Kopf und beuge mich n\u00e4her zu ihr, was ich geh\u00f6rt hab, kann so ja nicht wahr sein.<\/p>\n<p>\u201eVerzeihung?\u201c<\/p>\n<p>In einer hilflosen Geste breitet sie ihre H\u00e4nde aus..[i]mit dieser Wurstsemmel[\/i] und holt erneut Luft. \u201eMein Mann kam von der V-Schicht heim\u2026heute Nacht und es ging ihm nicht gut. Hat nicht geredet mit mir, nicht wirklich. War ganz heiss und hat sich direkt ins Bett gelegt. Ich\u2026\u2026\u2026..ich folgte ihm und heute Morgen wach ich auf, ganz fr\u00fch und er ist nicht da\u2026mein Mann.\u201c Erl\u00e4utert sie\u2026der Blick ins Nichts gerichtet, obwohl sie zu mir sieht. \u201e Dann h\u00f6r ich ein Ger\u00e4usch im Zimmer unseres Sohnes und\u2026.und geh dahin, ganz schlaftrunken und\u2026da seh ich wie mein Mann bei meinem Sohn auf dem Bett sitzt\u2026ihn fest umarmt h\u00e4lt und\u2026Blut l\u00e4uft den R\u00fccken hinab\u2026aus dem Nacken. Karl hat einfach in den Nacken meines Kindes gebissen.\u201c Und wieder zuckt sie mit den Schultern.<\/p>\n<p>Ich\u2026.steh nur da und sehe sie an. Unschl\u00fcssig ob ich das Ernst nehmen kann\u2026soll\u2026darf? Etwas\u2026muss passiert sein, denn die Blau\u00e4ugige Blondine ist eindeutig von der Rolle. Jetzt erst sehe ich, dass sie ein Nachthemd tr\u00e4gt und dar\u00fcber einen Mantel. Ein seltsamer Schmerz schleicht sich in meine Brust.<\/p>\n<p>\u201eIch bin dann gefahren\u201c erz\u00e4hlt sie weiter.<\/p>\n<p>\u201eUnd ihr Sohn?\u201c frag ich.<\/p>\n<p>Daraufhin ziehen sich ihre Mundwinkel nach unten. Keine Antwort. Meine Stirn legt sich kraus. Gehe ein paar Schritte zur\u00fcck \u2013 ein Blick aufs Nummernschild. M\u00fcnster. Und kehre zu ihr zur\u00fcck.\u00a0 Sie sitzt da immernoch regungslos mit dem Gesichtsausdruck der schon beinahe eine Karrikatur sein k\u00f6nnte. Und dann h\u00f6r ich es. Dumpfes Pochen von hinten. Aus dem Kofferraum. Ich lausche\u2026sie\u2026scheint es nicht zu bemerken \u2026beisst einfach wieder in die Wurstsemmel\u2026.w\u00e4hrend ich z\u00f6gerlich n\u00e4her zum Kofferraum gehe und\u2026auch mal dagegen klopfe. Stille. Dann h\u00f6r ich etwas dumpfes. Kein Klopfen. Worte\u2026beug mich tiefer und h\u00f6re ein undeutliches\u2026langezogenes \u2026..wie von einer falsch eingestellten Platte stammendes\u2026<\/p>\n<p>[i] Maaaamaaaaa[\/i]<\/p>\n<p>\u2026und weiche unwillk\u00fcrlich zur\u00fcck.\u00a0 Mein Gehirn weigert sich eine geraume Zeit die logische Schlussfolgerung zu ziehen, dann stampfe ich wieder zu der Frau, reisse die T\u00fcre auf und fahr sie \u00a0an.<\/p>\n<p>\u201eSag mal hast du dein Kind in deinen Kofferraum gesteckt? In deinen KOFFERRAUM??????\u201c Schnappe nach Luft.\u00a0 Mir platzt der Kragen. Kann es nicht glauben, geht es denn noch kr\u00e4nker?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Schaudern durchf\u00e4hrt sie\u2026.sie zieht sich zusammen, als h\u00e4tte ihr jemand in den Bauch geschlagen.\u00a0 Und obwohl sie die Wurstsemmel fallenl\u00e4sst und sich beide H\u00e4nde vor den Mund h\u00e4lt, kann sie das bereits verdaute Essen, dass daraus hervorquillt nicht aufhalten. Es rinnt zwischen den Fingern hindurch und der Geruch verursacht auch mir \u00dcbelkeit. Soll sie kotzen die Irre. Meine rechtschaffene Emp\u00f6rung kann kein Mitgef\u00fchl f\u00fcr sie aufbringen, stapfe nach hinten und mach den Kofferaum auf.<\/p>\n<p>H\u00e4tt ichs nicht getan.<\/p>\n<p>H\u00e4tt ichs lieber nicht getan.<\/p>\n<p>Der Anblick des Kindes schn\u00fcrt mir die Kehle zu\u2026merke gar nicht, dass mir Tr\u00e4nen runterlaufen. Mein Atem geht so schnell. Das passt nicht in meine Realit\u00e4t. Nicht in meine Welt. Wie eine kaputte Puppe, liegt es da..mit dieser aufgerissenen Wunde im Nacken. Die Augen weit offen, den Mund offen. Wie tot. Aber ich wei\u00df, dass ich es sprechen h\u00f6rte.\u00a0 Das Bild zu sehen, tut k\u00f6rperlich weh, denn es verr\u00fcckt mich. Dinge auf die ich mich bisher immer verlassen konnte, werden pl\u00f6tzlich unstet. V\u00e4ter knabbern nicht an ihren Kindern. Kann nicht aufh\u00f6ren den toten Leib zu betrachten\u2026..und dann dreht es den Kopf.[i] Mamaaaa.[\/i]<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste was ich wei\u00df ist, dass ich laufe. Nicht nur von dem Auto weg. Auch von allem, was diese Begegnung mit sich bringt. Die vage Ahnung, dass es keine Erkl\u00e4rung geben wird. Die Bef\u00fcrchtung, dass es nicht gen\u00fcgt den Flughafen zu verlassen um die echte Welt wieder zu finden.<\/p>\n<p>[i] M\u00fcnster[\/i]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>20.12.12 Mein Finger tippt kurz auf den &#8218;Ablehnen&#8216; Button. Kerstin hat mich eingeladen auf die Weltuntergangsparty, via Facebook. Am 21.12.12 um 00:00 gehts los. Mein Ablehnungsgrund ist: &#8222;Hab&#8216; Nachtschicht.&#8220; Kerstin ist die Schwester von meinem Ex. 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