{"id":5,"date":"2004-04-12T11:54:06","date_gmt":"2004-04-12T11:54:06","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=5"},"modified":"2011-12-28T17:29:48","modified_gmt":"2011-12-28T17:29:48","slug":"portrait-of-a-shadow","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=5","title":{"rendered":"Portrait of a Shadow"},"content":{"rendered":"<p align=\"left\">Meine Tr&auml;ume sind meine &lsquo;echte&rsquo; Welt. In ihnen kann ich richtig sehen, richtig h&ouml;ren&#8230;.richtig f&uuml;hlen. Alles, war mir in der sogeannten &lsquo;Realit&auml;t&rsquo; vorbehalten bleibt. Ich bin erkrankt, an einer Art &#8230;Nervenleiden&#8230;die es mir unm&ouml;glich macht&#8230;die Realit&auml;t so wahrzunehmen wie es die meisten Menschen mit Hilfe ihrer Sinne k&ouml;nnen. <br \/>Die &lsquo;Realit&auml;t&rsquo; besteht f&uuml;r mich nur aus Schemen&#8230;dumpfen Kl&auml;ngen&#8230;. Meine Welt ist ein Gef&auml;ngnis, in dem ich alleine bin, in der ich nur mich habe, denn kaum etwas schafft es zu mir durchzudringen.<br \/>Selbst Geschmack und Geruch sind mir gr&ouml;&szlig;tenteils verwehrt.<br \/>Einzig f&uuml;r Ber&uuml;hrung&nbsp; bin ich empf&auml;nglich.<br \/>So erkenne ich Menschen nicht an ihrer Stimme wieder, sondern an dem Eindruck, den ihre Anwesendheit in meiner Umwelt hinterl&auml;sst. Schwer vorstellbar f&uuml;r jene, die nicht wie ich auf diesen einen Sinn angewiesen sind. Doch jedes Wesen tr&auml;gt eine eigene Art des Seins in seiner Aura, so unverwechselbar wie ein Fingerabdruck.<br \/>Eine Mischung aus magnetischen, elektrischen Feldern&#8230;radioaktiver Strahlung&#8230;W&auml;rme&#8230;und tausend anderer Umst&auml;nde&#8230;sehr faszinierend.<br \/>Und erschreckend.<br \/>Nachdem meine Krankheit ausbrach stellte sich meine Wahrnehmung innerhalb nur zwei Jahren v&ouml;llig um. DAS ist wirklich verwirrend.<br \/>Und jetzt alles was mir bleibt.<br \/>Das wenige was ich f&uuml;hle, die Erinnerung daran wie es war und meine Tr&auml;ume.<br \/>F&uuml;r die Menschen, die mit mir arbeiten &#8211; ich lebe wohl in einer Art Heim &#8211; bin ich &#8230;nur existierend. Sie schlie&szlig;en, aus meiner Unf&auml;higkeit mit ihnen zu interagieren, dass ich nicht zu eigenen Gedanken f&auml;hig bin. Das ist nicht richtig. Ich kann ihnen nur keinen Ausdruck verleihen.<br \/>Sie meiden den Umgang mit mir, weil ich zur&uuml;ck zucke, wenn sie mich &lsquo;normal&rsquo; ber&uuml;hren, sie wissen nicht, dass es f&uuml;r mich ist, als w&uuml;rden sie mir ins Gesicht schreien.<br \/>Sie verstehen mich nicht und aus Unverst&auml;ndnis w&auml;chst Angst&#8230;wenn nicht sogar Hass. Aber ich bin nicht pr&auml;sent genug um sie zu &auml;ngstigen. Ich BIN einfach nur &#8211; f&uuml;r sie.<br \/>Alles ver&auml;ndert sich an jenem Tag, als dieser neue Mensch meinen Raum betritt.<br \/>Unbekannt. Unbenannt.<br \/>Ein Schatten auf meiner Iris&#8230;ein gutturaler Ton in meinem Kopf, dessen Vibrationen f&uuml;r mich k&ouml;rperlich sp&uuml;rbar sind und&#8230;eine unbeschreibliche Pr&auml;senz. Dieser Mensch, ist so echt, so lebendig&#8230;so unglaublich da&#8230;wahr, dass es mir den Atem raubt.<br \/>Das Abbild, dass seine Gegenwart in mir hinterl&auml;sst, ist so greifbar, dass es mir beinah ist, als K&Ouml;NNTE ich ihn sehen, jemand der irgendwie &lsquo;echt&rsquo; ist. Echter als jeder andere Mensch, der sich zuvor in meinem Umfeld bewegte.<br \/>Ich bin bewegt.<br \/>Er muss ein neuer Mitarbeiter sein&#8230;denn ich &lsquo;sehe&rsquo; ihn fortan jeden Tag. Jeden Tag verbringt er Zeit in meiner N&auml;he. Spricht zu mir, auch wenn seine Worte nicht bis zu mir durchdringen. Dennoch unterhalten wir uns, auf ganz eigene Art und Weise. So vertraut, als w&uuml;rden wir uns schon ein Leben lang kennen. Wie eigenartig, Wie seltsam wundervoll.<br \/>Bald muss ich l&auml;cheln, wenn ich sp&uuml;re, dass er mein Zimmer betritt.<br \/>Und ich wei&szlig;, dass er l&auml;chelt, wenn er mit mir spricht, weil sich die Schwingungen seiner Stimme im Raum ver&auml;ndern.<br \/>In der Sekunde, in der er mich zum erstenmal ber&uuml;hrt verliebe ich mich. Seine Ber&uuml;hrung ist so sacht&#8230;so zaghaft vorsichtig, als w&uuml;sste er wie ich empfinde&#8230;als w&uuml;sste er&#8230;WIE ich meine Welt wahrnehme. Seine Hand, seine W&auml;rme auf meiner Haut ist ein Zwiegespr&auml;ch besonderer Art. <br \/>Gespr&auml;che &uuml;ber Wahrheit und N&auml;he, &uuml;ber &Auml;ngste und Schmerz&#8230;.Einigkeit &#8211; Verbundenheit.<br \/>Mich sehnt es danach mehr &uuml;ber ihn zu wissen, mehr zu erfahren. Darum nehme ich ihn mit in meine Tr&auml;ume.<br \/>Mit allem was ich &uuml;ber ihn wei&szlig;, male ich ein Bild.<br \/>Nicht von seinem Gesicht. Nicht von seiner Statur. Von IHM. Was ihn ausmacht.<br \/>In meiner &lsquo;echten&rsquo; Welt kann ich ihm geben und von ihm nehmen. So wie er mir gibt und von mir nimmt. Als w&auml;re es niemals anders gewesen. Ich bin befl&uuml;gelt. Lebendig. Eine echte Frau. Und wenn er am n&auml;chsten Tage wieder bei mir ist und seine Anwesendheit &uuml;ber seine H&auml;nde in meinen K&ouml;rper flie&szlig;t, erz&auml;hle ich ihm von meinem Traum. <br \/>Und dass er mir lauscht macht mich gl&uuml;cklich.<br \/>Ich bin gl&uuml;cklich.<br \/>Dann kommt der Tag, an dem ich vergebens auf sein Erscheinen warte.<br \/>Seine Abwesendheit hinterl&auml;sst eine eigent&uuml;mliche Wunde in der Realit&auml;t, dir mir keine Freude mehr machen will.<br \/>Darum lasse ich sie hinter mir.<br \/>Ich bleibe in meiner Welt, in meinen Tr&auml;umen.<br \/>Allein, mit dem Abbild eines Schattens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Tr&auml;ume sind meine &lsquo;echte&rsquo; Welt. In ihnen kann ich richtig sehen, richtig h&ouml;ren&#8230;.richtig f&uuml;hlen. Alles, war mir in der sogeannten &lsquo;Realit&auml;t&rsquo; vorbehalten bleibt. 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