{"id":69,"date":"2006-12-11T00:21:30","date_gmt":"2006-12-11T00:21:30","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=69"},"modified":"2011-12-28T17:29:50","modified_gmt":"2011-12-28T17:29:50","slug":"suizid","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=69","title":{"rendered":"Suizid"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">Das neue Jahr hat begonnen. Wie wundervoll nicht wahr?<br \/>Schnee. Die Luft eisig kalt. Man sp&uuml;rt das man lebt. Nicht wahr?<br \/>Und dann gehst du nach Hause. Schaltest die Stereoanlage ein, oder den Fernseher. Du setzt dich auf deine Couch und f&uuml;hlst dich leer. Vielleicht bereitest du dir noch etwas zu essen, verspeist es. Nahrungsaufnahme &#8211; nicht mehr. Dein Roman ist beendet. Etwas neues schreiben? Noch nicht. Mit Freunden weg gehen &#8211; vielleicht. Was heisst das? Du rufst an, ihr verabredet euch, ihr trefft euch, ihr redet &#8211; selten &uuml;ber etwas was dich bewegt. Nicht wahr? Dann f&auml;hrst du wieder heim. Machst das Licht an. Siehst dich um. Leise. Leer. Schn&uuml;rt das dein Herz ein? Du machst Musik an. Aber keine Musik ist so laut, um diese Stille zu &uuml;bert&ouml;nen. Nicht wahr? Diesen Punkt schleppst du schon dein halbes Leben mit dir. Die Panik davor, nichts in deinem Leben zu haben, f&uuml;r das es sich zu leben lohnt. Du hast nicht verstanden, dass dir niemand einen Grund geben kann. Nur du. Nur du. Nur du. Nicht wahr? Oder vielleicht hast du sogar verstanden, aber jetzt hilft dir das nichts. Jetzt sitzt du da. Innerhalb weniger Wochen bist du st&auml;rker abgesunken als jemals zuvor. Innerhalb weniger Tage so tief, dass du nicht mal mehr um Hilfe bitten willst. Um was auch bitten? Niemand kann dir geben was du brauchst. Nur du. Nur du. Nur du. Also warum fragen? Warum zu anderen gehen, wenn dir niemand helfen kann. Nicht wahr? So weit weg. Das es Menschen gibt die dich lieben, ist dir bewu&szlig;t. Vielleicht glaubst du es ihnen sogar. Nein..nat&uuml;rlich glaubst du es ihnen. Aber auch das hilft nicht. Auch dass dringt nicht durch die Stille. Es ist so, aber nicht f&uuml;r dich erreichbar. Nicht wahr? Oder vielleicht ist es dir auch egal. Vielleicht. Ich wei&szlig; es nicht. Du triffst eine Entscheidung. Schon w&auml;hrend der Woche. Noch w&auml;hrend du arbeitest. Noch w&auml;hrend du dich mit Freuden triffst. Vielleicht schon fr&uuml;her, aber erst in der letzten woche wird alles so undurchdringlich, dass du es nicht mehr schaffen willst. Nicht WILLST! Du k&ouml;nntest, aber du willst nicht. Tu was du willst. Ich glaub ich kotz.<br \/>In deinem Kopf entsteht ein Bild.  <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">Ein Bild das sehr friedlich dar liegt. Dir Frieden verspricht. Was kann dich denn noch qu&auml;len? Vorbei ist vorbei..nicht wahr? Aber es ist ein schwieriger Weg zu sterben. Nicht wahr? Es geh&ouml;rt schon irgendwie Mut dazu. Nicht wahr? Diese Klinge zu nehmen und sie durch die Haut zu dr&uuml;cken &#8211; entlang zu ziehen. Nicht wahr? Und ich wei&szlig; wovon ich rede. Aber auch wenn alles in dir nach Ruhe schreit, bringst dus nicht fertig. Du z&ouml;gerst. Und du hasst dich daf&uuml;r, nicht mal das zu schaffen. Nicht wahr? Dein Leben ist so sinnlos und du bist zu schwach es zu beenden. Nicht wahr? Aber wenn man dir etwas nicht vorwerfen kann&#8230;dann inkonsequenz. Wenn du deinen Weg hast, dann gehst du ihn. Komme was wolle. Und du hast deinen Weg. Wenn es im Affect nicht geht. Dann wirst du die passenden Vorraussetzungen schaffen.<br \/>Also reservierst du ein h&uuml;bsches Hotelzimmer. Etwas edles. Nicht wahr? Irgendwo, wo es ruhig ist. So ruhig, wie du ruhig sein willst. Die Fahrt dorthin ist seltsam. &Auml;usserlich unterscheidet sie sich nicht von allen anderen Fahrten die du tust. Aber innerlich ist es&#8230;anders&#8230; Wie eine Reinigung? All die b&ouml;sen schlimmen Sachen die dich belasten, denen f&auml;hrst du einfach davon. Nicht wahr? Irgendwo ganz tief in dir drin, gibt es wohl eine Stimme, die wei&szlig; und dir davon erz&auml;hlt, was du vorhast. Dich vielleicht warnt. Aber sie kann dich nicht beunruhigen. Du machst nichts gro&szlig;es in deinem Leben. Warum sollte das Leben dich vermissen?<br \/>Du bist freundlich an der Repzeption. Die junge Frau ist freundlich zu dir. Sie hat keinen blassen schimmer. Ahnt nicht das geringste. Wie auch. Du hast nicht viel Gep&auml;ck dabei. Gar keins? Deinen Rucksack. Nicht wahr? Da ist alles drin was du brauchst. Nicht wahr? Was tust du als du in deinem Zimmer bist? Gehst du noch mal spazieren? Oder willst dus gleich hinter dich bringen? Siehst du dich noch um? Aus dem Fenster? Ist es still oder h&ouml;rst du Musik, als du eine Tablette nach der anderen nimmst? 5 Schachtel.5 Schachteln voller Schlaftabletten. Wo zum Teufel hast du die her? Die alleine sollten reichen. Nicht wahr? Aber. Dir reichen sie nicht.  <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">Du nimmst sie nicht wirklich um daran zu sterben. Du nimmst sie um dich genug zu benebeln, um die Rasierklinge f&uuml;hren zu k&ouml;nnen. Nicht wahr? Ein Leichtermacher&#8230;und eine R&uuml;ckversicherung&#8230;nicht wahr? Wie lange dauert es bis du all diese Tabletten geschluckt hast? Eine Stunde? Zwei? Du bist gut im organisieren. Als es an der Zeit ist, l&auml;sst du heisses Wasser in die Wanne. Im warmen Wasser sp&uuml;rt man den Schnitt durch die Haut nicht so. Nicht wahr? Da stirbt sichs leichter. Nicht wahr? Was geht in dir vor? Unruhe nicht mehr. Angst? Nicht mehr. Leise Trauer. Vielleicht. Aber dann ist es endlich vorbei. Nicht wahr?<br \/>Schlie&szlig;lich legst du dich in die Wanne.<br \/>Die Rasierklingen anbei. Die Tabletten tun ihre Wirkung. V&ouml;llig l&ouml;sgel&ouml;st von der Erde. Jetzt ist es an der Zeit. Nicht mehr z&ouml;gern. Keinen Grund zum z&ouml;gern. Kaum Schmerzen. Wie tust dus? In der rechten die Klinge? Den linken Arm schneidend? Tief. Du bist nicht zu feige um dass zu tun. Der L&auml;nge nach. Du bist nicht zu dumm um das zu tun. Zwei Schnitte am ende die sich kreuzen. Wie eine Unterschrift, nur um sicher zu gehen. Hat jemand gesagt das tut nicht weh? Es tut weh..nicht wahr? Dich zu schneiden schmerz zweierlei. Der Schnitt&#8230;und du, der innerlich aufschreit, weil du dir das antust. Wie leer kann man sein? Wie sehr kann man sich hassen? Aber der Punkt ist &uuml;berschritten. Kein Zur&uuml;ck. Nicht wahr? Es ist schwer, mit der geschnittenen Hand, die Klinge zu f&uuml;hren um die rechte zu &ouml;ffnen. Es geht, aber es schneidet nicht zu tief. Egal. Egal. Der Hals. Die Kehle. Aller Guten Dinge sind drei. Nicht wahr? Ein Schnitt quer&#8230; Links und Rechts vom Kehlkopf..zwei und drei. Irgendwo&#8230;irgendwo dort in der N&auml;he ist doch eine Hauptader. Nicht wahr? Die musst du nur erwischen. Dann herrscht Ruhe..nicht wahr? Du wei&szlig; schon nicht mehr was du tust. Du hast die anderen Gedanken schon verloren. Gehst den einzige Weg, an den du dich im Moment erinnerst. Und er f&auml;rbt das Wasser in der Wanne rot.<br \/>Tod.<br \/>Gestorben bist du. Innerlich. Dein K&ouml;rper wehrt sich. Er liegt &uuml;ber 16 Stunden, voller Chemie, ausblutend&#8230;im mittlerweilen kaltem Wasser. Man findet ihn. Man belebt ihn.  <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">Man zwingt dich wieder in ihn hinein. Alles was du wahrnimmst. Ist wie sie dich aus dem k&uuml;hlen roten Wasser ziehen. Und du empfindest es als echte Rettung. <br \/>Die n&auml;chsten Tage sind nur Traum.<br \/>Deine Mutter die um ihre Fassung ringt.<br \/>Dein Vater, der sich bem&uuml;ht dich zu verstehen.<br \/>Deine Schwester, die keine Worte hat.<br \/>Dein Bruder der dich versucht zu behandel wie immer.<br \/>Niemand der dir Vorw&uuml;rfe macht.<br \/>Niemand der dich beschimpft. Nicht wahr?<br \/>Ich sitzte an Deinem Bett. All diese Verb&auml;nde an deinem K&ouml;rper.<br \/>Und du erkl&auml;rst mir ganz gelassen. Ich d&uuml;rfe mir keine Vorw&uuml;rfe machen. ES h&auml;tte nichts mit mir zu tun.<br \/>Ich nicke. Ich mache mir keine Vorw&uuml;rfe. Ich wei&szlig;, dass ich nicht die Verantwortung f&uuml;r dein Leben trage. Nur du.<br \/>Nur du.<br \/>Nur du.<br \/>Aber dieses Bild macht mich wahnsinnig. Dich so zu sehen nimmt mir alles an Kraft. W&auml;rst du daheim gewesen. H&auml;tte dich niemand gefunden. Dann w&auml;rst du. Tod. Tod. Tod. Nicht wahr? Aber ich kann mich doch nicht sorgen, weil ich eine Woche nichts von dir h&ouml;r. Es ist doch dein Leben. Ich hab dich angerufen. Dich gefragt, ob alles in Ordnung ist. Es war so seltsam, dass du mir ein P&auml;ckchen schickst, obwohl wir uns doch regelm&auml;&szlig;ig sehen. Hast dus da schon gewu&szlig;t? Du hast. Nicht wahr? Daf&uuml;r mache ich dir Vorw&uuml;rfe. Dass du mir nicht vertraust. Dass du nicht ehrlich zu mir bist. Dass du mir nicht gestattest dir zu helfen. Ich kann doch helfen. Ich bin doch auch f&uuml;r dich da, wenn ich nicht deine Beziehung bin. Ich bin doch nicht weniger Freundin deswegen. Es schmerzt mich so wahnsinnig, dass ein Mensch, der mir wichtig ist, keinen Grund zum Leben in sich findet. Und ich kann nichts tun. Nichts. Ich konnte nicht. Und nun?<br \/>Nun sitzte ich an deinem Bett. Halte deine Hand. Ich rede ruhig mit dir. Was du erz&auml;hlst, erz&auml;hlst du. Was du nicht erz&auml;hlst. Erfrage ich nicht. Du musst erz&auml;hlen. Was in dir vorging. Und ich verstehe es. Nat&uuml;rlich verstehe ich es. Aber ich muss mir eingestehen. Es ist viel einfacher. Selbst davon zu laufen, als dabei zu stehen. Ich begreife jetzt erst. Wie Unfair es den anderen gegen&uuml;ber ist, sich selbst aus dem Spiel zu nehmen.  <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm\">Aber was scheren einem die anderen, wenn man selbst am Ende ist? Ich hasse es zu verstehen warum. Ich w&uuml;rde dich lieber mit Vorw&uuml;rfen &uuml;bersch&uuml;tten. Ich w&uuml;rde dir am liebsten in deinem Kopf h&auml;mmern, was du getan hast. Wieviel Vertrauen du gebrochen hast. Was du jedem einzelnen damit angetan hast. Aber du wei&szlig;t es. Ich wei&szlig;, dass du es wei&szlig;t. Ich sehe es in deinen Augen.<br \/>Du bist nicht stolz darauf. Aber du stehst dazu.<br \/>Der Absolute Nullpunkt.  <\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das neue Jahr hat begonnen. Wie wundervoll nicht wahr?Schnee. Die Luft eisig kalt. Man sp&uuml;rt das man lebt. Nicht wahr?Und dann gehst du nach Hause. Schaltest die Stereoanlage ein, oder den Fernseher. 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