{"id":8,"date":"2004-07-07T11:54:06","date_gmt":"2004-07-07T11:54:06","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=8"},"modified":"2011-12-28T17:29:48","modified_gmt":"2011-12-28T17:29:48","slug":"der-letzte-brief","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.portrait-of-a-shadow.de\/?p=8","title":{"rendered":"Der letzte Brief"},"content":{"rendered":"<p align=\"left\">Anna nahm eine Schmerztablette und starrte seufzend auf das leere wei&szlig;e Blatt Papier vor ihr. An und f&uuml;r sich war sie sich immer noch nicht sicher, ob sie diesen Brief wirklich schreiben wollte. Andereseits wu&szlig;te sie genau, dass es nie einfach sein w&uuml;rde und es auch nicht besser&nbsp; werden w&uuml;rde wenn sie noch l&auml;nger wartete. Sie hob ihren Kopf und warf einen Blick nach draussen. Es war noch dunkel, aber die ersten V&ouml;gel hatten schon angefangen ihre Lieder zum besten zu eben. Sie schluckte. Was konnte schon passieren? Was war so schlimm daran, dass er es nie erfuhr? Was war so schlimm daran, da&szlig; er es erfuhr? Sie hatte nichts mehr zu verlieren &#8211; nicht mehr. Ihr Blick fiel wieder auf das Papier, es war eine Seite aus ihrem Drucker. Ihrer Entscheidung, ihm jetzt Mittzuteilen was Sache war, war sehr Spontan gefallen und nach l&auml;ngerem Suchen hatte sie festgestellt, dass sie im ganzen Haus auch nicht ein Fetzten Briefpapier hatte. Mit ihrem Pc wollte sie auch nicht schreiben, viel zu unpers&ouml;nlich, Na ja. Sie seufzte erneut. Langsam nahm sie den alten Pelikan F&uuml;ller in die Hand, er machte regelm&auml;&szlig;ig seine Klecke auf alles, was man damit Schrieb, aber Bleistift wollte sie auch nicht nehmen, weil&#8230;.<br \/>W&auml;hrend sie so nachdachte wie sie den Brief beginnen sollte scho&szlig;en ihr alle m&ouml;glichen Gedanken durch den Kopf, was sie heute noch alles erledigen wollte, dass ihr Zimmer eigentlich mal wieder aufger&auml;umt geh&ouml;rte, welche Musik sie einlegen sollte. Es war nicht einfach,&nbsp; Ihr Kopf dr&ouml;hnte ein wenig. Verdammt. Es wurde langsam Zeit.<br \/>Anna legte den F&uuml;ller noch einmal zur Seite um noch eine Schmerztablette zu nehmen. Dann r&uuml;ckte sie ihren Stuhl zurecht, machte es sich bequem und begann zu schreiben:<\/p>\n<p>Hallo<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br \/>Ich sitz&lsquo; hier nun schon &sbquo;ne ganze Weile und wei&szlig; garnicht so recht, wie ich anfangen soll.&nbsp; Ich werde einfach versuchen zu schreiben, was mir so durch den Kopf geht, also nicht wundern, wenn irgendwas nicht so zusammenh&auml;nged klingen will. Trag mich schon l&auml;nger mit dem Gedanken, dir zur sagen, schreiben oder wie auch immer, dir mittzuteilen welche Art von Gef&uuml;hlen ich f&uuml;r dich hege. <br \/>Wir kenen uns ja nun doch schon ein weilchen und es war schon immer so, da&szlig; du mir gefallen hast. Aber&#8230;.na ja die Art und Weise, in der ich an dich denke hat nichts mit gefallen oder befreundet zu tun. Ich wei&szlig; nicht, wie in aller Welt das passieren konnte, doch es sieht wohl so aus, dass ich mich in dich verliebt habe. Oh ich habe viel dar&uuml;ber nachgedacht. Ob es nicht einfach so ist, dass ich dich haben will, weil ich dich nicht kriegen kann (denk ich halt), dann mu&szlig; ich jedoch sagen, dass ich sehr hartn&auml;ckig bin, denn du lebst schon seit bald zwei Jahren in meinem Kopf &#8211; wenn das nur einbildung ist, dann wei&szlig; ich auch nicht. Wei&szlig;t du, jeden Tag an dich zu denken w&auml;r ja schon okay, ich hatte mir ein gutes System entwickelt um das einfach zu akzeptieren, es einfach nicht so ernst zu nehmen, aber nun bin ich an einem Punkt angelangt, an dem das nicht mehr so funktioniert, wie ich mir das vorstelle. Teufel auch&#8230;<br \/>Ich habe in meinem Kopf tausend Geschichten geschrieben, beim einschlafen, beim Autofahren, wann immer ich Zeit hatte und in allen warst immer nur du der Mittelpunkt. Ich hab mir wirklich viel ausgedacht, wie ich dich &sbquo;bekommen&lsquo; k&ouml;nnte, wie ich verf&uuml;hren w&uuml;rde oder ber&uuml;hren oder in deinem Arm liegend und Frieden versp&uuml;ren. Aber ich wagte es nie sie zu verwirklichen, denn wenn du nicht so f&uuml;hlst wie ich k&ouml;nntest du es wom&ouml;glich besser finden, wenn wir uns eine Weile nicht sehen. Oder schlimmer noch, es ginge dir wie mir. Du w&uuml;rdest meine Gef&uuml;hle erwiedern,&#8230;<\/p>\n<p>Anna warf einen kurzen Blick auf das Foto, dass auf ihrem Schreibtisch stand. Ein junger, h&uuml;bscher Mann war darauf abgebildet, der sie im Arm hielt und l&auml;chelt. M&uuml;hsam versuchte sie den Frosch in ihrem Hals runter zu schlucken. Es war alles nicht fair. Es war alles nicht so wie es sein sollte oder sein k&ouml;nnte. Wie konnte sie solche Gedanken in sich tragen? Es war schon irgendwie aussichtslos. Sie hatte sich sehr bem&uuml;ht alles unter Kontrolle zu bringen und zeitweise war es ihr auch gelungen, sie hatte sich was wie oft f&uuml;r ihr beziehung entschieden, denn er war ein guter Mann. Aber er war auch anders geworden, das warum sie dieses Leben mit ihm immer vorgezogen hatte, die unkompliziertheit war verschwunden. Sie investierte jeden Tag viel Anstrengung darin um ihm das Gef&uuml;hl von Liebe zu vermitteln. Sie trug genug zuneigung in sich um das zu tun, aber aus diesen und jenen Gr&uuml;nden behielt er alles f&uuml;r sich und gab ihr nichts mehr zur&uuml;ck. Und das lie&szlig; sie langsam verdorren. Ja und dazu kam dann noch &sbquo;er&lsquo;. Denn sie schon l&auml;nger kannte als den ihren, und schon lange sch&auml;tze&#8230;Das H&auml;mmern in ihrem Kopf wurde st&auml;rker. Himmel Herrgott.. Sie dr&uuml;ckte zwei Tablette aus der Verpackung und sp&uuml;lte sie mit einem schluck O-saft hinunter. Dann las sie sich durch, was sie bis jetzt geschrieben hatte und &#8230;.<\/p>\n<p>&#8230;dann w&auml;r ich noch viel mehr aufgeschmissen, denn dann w&auml;re das, wonach sich mein herz zu sehnen scheint zum greifen nah &#8211; und ich w&uuml;rde wohl schwach werden. F&uuml;r die Vorstellung in deinem Arm zu liegen, k&ouml;nnt ich sterben. Mir werden die Knie schwach, wenn ich daran denke die W&auml;rme deines K&ouml;rpers zu sp&uuml;ren, wenn du mich k&uuml;sstest w&uuml;rde mein Atem stillstehen und mein Herzschlag verstummen, nur damit ich die Zeit anhalten k&ouml;nnte und du nie mehr von mir l&auml;&szlig;t.<br \/>Du glaubst garnicht wie anstengend es ist heimlich verliebt zu sein. Jeder Deiner Gesten und Blicke wieder und wieder zu &uuml;berarbeiten, ins Detail auseinander zu nehmen und wieder aufzuarbeiten nur um einen kleinen Hinweis zu finden der darauf deuten k&ouml;nnte, dass du mich magst. Nur um im n&auml;chsten moment festzustellen das es wahrscheinlich doch nur freundlichkeit oder vielleicht Freundschaft ist. Was hei&szlig;t nur Freundschaft. Ich hab mir manchmal &uuml;berlegt dir einfachzu erz&auml;hlen wie ich f&uuml;hl, dass ich deine n&auml;he such und mich bei dir wohl f&uuml;hle, ohne irgendwelche Forderung an dich zu stellen. Vielleicht w&uuml;rdest du mir ja denn gefallen tun und mir die N&auml;he geben die ich mir w&uuml;nsch &#8211; aus Freundschaft. Andererseits nennst du mich immer nur Bekannte, nie Freundin, aber ich wei&szlig; nat&uuml;rlich nicht, wie du dieses Wort definierst.<br \/>Dann wieder dachte ich, wenn es nur neugierde ist die mich treibt, vielleicht sollte ich es einfach durchziehen und dich verf&uuml;hren, wom&ouml;glich w&auml;rst du nicht abgeneigt, aber ich bin nicht der richtige mensch um das zu tun. Und wenn es uns gefallen w&uuml;rde? Oder wenn du mich doch gern h&auml;ttest, mir l&auml;ge nichts ferner als ausgerechnet dich f&uuml;r ein &sbquo;spiel&lsquo; zu mi&szlig;brauchen. Au&szlig;erdem bin ich mir doch sicher, dass ich es nicht verkraften w&uuml;rde. Denn ich kann mir diesen Unwust an Emotionen doch nicht wirklich einbilden. Wenn ich an dem Gef&uuml;hl f&uuml;r dich zweifeln mu&szlig;, m&uuml;&szlig;te ich noch ganz andere Sachen in meinem Leben neu betrachten.<\/p>\n<p>Anna hielt inne und holte tief Luft, ihr war schwindelig. Es fiel ihr zunehmend schwerer sich auf die Worte zu konzentrieren. Gierig trank sie aus das Glas mit dem Saft leer um ihre trockene Kehle etwas anzufeuchten. In einer kleinen Ecke ihres kopfes wurde ihr bewu&szlig;t was sie hier eigentlich tat und es machte ihr Angst. Sie sp&uuml;rte Tr&auml;nen in sich aufsteigen, aber schluckte sie wieder hinuter, die zeit des Weinens war vorbei. Sie w&uuml;rde nicht wieder weinen. Nie wieder. Mit etwas verschleiertem Blick sah sie zu ihrem Kleiderschrank, dort hing ein prachtvolles wei&szlig;es Hochzeitskleid. Eigentlich hatte sie nie in wei&szlig; heiraten wollten, doch er hatte gesagt:&ldquo; Wir heiraten doch hoffentlich nur einmal in unserem Leben. Es soll was besonderes sein.!&ldquo; Und dann waren sie das Kleid kaufen gegangen. Es war wirklich wundersch&ouml;n. Wei&szlig; wie die Unschuld. Anna ertappte sich dabei wie sie auf ihrem ohnehin schon blutig genagten Fingern&auml;geln rumbiss. Das alles war irgendwie zu viel.<\/p>\n<p>Nun gut. Jetzt ist es soweit, dass ich nicht mehr weiter wei&szlig;, mein Gef&uuml;hl f&uuml;r dich zerreisst mich innerlich. Ich breche urpl&ouml;tzlich in Tr&auml;nen aus , weil ich so verloren und hilflos f&uuml;hle. Und kein Ufer in sicht, denn wie ichs mach, mach ichs falsch. Jetzt hab ich mich f&uuml;r die ehrlichste aller L&ouml;sungen entschieden, und ich denke es ist gut so.&nbsp; Es g&auml;be wohl noch viele Sachen, die ich noch zu schreiben h&auml;tte, aber es wird Zeit&#8230;<\/p>\n<p>Das Licht der Morgend&auml;mmerung viel durchs Fenster und begann den Raum zu erhellen.<\/p>\n<p>&#8230; um mich auf den Weg zu machen. Hab schlie&szlig;lich noch was vor heute. So viel sei noch gesagt, Ich denke in Liebe an dich<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Du wohnst ganz nah an meinem Herzen<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; wann immer ich die Augen schlie&szlig;e, seh ich dich<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; und manchmal wenn ich tr&auml;ume f&uuml;hle ich dich&#8230;<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &#8230;und dann m&ouml;chte ich nimmer aufwachen.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; In Liebe<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Deine<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Anna<\/p>\n<p>In ihren Ohren tobte ein leises klingeln, dass sich langsam mit einem Rauschen vermischte. Ihr Herz klopfte so schnell, da&szlig; es ihr schwer fiel ruhig zu atmen. Anna hielt ganz still und stierte auf die spitze ihres F&uuml;llers, auf dem sich langsam ein Tropfen azurblauer Tinte sammelte. Ihre Gedanken kreisten ohne das sie wirklich einen fassen konnte. Wie die Flut.Es erschien ihr unheimlich lange bis der Tintentropfen gro&szlig; genug war, und mit einem unh&ouml;rbaren &sbquo;Platsch&lsquo; auf das Papier kleckste.&nbsp; M&uuml;hevoll erhob sie sich aus ihrem Stuhl als w&auml;re der Tintentropfen ein Startschuss gewesen. Vorsichtig wankte sie ins Bad, ihr war kotz&uuml;bel. Aber sie mu&szlig;te noch etwas erlediegen. Sie frisierte sich, legte make up auf. Es war nicht gerade ein Meisterwerk was sie fabriezierte, Der Kajalstrich war verwackelt, der Rusch unregelm&auml;&szlig;ig verteilt und die schwarze Wimperntusche hatte kleine schwarze Flecken ober-, und unterhalb ihrer Augen hinterlassen. Doch als sie in den Spiegel sah war sie durchaus zufrieden. Alles was sie erkennen konnte fand sie wundersch&ouml;n. Es war gut so. Als Anna wieder in ihr Zimmer gehen wollte stolperte sie und sie musste sich am T&uuml;rrahmen einhalten um nicht zu fallen. So anstrengend, unglaublich anstrengend.<br \/>&nbsp;Die Sonne stand schon knapp &uuml;ber dem Horizont als sie mit dem Ankleiden fertig war. Sie betrachtete sich im Spiegel. Wirklich wundersch&ouml;n dieses Kleid.<br \/>Langsam ging sie wieder an den Schreibtisch zur&uuml;ck, faltet den Brief, steckte ihn in ein Kuvert und adressierte ihn. Dann nahm sie die letzte Schmerztablette aus der Packung ,w&uuml;rgte sie runter, und warf die leere Schachtel sorgsam zu den anderen in den Papierkorb. Es mochten an die 10 Verpackungen dort liegen. In ihrer, passend zum Hochzeitskleid schneewei&szlig;en und wundersch&ouml;nen, Handtasche verstaute sie den Brief, ein paar lutsch Bonbons und die Rasierklinge, die sie aus Vaters Schrank genommen hatte.<br \/>Anna schlich so leise sie konnte aus dem Haus. Sie ging den kleinen Feldweg, zu dem Wald , der garnicht so weit weg von ihrem Heim lag. Ihre St&ouml;ckelschuhe blieben unterwegs liegen, sie hatte nicht mehr genug Gleichgewichtssinn um mit ihnen zu laufen zu k&ouml;nnen. Wie lange sie brauchte bis sie an der Lichtung war, auf der sie als Kind schon so gerne gespielt hatte. Konnte sie nicht sagen. Das Gef&uuml;hl f&uuml;r Zeit war mit steigender Anzahl der Tabletten verloren gegangen. <br \/>Irgendwann fand sie sich, auf Wiese sitzend, an einem Baum lehnend, genau dort wo sie hin gewollt hatte. Anna &ouml;ffnete ihre Handtasche, legte den Brief auf ihren Schoss, puhlte eines der Bonbons aus dessen Verpackung und schob es in den Mund. Wie unglaublich gut so ein Bonbon doch schmecken konnte. Als sie die Rasierklinge ansetzte um sich die pulsadern aufzuschneiden, stockte sie kurz. Vielleicht w&uuml;rde es wehtun. Dann dachte sie and die Schmerzen die ihr die letzte zeit zugef&uuml;gt hatte und sie zuckte mit den Schultern. Au&szlig;erdem d&uuml;rfte sie gen&uuml;gend Schmerztabletten geschluckt haben. Keiner konnte ihr vorwerfen, dass sie nicht mitdachte.<br \/>Den Schnitt selbst sp&uuml;rte sie garnicht. Die klinge glitt butterweich durch ihre Haut in Ihr Fleisch und erf&uuml;llte ihre Aufgabe. Fasziniert beobachtet Anna, wie faktisch sofort aus der &Ouml;ffnung die die Klinge hinterlie&szlig; das blut hervorquoll.<br \/>&bdquo;Lebenssaft, Lebenssaft, flie&szlig;e flie&szlig;e Lebenssaft.&ldquo; Murmelte sie leise.Dann lie&szlig; sie ihrem Arm auf das Kleid sinken, das die Fl&uuml;ssigkeit gierig aufnahm und ihm einen bizarren Anblick verlieh. Mit der anderen Hand dr&uuml;ckte sie ihren Brief ansich. Nicht das sich die Adresse verwischte. Sie schlo&szlig; ihre Augen und es dauerte nicht lange und sie fiel in einem D&auml;mmerzustand in dem sie viele Sachen sah. Mit Leuten sprach, fremden und bekannten. Alles war irgendwie unsinnig fand sie. Schlie&szlig;lich schlief sie ein. Sie tr&auml;umte von ihm, davon dass er sie im Arm hielt und sie sch&uuml;tzte und sie war unendlich gl&uuml;cklich. H&auml;tte sie jemand gesehen h&auml;tte er ein kleines L&auml;cheln auf ihren Lippen bemerkt, dass auch nicht verschwand, als ihr Herz aufh&ouml;rte zu schlagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anna nahm eine Schmerztablette und starrte seufzend auf das leere wei&szlig;e Blatt Papier vor ihr. An und f&uuml;r sich war sie sich immer noch nicht sicher, ob sie diesen Brief wirklich schreiben wollte. 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