Die Sache mit den Elysien

Elysium.
Was soviel heisst wie.
Triff dich.
Unterhalt dich.
Tritt niemanden dabei auf die Füsse.
Mittlerweile nehme ich regelmäßig an ihnen teil. So absurd das ist. Eine menschliche unter Vampiren. Eine Kuh unter Metzgern? Aber so will ich dass lieber nicht sehen.
Was ich da tu?
Ja… Ich glaube Informationen sammeln. Nur für mich.
Und die Hoffnung Katinka zu sehen. Und… Diejenigen die ich Freunde nenne?
Mein anfänglicher Schrecken vor…. Ihrer Art zu Sein…. Habe ich größtenteils abgelegt. Würde er doch nichts besser machen. Nur einige von ihnen beunruhigen mich.
Dieser Lasall, dem bin ich ein Dorn im Auge und er macht keinen Hehl daraus. Manchmal fühle ich wenn er mir in den Rücken stiert und obwohl es mich ärgert macht er mir eine Gänsehaut der unangenehmen Art.
Und Oberst Schlayer. Das ist mir Schleierhaft scherzen da einige. Und ich würd den Teufel tun und dass in seiner Gegenwart wiederholen. Vermutlich würde meine Zunge zu Staub zerfallen noch bevor die Worte über meine Lippen gepurzelt wären. Gute Güte, wie steif und trocken kann man eigentlich sein?
Ihn macht es auch nicht glücklich dass ich mich hier so bewege, wie ich bin – lebendig.
Aber seine Abneigung scheint wenigstens nicht persönlich sondern mehr… Geschäftlich. Ein Trost. Wenn ich den endlich tot bin werde ich mich DARÜBER nicht mehr sorgen müssen.
Christopher…. So ein Zauberer… Tremere heissen sie wohl. Trämärä hab ich auch schon gehört. Aber auch das verkneif ich mir. Zumindest vorerst.
Auf alle Fälle kann ich ihn nicht einschätzen. Katinka nimmt sich viel Zeit über ihn nachzudenken, scheint mir und mit ihm zu reden. Das führt mich zu dem Schluss dass er so schlecht nicht sein kann. Er scheint mir mindestens so durchgeknallt wie man es von den…. Himmel diese Worte…Malkavianern? Behauptet. Deswegen sind die auch politisch irgendwie miteinander vertan. Aber Politik..oh je. Wenn ich da diverse Vampirstreifen der romantischen Art sehe wird mir klar dass DIE…NIEMALS einen echten Vampir gesehen haben.
Ihre Welt, zumindest kommt mir das so vor, ist so zweigeteilt wie die meine.
Die Realität. Politik. Intriegen. Manipulation an allen Ecken und Enden. Ich glaube fast sie betreiben es nur zum Zeitvertreib weil sie sonst Angst haben müssten ihr Nicht-Leben könnte sie langweilen. Oder warum sonst sollte man sich aus freiem Willen so viel… Nichtigem Blödsinn reinziehen?
Aber vielleicht ..oder sogar sicher…versteh ich davon einfach nichts.
Die andere Seite ist die…die mich… So derart anzieht. Mitzieht. Mir rein zieht.
Dieses Tier. Das in jedem von ihnen lauert. Graumsam. Gierig. Mächtig.
Völlig absurd.
Dieses Elysium. Ein Raum voller Leute die sich locker unterhalten. Viel Show. Da und dort ein Späßchen (…die Trämärä sind mir Schlayerhaft… Ha ha).Gott es könnte eine x-beliebige Party sein. Aber dann sitzte ich an einem Tisch, dann und wann in der Tat allein. Ich sehe mich um, dann wenn jeder denkt.
Die Kleine so allein.
Dann nehme ich John Carpenters Sonnenbrille und sehe mir die Wahrheit an.
Dann läuft es mir kalt über den Rücken.
Dann möchte ich sofort davon laufen.
Dann fühle ich mich lebendig.

Vielleicht gehe ich auch deswegen dorthin.
Wie gestern.
Zu beschreiben was so passiert ist an und für sich müßig. Aber immer wieder sind dort kleine Dinge die mich interessieren und die ich noch nicht wusste.
Gonzo. Zum Beispiel.
Gonzo passt auf mich auf. Und wenn ich ihn mir so ansehe glaub ich das sofort. Dass er das kann.
Ich bin noch garnicht wirklich dort. Hatte genug Zeit um diejenige zu begrüßen die, na  ja…die ich schätzen gelernt habe.
Sam…die ist so herrlich unverblümt.
Josepha so herzlich zu mir. Womit habe ich mir das verdient? Und ihr Bruder. Wenn man nicht wirklich viel viel Zeit hat sollte man ihn nichts fragen. Aber was er sagt scheint ehrlich. Sowas mag ich.
Lyra habe ich gesehen. Sie war diejenige, die mich, sagen wir… Irgendwie ins Spiel gebracht hat. Sie hat mir erzählt mit WEM ich es zu tun habe. Soll ich ihr dankbar sein? Aber sie hält immer wieder meine Hand und fragt wie es mir geht. So viel Fürsorge. Meinen sie es alle so? Thomasso. Der seine schützende Hand über mich hält und ich bin geneigt zu Glauben dass er das tut weil er mich leiden mag und nicht weil er den Auftrag hat …zumindest vorläufig…für mein Wohlergehen zu sorgen.
So viele Namen. So viele….Sorten…
Wolfenstein spricht mich an. Seine offene, freundliche und so ein wenig saloppe Art lässt mich nicht weiter fragen warum er das tut. Muss denn auch alles immer seinen Grund haben?
Ich mein IMMER???
Er fragt einfach drauflos und ich antworte bereitwillig. Beim reden kann man Dinge im Kopf neuordnen. Und mit einem meiner menschlichen Freunde kann ich schlecht reden. Nicht wenn ich ein Haufen Köpfe rollen sehen will. Masquerade nennen Sie dass. Der Begriff ist ja selbsterklärend. Noch während ich mich also mit ThomasII unterhalte, bittet mich dieser… Ich weiss nicht welcher Sorte..ich mein…welcher Clan… Auf jeden falls heisst er Jens..mit Nachnamen und Harald (…das hunderstes Schaf hieß Harald und dass war tausend Jahr alt…) Davor. Er bittet mich um ein Gespräch. Ich bin da doch überrascht. Weil wir kennen uns so gut nicht
Ich unterbreche das Gespräch mit Thomas II und folge Harald I nach draussen. Allerdings nicht lange. Weil besagter Gonzo mir recht fix, recht unmissverständlich klar macht, dass ich wieder ins Elysium zurück gehen WILL. UNBEDINGT. Wie mir scheint. (Haus – HAUS! – und noch was italienisches)
Völliger Wahnsinn.
Ich tu wie mir geheissen und begebe mich ins HAUS (gehen sie direkt dort hin. Gehen sie nicht über LOS. Ziehen sie Nicht 4000 DM ein)
Kaum Sekunden vergangen. Da gesellt sich Oberst Schlayer zu mir. Oh pardon. Von gesellen will ich da garnicht reden. Ich fühle mich eher so als hätte ich was ausgefressen und er wäre mein Vorgesetzter und gekommen um mir auf den Zahn zu fühlen.
Tut er auch. Was ich mir erhoffe. Warum ich ein Gefahrenfaktor bin.
Zum erstenmal betrachte ich ihn mit anderen Augen als nur dem: Ach-Du-Schreck-Der-Schon-Wieder …ich muss weg -Reflex.
Er erzählt mir von sich. Ein wenig nur. Von dem Hass in ihm. Wie es dazu kam. Sein Blick und seine fast nicht vorhandene Mimik treffen mich. Ich möchte meine Hand ausstrecken und ihm Nähe geben. Aber weil ich meine Hand gerne noch länger an der dafür vorgesehenen Stelle tragen möchte lass ich das schön bleiben.
Mich befällt der Gedanke, dass womöglich sogar er eine Maske trägt. Aber nur womöglich. Und ich bete zu allem was mir heilig ist, dass er niemals mitkriegt wie menschlich er wirken kann – zumindest auf mich.
Stephano, ein Neffe von Thomasso setzt sich zu uns an den Tisch und die Gespräche driften ein wenig ins Philosophische.
Malekin geht vorbei. Ohne Katinka.
Ich würde gerne zu ihm gehen. Ihm einfach Hallo sagen. Nach Katinka fragen. Und dann sehe ich wie er mich ansehen wird. Diesen fragenden Blick Und diese Augen.
Nicht dass mit seinen Augen etwas nicht stimmen würde.
Ich erinnere mich nur an einen kurzen Moment.
An eine Beschwörung.
An Blut an seinem Hals.
An eine völlig verzweifelte Katinka.
Ein Fauchen.
Und dann eben diese seine Augen.
Das erste und einzige mal – bis jetzt – dass ich dieses von allen wohlgehütete Tier gesehen hab.
Im Anblick dessen.
So uneingeschränkt mein Zuneigung zu Katinka ist. So unheimlich ist er mir.
Ich beschließe ein andermal Hallo zu sagen und folge dem Gespräch.

So geht es irgendwie dahin.
Und als ich nach diversen, völlig unnötigen Shocks schließlich die Party, ach nein, dass Elysium verlasse, hab ich mich wieder ein Stücken mehr in diese Welt verstrickt.
Aber egal.

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