Tag aus, Tag ein

Das ich mit meinen Gedanken nicht allein bin, erzählen mir diverse psychologische oder philosofische Bücher oder Zeitschriften. Aber angelesenes Wissen berührt nicht so tief, wie erlebtes oder selbst erarbeitetes Wissen.
Einer, der absolut nicht neuen Gedanken – ist die Sinn des Lebens Frage.
Die fällt mir schon seit Jahren immer wieder auf die Füße und hat schon diversemale eine Depression eingeleitet.
Nachdem ich lerne zu reden, scheint es mir nur sinnvoll auch dieses Thema zum Gespräch zu machen, weil es in einem gewissen Maße auch belastend ist. Zumindest bindet es gedankliche Ressourcen und da es für mich bis dato keine nachhaltig zufriedenstellende Antwort gibt, ist die Energie, die ich dafür verbrauche, um mich damit auseinandersetzten auch einfach nur verpufft.
Ich komme zu keinem Ergebnis und dadurch dass ich nur für mich allein rumreflektiere, habe ich auch nicht das Gefühl weiter zu kommen oder etwas zu verändern.
Aus Erfahrung weiß ich, dass auch Themen für die es keine unmittelbare Lösung gibt leichter zu tragen sind, wenn ich sie mit jemand bespreche.
Allerdings macht mir meine Fantasie da einen gehörigen Strich durch die Rechnung.
Ich stelle mir vor, wie ich also zu meinem Freundeskreis gehe und sage:
„Bitte…ich erkenne in meinem Leben keinen wirklichen Sinn…sprich mit mir darüber.“
Die positiv veranlagten werden mir sagen: „Hör mal, du hast einen gute Job, verdienst gutes Geld, du hast echte Freunde und einen guten Partner. Eine Mutter, die dich über alles liebt. Du bist klug und kreativ und so weiter…sorg dich nicht um sowas“
Das ist zum Teil, was ich hab und bin…aber wohin mich das führt, das weiß ich nicht.
Ein anderer mag antworten: „ Es gibt keinen Sinn, genieß was du hast.“
Oder. „Keine Ahnung…“

Ich hätte das Gefühl ein unnatürliches Gespräch zu erzwingen. Obwohl ich zuversichtlich bin, dass sich viele Menschen diese Frage stellen.
„Was soll ich hier eigentlich?“ Ist es schwer..für mich…mir vorzustellen, jemanden dazu zu 'nötigen' sich mit mir an einen Tisch zu setzten um das Thema mal wenigstens einen Abend lang von vorn bis hinten und zurück zu beleuchten. Ohne dass es zu einem Ergebnis kommt vermutlich, einfach nur um des Redens willens.
Das liegt, wie gesagt..nicht an meinem Freundes und Bekanntenkreis…ganz im Gegenteil. Ich glaube, dass ich besonders viele Menschen kenne, die sich ähnliche Fragen stellen oder an sowas hängen….die Schwierigkeit liegt eher an mir, dass ich lieber in so ein Gespräch geraten würde, wenns gerade passt und es nicht erzwingen.
Aber ich gerate offenbar nicht allzuoft in so ein Gespräch, sonst würde ich mich nicht schon so lange allein mit diesem Denken auseinandersetzten.
Darum schreibe ich das hier.
Weil es auf diese Weise nicht völlig im Nichts verpufft..mein Denken und weil dennoch die Möglichkeit besteht, dass ich Kommunikation trete mit jemand, der das hier liest und mir antwortet.
Ein bisschen wie Nachrichten ins Weltall schicken?

Wenn ich darüber nachdenke, was ich hab und bin, dann weiß ich…ich bin ein glücklicher Mensch und tatsächlich bin ich das auch sehr oft. Mehr der Kleinigkeiten wegen. Die großen Dinge stimmen schon so lange in meinem Leben, dass sie sicherlich dafür verantwortlich sind, dass ich in großen Teilen ein positiver Mensch bin und sein kann. Glücklich machen mich watschelnde Enten, spatzen die Hüpfen, lauthals zu singen oder zu lachen, etwas erleben, dass mich ..mich und meinen Körper fühlen lässt. Endlich über mich reden können. Dinge zu verstehen, die mir früher ein Rätsel waren. Musik und noch vieles vieles mehr. Ich bin oft glücklich und seit ich das in Angriff genommen habe, steigt mein Lebensqualität stetig an…in faktisch allen Bereichen.

Und dennoch muss ich manchmal innehalten und aus dem Fenster sehen und mich fragen.
Wozu.
Welchen Grund gibt es, am Leben zu bleiben.
Das ist jetzt keine Selbstmordbeginnerformel, sondern vielleicht eine Frage nach der Effektivität oder so?

Ich spiele mit meinem Freund so ein Tanzspiel..da muss man auf einer Tanzmatte die richtigen Felder in der richtigen Reihefolge treffen, je länger man das durchhält, desto mehr punkte erhält man. Wenn man am Anfang gleich nen herben Fehler macht, kann man eine hohe Punktzahl nicht mehr erreichen.

Mein Freund ist ein Gewinnertyp, wenn er am Anfang einen Fehler macht, mag er das restliche Lied eigentlich nicht mehr tanzen, weil er nicht mehr gewinnen kann. Er will lieber gleich von vorne anfangen und es besser machen, weil er weiß, dass er es besser kann.
Wenn ich einen Fehler mache, tanze ich stumpf weiter, um wenigstens die restlichen Dinge zu üben, damit sich die Wahrscheinlichkeit verringert, dass ich beim nächsten Mal Fehler mache.
Ich würde sagen, er ist ein Könner/Macher und ich bin ein Macher/Über.
Bei so einem Tanzspiel ist es ganz einfach, da gibt es den 'repeat' button.

Im echten Leben fehlt mir der.
Wenn ich also weiß, dass ich nicht gewinnen kann..(so man den Tod als 'verlieren' bezeichnen möchte), dann könnte ich es doch sein lassen…weil alle Mühe die ich investiere, sind schließlich verpuffte Energie…weil…es führt ja zu nichts?

Die Einstellung, die mir für mein Tanzspiel ganz sinnvoll erscheint ist fürs echte Leben blödsinnig….natürlich kann ich stumpf weiter leben, auch wenn ich weiß, dass ich am Ende ja doch sterbe…..aber für was, weil ich es ja beim nächstens Mal wohl nicht besser machen werde.
Ausser natürlich ich entscheide ich mich dafür einer Religion nachzueifern, die das Wiedergeburtssystem befürwortet.

Aber das ist ein anderes Thema, dass ich an einem anderen Tag breit treten muss.

Ich stehe hier also in der Blüte meines Lebens und kann sequentiell, die ganzen wundervollen Geschenke die ich erhalte, nicht gebührend genießen und bewundern, weil ich kein Ziel im Leben habe. Ausser vielleicht möglichst zufrieden zu sein.
Das gelingt mir auch die meiste Zeit, aber das ist so…..na wenn ich tot bin ist es ganz zweifelsohne nicht von wichtigkeit, ob ich in meinem Leben zufrieden war oder nicht.

Ich mag  gerne positiv denken und manchmal, wenn ich anderen Menschen helfen kann, dann fühle ich mich gut und sinnvoll. Aber in einer globalen Betrachtungsweise ist das natürlich auch vergeudete Liebesmüh, denn egal wieviel Menschen ich glücklich mache, deren Leben enden ja auch einfach?
Vielleicht sollte ich mich darauf spezialisieren Menschen glücklich zu machen, die einer Wiedergeburtsreligion angehören, dann würde mein Tun etwas..für länger als mein eigenes Leben bewirken?
Das wirklich blödsinnige ist:
Das Leben scheint mir Sinnlos…unabhängig von dessen endlichkeit.
Denn wenn ich mir vorstellte, ich lebte ewig, würde mein Leben dadurch keinen Deut sinnvoller.
Ich hätte lediglich mehr Zeit um, sie zu vergeuden.

Und ab diesem Punkt wird es dann auch schwierig finde ich.
Selbst wenn ich motiviert wäre, oder fähig etwas zu erschaffen, dass mein Leben überdauert…oder das das Leben der Menschheit für immer verbessert, so dass sie in 100 Jahren den heiligen Andrea Tag ausrufen, an dem kleine Kärtchen mit meinen Bilder verteilt werden und jedes Kind in der Schule lernt, wer ich war. Selbst dies erscheint mir vergleichbar nutzlos.
Dann würde ich mein (vermutlich)einziges Leben, dafür opfern, dass die Zukunft mich tierisch super findet…..das macht meiner Meinung nach auch wenig Sinn.
Und wenn es mir aus Versehen gelingen würde, ohne dass ich mein Leben dafür opferte…dann schiene es mir sinnlos, weil ich ja nicht wirklich etwas dafür geleistet habe…mir wäre es dann ja nur passiert.

Jetzt bin ich eine kluge Person und weiß um die relativität der Wahrnehmung. Und wenn etwas immer gleich aussieht, obwohl  sich wichtige Faktoren ändern…dann liegt das Problem vermutlich in der Betrachtung und nicht an dem betrachteten Objekt.
Oder auf gut deutsch.

Wenn ich mein Leben immer sinnlos finde…egal welche Optionen ich mir vorstelle…dann liegt der Fehler vermutlich nicht am Leben…sondern an meiner Betrachtung dessen.

Die Frage an mich muss da wohl lauten.

„Warum entscheide ich mich bisher dazu, kein Sinn im Leben zu finden?“

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Von Tierversuchen und Kinderschändern

Oder auch…SChwarz-Weiss denken mag ich nicht.
 
 
Heute erreicht mich bei den Lokalisten eine Einladung für eine Gruppe

"Stoppt Tierversuche- nehmt Kinderschänder"

klingt auf Anhieb sympathisch logisch und ich verstehe, wenn da gleich jemand seinen Beitritt erklärt…aber unter einen näheren Betrachtung wird diese Aussage sehr einseitig.

Es stört mich, wenn über eine Thematik so drüber geurteilt wird, ohne zu differenzieren.

Darum folgender Beitrag, den ich ein zwei leuten auch als mail zukommen lies.

 

Gern auch zur Diskussion frei gegeben.

 

 

Meiner Meinung nach sind Pädophile erkrankt. Ihr Trieb ist für sie so unkontrollierbar, dass sie während einer Tat nicht die Fähigkeit besitzten zu verstehen was sie ihrem Opfer damit antun. Das ist aber nicht generell so. Ein großteil der Pädophilen leidet das ganze Leben, weil sie Gelüste haben, die nicht verwirklicht werden dürfen.
Das ist wie….wenn du in deinem Leben niemals Sex haben dürftest, nicht mit einer Frau, nicht mit einem Mann nicht mit dir selbst. Aber du wüsstest wie es geht und du verspürst den Drang danach.
Die Menschen können nichts dafür, dass sie sich nach Kindern sehnen – sie haben sich das nicht ausgesucht.
In meinem Verständnis muss man mit Pädophilen so verantwortlich umgehen, wie mit anderen kranken Menschen auch.
Und natürlich gemäß ihrer Krankheit.
Anfänge wurden dafür bereits gemacht. Es gibt betreute Wohnanlagen, in welchen sie mit Betreuern und anderen Pädophilen zusammen leben. Dort gibt es keine Kinder. Sie haben auch die Auflage sich von Kindern und Orten an denen Kinder sich treffen fern zu halten. Sie haben die Auflage regelmäßig an einer andauernden Therapie teilzunehmen.
Dieses Programm muss freiwillig durchgeführt werden.
Wer das nicht tun will, sollte insofern weg gesperrt werden, dass es anders artig unter Kontrolle steht. Es gibt Gefängnisse, die einen gewissen Freigang erlauben – so dass der Mensch zumindest dann und wann mal rauskommt.

Tierversuche ist so eine Sache. Theoretisch betrachtet neige ich dazu, im Affekt gleich zu sagen: "Ja, stoppt alle Tierversuche ihr IRREN, auch Tiere haben Gefühle und ein REcht zu leben."

Aber auf dem zweiten Blick möchte ich da schon differenzieren.
Ich persönlich akzeptiere Tierversuche, wenn es um die Erprobung von Medikamente geht. Dabei ist es nicht weniger unfair oder gemein ein armes hilfloses Tier zu nehmen.
Aber wenn ich mir vorstelle, dass meine Mutter bereits tot wäre, weil es die Medikamente nicht gäbe, weil man ihre Wirkung nicht erforschen konnte, dann rückt meine Tierliebe in der Prioritäten liste gleich mal auf Platz zwei.
Es würde mich wundern, wenn es nicht den meisten anderen Menschen genauso ginge.

Auch das Argument, das Tierversuche für Medikamente ohne Tiere genauso funktionieren würden, es wäre halt nur aufwendiger und teurer, fällt für mich flach…denn was hülfe es mir…wenn es zwar ein Medikament gäbe..gegen eine Krankheit…aber ich es mir nicht leisten könnte, es zu erwerben und trotzdem an einer krankheit leide oder gar sterbe.

Ich verzichtete gern auf alle kosmetischen Geschichten, alles was der Mensch nur aus bequemlichkeit für sich beansprucht und Tierversuche voraussetzt. Das ist die Linie die ich ziehe.

Der Gedanken Tiere zu schätzen und zu schützen ist gut….ihn über das Wohlergehen eines Menschen zu stellen…ist rein theoretisch. Ich glaube die wenigstens würden ein Tier retten wollen, wenn dafür jemand stirbt den sie lieben.

Und seine Kinder zu lieben und zu schützen und darum Kinderschänder von sich zu weisen ist mehr als verständlich und richtig…
Warum es besser sein sollte einen geistig erkrankten Menschen zu quälen anstatt eines Tieres…das entzieht sich meiner Logik.
Abgesehen davon gäbe es nicht genügend Kinderschänder um auch nur ansatzweise die notwendige Abdeckung zu gewährleisten.

Die Aussage, stoppt Tierversuche – nehmt Kinderschänder… ist in meinen Augen so undurchdacht und plakativ, dass ich da nicht meinen Namen drunter setzten möchte.

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Wo ist der Bus…

….wo die Leut drin sitzten, die des interessiert?
Oder so ähnlich. Jedenfalls geht es um Busse.
Busse in Bochum.
Die Nordreihnwesfälischen Verkehrsbetriebe haben sich ja was ganz nettes ausgedacht. In nahezu allen Buslinien, zu nahezu allen Zeiten gibt es eine offiziell eingesetzte Person, die ein Auge darauf hat, dass es in den Bochumer Buslinien auch mit den rechten Dingen zugeht.
Das alte Menschen einen Platz bekommen.
Das junge Menschen sich wie alte verhalten.
Das jeder sein Ticket hat und solche Dinge halt. Finde ich an sich nicht so schlecht.
In den Bochumer Bussen ist es ordentlich und so soll es auch bleiben.
Woher ich das weiß?

Nach meiner letzten Nachtschicht bestreite ich artig meinen Weg zu der Wohnung meines Liebsten. Erst mit dem Flugzeug, dann mit der Bahn und schlussendlich…har har..mit dem Bus.
Und so nach der Nachtschicht bin ich nicht nur müde, sondern auch schon mal hungrig.
Und was macht der durchschnittlich intelligente Mensch, wenn er Hunger hat? Er besorgt sich was zu essen. Hab ich auch gemacht in Form einer schönen knusprigen Vollkornsemmel.
Mit der stieg ich in den Bus..nicht etwa um sie zu betrachten und zu behüten…nein nein…ich wollte das Brötchen seiner Bestimmung zuführen.
Um das einzuleiten, reiss ich ein Stück ab und steck es in den Mund.
Kaubewegungen beginnen die unweigerlich enden, als der Herr der Nordreihnwestfälischen Verkehrsbetriebe auf mich zukommt, mit einem strengen aber gerechten Blick – und mich auf ein Schild im Bus hinweist.
Ich guck mir das Schild auch an und sehe ein Kind in so einem Stadtbus mit einer Waffeleistüte in der bestimmt 3 riesige Kugeln sind die drüber quellen…eine Kugel ist schon auf dem Boden gelandet und hat einen beträchlichen Eisfleck hinterlassen. Die Mit-Bus-fahrer blicken entrüstet über das Flegelhafte Balg und die Beisitzende Mutter macht ein peinlich berührtes und höchst entsetztes Gesicht ….wohl über die unaussprechliche Schande, die ihr Kind über sie gebracht hat…
Über dem Bild prangert die Schrift. „Bitte nicht essen und trinken im Bus“
Dank Müdigkeit und so dauert es eine Weile, bis ich verstanden habe, was der Mann von mir will.
Wohl hat er bedenken ich könnte mein trockenes Stück Vollkornsemmel an Fenster und Sitzbezug verteilen um darauf hässliche Brotflecken zu hinterlassen??
Weil ich nicht ganz so frech bin, wie ich sein könnte..blinzel ich nur etwas fragend in die Richtung des Mannes und der erläutert mir hilfreich sein Problem.
„Das Essen und Trinken im Bus ist nicht erlaubt.“ Sagt er.
Wusste ich… hatte ich gerade gelesen. Doch etwas in mir protestiert..schließlich bin ich kein Kind und meine Vollkornsemmel ist auch kein Eis. Und nur weil ich das nicht so ganz auf mir sitzen lassen möchte sage ich.
„…sie sagen mir also, dass ich mir  als 32jährige erwachsene  Frau von ihnen erklären lassen muss, dass ich nicht essen darf, wenn ich Hunger habe?“
Diese Wendung überrascht ihn kurz, aber er ist ein alter Hase und hat bestimmt schon viel gehört. Er bleibt freundlich und konsequent.
„Tut mir leid, sie beschmieren hier alles.“
Brotflecken!!! BROTFLECKEN!!!
„…beschmieren.“ Sag ich, weil ich’s nicht lassen kann.
„bröseln…“ sagt er. „ sie bröseln.“
Ich guck an mir runter..und …ja na….natürlich liegen da ein paar Bröseln rum und trotzdem will ich ganz ungehalten diverse Aussagne an den Kopf werfen zb:
„…OH GOTT….werden wir diese Flecken jemals wieder rauskriegen?“
oder
„…entschuldigen sie, sie müssen sich täuschen. Das mit dem Bröseln, habe ich schon vor Jahren aufgegeben. Ich bin jetzt clean.“
Har har.
Clean.

Unschlüssig guck ich auf die Brösel auf meiner Hose und überlege, ob ich einen Herzinfarkt heraufbeschwöre, wenn ich die jetzt einfach zu Boden wische.
Der Mann macht ja auch nur seinen Job und ich bin auch froh, dass meine Haltestelle schon kommt. Darum steh ich auf und erkläre nur ganz salopp.
„Ich brösel dann mal draussen weiter…“

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Wie Winter riecht…

Könnte ein Gedicht sein, oder eine Geschichte. Ist es aber eigentlich nicht.
Eigentlich ist oder war der Geruch von Winter ganz oft der Anfang von..na ich nenn es mal ganz salopp  'ner Depri.
Da ich ja beschlossen habe meine Zeit mit solchen nicht mehr zu verschwenden (und das trotz Trennung anfang des Jahres auch ganz stur durchzieh *G* ) hat es mich heute Nacht kurz erschrocken (erschreckt? )…also den Winter zu riechen.
Das war wie 5 Jahre Nicht-Raucher sein und sich dann mit einer Zigarette im Mund wieder zu finden…die man schon raucht. Oder vielleicht…wie eine Frau, die sich vor nimmt…niiiieee wieder mit einem Mann zusammen zu sein, der sie schlägt….und dann die Sekunden in der er sie zum Essen mal ohrfeigt.
Dieses Gefühl…dass etwas, das man nie mehr wollte…einfach trotzdem geschieht.
Und da lieg ich in meinem Bett und das Fenster ist offen und die Nachtluft legt sich auf mein Gesicht und ich riech den Winter und hab Angst, dass meine Zuversicht betreffend meines Seelenheils vielleicht nur eine gekonnte Selbstlüge ist…und fühl im gleichen Moment schon..dass es zwar das gleiche Gefühl ist…aber dass es nicht die gleichen Folgen mit sich zieht. Und ich frag mich, ob dieser Wintergeruch vielleicht gar nicht schlimm ist (noch nie war)…sondern nur dass, was ich daraus formte.
Mein Allheilmittel für faktisch alles ist seit einem guten Jahr. ' Spricht drüber'
Natürlich kann man keine Zahnschmerzen wegreden, aber durchaus die Ängste vorm Zahnziehen. Man kann keinen Liebeskummer wegreden, aber das allein fühlen.
Und ich kann auch nicht den Geruch von Winter wegreden, aber sehr wohl die Angst, dass dies der Anfang einer hässlichen Zeit ist.
Für jeden riecht der Winter bestimmt anders, für mich riecht er in Bilder und Gefühlen.

Wie mein Winter riecht.

Mein Winter riecht nach Sehnsucht. Er riecht nach dem großen hölzernen Schrank in dem leeren letzten Raum eines großen traurigen Hauses, dessen Türen nach Narnia führen. In eine andere Welt in der deine wahre Bestimmung auf dich wartet. Der Geruch  meines Winters, kriecht genau in mein Herz und öffnet es und verändert die Welt in ein Märchen. Dann will ich aufstehen und meine Fluffpuffmantel anziehen und meine Winterstiefe und durch Schnee wandern, bis ich diesen See finde, der ganz gefroren liegt umrahmt von Bäumen deren einziges Kleid glitzernder Winterfrost ist. Mein Winter riecht nach einer Landschaft bedeckt von Schnee, die nur von einer Spur durchzogen ist – meinen Schritte. Mein Winter riecht nach gedämpfter Stille und nach Schnee der fällt und nach einem vollen blauen Mond. Wenn es nach Winter riecht ist es, als käme jemand, dem ich schon mein ganzes Leben lang vertraue hast und er sagt zu mir: „Es wird Zeit. Fahr endlich heim, hier ist dein Ticket.“
Es riecht nach Hoffnung und Liebe und Magie.
Das…was mich daran so traurig machte ist…dass es zwar nach diesem Winter riecht, aber dass er nicht kommt. Ich steh mit dem Ticket in der Hand am Bahnsteig, aber der Zug der mich nach Hause bringt kommt nicht.
Der Geruch von Winter kommt immer unvermittelt, egal ob es mir gut oder schlecht geht…aber danach bin..war… ich immer traurig. Manchmal ist da auch der Geruch nach Gewitter…das riecht ganz ähnlich…mit einem ähnlichen Ergebnis.
Diese Frage die ich mir heute stelle…was ist es..was ich da vermisse…oder glaube zu vermissen.

Dafür, dass ich an Hexen, Märchen, Zauberei und haste nicht gesehen glaube…steh ich eigentlich mit fast zwei Beinen in der echten Welt. Und davon ausgehen müsste ich wohl behaupten, dass diese manchmal unerträgliche Sehnsucht in mir, für etwas steht…das fehlt?
Oder ist das ein Trugschluss?
Oder fehlt es mir nicht, sondern fehlt es mir nur an der Fähigkeit es wahrzunehmen?
Oder nehme ich es für gewöhnlich wahr und nur wenn es nach Winter oder Gewitter riecht verliere ich diese Fähigkeit und sehne mich sofort zurück?

Vielleicht sollte ich einfach mal nach….hm…Alaska…im Winter…mit einer dicken Fluffpuffjacke und Handschuhen und Wintertiefeln..und einem dicken Schal um dort dann eine Nachtwanderung im Schnee zu einem See hinter mit zu bringen und zu sehen, was dann geschieht?

Tieferer Sinn dieses Beitrages?
Ich rede darüber, was mich berührt. Egal ob es eine Lösung gibt oder nicht.

🙂

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Der sprechende Mann

Kreativität hängt aus seltsamen Gründen mit einer gewissen Introversion (ja echt….Introvertiertheit, heisst in Wahrheit Introversion!) zusammen und besonders leicht ist es introvertiert zu sein, wenn es einem schlechter geht, wenn man ne Depri schiebt, wenn man sich hauptsächlich mit sich selbst auseinander setzt…mit sich allein lebt.

Das ist keine Grundvoraussetzung, aber jeder der sich in  einem gewissen Rahmen mit etwas auseinandersetzte, dass er selbst kreativ oder künstlerisch nennt wird mir da vermutlich zustimmen?
Wenns einem nicht so gut geht, geht einem kreatives Zeug denkbar leichter von der Hand.

In meinem Fall ist es, dass ich mich schwerer tu mit schreiben. Also…eigentlich nur, dass ich weniger Lust habe, mich hinzusetzten und zu schreiben. Wenn ich schreib, dann geht’s mir eigentlich immer leicht von der Hand….nur bis ich schreibe ist der Akt 🙂
Wenn man also meinen Absatz da eben mit dem Schweigen auf meiner Homepage verknüpft könnte man zurecht zu dem Schluss kommen………..so schlecht geht’s mir nicht.
Das stimmt.
Wer das jetzt auch noch mit der Präsenz eines Mannes in Verbindung bringt behält ebenso recht,
schöne Frauen bleiben nicht lange allein? (klingt zu arrogant? Mein Psychologe hat mir erklärt, dass ich viel zu oft schlecht von mir selbst rede, mich selbst durch den Kakao zieh, bevor es jemand anderes macht…ich hab aufgehört damit und bin jetzt nett zu mir 🙂 )
Und weil ich eine schöne Frau bin, habe ich einen schönen Mann bekommen….von Innen und von Aussen…aber die blauen Augen aussen vor gelassen, kann der Mann etwas, dass mir die Sprache verschlägt:
Er kann sprechen.
Wenn ich jetzt an meine Arbeitskollegen denke….die sprechen ja auch…viel zu viel manchmal…*G*..aber das mein ich nicht. Der Blauaugenmann macht nicht nur den Mund auf und zu…ich meine…er spricht mit mir.
Ich glaub ein paar Frauen seufzen neidisch…ein paar werden vielleicht Lächeln, weil sie auch einen Mann haben der sprechen kann. Für mich ist das völliges Neuland.
Der Fairness wegen muss ich gestehen, dass ich in meinem bisherigen Leben fast nie versucht habe mit meinem Partner zu reden…die wenigen Male in denen ich mich über meine eigene Regel hinwegsetzten, habe ich die Reaktion erhalten, die ich befürchtete. Abschottung, Gereiztheit, Agression.
Dank meinem Streben nach erhöhter (innerer) Lebensqualität und dem Psychologenmann der mir half mein Streben nicht nur theoretisch zu betreiben sondern auch praktisch zu verfolgen, hab ich erfahren…..dass ich Gefühle gefälligst haben soll und auch ausdrücken…weil alles verschluckt, erstickt man auch dran.

Ich hätte vor 2 Jahren ja behauptet, dass ich meine Gefühle sehr wohl zum ausdruck bringe und ich bin mir sicher, das viele Menschen….nicht alle…aber viele steif und fest behauptet hätten, dass ich ein Orginal bin…relativ Maskenfrei. Papperlapapp.
Wenn ich jetzt sehe, wie Gefühlsintensiv mein tägliches Leben ist…frage ich mich tatsächlich wie ich das mein halbes Leben unterdrücken konnte ohne daran zu sterben.
Und mit Gefühlsintensiv mein ich nicht meine Verliebtheit oder sowas.
Ich mein das ganze Band, von gut bis bös.
Von 'verärgert wegen Kleinigkeiten' über wütend, verletzt, eifersüchtig, vergnügt, himmelhochjauchzend, traurig, glücklich, beschwingt, irrational, demütig, dominat, zurückhaltendoffensiv…. und das sind nur die, die mir auf Anhieb einfallen. So ein Gefühlscocktail hätte mich früher wahnsinnig gemacht….und ich weiß, dass ich heute nicht anders empfinde, als vor drei jahren…aber ich gehe anders damit um..ich drücke mich aus.
Was mein Leben tatsächlich belebt.
Umständebedingt ist es so, dass viel von meiner Emotionswelt der Blauaugenmann abbekommt…die guten und die gemeinen Gefühle :-)…also ganz natürlich wie es sein sollte? Und wenn er etwas tut, dass mich ärgert….dann sag ich ihm das und er zieht sich nicht zurück oder greift mich an sondern tut…normale Dinge. Wenn ich recht habe, dann ist er betroffen und entschuldigt sich und wenn ich eher unlogisch bin (ja…manchmal..wenn ich meine tage habe…… *G* ), dann hilft er mir mit Verständnis und erklärt mir seine Sicht der Dinge…und das ohne dabei seine Männlichkeit unter den Teppich zu kehren.
Für mich ist das befreiend…obwohl ich jetzt des Monats mehrfach gefühlsmäßig rauf und runter laufe, fühle ich mich gut wie nie und frei und lebendig und das liegt nicht daran, dass die Welt für den Blauaugenmann und mich perfekt wäre…sondern weil wir mit den nicht-perfekten Dingen perfekt umgehen.
Der kann sprechen der Mann!!!

Und was ich noch erzählen wollte.
Die Gewichtsguckersache..die hat ganz gut funktioniert…mittlerweile bin ich knappe 20 Kilo los und mir passt ein großteil meines Kleiderschrankes nicht mehr, dafür aber wieder Klamotten die ich das letzte mal während meiner Ausbildung 1994-1998 trug*G*
Dennoch gibt es Dinge, auf die man sich verlassen kann.
Trotz der 20 Kilo weniger, steh ich einmal im Monat seitlich vor dem Ganzkörperspiegel, fasse mit meinen Händen an meinem bauch…greife wa sich zu fassen kriege und muss betroffen feststellen…dass ich immmernoch sooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo dick bin*G*

Nein, das ist nicht der Anfang einer….Abnehm-manie…das sind meine Tage*G*
Den Rest der Zeit fühl ich mich schön so wie ich bin…sogar mit den üppigeren Details die nach wie vor vorhanden sind…ich will nur zum Ausdruck bringen….das sich schön finden nur in einem gewissen Rahmen etwas mit der Realität zu tun hat.
Das Problem ist nicht was man sieht…sondern wie man es sieht.
Quak!

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Neues von der Front

Auszug Wikipedia zum Thema Mücke:

Ernährung
Bei den meisten weiblichen Stechmücken bilden die Mundteile einen langen Rüssel (Proboscis), um die Haut von Säugetieren (oder in manchen Fällen von Vögeln, Reptilien oder Amphibien) zu durchdringen und deren Blut zu saugen. Die Männchen unterscheiden sich dadurch von den Weibchen, dass sich ihre Mundteile nicht zum Saugen von Blut eignen.

Einen Kollegen hab ich..der ist arg hoch und ein Österreicher und weil Nachtschicht seltsam macht folg ich ihm auf Schritt und Tritt wie ein Schatten und er bleibt stehen und guckt runter und sagt.

„Gösse..“
Ich sag.
„Hö?“
Er sagt:
„Gössn“
Ich frag:
„Wasn das?“
Er lacht.
„Das ist österreichisch für kleine Mücke.“
Ich protestier.
„Ich bin keine Mücke!!!!“
Er widerspricht.
„…aber du bist klein.“
Ich werfe ein.
„…aber ich trinke kein Blut.“
Er folgert:
„…dann bist wohl ein Männchen hm?“

Männliche Logik ist halt durch nichts zu ersetzen…(ich bin neidisch*G*

Ein anderer ganz lieber Kollege….ganz lieb.
Gibt mir mit dem Lineal so fast beinahe eine auf den Hintern.
Ich mackier die harte Frau und sag…ganz ernst.
„…Freund…ich lad dich zu mir nach Hause und dann bring ich dir Marnieren bei“
Der Kollege vergnügt lachend flötet mir ein:
„…Okay…“ entgegen.
Ein weiterer Kollege der das mitbekommen hat, sagt zum ersten.
„…also ich wär da vorsichtig…“
Worauf der Kollege mit dem Lineal abwinkt und erwidert:
„..ach was…ich nehm an Kessel Weihwasser mit und häng mir ein Kreuz um….“

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Don’t picture it…

Nach 10 Tage degeneriertem krankhaften dahin vegetieren, war ich gestern so frei und hab mich ausser Haus gewagt und damit ich das nicht allein tun muss, waren da noch zwei Freunde dabei.
Nicht, dass ich nicht schon wüsste,dass Menschen, die freiwillig Zeit mit mir verbringen einen an der Klatsche haben…aber..machmal vergesse ich es 🙂

Aus irgendeinem mir nicht bekannten Grund reden wir über den designierten Gebrauch von Kondome.
Aus irgendeinem mir nicht bekannten Grund, sagt Mann No.1: „Kann man ja auch welche mit Geschmack nehmen…“
Sag ich: „ …na beim bestimmtungsgemäßen Gebrauch…wozu?“
Sagt Mann No.2: „eben….viele Nervenenden…nicht Geschmacksknopsen!“

Und jetzt der Part den man vielleicht ohne Bilder im Kopf denken sollte?
Man stelle sich also einen Mann vor, der so ein Kondom mit Geschmack verwendet…und 30 Sekunden nachdem er sich auf genetisch vorgesehene Weise mit der Dame seiner Wahl vereinigt hat, hält sie inne und sagt:
„Oh…Banane…wie nett von dir!“

….

Das würde mir Sorgen machen, wäre ich ein Mann. 🙂

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Dialoge des Wahnsinns II

Einer der Kollegen und ich hocken im gleichen Büro.
Zweite Nachtschicht von 6 Stück.
Beide sind wir müde.
Beide haben wir keinen Bock.
Sagt Kollege so in den Raum..man spricht ja von niemand bestimmten.
„…der hat noch mehr Komplexe als ich…“
Andrea: „Das ist keine Kunst ne?“
Kollege: „Jetzt sei nicht so, ich bin sensibel…“
Andrea: „Du bist nicht sensibel..ich bin sensibel…so sensibel..wie…..wie…ähm..“
Etwas auf dem Bildschirm vor dem ich sitzte lenkt mich ab. „…wie ähm…“ und ich stotter ein bisschen vor mich hin, bis der Kollege meine Satz vervollständigst.
„….wie eine Axt.“

Danke..Schatz.

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Unliebsame Thematik

So, nachdem ich lerne über Themen zu reden, die an meiner Seele kratzen.
Meine Tante, die in Griechenland lebt, sorgt sich um das Wohl meiner Mutter und hat mir einen Tag vor ihrer Abreise nahe gelegt dafür zu Sorgen, dass meine Mutter sich mehr darum kümmert ein paar Dinge auf die Reihe zu kriegen.
Mit ein paar Dinge meint sie…gesundheitliche Sachen.
Also Dinge, die das Leben meiner Mutter unter Umständen verlängern.

Aus Gründen der Privatssphäre meiner Mutter werde ich das nicht in der Öffentlichkeit ausbreiten, um was es im Detail geht…aber im Prinzip ist die Thematik ganz einfach.
Zum Vergleich eine erfundener Dialog der etwas vergleichbares darstellt. (auch wenn meine Mutter raucht, geht es nicht darum)
A: „ Ich habe schon viel mit deiner Mutter geredet, es wäre besser für sie wenn sie aufhört zu rauchen, hilf ihr da ein wenig nach. Ich kann ja nicht, weil ich weit weg bin.“
B: „Ich habe das mit ihr schon ein paar mal ausdiskutiert, aber sie will eben rauchen…mit allen dazugehörigen Konsequenzen…“
A: „Aber sie hat sich noch nicht wirklich bewusst gemacht, _ wie _ schädigend das ist. Du musst dir das mal vorstellen, was sie sich damit antut und da ist ja auch noch diese Angst, dass es ihr schlimmer geht, wenn sie aufhört zu rauchen, so wie es bei ihrem Vater war. Ich mache mir Sorgen um sie und hab mir ihr geredet, aber da muss halt jemand dran bleiben. Verstehst du?“
B: „…….“

Meiner Tante war das Gespräch unangenehm, weil sie sah, dass es mir schwer fällt vor Augen geführt zu bekommen wie schwerwiegend die Situation tatsächlich ist. Nicht dass ich nicht alles wüsste, aber meine Mutter und ich…wir sind uns eigentlich im Reinen.
Ich habe akzeptiert, dass sie etwas tut, von dem ich weiß..dass es ihr Leben nicht verlängert wird…weil sie es will. Ich akzeptiere, dass sie diejenige sein muss, die aus ihren Gründen über ihr Leben verfügt. Es macht mich nicht glücklich, aber eher kann ich damit leben, dass sie aus ihrem Willen früher stirbt….als dass ich damit leben könnte…wenn sie mir zu Liebe etwas länger lebt, sich aber dafür unwohl und unglücklich fühlt oder eingeschränkt oder weiß der Kuckuck.

Das Gespräch mit meiner Tante war für mich aufwühlend und meine Selbstbeherrschung ist in die Binsen gegangen, ich hab sie gebeten zu gehen, damit ich mit der Thematik allein sein kann.
Ich weiß, dass es ihr Leid tat mich so zurück zu lassen, weil sie eigentlich nur mit mir reden wollte, um selbst etwas von der Sorge zu verlieren, die sie quält und statt dessen noch ein schlechtes Gewissen hat, weil sie mir jetzt auch noch Sorgen bereitet.
Andererseits ist meine Tante 20 Jahre älter als ich und muss ihre Sorgen doch allein tragen können?
Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich ihre Intention durchaus erfasst habe, aber nicht in der Lage war so lange mit ihr zu reden, bis es ihr wieder gut geht….weil es mir davon deutlich schlechter gegangen wäre.
In meiner ollen Therapie hat mich der Psychomann dazu ermuntert anderen Menschen die Verantwortung für ihre Probleme zu überlassen und sie nicht mit Gewalt an mich zu reissen, nur weil ich glaube Zusammenhänge besser erkennen zu können. (Nicht dass er es so sagte, aber das ist es was ich verstanden habe) Und wenn ich bei einem Thema stark bin, dann will ich gerne und immer die helfende Hand reichen, aber bei dieser Thematik bin ich nicht stark, da bin ich froh, wenn ich mich selbst über Wasser halte.
Hab ich erwähnt dass ich trotzdem ein schlechtes Gewissen habe meiner Tante gegenüber?
Hmpf.
Ich habe irrsinnige Angst vor dem Tag, an dem meine Mutter sterben wird, aber ich will auch nicht meine Zeit darin investieren ….gegen Windmühlen kämpfen?….ich will nicht die Zeit..die ihr und mir bleibt damit verbringen…ihr zu sagen, was gut für sie ist….sie zu entmündigen, ihr zu erklären wie sie zu Leben hat weil ICH sie länger bei mir haben möchte. Das geht in meinem Leben nicht.
Das empfinde ich als falsch.

Natürlich….besteht die Möglichkeit, dass meine Mutter…wenn sie ab heute an, ihr Leben optimal führt…eine Anzahl X an Lebensjahren herausholt. Wenn sie nicht der Laster erwischt.
Das Leben ist nicht fair und nur weil man etwas ganz gut und richtig macht, bedeutet es nicht, dass es auch zu einem guten und richtigen Ergebnis führt….man kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen..aber eine Garantie gibt es nicht.

Aber wenn ich meine Zeit darauf verwende, mir einzureden…ich könnte etwas unvermeidliches aufhalten, wenn ich nur genug positive Faktoren schaffe….dann will ich mich nicht an dem Tag sehen..an dem halt doch geschieht, was geschehen muss. Dann steh ich doch noch mehr im Nichts.
Ist es egoistisch und falsch von mir so zu denken?
Ich habe mit meiner Mutter geredet..über das was technisch betrachtet sinnvoll wäre („Ja, es wäre sinnvoller nicht mehr zu rauchen…“) und aufgrund des Gespräches eben, werde ich es auch nochmal tun müssen…einfach damit es nicht unkommentiert im Raum steht….aber ab wann ist es noch ein konstruktiver Hilfeversuch und ab wann ist es schon ein sinnloses Rudern mit den Armen, weil man sich selbst vor dem Tag fürchtet?

Fakt ist…in meinem Verständnis….der Tag, an dem meine Mutte stirbt, wird der traurigste und schlimmste Tag in meinem Leben sein.
Ich kann die Zeit bis dahin mit ihr im Reinen verbringen…sie sowohl respektierend, als auch mein eigenes Leben führend.
Oder ich kann die Zeit bis dahin gänzlich auf sie konzentrieren, hängen und bangen, mich fürchten und alles tun um …mir zumindest einzubilden ich würde alles menschen mögliche machen was ihr auch nur einen tag mehr bringt?

Ist es herzlos von mir, den Willen meiner Mutter zu akzeptieren?
Bin ich deswegen bequem oder nachlässig?
Naiv..nach dem Motto, wenn ich nicht darauf rumhacke passiert es vielleicht nicht?

Wie ist das mit euch?
Wie geht ihr mit dieser Gewissheit um?
Mütter sterben…früher oder später…egal ob krank oder gesund…keine kommt aus und keiner von uns drum rum….
Wie zum Kuckuck, würdet ihr das machen, wenn die Angst eurer Mutter etwas 'technisch sinnvolles' zu tun, so groß wäre, dass sie es vorzieht lieber so weiter zu machen?
Und was würdet ihr machen, wenn selbst diese technisch sinnvolle Aktion vermutlich nur bedingt lebensverlängernd ist..weil es einfach sehr viele andere 'negative' Faktoren gibt?

Ich glaube, dass meine Mutter trotz widriger Umstände so lustig weiter lebt, weil sie der Überzeugung ist…es wäre so in Ordnung, weil sie ihre Arbeit hat..über die sie schimpft, aber die sie jeden Tag aus dem Bett holt und weil sie eben denkt….ich bin die..die mit ihrem Raucherbein 100 wird..im Gegensatz zu allen Anderen Rauchern.
Was ist wichtiger zu bewerten?
Medizinische Tatsachen…oder der verdammte menschliche Glaube?

Oh Mann.

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Männer brauchen Falten…

Eigentlich mein ich es auch gar nicht so böse.
Ich finde Männer gar nicht sooo schlimm.
Aber manchmal ist mein vorlautes Mundwerk eben einfach schneller als ich.
Kurzer Dialog mit meinem Chef.
 
Chef: "Ich muss meiner Frau noch erzählen, dass ich Botox brauch jetzt dann…"
 
Andrea: "Chef, du brauchst kein Botox. Falten machen Charakter. Männer brauchen Falten, damit sie wenigstens so aussehen, als hätten sie welchen…" 
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