07. Eva schweigt

Sie ging gestern, den ganzen langen Weg alleine zurück. In diesen verkackten hohen Schuhen. Schritt für Schritt. Klicker.Klacker. Sie hatte Angst, dass er nie wieder mit ihr sprechen würde…arme Eva…arme kleine Eva…muss noch lernen..dass nichts ohne Folgen bleibt……aber sie war wütend…und mit jedem Meter den sie hinter sich brachte, tat ihr das mehr leid…weil…es…vielleicht tatsächlich so war, dass er ihr….nur einen Gefallen tun wollte?…Vielleicht wollte er…einfach nur nett sein? Schließlich..sorgte er sich..um ihre Sicherheit..nein?..Schließlich sorgte er dafür, dass sie sich besser auf dem Parkett zurechtfand nein? Er verzieh ihr immer wieder…ihre Art zu Sein..und nahm sie an....er _nahm_ sie an..tief unter die Haut… …und sie?…Sie war egoistisch..nein? Ja nur nicht zufrieden sein mit dem was man hat…immer nach mehr streben….fest in dem Glauben…er bräuchte nur eine helfende Hand…dumme Eva…Kleine Tyrannen, wollen mit viel Liebe ausgesucht werden. Eva…war…schon immer gut…für das richtige Händchen..für das finden, der richtigen Quälgeister…weh ihr ach weh…die Geister die sie rief überschreiten bei weitem ihre Magie..nein?
Irgendwann war ihr ganz anders, irgendwann war nichts mehr von ihrer Wut da…und selbst wenn es genauso gewesen wäre, wie sie ihm unterstellte…selbst dann……wäre es von ihm..noch immer ein…gefühlvoller Akt gewesen?.Zumindest ihr gegenüber? Und die Meerfrau..würde es lernen…Eva würde einfach…..darauf achten…dass es…für _sie_ nicht so schlimm würde, das lernen. Alles würde….alles würde wieder funktionieren…Wenn er ihr nur ihre unbedachtheit verzeihen würde. Er..hatte Recht…sie ..nicht. Sie hätte es…von Anfang an wissen können…nein? Ahnungslose Eva. Was hatte sie geglaubt..von ihm..zu wissen….
Sie würde es richten….sie würde artig sein..richtig..nicht vorlaut…alles..nach seinem Willen…..

…ich seh' ihm schon seit Stunden zu….dieses hohle Geräusch…wenn sein Kopf gegen die kahlen Fliesen schlägt…Tock…kein sanftes..leises…kraftloses………Tock….jedesmal wieder…versucht es…seinen Schädel an dieser Wand zu spalten…Tock….weisse wundervoll melierte Fliesen….wie Schnee….und ein roter wundervoller Mond…wie Blut….und schwarze…Haarsträhnen, die in ihm kleben….wie…Ebenholz…Tock…Schneewittchen versucht die Welt zu verstehen und versagt kläglich….Warum hat nur der geliebte Vater, diese Frau zu sich genommen? Egal..Tock….Alles egal….Das Bad in dem es kauert….splitternackt…ist verschlossen…das gedimmte Licht flackert….nein..auch nicht im könglichen Elternhaus funktionieren alle Dinge wie sie sollten….Bzzt….Tock.. Unter seinen Füßen liegt eine Zeitungs Seite…Meldungen des Tages…alles nicht so schlimm..nicht wahr?..es war alles nicht so schlimm….es tut mir leid, das Schneewittchen….ich würde mich gerne zu ihm setzten und es trösten und halten…aber…es ist ganz widerspenstig…schon wenn ich versuche in seine Nähe zu kommen, wird mir ganz schwindelig..als säße es im Auge des Sturms…und jeder der sich näherte..würde eher weg gerissen..als zu ihm durchzudringen….Tock….In der Wanne neben ihm, läuft noch kaltes Wasser aus dem Duschkopf…es hat wirklich versucht in unserer Wirklichkeit zu bleiben..redlich…tapferes Schneewittchen..gutes Kind…sie wollte ihre Gedanken weg waschen…rein und unschuldig…frei von Sünde….{Eva die Mutter aller Sünden, nimm vom Apfel…Maria die Hure Gottes…liebe…das X makiert den Punkt..wähle…er wird sie für dich töten…weil er dich liebt…}…das fiese Chrom wars….in dem sich sein Gesicht spiegelte…mich entfernte und _das_ überlies…diese erbärmliche nicht zu denken fähige Stück Fleisch {alles was zählt ist Fleisch?}Schneewittchen..will doch nur die Liebe ihres Vaters, wie jede Tochter…nein?…Als ob das dumme Kind es nicht besser gewusst hätte… Hat es nicht einfach so getan…als wäre es ein ganz normales Mädchen…wenn mich sein Anblick nicht so träfe, würde ich mitfühlend lächeln….Aber…in Schneewittchens Leben, gibt es nur ein Geschöpf, dass es hemmungslos lieben darf..nicht wahr?…Nur der Tod..kann nicht sterben..nicht wahr?…als es sein Gesicht sah…in diesem Chrom…verlor….es sich…und sein Gleichgewicht…stolperte über den Rand, schlug hart auf…und damit begann…dieses Spiel…Tock…..und fand seit dem kein Halten mehr..Tock….von aussen rot….Tock…von innen leer..Tock….Es ist nicht leicht, sein Engel zu sein. Ich befürchte fast, es wird damit nicht mehr aufhören…Bzzt…Tock…die Fliese hinter ihm bricht….so wie es zerbricht…..Stückchen für Stückchen…Rippchen für Rippchen…schon mal vom Wahnsinn genippt?..Have a lot of fun…its going to be a real good time….Schneewittchen malt sich selbst……ich muss ihm helfen..ich werde ihm helfen..ich weiß was ihm gut tut..ich weiß..was ihm Boden unter den Füßen gibt…was seine Wunden heilt….ich flüster ihm Wahrheiten zu….{Alles Spiegel müssen brechen….jede Dummheit wird sich rächen….Alles ist Wahnsinn..alles ist ein Scherz…lach mein Kind..lach..du beginnst zu lernen….Tock…Lerne!..Tock..} Seine nasse Hand patscht auf die Fliesen neben sich…fast in Panik versucht es sich aufzurichten…rutscht aus…schlägt erneut auf…lacht..weint…seine Beine stramplen auf der Stelle immer wieder den Halt verlierend…{Komm Mädchen, komm zu mir….Nimm meine Hand…ich helfe dir..}..Schließlich fasst es sich am Wannenrand…rappelt sich auf…das schwarze Haar klebt in seinem weissen Leib wie Teer, wie dunkle Adern machen es unecht wie von Krankheit befallen…von innen wie von Aussen…wieviel Leid kannst du ertragen Weib?..Es ächzt..krächzt wie hunder Raben…sein Kopf dröhnt in tonlosen erstickenden 180 Dezibell pro Milliliter…es fällt zum Waschbecken..klammert sich daran …und hebt seinen Tausend Kilo Kopf empor um dem Teufel ins Gesicht zu sehen, der es reitet….im Spiegel….ich hätte ihm wohl sagen sollen, dass es das nicht leiden können wird? {Brich den Spiegel Königstochter…sieh dahinter…und erstick an deinem gottverdammten Apfel…der gläserne Sarg wartet schon auf dich…}
Schweigen. Schneewittchen hat sich nichts zu sagen…starrt sich an….das halbe Gesicht…der letzte Schutz den es noch hat…und weil halbe Sachen, keine ganzen sind…streicht sie das Schwarz beiseite…sieht sich im ganzen….liest seine Farben und dementiert sich in diesem Akt selbst, wie ihr Vater es nicht besser könnte….sein Mund geöffnet im wortlosen Schrei….stirb endlich…Verrecke!..dummes Ding…ich kanns nicht mehr mit ansehen….Seine Hand schlägt in den Spiegel….er zerbricht…es greift hinein….harte zarte glastotscherben schneiden ihre weiche Haut….brennst du?..erkennst du?..weißt du was die lebend macht?….Ich nicke…es ist auf dem richtigen Weg….die nächsten Stunden..sind ein Akt der Liebe..Schneewittchens liebe für sich selbst…nein sterben will und kann sie nicht…nur leise leise… scheibchen weise…Onanie….Es malt auf seinen körper Kreise..über kreise..über kreise…in kreise….wie lächerlich..nicht wahr?…aber wir wissen warum…….es..und ich….es muss seinen Bezug finden…seinen Halt….und tut es in Wort und Tat…kluges Kind…sei artig….Ihr Leib..ein groteskes Bild…gezeichnet in runden roten Flüssen…es ist fast getan..es ist fast gut…ich fühle..wie es mich zu ihm zurückzieht..aber noch ist da die Angst….die Angst…wieder Tod zu bringen…weil es vielleicht ….{..sei nicht schüchtern!…}..weil es gewiss…wieder das falsche sagen wird…. Aber wir lieben es, wir werden ihm sagen, was es tun kann…..wir werden ihm helfen….
Delicious Dreams of that kind…growing down in my mind….lift me up to higher stages, makes me want to feel youre heartbeat, feel youre breath in my lungs…feel youre blood on my tounge…

Keine hände…….keine ……keckse…

Ich erwache…..und……schweige….

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08.Eva stirbt ein bisschen

…ich werd an deiner Kälte sterben….
…..ich bereue nichts….
…………………………………..RAUS!

Es ist ähnlich, wie in ihrem privaten Horrorbad…als sie sein Haus verlässt, hat sie nur einen Wunsch…sterben……er lodert…dieses eine Mal brennt er….beherrscht von den Gedanken mich zu töten…zerreissen…zerfleischen..zerbeissen…ich wünscht…er täte es…dann wäre Ruhe…nein…länger ertrage ich das nicht… Nein. Länger erträgt sie es nicht. Meine Schritte sind ruhig, stets meine drei Fuss hinter ihrer linken Schulter, dort wo der Tod steht und lauert…das ist mein Platz, das war er schon immer.…willst du dich..von etwas trennen…dann musst du es verbrennen….willst du es nie wieder sehn…..dann lass es im Feuer stehn… Die Uhr ihrer Schritte tickt schnell, Klick klack klick klack klickklacklicklacklicklack…..hinein in das Dunkle der Nacht. Sie hasst ihn, weil er sie nicht liebt und liebt ihn weil er ihr Leid schenkt…sie ist irgendwie niedlich..nein? Das erstemal in unser beider Leben, nehme ich wahr…das sie gewillt ist zu mir zu kommen…so leicht?..so schnell?..so….freiwillig?…Ich folge ihr weiter….durch einen Park….sie rupft ihre Frisur auseinander…wie kann eine Gestalt..gleichermaßen kraftlos und kraftvoll sein..zielstrebig und orientierungslos?… some kind of madness….…Langsam werde ich neugierig – wir wissen beide…sie und ich….das es nicht gut ist für sie………..zu lieben….wir wussten beide nicht…wirklich….was geschieht….wenn wir das vergessen….ich beginne….eine Ahnung zu haben…es riecht nach…Freiheit…meine Schritte werden beschwingter….ihre…schneller….auf ihrem Weg….in einem immer düsterene Gegend….schreit sie….tobt sie…heult sie…jammer sie….nickt und schüttelt ihren kopf…läuft schneller….fängt sich wieder…..sie rast und stirbt und beginnt von vorne….
"Ssst!"flüster ich ihr zu…vielleicht spricht sie ja mit mir?
…ich darf mir nicht weh tun..ich darf mir nicht weh tun..ich darf mir nicht weh tun..ich darf mir nicht weh tun…ich darf mir nicht weh tun….Psst?….was?…
Ihr Kopf zuckt rum….sie hat mich gehört…ihr Blick ist………..unbeschreiblich schön……..ich…….ich liebe sie……schon immer……….niemand…kann das so wie ich……sie ist..mein….in allem……egal..was sie zu denken glaubt….sie hat Angst….sie ist…verzweifelt….ich sollte ihm einen Dankesbrief schreiben……..dann geht ihr Weg weiter…noch schneller..zwischen die Häuserfronten…..Müll liegt auf der Straße…es stinkt…..Scherben…..die Fenster der Häuser sind zugenagelt..keine gute Gegend hier..nein?..
Sie zu beobachten ist ein Film in meinen Kopf…..ich wünscht ich könnte dich sehn..in meinem Kopf..in meinem Kopf… Kopfkino..
Ihre stacksigen Schritte führen sie auf eine vierer Gruppe halbstarker Kerle zu..die rauchend und Alkohol trinkend auf einer ruinierten Bank rumhängen…es dauert nicht lange und sie hat die Aufmerksamkeit dieser Individuen…oder sollte ich Maschinen sagen?…Eine junge gepflegte Frau in einem Kostüm..ein eher kurzer Rock…hohe Schuhe..na gut…ihre Frisur………..ich wette die Männer stören sich nicht daran…

"Hey…Süße….."schnurrt einer der Jungs und pustet Rauch in ihre Richtung. Eva Snow White bleibt einen Meter von ihnen entfernt stehen….steif wie ein Brett….ein wenig..als wäre sie auf diese Vier wütend..als hätten die ihr etwas getan…..sie wortlos anstarrend…..die Jungs lachen hämisch..zumindest drei von ihnen….der vierte mustert sie abschätzend. Er ist jünger und schwächer als die Anderen, kein Testosterontier…ich lese Misstrauen in seiner Haltung.
Der Schnurrer…steht mal eben lässig von der Bank auf und stolziert in männlichster Coolness zu ihr…."..nicht so schüchtern Lady….!"raunt er ihr zu. Von ihrem Gesicht sehe ich nichts….doch der jüngere erhebt sich ebenfalls.
"Lass sie Yazz, ne schickymicky…macht nur ärger…!"dann schnappt er sich seine Flasche Bier…sieht die Anderen Kerle an und geht. Zwei seiner Kumples folgen ihm…Yazz…denkt nicht daran……….dacht ichs mir fast.
Als seine Freunde weg sind zupft er…vorsichtig wäre das falsche Wort…spielerisch?…an ihrem Jackenkragen. " …wie ist dein name sweety…?" Hormone liegen in der Luft, ich bin mir nicht sicher, ob sie weiß worauf sie sich da einlässt……..sie….schon.
Eva Snow Whites Kopf zuckt ein wenig beseite, gerade genug um missfallen ob seiner Berührung auszudrücken.
Yazz schnaubt:" Hör mal Lady, erst trabst du hier an..und machst dann eine auf unberührbar?….dir helf ich schon…."…er lacht…es verheisst nichts Gutes hm?

…was…………..was dann geschieht…….ist………..nicht schön….nicht schön. Er zerrt..zieht sie in eine der dunkleren Gassen…irgend ne Nische..nicht wirklich einsehbar…ich folge schweigend….ihre Form der Selbstverstümmelung…berührt mich nicht…es ist ihr Ding…jeder hat seine eigene Art zu überleben…an eine Hauswand gelehnt..beobachte ich schweigend die Prozedur…er will ihr Angst machen…sie einschüchtern….doch sie schweigt…jammert nicht…das macht ihn wütend…und er greift auf die Sprache zurück..die ihm am Meisten liegt…und dass macht sie sprechend..und wenn es nur das tiefe ächzen unter seinen Schlägen ist…...bitte töte mich..bitte töte mich…bitte töte mich..bitte töte mich..bittetötemichbittetöten…bitte..tötetötetöte…irgendwann..ist sie ein wimmerndes Stück Elend…zuckt jedesmal…wenn er sich bewegt…er leckt sich über die Lippen….jetzt ist sie…….bettfertig..nein? Diese Mechanismen…diese Muster sind so ….lächerlich einfach zu durchschauen….einmal in seinem Leben fühlt er Macht durch seine Adern pumpen….ein Gott…so denkt er…ich bin versucht zu lachen….Er nimmt sich, was er so mühe und hingebungsvoll vorbereitet hat..mit aller Gewalt…und ich glaube beinah……sie hat noch einen drauf gesetzt….ausser Rand und Band…tobt er sich an ihr aus….skeptisch…bin ich…..ein wenig skeptisch….…Schmerz…Entwürdigung…..nicht schlimmer..nicht schlimmer als sein nicht lieben..nein?….oder?…Angst?..Angst!..ich will nicht mehr..nein..ich kann nicht mehr…….der Geruch ist………….ich will……….etwas in meinem Schädel knirscht…….so laut dass ich mir die Ohren zu halten will….…er sagt etwas zu ihr…etwas abfälliges…fast..ausspuckend……..dann packt er ihren Kopf und trümmert ihn gegen die Hauswand……an der sie zu Boden sinkt……wie Tod.
Er korrigiert den Sitz seiner Kleidung..wischt sich mit dem Handrücken über den Mund und betrachtet sein Werk…mit welcher Intention auch immer..ich vermute Befriedigung….als er sich umwenden will um sich wieder seinem Bier zu widmen…tut es ein Scharrendes Geräusch zu seinen Füßen…Snow White..bewegt sich…als sie ihre Kopf dreht um zu ihm hochzusehen…tut es ein widerwärtiges Knacksen…als sich Wirbel wieder in die Position rücken..in die sie gehören….das lässt ihn erstarren….
"..was zum Henker…"
Ich drücke mich weg von der Wand…gehe zu den beiden…neben ihr in die Knie….betrachte sie liebevoll….das schwarze Haar…klebt blutig über ihrer rechten Gesichtshälfte….rabenschwarz….er hat sie ziemlich zugerichtet….ihre Lippen bewegen sich…er wird es nicht verstehen…ich schon…sie sagt…....mehr……wir ham noch immer nicht…noch immer nicht genug………Er schnaubt wieder….etwas kommt ihm eigenartig vor….er will sich abwenden…in Kauf nehmen..dass sie ihn identifizieren könnte……es ist ihm..zu…..seltsam….ihre Hand krallt sich in sein Bein….Er tut….was er vielleicht mal lieber hätte sein gelassen…ihr in die Augen sehen….und wenn Testosterontierchen auch ab und an zur Dummheit neigen können, ist ihm klar…das in ihrem Kopf etwas nicht stimmt….so sehr..dass es ihn schaudert…sie ist nicht wütend…da tobt kein Tier in ihr….sie..hat einfach..noch…_immer_ nicht was sie will……………sie……..lebt….noch immer…wieder bewegen sich ihre Lippen…von einer sekunde auf die Andere wird er hektisch…als hätte er plötzlich massive Angst..lebend aus dieser Situation zu kommen….seine Mimik verzerrt sich….er reisst einen Revolver unter seine Jacke raus….beugt sich zu ihr….packt sie am Kragen und zieht ihr Gesicht an seins…während er ihr den Lauf der Waffe an die Schläfe drückt….im Tier..im Tier..sind wir alle gleich…..da kämpfen wir alle ums überleben…Mensch wie Vampir…im Tier…im Tier….doch die ….Erleichterung …die von ihr ausgeht..als er das tut…lässt mich zweifeln……was passiert…wenn sie tatsächlich stirbt?……was geschieht dann …….mit ……….mir?

"Hast du Angst vorm sterben?"Seine Stimme bebt…und klingt wütend und kalt und angriffslustig…als schämte er sich dafür, dass sie ihm unheimlich ist….die Waffe in seiner Hand zittert…
Sie blinzelt ein paar mal….ihre Augäpfel zucken minimalst hin und her..als sähe sie einen Film ablaufen…alles überdenken…und sie kommt….wieder und wieder…….zu dieser einen Antwort….
"Nein….."
…ich schnippe mit dem Finger…'pssst…'… ..schnipp?…ihr Kopf ruckt Millimeter rum…aus ihren Augenwinkel heraus sieht…schielt…. sie mich an……zum erstenmal in unserem gottverdammten Leben…….sieht sie mir in die Augen….eine ungeheuere Erregung erfasst mich….dann zwinkert ich ihr zu…….und sie dreht ihr Gesicht wieder……zu Yazz…….ihn ansehend….
"……du?"

…ich werd an deiner Kälte sterben….
…..ich bereue nichts….
…………………………………..aus…

….auf unseren Wangen brennen rote Tränen….

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09.Eva und der Sadist

Meine Wange sollte heiss werden und brennen, doch ich verspüre nur das Ziehen, dass der Schlag seiner flachen Hand in meinem Gesicht hinterlassen hat.Der Mann, der mit funkelnden Augen und zumindest augenscheinlich unbewegter Mimik vor mir steht…hat mich geschlagen. Klatsch. Rums. Doch wesentlich mehr als die Zurechtweisung dieses Mannes….wiegen die Fragen in mir. Wie zum Kuckuck..bin ich in _diese_ Situation geraten?
Und warum schlägt er mich?
Ich blinzle verwirrt und versuche zusammen zu ordnen, wo mein Fehler liegt.

…ich steh vor meinem Spiegel und betrachte das Bild der Frau darin. Sie trägt einen kurzen Rock..schwarz..nicht richtig kurz, weil..sie hat keine richtig kurzen Röcke..aber es ist der kürzerste den sie hat…ich weiß das..ich bin ja die Frau. Ihr Gesichtsausdruck ist etwas konsterniert….sie knöpft jetzt schon zum fünften Mal ihre Bluse bis zur Mitte auf…und dann wieder zu. Ihr Problem kann ich gut verstehen..es ist nämlich nicht einfach…sexy zu sein…wenn man das Gefühl nicht kennt. Also dieses Gefühl..mit seinem Aussehen andere zu manipulieren. Sie weiß nur, dass es Dinge gibt, um die ein Großteil der männlichen Bevölkerung nicht rum kommt. Das ist wie Signalfarben in der Tierwelt…oder Handyklingen bei der menschlichen Jungend. Es muss sowas wie Konditionierung sein. Kurze Röcke gehören dazu…und einen 'Auschnitt' haben. Wobei Ausschnitt das falsche Wort…vielmehr ist es ein Einblick…ins Dekoltee nämlich. Männer müssen das toll finden, sonst würden sich nicht so viele Frauen die Mühe machen, sogar im Winter mit 'Auschnitten' rumzulaufen, die mindestens Lungenentzündungen mit sich ziehen könnten. Vermutlich wäre ihr Dekoltee ganz ansehnlich, aber sie kommt sich dumm damit vor…darum knöpft sies immer wieder zu. Ich ahne dass sie es auch dabei belassen wird.
Warum das Theater? Sie will jagen. Sie will ein Männchen erjagen, so wie Weibchen das tun. Nicht wie sonst, auf einer Trauerfeier jemanden solange zu hören, bis er sich Trostsuchend in ihrer Umarmung verliert. Auch nicht heimlich, von einem Penner trinken der im Park schläft…oder solche Dinge. Sie will mal was anderes versuchen. So wie Nimmermehr das macht. Oder auch der König. Ihre Welt hat begonnen sich zu verändern, was ja ein gutes Ding ist in ihren Augen. Alles verändert sich. Und um nicht hinter ihrer eigenen Veränderung zurück zu bleiben, bemüht sie sich….neue Dinge zu tun…einfach um nicht das alte zu machen…Klar oder?
Es dauert noch eine ganze Stunde. Dann ist ihr Haar hochgesteckt und ihr Gesicht ein wenig bemalt, wenn auch dezent…der Rock, eine passend schwarze Seidenbluse…hohe Schuhe. Sie wird ins Art of Noise gehen, dort kennt sie keiner den sie kennt und sie versteht ein wenig wie die Leute dort so sind. Grufthupen, Vampirliebhaber und….so Menschen die…hm…Halsbänder tragen und …Andere die das nicht tun. Sie hat keine Kleidung, die dort..hingehört? Keine schwarzen Rüschen Dinger..keine matten dünnen Gummidinger…keine glänzendes enges Schwarz. Aber ..zur Not frisst der Teufel fliegen und…und ..Handyklingen und Signalfarben funktionieren doch hoffentlich auch?
Im Art of Noise wurde sie schon ein zweimal angesprochen….darum hofft sie, dass das auch heute wieder so sein könnte….
Ich dreh mich rum…und lasse die Frau im Spiegel zurück (Natürlich vermute ich, dass auch sie gegangen sein wird, wenn ich den Raum verlassen habe)
Eine Stunde später stehe ich an der Tanzfläche und lasse den Maschinenähnlichen Lärm an mir hinab und durch mich durch fließen. Der Trick an meinem Jagen, kann nur sein….gejagt zu werden..nein? Schließlich gehöre ich zu den Nicht-Tätern…auch Opfer genannt. Ich bin passive….die Leidensform. Und weil ich meine Sache gut machen will..beobachte ich andere Jägerinnen. Wie sie gehen, wie sie stehen..wie sie kokettieren und flanieren. Wie sie den Männchen Blicke zu werfen oder ihre Kopf abwenden, obwohl ich in ihren Farben deutlich lesen kann, dass sie interessiert sind. Ein wenig gaga ist das schon. Meine Versuche ihnen nachzueifern sind….jämmerlich. Ich fühl mich wie eine schlecht funktionierende Marionette, wenn ich meine Brust rausstrecke wie ein Hühnchen dass nur noch einatmen aber nicht mehr ausatmen kann…Auch dieses..laszive?…an der Wand lehnen…sieht bei mir aus wie ausm Baukasten. Ich möchte mir die Haare raufen. Sogar wenn ich nichts tu…wirke ich allenfalls wie bestellt und nicht abgeholt. Verdammt, was habe ich denn so getan, als ich angesprochen wurde?
Weil es mir zu dumm wird…winke ich dem Ein oder Anderem verschmitzt zu…manche Lächeln ein wenig..aber herkommen tut keiner. Es ist zum Mäuse melken.
Irgendwann lasse ich mich frustiert auf einer Stufe nieder, stütze meinen Kopf in meine Hand und den Arm von der Hand..mit dem Ellbogen auf mein Knie. Das ist nicht Ladylike..aber es ist ja eh egal!
"Ich seh dir schon den ganzen Abend zu, was soll das werden wenn es fertig ist?"
Hm?
Mein Kopf kippt in den Nacken und ich guck hinter/über mich. Da steht ein Kerle in einem dunklen
Anzug…der eigentlich auch nicht so richtig hier rein passt? Er ist groß (nicht nur im Vergleich zu mir!) Und gepflegt und….etwas in seiner Mimik erinnert mich im Ansatz an den König, wenn ich auch nicht genau sagen kann was. Wie sieht ein Gesicht aus, dessen Träger eine Neigung zur Kontrollausübung hat? Seine Stimme wäre warm und dunkel…nur der….leise Spott darin stört etwas….wobei..stören….er hat ja Recht irgendwie..nein?
"Ich will angesprochen werden…"antworte ich wahrheitsgemäß nach hinten oben. Seine Augenbraue zuckt etwas nach oben.
"Das ist Offensichtlich"
Aha?…Warum fragt er denn dann?
"…..warum fragst du dann?"
Diese meine Frage lässt er unkommentiert….stattdessen gleitet sein Blick fast schon …sezierend über mich…ich habe das Bedürfnis mich aufrecht hinzusetzten, aber ich weiß nicht genau warum, darum lass ich es.
"Was…_genau_ suchst du denn?" Seine Frage klingt irgendwie geschäftlich, ich kann mir nicht helfen.
AH. Eine Anmache!! Beinahe hätt ichs nicht kapier. Juchu! Ein strahlendes Lächeln huscht über mein Gesicht…was lange währt wird endlich gut..nein? Ich überlege einige Augenblicke und beschließe, das Ehrlichkeit auch in dieser Situation die beste aller Möglichkeiten ist.
"Ich suche einen Mann, der mich haben will" Will er mich haben?
"Sub?" Fragt er.
Sublimation?Subtraktion. Subkultur? Substral? Subjektiv und Substantiv….Subversiv. Der lateinische Worteil Sub…der steht für…unter…darunter…sowas in der Richtung…klar kenn ich den! Ich kann Latein!
Dementsprechend erfreut nicke ich eifrig.
Er nickt auch, wenn auch etwas zweifelnd. Tatsächlich tu ich mir ein wenig schwer ihn zu lesen…und weil der Teufel ein Eichhörnchen ist und im Detail steckt…gelingt es mir bei ihm nicht auf die Farbpalette zu wechseln. Sein Buch bleibt verschlossen. Das einzige was mir klar ist…das er etwas abwägt….ich halte den Mund und blicke abwartend zu ihm hoch. Schließlich legt er mir seine Hand auf die Schulter..sie ist schwer und warm und hat….etwas aktivierendes…jetzt richte ich mich auf…gerade….weils..passt?
"Komm mit." Ist alles was er sagt, dann löst sich die Hand schon wieder und er geht einfach an mir vorbei Richtung Ausgang…ohne sich umzusehen um sich zu vergewissern, dass ich ihm auch wirklcih folge. Während etwas in mir die vorsichtige Frage aufwirft, ob ich wirklich glaube, dass dieser Mann das ist was ich hier suche….nämlich ein passendes..eine passende Trinkgelegenheit….steh ich schon auf und folge ihm. Herrje ich…….ich bin ..wirklich gut erzogen? Es liegt an der striktheit seiner Worte.
Draussen wartet er einige Schritte entfernt und geht erst weiter, als ich auf zwei Meter an ihn rankomme…er lässt mich nicht aufschließen…na gut….dackel ich halt nach. Was tut man nicht alles um…ähm…zu trinken? Der Schwätzer in meinem Kopf redet heimlich auf mich ein, doch ich weil ich damit beschäftigt bin das alles zu kapieren höre ich nicht wirklich zu. Ein paar Straßen weiter wartet eine schwarze Limousine mit einem Chaffeur vermute ich, weil der Anzug Mann hinten einsteigt. Die Tür bleibt für mich offen….ich setzt mich dazu.
Der Wagen setzt sich in Bewegung und ich sehe mich neugierig um. So viel ist nicht zu sehen..augenscheinlich schenkt er mir keine Aufmerksamkeit, aber ich nehme dennoch wahr, dass er sich gedanklich mit mir beschäftigt….wie auch immer. Da er nichts sagt….sag ich was.
"Ich bin Eva" Erkläre ich ihm mit leiser Stimme und einem freundlichen Lächeln.
Sein Lächeln ist schmal und…ein wenig…degradierend?
"Dein Name interessiert mich nicht" Da liegt eine Gehässigkeit in seiner Stimme die ich unangebracht…ja..unhöflich finde. Noch mehr, weil ich durchaus erfasse, dass er das mit Absicht tut.
Meine Unterlippe schiebt sich vor und ich bin wieder ruhig. Jetzt erinner ich mich, dass war der erste Moment in dem ich mich fragte, ob ich nicht vielleicht doch das mit den Veränderungen sein lassen sollte. Als die Fahrt sich wohl dem Ende nähert (Der Wagen wird langsamer)..sieht er mich doch an.
"Hast du Erfahrung als Sklavin?"
Bitte? Skalverei ist verboten! Schon lange. Herr Kreisel hats mir erzählt.
Seine Frage ist komisch, dennoch schüttel ich vorsichtig den Kopf….er sieht nicht dumm aus, er weiß gewiss, dass es keine Sklaven mehr gibt…dennoch…dennoch fragte er..hm.
Die langen schmalen Finger streichen über den Scheitel seiner dunkelbraunen Haare. Er spitzt im
Ansatz die Lippen…sein Blick wirkt streng.
"Du wirst mich siezen."
"Okay!" Sag ich, ist einfach…stör mich auch nicht.
Meine flapsige Antwort verursacht ein Zucken in seinen Fingern…als müsse er sich zusammenreissen. Mir ist das nicht entgangen.

Vom Auto aus folge ich ihm in ein Haus, dass garnicht so Recht zu ihm passen will. Ich hätte eher ein Appartment erwartet, etwas das nach Geld aussieht. Das Haus sieht aus, als würde dort gar keiner wohnen..ein wenig wie..mein Haus nein? Egal. Auf meiner Gehirnhaut kribbelts…ich fühle mich unwohl….und trotzdem ist etwas an dieser Situation, dass ich mag.Bin ich verrückt?
Wortlos…weiter Wortlos führt er mich im Haus in den Keller…eine Tür die in einen dunklen Raum führt…ist die Erste die er mir aufhält….mich mit einer vagen Handbewegung hineinwinkend.
Ich tu wie mir geheissen.
Er folgt mir, dann höre ich…wie ein Schloss klickt…ein Schlüssel sich dreht und mir wird dann doch flau im Magen. Leise Geräusche, die ich nur schwer interpretieren kann..Stoff…auf Haut?….ich weiß nicht….dann ein Schritt….dann erhellt sich der Raum. Wenn auch minimal. Ich stehe in einem…zugebenermaßen skurielem…ähm…Zimmer. Alles dunkel gehalten. An der Wand hats ein Haufen Haken und Ösen und es stehen Dinge herum ,die doch kein Mensch zu irgendetwas sinnvollem brauchen kann? Entfernt erinnert mich die Einrichtung an etwas,das vermutlich besser in einen Kerker passen würde. Dort wo sie falsche Geständnisse aus echte Hexen pressen.
Er hat Handschuhe angezogen. Schwarze. Sie passen nicht ganz zu dem Anzug.
Minutenlang betrachtet er mich ausdruckslos…nein..nicht ganz ausdruckslos…in seinen Augen glitzert etwas dass……das…..boshaft ist? Aber auf eine ganz fiese Weise. Ich nutze die Gelegenheit und…und gestatte mir..mich in ihn einzufühlen… Hätt ich das mal lieber sein gelassen. Er hat die Emotionale Struktur eines….Krüppels. Er passt in sich nicht zusammen. Unausgegoren. Kaltherzig. Berechnend…Verschiedene Facetten, die ich nicht mit Namen nennen kann, aber die in faktisch jedem Menschen..ja sogar Kainiten vorhanden sind…fehlen beim ihm gänzlich. Seine Gefühlswelt hat kein Muster….das was ich klar erkennen kann ist…Aggression…verdrehte Lust…etwas tickt. Er ist krank. Ich mein….seine Seele ist krank. Bin fasziniert und angewidert.
Er tritt auf mich zu….sieht mich an ohne meinen Blick zu suchen..ein wenig..durch mich hindurch.
"Zieh dich aus." Eine klare simple Anweisung. Aber ….für mich nicht umsetztbar. Nicht dass ich mit einem besonderen Schamgefühl ausgestattet wäre. Es ist nur so, dass ich …zum einen Glaube, dass das hier doch nicht so richtig ist….nicht wegen seiner Dominaz..sondern wegen dieser….Krankheit. Zum Anderen…bin ich zwar ein..hm…gehorsamer Typ?…aber…ich bin durchaus so frei und entscheide selbst wem ich zu Willen bin..nein? Und hier habe ich soeben beschlossen…muss ich wieder weg.
Ich schüttel zaghaft meinen Kopf.
"Das geht nicht………tut mir leid.." Füge ich hinzu, weil seine Art und Weise mich dazu veranlasst, dennoch ein schlechtes Gewissen zu haben….als ich widespreche.
Ja….und dann zieht er aus und schlägt zu…und das nicht zu knapp…..

Meine Wange sollte heiss werden und brennen, doch ich verspüre nur das Ziehen, dass der Schlag seiner flachen Hand in meinem Gesicht hinterlassen hat. Nachdem ich erörter habe, dass mein Fehler war, nicht auf das kleine warnen in meinem Kopf gehört zu habe, entschließe ich mich zu gehen. Ich drehe auf dem Absatz um, gehe zu der Tür….und während ich meine Hand auf die Klinke lege fällt mir wie zum Hohn ein…dass er abgeschlossen hat.
Sehen kann ichs nicht..aber ich höre wie sich sein Lächeln über sein Gesicht zieht.
"Ich werde mich nicht wiederholen…" Lauert etwas….da lauert etwas in dem was er spricht und er kommt langsam näher. Mit Absicht, er geht mit Absicht langsam um mir Zeit zu lassen ordentlich Panik zu entwickeln. Ich lese es aus seinen Schritten…er will schneller gehen..schneller bei mir sein..schneller weiter machen…doch er bremst sich selbst aus, um mir….um mir Angst zu machen.
Meine Augen werden größer. Nicht ich bin verrückt. ER ist verrückt.
Diese Erkenntnis entlockt mir doch ein Glucksen. Ich bin gefangen in dem Wahnwitz…einem …einem Irren?…in die Finger gelaufen zu sein. Verwandschaft nicht ausgeschlossen? Der nächste Schlag….bringt mich zu Boden und IST schmerzhaft…ins Genick….ich japse unnötiger Weise nach Luft und finde mich auf seinen Fließen wieder. Schmerz. Ich blinzle, weil ich mich mit einem Mal sehr bewegt fühle..im Körper wie im Geist. Menschen sind gefährlich. Nein die Maskerade gibt es nicht umsonst. Menschen sind gefährlich…..
Er lässt mich nicht zu Ende denken…schon trifft er mich wieder…ein Tritt…an meinen Kopf….ich duck und krümel mich zusammen….okay…ich..habe Angst! Ich habe Angst und Schmerz und ich fühle das aus meinem Kopf..wenn auch zaghaft…mein Rot zu fließen beginnt. Und obwohl ich ihn nicht mit Absicht lese, nehme ich ungefiltert seine Zufriedenheit wahr.
Als ich erfasse, dass er ein weiteres Mal zutreten wird….verhaspel ich mich fast dabei..meine Finger ja schnell genug an meine Bluse zu kriegen….sie aufknöpfend..Zeit..ich brauche Zeit…dieser Mann hat nicht nur meine Furcht losgetreten….sondern auch das unstete rotieren meiner Gedanken….jene Ecke in mir, mit der ich am liebsten nichts zu tun habe….eine..ich sitz im Bad und schlag meinen Kopf gegen die Wand Ecke….eine…ich zieh in die Slums und fress was Ecke….eine… ich hab Angst vor mir selbst Ecke…mein Vater malt mich Ecke…Zecke…Sozialmonster…krankes Seelentier. Als er sieht, dass ich seiner…. Bitte… nachkomme…verharrt er tatsächlich und beobachtet mich….sein Gesicht ist nicht mehr ausdruckslos…es lebt…sein Mundwinkel zittert unkontrolliert…ein Tick..er hat einen Tick….das schlimme ist…ich muss ihn garnicht richtig ansehen ums zu sehen…es ist so…als wäre dieser Mann in meinen Wahnwitz integriert….als wäre er nicht allzuweit von mir weg? Bei dem Gedanken wird mir gleichzeitig übel und lachhaft. Todbringende Spassbrigarde. Der Kasperl kommt um euch allen den Garaus kommen. Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?
Jetzt will ich nicht mehr fliehen.
Ich nestel artig an meinem Rock, aber weil ich ja draufsitze…wird das nichts…darum rappel ich mich auf..meine Knie knicken weg….und ich stütz mich an der Wand ab…mein Körper funktioniert Schmerz und Gedanken bedingt nicht mehr ganz nach meiner Vorstellung.
Seine Haltung verändert sich in abwartend…aber gleichzeitig glaube ich fast zu hören…dass….auch meine Folgsamkeit….nur…Zeitverzögernd ist….er will garnicht, dass ich artig bin….er will mir den Gehorsam in den Leib treiben….seine Zurückhaltung dient nur…..dient nur dazu…mich glauben zu lassen..ich hätte die Chance darauf….mit Hörigkeit dem Schmerz zu entgehen…wie….perfide. So simpel und doch….effektiv. Dieser Mann arbeitet auf die Sekunde hin..in der ich erkenne..das egal was ich tu….nichts helfen wird….er lauert auf den Moment….in dem ich erkenne….wirklich erkenne….ihm hilflos erlegen zu sein….und etwas in mir….will das tun. Absolut…verlieren. Es ist…nahezu verlockend. Etwas in mir…versteht ihn….beneidet ihn fast darum…nicht an seiner statt zu sein. Wie krank ? Meine Lippen öffnen sich und mein Fänge wollen gierig nach draussen drängen….es ist pervers…dieses verstörte Ding im Menschenkörper verstehen zu können? Ich muss schief lächeln.
Anstatt meinen Rock auszuziehen…fallen meine Hände seitlich an mir hinab…so als hätte ich die Lust daran verloren mitzuspielen…ich heb meinen Kopf….seh ihn an….der Tritt an meinen Kopf hat meine Frisur ruiniert und schwarze Strähnen verbergen wie es sich gehört eine Gesichtshälfte. Ich kann ihn garnicht richtig sehen…weil meine Welt ganz klein ist….Tunnelig….etwas zu dunkel….oder ist das…mein Rot dass in meine Augen fließt?
Meine Tat lässt dankbare Wut in ihm hochkochen….ich gebe ihm Gelegenheit, dass zu tun, was er wirklich tun will. Brave Eva.
Dementation..gibt es in vielen Ausführungen….jeder kann das….nur nicht alle mit einem Gedanken…ich könnte es….aber…es ist nicht notwendig….es ist nicht notwendig ihn mit meinem Denken zu malen…wenn ich es doch auch mit zärtlich gesprochenen Worten kann.

"Ist das alles….?" Flüster ich….und …..lächle…ihm ins Gesicht….
Es ist mitnichten alles. Seine Brutalität ist mit Worten kaum zu beschreiben und mit jeder…. zarten Berührung….verliere ich mich mehr….wie Wellen….wie Meereswellen die über einem zusammenschlagen und dich nicht mehr atmen lassen….ich bereue in jedem Moment….und fühle mich stärker obwohl mein körperlicher Widerstand sekündlich nachlässt.
Ich glaub es ist Zufall….oder Fügung….?…kurz bevor sich alles an mir verselbstständigt….kurz bevor ich rot sehe..ob ich will oder nicht….hält er inne und betrachtet sein Werk….am Boden zusammengekauert..suhle ich mich…in meiner Pein..mich hassend..mich liebend….verachtend….wie ihn….lebendig…so unpackbar lebendig….in mir tobt ein Vulkan und ich empfinde Dankbarkeit und…Leben. Ich kann meine Augen nicht richtig öffnen..aber das macht nichts….alles an mir liest nimmt auf….empfindet….mein Denken liegt soweit in mir, dass ich ..egal….ich rieche seine Lust…ich höre seine Zufriedenheit….ich fühle seine Krankheit….seine Schritte sind….kurz….seine Handschuhhände an mir..grob…der Rock nach oben weg und dann….schieben sie sich auf meine Rücken…um mich zu heben..mich…woanders hin zu verfrachten.
Wie ein Sack hänge ich in seinem Arm….meine Güte, was für ein Akt. Einmal was anders machen hm? Mal anders jagen..hm? Etwas neues erleben..hm? Bedenke gut was du dir wünscht. Hab ich schlussendlich doch jemand gefunden der mich erjagt hat….dann………..dann bin ich wohl jetzt dran?
Mein Kichern ist fast nicht zu hören…sogar dieses Geräusch tut weh….es ist mehr ein Krächzen…husten….Und weil es in seiner Welt das nicht gibt….verwundert es ihn….und in diesem Moment habe ich genug Zeit…meinen Kopf nach vorn zu zwingen…meine Arme um ihn zu schlingen…und mir zurückzuerobern..was er mir aus dem Leib geprügelt hat.
Blut.
Ich trinke von einem Monster…lange und ausgiebig….ich werde ihn nicht töten. Ich werde ihm genug lassen um zu überleben. Ich bin mir nicht sicher, ob er mir diese Ungnade zu Teil werden lassen wollte. Als er schwer wird, weil der Blutverlust seine Sinne trübt….löse ich mich und lasse ihn fallen…..ich bleibe stehen. eine zitternde Hand…ein schwankender Schritt…das Dröhnen im Kopf reisst alles mit…ein Loch in der Brust , ein Würgen im Hals…bleiernes Schweigen bestenfalls…ein Sturm der sich alles einverleibt…taumeln..stürzen..in der Leere schweben..du sagst…das ist alles was bleibt..du sagst….das ist ..was es heisst..zu überleben..
Wie alles genau geht…weiß ich nicht mehr….ich finde irgendwo an ihm den Schlüssel für die Türe….kämpfe mich die Treppen rauf….trotz dem frischen Blut in mir…bin ich nicht stark….ich verwende es um mich zu heilen..doch so schnell geht es nicht….oben..ein Telefon….ich wähle die Handynummer von Edward…er soll mich holen und heim bringen…eine Adresse find ich draussen am Haus…so kann ich nicht raus….
Während ich warte…macht sich die Gewissheit in mir breit…das….Trauerfeiern…angenehme Orte sind um….zu finden was man braucht…nein?

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14.Eva von der Anderen Seite

Ich weiß wo dein Haus wohnt.
Es ist nur ein Tag vergangen.
Es ist eine Nacht später.
Ich stand auf. Ich habe ausgiebig geduscht und mir einen der grauen Röcke angezogen, welche ich so sehr mag. Ein passend dunkelgraues Strickoberteil. Turnschuhe und das Haar so wie es gehört lang und offen, mein halbes Gesicht verdeckend.
Ich verließ das Haus wie in vielen Anderen Nächten auch – zumindest augenscheinlich.
Seit ich aufstand, sprach ich kein Wort. Als hätte ich ein heiliges Gelübde abgelegt, an welches ich mich halten müsste, um das zu tun, was unter meiner Oberfläche brodelt. Dieses Gefühl aufzustehen und nicht ganz man selbst zu sein.
So fühle ich mich seit ich auf dem Weg zu ihr bin. Ungesehen von der Welt. Nicht das es wichtig wäre, ob mich jemand sieht. Ich will nicht wahrgenommen werden, weil ich es nicht gewesen sein werde.
Meine Hände sind leer wie mein Verstand. Ich plane nichts, ich weiß nicht was geschehen wird, ich weiß nur – dass ich sehr böse mit ihr bin. Vielleicht will ich mir auch nur mal ansehen wie sie wohnt. Ich habe ihre Motivation überdacht – sie wollte sich an mir bereichern, darum hat sie mir ihre Visitenkarte gegeben. Darum hat sie mir davon erzählt wie tot ich bin. Rücksichtloses Stück Fleisch, nur gierend nach Geld, ohne Rücksicht auf deine Gefühle…sie ist schuld…sie ist böse…ein schlechter Mensch. Sie wird sich an mir bereichern. Ich werde sie beschenken mit meinem Reichtum.
Der Weg zu ihr ist lange. Einmal Bahn, einmal Bus, ein paar Straßen zu Fuss. Sie wohnt in einer guten Gegend mit ihrem guten Mann, der sie liebt und mit ihr magisches Leben erschafft Meine linkes Auge zuckt kurz, als wäre mein Sehmuskel über längere Zeit überansprucht gewesen.
Schließlich stehe ich vor einer posierlichen Garten Türe. Daneben ein Schild.
'Dr. Friedrich Behrens und Martha Behrens ' Herr Doktor und Frau Hebamme
Die Gegend IST gut. Die Gartentüre ist nicht abgeschlossen und so betrete ich ungehindert den Garten. Seltsam fremd fühl ich mich, wie in einem Traum. Der Garten ist umringt von Grünen Bäumen und Büschen. Nippes. Griechische Statuen die Wasser spucken. Blut wirst du spucken
Im Schatten einer Weide, zwischen deren hängenden Zweigen stehe ich nicht unweit der Terassentür.Sie ist halbgeöffnet und bietet Zugang zu einer hübschen großzügigen Wohnküche. Die Reste des letzten Essens stehen noch auf dem Tisch. Töpfe auf dem Herd. Nicht abgespültes Geschrirr in der Spüle und auf der Ablage. Das Licht ist gedimmt und Frau Behrens sitzt alleine am Tisch und raucht.
Und ich wir beobachten sie dabei. Zwei Zigaretten später betritt ein älterer erstaunlich attraktiver Mann mit grau melierten Schläfen die Küche. Er verzieht demonstraiv das Gesicht und seine dunkle Stimme klingt klar und deutlich aus dem Haus raus zu mir.
“..ich habe dich doch gebeten nicht im Haus zu rauchen..” In der ersten Instanzt hört er sich höflich an, in der zweiten genervt und belehrend, was mehr noch als die Worte ansich darauf schließen lassen, dass sie das folgende Gespräch nicht zum erstenmal führen.
“..draussen ist es mir zu kalt.” erwidert sie, augenscheinlich ebenfalls höflich und unterschwellig ebenso empfindlich auf dem Thema.
“..Es ist Sommer.”
“Es ist Frühling…”
“Ich möchte nicht das Felix deinen Gestank in seine jungen Lungen atmen muss.”
“Felix…” Frau Behrens lässt eine bezeichnende Pause im Raum stehen. “ liegt seit 5 Stunden oben in seinem Bett und schläft in aller Ruhe. Du musst dir also keine Sorgen um dein Kind machen.”
Herr Behrens nimmt eine Zeitung auf und setzt sich zu seiner Frau an den Esstisch, er schlägt eine Seite auf und macht dann Anstalten sie kurz abzulegen…ohne jedoch auf anhieb platz zu finden.
“….du solltest lieber aufräumen anstatt zu rauchen.”
Frau Behrens sieht auf und ihren Mann an und ich erkenne sogar von meinem Platz aus, dass sie seine Nörgeleien satt hat.
“…DU..könntest auch mal aufräumen.”
“..ich arbeite den ganzen Tag…” erwidert er ruhig.
“…ach und ICH NICHT?” Ihre Stimme erhebt sich und überschlägt sich kurz. Es herrscht Stille, die Sekunden später von leisem Kindergeschrei durchdrungen wird.
“…siehst du, durch deine aufbrausende Art und Weise hast du Felix geweckt. Sehr gut Martha.” Herr Behrens erhebt sich mit seiner Zeitung und verlässt im gerechten Zorn die Küche.
Seine Ehefrau drückt entnervt die Zigarette aus …verschwindet …und erscheint Minuten später mit ihrem gesunden lebendigen Kind ihrem Sohn in der Küche. Diesen sorgsam mit sich tragend und wiegend, auf das er müde wird und bald wieder schläft.
Ich blinzel.
Das Kind schreit nicht, weil es laut war. Das Kind schreit, weil es den Zorn und die Abscheu in den Stimmen der Eltern vernahm. Kinder sind sensibel, sie haben Angst, dass sie ihre Eltern verlieren, wenn sie sich anschreien. Sogar, wenn sie so jung sind, dass man sie noch auf den Armen tragen kann.
Armer Felix
Martha dreht mir den Rücken zu und Felix sieht über die Schulter hinweg zu mir. Eigentlich kann er mich nicht sehe, aber ich hebe trotzdem die Hand und winke ihm zu….freundich, weil ich ihn verstehen kann.. Martha dreht mir den Rücken zu und Felix sieht über die Schulter hinweg zu mir. Eigentlich kann er mich nicht sehe, aber ich hebe trotzdem die Hand und winke ihm zu und krieche in sein kleines Kindergehirn und schaffe für ihn die Möglichkeit die Situation so drastisch einschätzen zu können wie sie vermutlich sein könnte. Er könnte allein sein, ganz allein auf dieser Welt, weil seine Eltern sich anschrein
Felix schreien wird lauter, als säße er auf brennenden Kohlen. Drängend..um Hilfe suchend wohl. Die Mutter wiegt ihn beharrlich, vielleicht ein wenig zu heftig, aber das mag man ihr verzeihen.
Felix schreit.
“…VERDAMMT BRING DAS KIND ZUM SCHWEIGEN!” brüllt ihr Mann aus irgendeinem Teil des Hauses. Ich höre es laut und deutlich. Martha stapft mit dem Kind zu einer der Türen.
“…MACH ES DOCH SELBST, ES ICH AUCH DEIN KIND!” entgegnet sie nicht minder laut.
Felix schreit lauter.
Oben knallt eine Türe und die Hebamme Hebammen haben ein Händchen für Kinder und können gut mit ihnen umgehen setzt ihren Jüngsten mehr oder minder zärtlich auf dem Stuhl ab, auf dem sie gerade noch saß und entzündet sich eine neue Zigarette. Ihre Hände zittern als sie diese zu ihren Lippen führt um das beruhigende Nikotin aufzunehmen.
Felix schreit.
“Sei endlich ruhig Felix !” bemüht darum Ruhe zu vermitteln, klingt ihre Bitte an das Kind mehr genervt als beruhigend.
Felix schreit.
Ein Zug. Zwei Züge. Drei Züge.
Felix schreit.
Martha schlägt mir der freien Hand auf den Tisch. Das Geschirr klirrt. Für einen Augenblick schweigt der Sohn – nur um um so lauter von neuem zu Beginnen.
“Sei STILL!” schreit sie nun ihrerseits das Kind an, wirft die Hände in die Luft. Die Zigarette fällt, Martha hebt sie auf und weil der Abend ist wie er ist, und weil der Abend läuft wie er läuft fasst sie sie verkehrt rum auf und nimmt den nächsten Zug mit der Glut vorraus.
Ein leiser Aufschrei an Schmerz. Die Zigarette fällt auf das Kind.
Ich tu einen Schritt nach vorne…neugierig und trete auf ein Spielzeug das hupt.
Martha hebt ihren Kopf und sieht aus dem Fenster. Zu dunkel, als dass sie mich sehen könnte, selbst wenn ich aus den Schatten gefallen wäre. Von drinnen nach draussen sieht es sich schlecht. von draussen nach drinnten sieht es sich gut.
Felix kreischt.
Ich sehe ihr Gesicht im Stress entgleisen, lächel schief und hebe meine Hand um ihr zu winken. Ich sehe ihr Gesicht im Stress entgleisen, lächel breit und hebe meine Hand um ihr zu winken..und um sie zu beschenken..versinken und ertrinken soll sie in ihrem jetzt schon so mächtigen unbeherrschten Gefühl. leiden soll sie für das was sie mir angetan hat…kosten von dem Tief, dass sie mir offenbarte..trink du luder..trink ….und als sie sich umwendet, hebt sie schon ihre Hand und schlägt dem Jungen so heftig ins Gesicht, dass er vom Stuhl fällt.
Er kreischt lauter.
Sie ergreift ihn..hebt ihn hoch und schüttelt ihn..brüllt ihn an er soll sein gottverdammtes Mundwerk halten. Oben geht eine Türe, Schritte auf Stufen.
Martha setzt das Kind zurück auf den Stuhl, doch so in Wut, dass der Kopf gegen den Tisch knallt. Ein Glaskrug fällt und splittert.
Die Mutter starrt die Scherben an.
Der Vater starrt die Mutter an.
Das Kind schweigt.
Eva – geht.
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12.Eva ohne Einsamkeit

Wer sich der Einsamkeit ergibt,
Ach! der ist bald allein;
Ein jeder lebt, ein jeder liebt
Und läßt ihn seiner Pein.

Ja! laßt mich meiner Qual!
Und kann ich nur einmal
Recht einsam sein,
Dann bin ich nicht allein.

Es schleicht ein Liebender lauschend sacht,
Ob seine Freundin allein?
So überschleicht bei Tag die Nacht
Mich Einsamen die Pein,

Mich Einsamen plagt die Qual.
Ach, werd ich erst einmal
Einsam im Grabe sein,
Da läßt sie mich allein!

Johann Wolfgang von Goethe hat das geschrieben, bin da zufällig drübergestolpert beim Bücherregal rekonfigurieren. Gerade eben grinsel ich noch über den Witz am Ende, als ich notgedrungen darüber nachdenken muss, ob es vielleicht mehr ist als ein..Scherz?
Was zum Kuckuck passiert denn, wenn einem die Einsamkeit im Stich lässt? Stetige Zweisamkeit?
Mit dem Buch in der Hand gehe ich zurück und lasse mich auf den Sessel sinken.

Im Tod ist jeder allein? Ich weiß noch wie ich am Grab meiner Mutter stand…all die schwarzen Kleider um mich herum, die roten Augen und weissen Taschentücher Schneewittchen lässt grüßen Damals ging ich ein Stückchen zurück, niemand hielt mich davon ab. Ich armes Kind musste schließlich den Tod meiner Mutter verarbeiten, da reagiert man schon mal irrational. Aber ich war garnicht irrational, ich wollte es nur im Ganzen sehen, all die vielen vielen Menschen, viele von ihnen hielten sich an den Händen um sich Trost und…ja Nähe zu vermitteln. Viele Hände fanden meine Schultern. 'Tut mir leid Eva' 'Es geht weiter Eva' ' Du wirst es schaffen Eva' Ich nickte immer und konnte ihre Trauer nicht teilen, nicht so. Natürlich fand ich es nicht so schön, dass der Krebs meine Mum gefressen hat, aber sie ist ja nicht aus der Welt, sie ist ja nur raus aus meiner Wahrnehmung, dass wusst ich schon damals. Ich fühlte mich von ihr getrennt, aber nicht wirklich verlassen. Ich fühlte mich nicht einsam, wie mein Vater. Er war der Einzige unter all den Trauernden, der einsam war. Sowas sieht man am Blick, der ist dann nach innen gerichtet, weil der Einsame sich laufend ohne Erbarmen, mit jenen Bilder quält, die aus einer besseren Zeit stammen, wie schön es war, und wie nah wir waren und jetzt…ohne dich schlaf ich heute nacht nicht ein.
Niemand ist einsam, man macht sich einsam in dem man sich vom Rest der Welt weg denkt.
So ist das.
Darum bin ich nie einsam.
Ich war es nicht, als Mutter starb, ich war es nicht als Karsten starb, ich war es nicht als Herr Kreisel starben, nicht als mein Vater starb, nicht als ich starb, und nicht als Jasmin starb und auch danach nicht. Ich trage mich immer in mir und es dauert nur einen Moment, dann löse ich mich in allem auf.
Nur wenn mein Tod stürbe….der Gedanke hinterlässt ein arges Knirschen in meiner Brust, so als würde jemand meine Rippen zusammenquetschen bis sie brechen.
Es ist ein widerswärtiges Gefühl und ich genieße es in allen Zügen.
Tatsächlich wäre es mir ein Leid, wenn er von mir ginge, aber…aber das praktische am Tod ist, dass er nur schwerlich stirbt.
Entschlossen erhebe ich mich wieder und bringe das Buch zurück zum Regal. Ich habe keinen Bedarf weiter darüber nachzudenken.
Einsamkeit betrifft mich nicht, ich bin zu verschoben um sie zu empfinden.

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10.Eva tanzt

Das 'Art of Noise' die erste Diskothek die ich in New York besuchte. Seinerzeit wollten sie mich nicht einlassen, weil ich so mausgrau 'not in dress' war. Das liegt schon lange zurück. Ich habe mich angepasst. Es gibt Menschen, die behaupten Anpassung wäre etwas für Schwächlinge – rein evolutionstechnisch ist Anpassungsfähigkeit direkt proportional mit dem Überleben einer Spezies gekoppelt.
Die Absätze meiner schwarzen Stiefel klacken auf den steinernen Stufen, die mich hinabführen in den Keller, in welchem die Musik spielt. Ein schiefes Lächeln huscht über meine Lippen, man würde mich nicht erkennen. Weder seh ich aus wie Eva noch wie Miss Denk. Das schwarze Latexkleid ist lang und eng – mit einem Rückenausschnitt der schwerlich tiefer sein könnte. Spektakulär, will man sagen, doch hier füge ich mich völlig in das vorherrschende Bild. Trotz meines gewagten Äusseren verschwinde ich förmlich unter den Anderen Anwesenden. Normalität wird durch die vorherrschende Masse bestimmt.
Die schwere Holztür öffnet sich.
Die schwere Holztür schließt sich.
Dann habe ich bezahlt und stehe schon auf dem roten Teppich der kleinen Vorhalle. Ich atme die Menschen um mich herum ein. Wie ich nur jemals glauben konnte, es wären Vampire. Ihnen fehlt jegliche Erhabenheit, in jeder Geste, in jedem Blick erkenne ich ihre Unsicherheit. Ich sehe, warum sie Masken tragen, verstehe warum sie im Schwarz ihrer Gedanken versinken und es ist so absurd, wie sich manche von ihnen danach sehnen so zu sein wie ich – denn sie würden keine Nacht überleben, sie würden an ihrem Unleben zerbrechen.
Sie schminken ihre Haut blass, doch kein Make up der Welt, kann sie so malen wie ich bin.
Tot
So tragen wir alle unsere Masken, denn ich zwinge das Blut unter meine Haut, um mir den Hauch von Leben zu verleihen.
Meine Schritte führen mich weiter, durch die Flügeltüren hindurch, an der Bar vorbei, zwischen den Säulen auf die Tanzfläche. Eine kleine Drehung nach links und ich sehe mich selbst in der Spiegelwand, welche den Raum wohl einfach größer machen soll. Vielleicht ist es einer der Gründe, warum ich so gern hier tanze. Ich kann sie dabei beobachten.
Ein Lied fließt in das nächste, sie fließen in mich hinein, ich sickere aus mir heraus und sehe im Spiegel wie der Körper, der mich beherbergt beginnt sich zu bewegen. Ganz im Takt und doch fügt es sich nicht zu den Anderen Tänzern, es ist nicht wichtig, ich tanze für mich – nicht für sie. Das tanzen ist mir ähnlich wie das Meer. Es löst mich von mir, verschafft mir Abstand und Überblick. Sie wiegt und windet sich im Takt, ihr Blick an ihr eigenes Spiegelbild geheftet, nicht in Eitelkeit, sondern wie im Zwang, als müsse sie sterben, würde sie wegblicken. Dabei ist ihr Gesicht so halb, so geteilt wie sie . Es dauert ein Lied, es dauert zwei Lieder, dann bewegen sich mit ihrem Körper auch ihre Lippen. Im stummen Zwiegespräch, verrät sie sich Geheimnisse, die sie nicht wissen wollte. Erkenntnisse schaffen sich ihren Weg und werden mit dem verklingen der Musik wieder in die Tiefe versinken, aus welchen sie empor kamen. Obwohl die Diskothek gut besucht ist, bleibt um sie herum ein gewisser Freiraum, als wolle da eben zufällig keiner stehen. Als würde man der jungen Frau eben den Raum gerne zugestehen wollen, den sie braucht. Keiner, der ihre Blick zum Spiegel bricht. Ich trag mein Herz in meinen Händen, Ich trag die Liebe unter meiner Haut …. in meinen Adern, ich könnt sie verschenken, doch gibt's nur eins was mich lieben darf ohne zu sterben. Der Tod Tod Tod.
Das Stroboskop verleiht allem eine gewisse Unwirklichkeit,als bestünde alles nur aus Moment aufnahmen. Sie sieht in den Spiegel, während sie sich denkt, als hinge ihr Leben davon ab. Sagte ich das schon? Ich trag die Seele in den Augen, die hinter dünnstem Glas nach draußen schaut …. Regel Nummer 3 : Alle Spiegel müssen brechen, Ich starr dich an bis du brichst.
Dieses Lied singt sich weiter, in ihre Ohren, in ihre Gedanken. Und während sie weiterflüster immerzu, zieht sich ein Lächeln dazu, dass nicht passen will und dennoch da ist. Ich will nicht eure Wände ziern……nein ein Pokal will ich nicht sein. Nicht für dich und nicht für mich, ich gehör nur meinem Tod. Tod. Tod… Es gibt nur eins, das mich zerbricht…wenn ich mich durch meine Augen seh,den Spiegel dreh, wenn der Wein sich selber trinkt und Wahrheit im Morast versinkt Ihre Augenlider wollen flattern, als könnte sie selbst sich nicht mehr ansehen. Die Bewegunen werden fahrig. Drogen. Why dring and drive, when you can smoke and fly? ..ich will mich einfach nicht verliern….doch dann ist es zu spät, Zu Spät! Zu spät..zu Spät! Zu spät..doch dann ist es zu spät… nein, eure Lieder sing ich nicht …ich bin wer ich bin und passe mich nicht an, ich lügending…ich bin so schwarz wie jeder hier, und singe mit. Ich tanze zu ihrer Musik auf ihrem Parkett Ihre Gestalt wirkt wie schwindelig, als hielte sie nur der Zufall aufrecht, ihre Lippen flüster flüster flüstern, als wolle sie die Geschichte der Welt neu erzählen. Scheherazade redet sich um Kopf und Kragen. Ich lebe immernoch…immernoch! ..nein? Ich gebe immernoch..immernoch! Tod, Tod, Tod. Ich taumle weiter…vorwärts…abwärts.. Im Chaos gibt es keine Kontrolle, Chaos gebiert Leben und Ordnung erstickt es. Nicht kann ohne das Andere sein. Die Hände heben sich, sie betrachtet sie im Spiegel ohne sich selbst aus ihrem Blick zu entlassen, als hätte sie Lepra und müsste mit eigenen Augen nicht sehen, wie sie Finger für Finger verfault. In meinen Adern fließt das blauschwarze Blut
Der Abstand um sie vergrößert sich, nicht bemerkenswert, es könnte, es könnte wohl auch alles Zufall sein. Einfach zwei drei Menschen, die keine Lust mehr haben zu tanzen. Eva tanzt für sie mit. Ich trag die Wahrheit auf der Zunge drum musst du hören musst du lauschen, hör mich flüstern, lass uns plauschen.. Ich trage nur das Schwarz, das mir gefällt..nicht auf meiner Haut, aus meinem Leib, in schwarzen Schlieren wie Teer von meinem Kopf, fließt es und teilt mein Gesicht entzwei. Ich trag auf meinen schmalen Schultern wie Atlas schwer die Last der ganzen Welt ..wenn sich das Muster offenbart, und mein Verstand nicht reichen will um das was ich sehe in Worte zu kleiden, dieser kleine Moment, als er mich tötete, bevor er mich mit seinem toten roten Licht erfüllte, da..da verstand ich…ich verstand es. Sie nickt sich zu, wissend, verzweifelt. Zwei junge Frauen nicht allzuweit neben ihr ratschen und lachen, am Rande der Tanzfläche stehend. Ihre Farben sind hell und grell und stark und.. Ihr seid so bunt und farbenfroh ihr seid das Licht In einer kleinen Bewegung sinkt ihr Kopf und stellt sich nur eine Winzigkeit schief, der Vorhang der ihr Antlitz bedeckt gerät ins Wanken. Die jüngere der beiden Damen sieht zu der eigenwilligen Tänzerin, ihr Lächeln verliert sich als würde ihr der Anblick die Laune verderben. ..ich wenns erlischt, ihr seid so positiv – ich GegenpolDas Lächeln in ihrem Gesicht wird einen Tick breiter, nicht schön, nicht weich…so viele Farben so viele, wenn man sie alle mischt, wenn man sie alle mischt, werden sie weiß. Das ist Physik. Die Ganzen Farben in den Ganzen Menschen, sie werden weiß..und sie tragen schwarz. ..ihr seid so grau, wenn man euch mischt
Sie kichert, es ist alles so unfassbar logisch. Alles so klar, jedes zufällig scheinede Detail ergibt in seiner Gesamtheit betracht wieder Sinn. Dinge, die sie sich erzählt. Was sie sich wünscht, was sie fürchtet, was sie begehrt und vermisst, was sie gern wär und was sie ist. Was sie erkennt und was sie meidet, woran sie erblüht und woran sie leidet, Tausenfach wiederholt in jeder Bewegung ihrer Lippen, die ihr ganz eigenes Lied tanzen. In ihrem Blick flackert es.
Erkenntnisse flüstern sich in ihr Fleisch, und sie trinkt das Wissen, das wie Blut aus den Wunden dringt…nur um es wieder zu vergessen, sobald sie wieder denken kann.
Doch jetzt tanzt sie.
Die junge Frau am Tisch rutscht vom Stuhl, ihr Ellbogen schubst ihr Handy vom Tisch…es schlittert ein wenig davon..die Frau folgt..bückt sich…erhebt sich..und entdeckt erst sich im Spiegel…dann Eva. Sie erstarrt, wie ein Reh in der Nacht auf der Straße,dass erschrocken ins Fernlicht blickt. Wer weiß, was sie treibt, als sie sich umdreht und einen Schritt auf sie zu tut. Näher ans Feuer, näher zum Schneewittchen.Drum sag mir…Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die irrste im ganzen Land?
Die Frau starrt Eva an und diese löst ihren Blick von sich selbst und findet sich in jenem der Betrachterin wieder. Schönheit liegt im Auge des Betrachters…..Monschein auch Nur eine Winzigkeit, dass die Iris sich bewegt. Mehr nicht.
Eva flüster sich weiter in ihre Welt.
Hände heben sich und zwingen sich einen Schrei unterdrückend auf den Mund. Die junge Frau krümmt sich, als würde sie gequält von einer Kolik. Ihre Freundin kommt, sie besorgt haltend. Zittern. Beben. Kopfschütteln. Verunsicherung. Eva tanzt.
..in meinen Adern fließt das mondscheinblaue Blut
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15.Eva und die SHG Panikattacke.eV

Ich lehne mich zurück und neben mir steht eine Frau mittleren Alters auf. Ihre Schultern sind hoch und nach vorne gezogen, als müsste sie einen Schmerz in der Brust schützen. Ihre Fingernägel sind abgekaut und diverse Falten zeichnen ihr Gesicht. Rein Äusserlich würde ich sie auf gute 42 Jahre schätzen. Ihre Haut blass, schlechte durchblutung. Ich wette ihre Hände sind kalt. An ihren Zeige und Mittelfinger der rechten Hand sehe ich jeweils eine kleine minimal verhorne gelbliche Stelle. Ihre Zähne sind auch nicht strahlend weiß. Raucher. Sie hat ziemlich dünne Beine und dafür eine großen blauen Pulli, der faktisch alles von ihrer Figur verdeckt. Ihr ist oft kalt? Ich glaube die Temperatur ist relativ normal in diesem Raum. Der Rest der Teilnehmer trägt Hemd oder Shirt oder Bluse.
Dann beginnt sie mit leiser Stimme zu sprechen:

„Hi, mein Name ist Susanne…ich…ich bin 35 Jahre alt und leide seit etwa…20 Jahren an …“sie schluckt. „…an Panikattacken.“

„Hallo Susanne…“antwortet der Rest im Chor, so automatisch,dass es zum einen vermutlich zum üblichen Prozedere gehört, als auch so fix, dass ich es zum Anderen verpasst habe. Meine Aufmerksamkeit gilt ohnehin ihr.
Wie sie da steht, mit unstetem Blick. Ihr Haar nur wahllos nach hinten gepackt. Sie sieht mich an, komisch irgendwie. MIr fällt auf, dass ich sie ja anstarre, aber da sie gerade am Reden ist, ist das regulär, also lächel ich ihr aufmunternd zu. Ihr Mundwinkel zuckt nur kurz nach oben, als hätte sie mein Lächeln nicht überzeugt.
Sie spricht weiter und ich schließe meine Augen halb…

„Ich…..ich weiß nicht…warum es anfing, es…es fing einfach an..es..“erzählt sie leise, da ist ein Unterton in ihrer Stimme, über der Unsicherheit, die Menschen immer haben, wenn sie über Dinge sprechen die sie zutiefst berühren unter der Scham, die Menschen immer haben, wenn sie über Dinge sprechen, die sie schwach aussehen lassen. Irgendwas stimmt da nicht. Dieser Unterton versetzt mir einen Stich und……..weckt meine Neugier.
Ich blinzel und lächel sie an.

„Entschuldige Susanne?“ sage ich leise und wende mich ihr etwas zu, mein Lächeln ist diesemal sehr warm es ist bin in meine Augen vorgedrungen und sie darf sich meiner Aufmerksamkeit gewissen sein. Bis zur Gänze.

Die Mausgraublondine wendet sich mir verwirrt zu und auch einige Andere Teilnehmer wirken verwundert…offensichtlich spricht man sich nicht an? Egal.

„Ja?“ fiept sie.

Mein Körper wendet sich ihr mehr zu, ein wenig so, wie man es bei einem Kind täte und bei ihr geschehen zwei völlig kontroverse Dinge, zum einen entpannt sich ihre Haltund und zum Anderen weicht ihr Leib etwas zurück. Haaaaaaaaaben wir Probleme mit Vertrauen?

Fragend schüttelt ich meinen Kopf, weils mir auch spanisch vorkommt.
„Du weißt nicht, warum das mit den Panikattacken begann?“
Mein Blick auf ihr.
Sie schüttelt ihren Kopf

„Nein….“..piept sie.

Sie lügt
Erst die Gewisseheit. Dann seziert mein Verstand die Kleinigkeiten, das kurze Augenschließen, um sich zu sammeln oder weil sich die meisten normalen Menschen eben doch schwer tun einander ins Gesicht zu lügen. Das kurze schieln nach oben um sich eine Wahrheit zu erfinden. Ihre rechte Hand die für einen Moment die Tendenz zeigt sich zu zur Faust zu ballen und wissentlich unterdrückt wird. Ihre Stimmelage hat sich etwas erhöht. Viele viele Kleinigkeiten und obendrein dieses Gefühl von Schwärze in mir. Seid ich ihr meine Aufmersamkeit widme gärt in meinem Leib ein schrecklich, hässlich schönes? vernichtendes Gefühl. Wie ein Dämon lauert er. Es ist keiner von meinen.
Diese Frau weiß…warum sie von der Angst geplagt wird.

Mein Blick verbleibt auf ihr wie hypnotisiert, sie beginnt zu blinzeln, sie merkt, dass ich ihr nicht glaube..

„Sprechen sie doch weiter Susanne…“ fordert sie die Gruppenleiterin Frau Boyle mit einfühlsamer Stimme auf.

Susanne nickt.
Ich lächle höflich und lehne mich zurück.

„…es begann irgendwann, da wachte ich mitten in der Nacht auf, bekam kaum Luft..mein Puls…mein Puls schlug 120 in der Minute und schneller…es war….es war wie Todesangst und ich konnte nicht…nichts dagegen tun es…“ teilweise versinkt sie in Erinnerung, teilweise huscht ihr Blick immer wieder kurz zu mir, als müsste sie mich im Besonderen übezeugen. Als sie das mit der Todesangst erwähnt brummel die Anderen mitfühlend, verstehend IHR HABT KEINE AHNUNG!
Ich blinzelt selbst und hüstel kurz, nur um mich weiter auf die Sprecherin zu konzentrieren.
Bei ihrem Reden hält sie ausschließlich überhaupt nur Blickkontakt mit Frauen, den Männlichen Teilnehmern weicht sie unbewusst aus. In Blick und Haltung.
Während sie weiter erzählt von den Auswüchsen ihrer Panik und den unangenehmen Konsequenzen für ihr tägliches Leben verlasse ich die Ebene der gewöhnlichen Wahrnehmung und steige die Stufen ein Stockwerk nach oben.
Farben erfüllen meine Realität. Ihre Farben.
Beeindruckend schräg. Irgendwie gefällt es mir
Eine dunkleblaue, dunkelbraune Masse beherrscht sie, durchzuckt von schwarz und immer wieder rosa auftauchenden Flecken..je länger ich sie betrachte desto mehr offenbar sich..immer wieder rot…da und dort gelb..irgendwo dahinter ein unschuldiges weiß wie es bei erwachsenen Menschen nur selten zu sehen ist…an der leichten Tendenz ihres Farbenspiels zum kreiseln erkenne ich, dass sie schon mehr als einmal an ihrem Verstand verzweifelt ist… hübsch irgendwie…nein? Gerade sind wir in einer sehr silbernen Phase ihrer erzählung angelangt, als sich meine LIppen öffnen und ich spreche ohne das ich es geplant hatte. Wirklich nicht!
“Verzeihen sie Susanne, finden sie keine Ruhe wenn ihr Liebster sie zärtlich berührt und sie liebevoll nimmt?“
Diese Stimme klingt so warm und verständnisvoll, ich mag sie sofort. Einfühlsam.
Ein großter Eimer Schwarz und Orange übertüncht ihr Farbenspiel und es dauert tatsächlich ein zwei Sekunden bis ich die Relation zwischen diesem Effekt und meiner Frage herstellen kann.

„I—i—ich…ich..“stottert Susanne und wird noch blasser. Ihre Farben werden zu einer sich heftig drehenden homogenen Masse die irgendwie verzweifelt auf mich wirkt.
Frau Boyle schenkt mir einen vernichtenden Blick und wendet sich freundlich an Susanne.
„Setzten sie sich erstmal und sprechen sie dann weiter…“ fordert sie Susannze auf, die hörts und tuts aber ihre Gedanken kreise um meine Frage. Ich weiß, warum du keine Nacht schlafen kannst suuuusiiiii
Frau Boyles Blick ruht einen Augenblick auf mir, als überlege sie mich zu bitten als nächstes zu sprechen, doch dann wendet sie sich an einen junge Mann an ihrer Seite.
„Michale, möchtest du uns ein wenig von deiner letzten Woche erzählen?“
Michael erzählt und ich lenke meine Aufmerksamkeit auf ihn um Minuten später auch seine farben auf mich wirken zu lassen. Auch da ist Angst, aber auch Stolz. Blau. Ich muss lächlen. Ob er daraus seine Kraft zieht. Er erzählt davon wie oft er letzte Woche erfolgreich eine anstehende Panikattacke mit Gesprächen und Mediation zurückgedrängt hat, alle Teilnehmer lächeln und freuen sich mit ihm
Ich auch.

Die Stunde ist zu Ende, vielleicht 4 von 12 Leuten haben gesprochen. Als wir uns alle verabschiedet haben und Mantraähnliche flosken zur Stärkung des Selbstbewusstseins gemurmelt wurden wenden wir uns zum gehen.

„Helena?“ sagt Frau Boyle. Helena ist der Name mit dem ich mich vorgestellt habe. Man braucht bei diesen Veranstaltungenk einen Ausweiß vorlegen, nur einen Namen in die Liste schreiben.
Ich bleibe also stehen und sehe Frau Boyle mit einem freundlichen Lächeln an. Sie ist größter als ich. Ihre Augen braun und aufmerksam.
Sie kommt zu mir und mustert mich.
„Helena….warum haben sie Susanne diese Frage gestellt?“
Ich blinker komisch.
Frau Boyle wartet.
„Ich denke ..Susanne weiß sehr genau, warum sie solche Angstzustände hat“antworte ich etwas kühl, als ob ich es nicht nötig hätte mich einem Menschen zu erklären und sie als Gruppen führerin sollte es schon lange gemerkt haben, wenn sie gut wäre.
Das Lächeln um Frau Boyles Mundwinkel wird bitter und weil ich heute schon den ganzen Abend dabei bin und überhaupt nur zu diesem Zweck hier her gekommen bin, lasse ich auch ihre Farben auf mich wirken.
Da ist sehr viel mitgefühl, Trauer….idealismus…viel innere ruhe und und ein paar briesen bitterkeit. Aber sie wirkt sehr..ausgeglichen? Beinahe bin ich neidisch.
Auch in ihrer Stimme klingen ihre Gefühle mit, sie ist so unverfälscht echt, dass ich es ihr schon wieder neiden will.
„Susanne wurde als Kind von ihrem Vater missbraucht, mit 15 hat man sie in ein Heim gebracht. Ich weiß dass sie lügt, sie weiß dass sie lügt. Aber was berechtigt sie dazu sie derart in ihren eigenen morast zu stürzen?“
Unter ihrem Blick fühle ich mich wie eine dreizehnjährige die ein Tier zum Spass getreten hat und dabei erwischt wurde. Wie schlecht und Böse du bist
Ich will taumeln und mich entschuldigen und sagen, dass ich es nicht weiß und erklären dass ich vielleiht nur meinen Verdacht nur bestätigt wissen wollte. Oder …
Mein Gesichtsausdruck muss sehr indifferent sein, denn er spiegelt sich in ihrer Mimik wieder. Sie ist unsicher ob sie mich als einen schlechten Menschen einstufen soll, oder ob sie Mitleid mit mir haben will. Oh bitte hab Mitleid mit mir, glaube mir, was in meiner Welt passiert lässt alles hier aussehen wie play mobil.
Ich beuge mich näher zu ihr um zu flüstern, beinahe wie nebenher mein Blick über ihre Schultern hinweg ins Nirgendwo.
Sie kommt mir entgegen, als wäre sie es gewohnt, dass andere nicht laut aussprechen was ihnen auf dem Herzen liegt.
Meine Stimme klingt ganz leise, wie es so ist beim flüstern.
“Manchmal ist es Liebe, wenn du deinem Kinde weh tust…“

Dann richte ich mich wieder auf und lächel sie freundlich an: „Guten Abend Miss Boyle!“

Frau Boyle bewegt sich nicht, ich entnehme ihrer Mimik einen inneren Kampf, denn ich habe nicht gelogen. Und sie ist klug genug es zu erkennen.
Ich bin schon fast durch die Tür, als sie mir nachruft…bitter..will ich sagen.
„….und wenn sie die Wahrheit nicht hören WILL??“
Ich bleibe stehen und denke kurz darüber nach. Tu was du willst?
Natürlich wäre es deutlich cooler einfach so stehen zu bleiben, zu antworten und weiter zu gehen, aber ich bin eine höfliche Person, also drehe ich mich um und sehe sie an.

„Dann ist die Zeit, die sie mit ihr verbringen vergeudet Miss Boyle, denn dann hat sie sich dazu entschieden nur zu leiden und nichts zu ändern…“
Für einen Augenblick schiele ich nach rechts… nur leiden…Ich lächel etwas, lass den Gedankengang und sehen Frau Boyle wieder an.

„So oder so tat ich ihr einen Gefallen…“
Das wars aber dann an Kommunikation. Ich nicke, durchschreite die Tür, betrete den Gang..steige die Stufen hinab und verlasse kurz darauf das Haus, neben deren Eingangstür ein Schild prangert.

„Selbsthilfe e.V. Öffnungszeiten: Mo – Fr. 10 – 15 Uhr
18 – 22 Uhr
Sa. 16 – 22 Uhr.“

Oben am Fenster steht Frau Boyle und sieht mir nach.

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16.Eva lernt von Gott und Menschlichkeit

I hurt myself today to see if I still feel. …was mich letztendlich dazu bewogen hat zu dieser Kirche zu gehen kann ich nicht sagen. Ich denke es war ein Blick in den Spiegel.
Da hab ich gesehen, was ich schon wusste. Ich bin kein Mensch.
Ich bin nicht menschlich….nur eine Kreatur mit einem Kindergesicht – manchmal.
Und das schlimme ist, ich…ich war nicht schockiert, es war nur dieser letzte kleine Schritt der Erkenntnis.. Ja, das Glas ist wirklich kaputt…Ja deine Mutter ist wirklich gestorben, Ja er liebt wirkliche eine Andere.. Wenn Ahnung zu Gewissheit wird.
Ich war nicht überrascht. Nur entfernt traurig.
In diesem Moment widerte mich alles an. Diese unsere Gesellschaft, der falsche Glanz, das Getue, das niemand sagen kann, was er fühlt und denkt und wenn er es doch tut ist es sein Untergang auf kurz oder lang. Diese Falschheit…diese Maskerade…wie lächerlich und unwichtig dass doch alles ist.
Was wäre dies alles im Vergleich…vielleicht…zu einem Spaziergang in der Sonne mit dem Mann den man liebt – einem gemeinsamen Kind. Liebe und Glück.
Arme Eva…
Die Gedanken waren mir so trostlos,dass ich nichtmal richtig trauern konnte. Ich denke..konsterniert, ist das richtige Wort.
Ich verließ einfach meine Wohnung, nicht in Eile – ich ging eben…ich ging…die Straße entlang, durch Gassen, durch den Park, weitere Straßen und irgendwann stand ich vor dieser Kirche und drinnen brannte Licht, also ging ich hinein. Griechischer Wein..
Dort waren Menschen Älter und Jünger und sie baten mich zu sich. Ich tats und setzte mich dazu, wollte nicht reden…musste nicht reden.
Sie sprachen über sich und über Gott, über ihre Gefühle und Gebote, sie gaben einander halt und hörten zu…richtig zu..ganz ehrlich. Am Anfang hielt ich es mit ihnen wie in meinen Selbsthilfegruppen, ich las sie in der Erwartung in ihnen dieses Unsicherheit zu finden, das Verloren sein, das ungeliebt sein…der Hass…na und eben die Anderen Dinge welche die meisten Menschen so ausmacht.
Aber diese hier waren anders. Nicht heilig aber…..aber echter..auch sie haben..hatten..haben Ängste, auch sie hassen und verspüren Unsicherheit, aber sie bügeln das irgendwie alles mit ihren Glauben an Gott gerade.
Als ich das erstemal dort war hätte ich lachen können. Wie einfach sies sich machen, keine Ahnung haben sie..
Als ich das zweitemal dort war, wollt ich neidisch sein. Wie einfach sies haben, keine Ahnung aber ihr Gott hilft ihnen
Dann war ich nur noch verwirrt, aber…aber ich fühlte mich eigenartig wohl und auch ich begann zu reden…so ehrlich und offen wie selten zuvor. Sie hörten wirklich zu, mehr als die Ärzte, mehr als mein Vater…mehr als die toten Leiber um mich herum. Ja, die toten um dich herum Eva Lebemann!
Ich erzählte ihnen von dem Tod meiner Mutter, als ich noch ein Kind war und das mein Vater aus Trauer darüber lieblos und distanziert wurde. Ich erzählte ihnen, dass ich mich immer in die falschen verliebte und das mich noch nie jemand einfach so zurück geliebt hat… zumindest nicht lange… …ich erzählte von meiner Welt in der alles Lug und Trug ist und jeder vorgibt etwas anderes zu sein, als er ist und das wir alle Monster sind, alle. Und sie nickten nicht nur, sie verstanden es…ich konnte es in ihren Farben lesen…sie verstanden meinen Schmerz und ihr Verstehen machte es mir erträglicher, nicht leichter…erträglicher. Je öfter ich zu ihnen ging, desto mehr schmerzte mich mein nicht-Leben.
I hurt myself today to see if I still feel.,I focus on the pain, the only thing that´s real. Es war mir ein Geheimnis, diese Treffen in der Kirche. Ich schlich mich heimlich hin und schlich mich zurück. Niemand sollte sehen, wo ich meine Sonntagabende verbrachte. Zumindest jeden zweiten Sonntag. Alsbald lächelten sie, wenn sie mich sahen und sie bewunderten mich, für mein Fingerspitzen gefühl. Ich hätte eine Gabe – sagten sie – ein Gottesgeschenk und ich müsse sie nützen um den Menschen zu helfen, denn darum würde uns Gott damit beschenken. Klingt logisch….
Ich half ihnen sogar mal beim Plätzchenbacken, sie lachten und sagten kochen wäre keines meiner Talente und ich lachte mit ihnen, ich bastelte mit ihnen Weihnachtssterne und Adventskränze, wir trafen uns zum singen und eines Tages kam Joshua in unseren Kreis.
Joshua.
Jooooo shuah…der Name zergeht wie Zucker …
Das dunkelbraune etwas zu lange Haar, kein wirklicher Schnitt. Ein ebenes Gesicht, ein wenig androgyn…größer als ich …was ne Kunst……und diese völlig unglaublichen Augen…die Farbe mein ich nicht, aber wie er mich ansah. Noch bevor ich meine Blickwinkel verschob sah ich ihm an, dass er mich mochte…blau..nicht rot. Blau. Echtes blau.
Am Anfang wars klein und mir wars schon lieb, aber fortan kam er regelmäßig und saß immer in meiner Nähe. Es dauert drei Abende lang bis er mich zum ersten Mal ansprach, er fragte warum meine Augen so traurig wären – ich sagte ihm, dass es mir jedesmal Schmerz wäre, zu fühlen, wie mich die Menschen hier verstünden. Er lächelte.
Joshua lächelte und sein Blau wuchs.
Für die Sonntagabende holte ich meine alten grauen Strickröcke wieder hervor und die Shirts und die Turnschuhtreter, das passte perfekt und ich fühlte mich wohl. Und Joshua war es nicht nur egal, er fand mich wunderschön. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Menschenmann, so lange und beständig unrot ist in seinen Farben, erst als das Blau einen beträchtlichen Teil seiner Gemütswelt eingenommen hatte flammte da und dort ein Funke Rot auf, wenn ich zufällig …zuuuu fälllig…. seine Hand berührte. Das berührte mich. Jemand der mich liebte, so …tot....wie ich war, ohne Zwang.
Ich genoss es, ich genoss ihn. Wenn ich ein Menschenweibchen wär, dann wär er bestimmt der richtige Mann für mich gewesen, einer der mich geheiratet hätte, einer der mich geliebt hätte und mich zur Mutter gemacht. I hurt myself today….

Als er mich dann eines Abends ein gutes Stück zu Fuss brachte, kam mir der Gedanke…dass ich eigentlich auch ein Menschenleben führen könnte. Ich könnte heiraten und ein Kind adoptieren und mit meinem Mann glücklich leben….ich würde ihm schon irgendwie begreiflich machen das.. du tagsüber mausetot bist?…ich anders bin als alle anderen. Ich könnte mir heimlich, eine zweite Identität aufbauen, und wenn sie komplett wäre, würde ich die kainitische Gesellschaft einfach hinter mir lassen, ich wäre so lebendig, wie es nur irgendwie ginge.
Ich gestand Joshua, dass ich für ihn meine Welt verrücken will. Das ich mehr Zeit mit ihm verbringen wolle und …und so eben. Sein Freudestrahlen war wunderschön. Also ging ich öfter mit ihm Abends spazieren, er würde warten, bis ich den Mut hätte ihm zu erzählen, warum ich mich nie tagsüber mit ihm traf. Bedenke gut was du dir wünscht
Wir hielten Händchen, wir gingen ins Kino, spazierten und redeten und redeten und redeten, einmal küssten wir uns, da schlug sein Rot wieder zu und er löste sich. Er wolle das nicht fördern sagte er, er wäre in mich verliebt nicht in meinen Körper. Ich fand das toll.
Ich fand das die ersten Wochen toll, ich fand das die ersten Monate toll…dieses Blau…dieser Respekt, diese Aufmerksamkeit..dieses Feingefühl… bla…….bla…….bla…
Als ich seinem Farbenspiel mehr Nuancen schenken wollte und ihm im selben Zug meinen Leib, wies er mein Geschenk zurück. No Sex until marriage Er würde mich ehren und mein Vertrauen nicht missbrauchen, aber er wäre bereit mich zu heiraten, schon nach dieser kurzen Zeit….er würde mich gerne öfter sehen und …und gern auch mit mir beinander liegen.
Ich gab ihm wirklich..wirklich nichts von meinem Blut und das mit dem heiraten fand ich toll und romantisch……….leider will niemand nach 22 Uhr Abends eine Hochzeit feiern. Und….mein Willen wirklich zu Leben in allen Ehren…aber die Umstände, Geburtsurkunden und was weiß ich, bis man überhaupt heiraten darf und dass ich auch keine Eltern hab zum Einladen und…ach so vieles mehr. ..wohl auch dass du ihn ja nicht liebst..
Ich sagte ihm, er müsse mich nicht heiraten um mir Nahe zu sein, ich wollte mich ihm wirklich schenken…warum auch nicht. Ich hatte schon einmal Sex…auf deine Lebenszeit gerechnet ein echtes Ergebnis..…und es hätte mich tatsächlich interessiert, wie es wohl wäre mit einem Mann zu schlafen, der mich liebte und nicht nur begehrte…..da sagte er mir – das ginge nicht.
Verstand ich nicht.
Aber weil wir so gut miteinander kommunizierten und so gut und liebevoll miteinander waren, konnte ich ihn natürlich fragen – was ich auch tat. Er sagte mir, Gott wolle nicht, das Mann und Frau beieinander lägen ohne im Bund der Ehe zu sein. Ich sagte ihm, ich könne nicht heiraten.
Das verstand er nicht – was ich wiederum schon verstehen konnte.
Ab diesem Zeitpunkt ging mir Gott auf die Nerven. In dem Gesprächskreis hatte ich mich satt geguckt, gehört und gelesen, außerdem galt meine Aufmerksamkeit im Ganzen Joshua und dafür das Gott eine sehr unbegreifliche Geschichte ist.. im wahrsten Sinne des Wortes..…fand ich es nicht so prickelt, dass er sich in meine Beziehung mischte. Alles was ich wollte, war doch nur mal mit einem Menschen zu schlafen, der mich liebt – was geht das Gott an.
Die Frage stellte ich auch Joshua und er nahm mir das echt übel. Sein Blau bekam knackse und war plötzlich von Verunsicherung und Misstrauen durchzogen und ich fragte mich, wie zum Himmel Menschen es schaffen lebenslange Beziehungen zu halten, wenn Blau so eine brüchige Angelegenheit ist. Aber allem voran….I hurt myself today to see if I still feel.I focus on the pain, the only thing that´s real.The needle tears a hole.The old familiar sting.
Allem voran – konnte ich seinen Wunsch nicht akzeptieren – weil ich…..ich ob meiner Möglichkeiten wusste.What have I become my sweetest friend?
Ich bat ihm um Verzeihung, erzählte ihm von meiner Unsicherheit und….eben so Dinge die erhören wollte, ich erzählte ihm ich hätte viel und lang gebetet und Gott hätte mir gesagt, ich müsse mich vor diesem Schritt nicht fürchten und solle mutig sein und Joshuas Antrag annehmen. Dass er dir das glaubte sagt schon alles, wenn du mich fragst…
Und schwupps, war es wieder gut, das Blau…drei Sätze und seine Welt war wieder völlig in Ordnung? Wie….wie ein Intrument, dass man nur anschlagen musste. Und so begannen wir unsere Hochzeit zu planen, wenn auch langsam…schließlich, hatten wir alle Zeit der Welt.
Wir schworen uns Liebe und er schwor mir…wie heisst dieses Wort….Züchtigkeit?… egal.. ..er versprach mir auf mich zu warten und ich log ihm alles was er hören wollte…nur damit sein Blau nicht kaputt ging. so ein wenig Farbenspiel…
Ich log ihm…sein Blau…von seinem Himmel…I wear this crown of thorns on my liar´s chair.Full of broken thoughts I cannot repair.Beneath the stains of time the feelings disappear.
You are someone else. I am still right here.

Was ich von ihm wollte?
Deinen Willen..
Ich wollte mich fühlen wie eine echte Frau, ich wollte verbunden sein mit einem Mann, so wie ein Mann und eine Frau die sich lieben eben miteinander verbunden sind.. ..wo war da grad noch mal der Haken?
Gott war meine einzige Konkurrenz. Ich seh dich lächeln..

Drei Monate liegt es zurück, da besuchte ich ihn Abends – er war verunsichert aber lies mich natürlich ein – obwohl es sich für eine Dame nicht schickt allein mit einem Mann zu sein – doch es wäre wohl in Ordnung – da wir bald Mann und Frau wären. Mann und Frau…..Mann und Monster?
Wir saßen gemeinsam auf der Couch, ich ihm ein wenig zu nah, als er wegrücken wollte ergriff ich seine Hand und erzählte ihm von dem schrecklichen Geheimnis, welches auf mir lasten würden. Welches dafür verantwortlich wäre, dass ich nie in der Sonne gehen könnte und er ergriff meine Hand und war ganz mein. Blau…seine Farben..Blau…und Sorge…um mich…und….Nervosität und ein Hauch von Begierde..zart wie eine Knospe. Ich malte sein Blau..mit jedem Wort das ich sprach…mit jeder sekunde, mit welcher mein Blick auf ihm..in seinen Augen lag..ich malte ihn so blau, das sein Herz springen musste, ich erzählte ihm, dass man mich vergewaltigt hätte…es…es war nicht richtig gelogen, wenn ich es ihm auch deutlich schrecklicher schilderte, als es mir war. Ich erzählte ihm, wie sehr ich Angst davor hätte in die Ehe zu gehen und ihm nicht die ehelichen Freuden und Pflichten erfüllen zu könne, weil mich der Gedanken an jenes Ereignis schaudern machen würde, dass ich versagen würde, dass ich niemals jemandem beim sonnenlicht ins Gesicht sehen wollen würde, dass ich mich schäme, und nur so sehr um seine Nähe gebeten habe, um sicher gehen zu können, ihm eine gute Eherfrau sein zu können. ..nein…nein sie hat dabei nicht gelacht..
Ich log nicht, ich…….ich fand diese Begründung in seiner Welt sehr logisch, es war das, was ich in diesem Moment fühlte und glaubte, ich machte es wahr..für diesen Moment…während sich mein Blick und meine Stimme in ihn gruben sein Herz zerspringen ließen und seine Augen mit Tränen füllten. Seine Liebe zu mir expandierte in ungeahnte Dimensionen,…meine kühlen kleinen finger schlossen sich um seine..ich schmiegte mich an..schutzsuchend….und diese…diese Kombination an Eindrücken kickten Gott aus dem Spiel.
Diese meine Nähe, mein Geständnis, seine..tiefen…tiefen…tiefen Gefühle für mich…er wollte Glauben was ich ihm erzählte und er wollte nicht, das sich länger Angst habe und er wollte mir zeigen, dass diese Sache, zwischen Mann und Frau, das schönste auf der Welt wäre, wenn es nur aus Liebe geschähe…es war der Moment, in welchem mir bewusst wurde, dass ich ein Gemäle begonnen hatte. So eines, wie mein Vater zu malen pflegt.
Als mir dies bewusst wurde, verstarb diese ganze absurde Idee mit menschlich werden und überhaupt. Beinahe noch schneller als wie als sie gewachsen war. Ich konnte es nicht genießen, als Joshua mich liebte…es war auch nicht….es war ohnehin nicht, dass was ich gewollt hatte, ich wollte jemanden der mich liebt und mit mir schläft und nicht…dieses krankhafte begehrende sich dafür schämende Geschöpf in mir. Ich tat es trotzdem, weil ich hoffte, dass es vielleicht doch toll wäre aber es war..ernüchternd..ich glaube gähnend langweilig wären die richtigen Worte, ich versuchte es mir angenehmer zu machen und ihn dazu zu animieren..mich ein wenig härter anzufassen aber……..ich lief in meine eigene Falle…schließlich..wollte er mir beweisen..wie wundervoll weich und zärtlich es sein konnte….er hatte dieses ur..ur…uralte lied aufgelegt….
What have I become my sweetest friend? Everyone I know goes away in the end.And you could have it all.My empire of dirt.I will let you down.I will make you hurt. …auf wiederholung…nach 10 Minuten war ich der festen Überzeugung, dass es Absicht war. Als er fertig war, wurde sein Blau und sein Rot von Gott verdrängt…oder dem schlechten Gewissen.. whatever comes first.. und DAS ging mir richtig gegen den Strich. Mir wurde klar, dass es Zeit war, das Gemälde zu beenden, also sagte ich ihm, dass wir uns nicht mehr sehen würden, weil es keine Sinn hätte. Wir wären zu verschieden…im Farbenspiel………..im Farbenspiel..da sieht man..wie lange es dauert..bis Worte ins Gehör dringen..von dort ins Gehirn und von dort in die Seele..wie ein Blitz…dann zerbricht alles, wie ein Spiegel der fällt. Eben war alles noch ganz einfach und kurz darauf, lag seine Welt in Trümmer. Als sich die zahllosen verschiedenen Farben ganz sacht um sich selbst zu drehen begannen…da……….da war ein Moment…der wohl dem Gefühl von echter Liebe und Zuneigung am nächsten kam. Ich war..maßlos fasziniert..hingerissen…beinahe hätte ich um mehr betteln wollen, aber…..dafür war es zu einfach.
Ich strich ihm zärtlich über die Wange und sagte ihm, das er wunderschön wäre…das zittern seiner Stimme, als er frage ob ich ihn nicht mehr lieben würde und meine war so sacht und liebevoll, als ich ihm sagte, dass ich ihn nie geliebt hätte..aber…..nett fand ich ihn schon, hübsch auch. Aber seine Wahrnehmung mein ich, wurde sehr sehr selektiv…es war überaus interessant und auch……….sein Leid..es ging nicht an mir vorbei….ich war ihm nah genug, dass ich es fühlen konnte…mitempfinden…mit ihm leiden…Mitleid…. hurt myself today to see if I still feel.
I focus on the pain, the only thing that´s real.The needle tears a hole.The old familiar sting.Try to kill it all away, but I remember everything.

Das Perfekte Leid, du kannst es bis ins tiefste Innere fühlen und dennoch ist es nicht deins…
Wie geliehener Schmerz, ein billiger Rausch…mir war beinahe als ob ich mein Herz fühlte, wie es schwer in meiner Brust schlug.
Er weinte…echte…echte salzerne, warme Tränen…wegen mir und es berührte mich tief und ehrlich und ich empfand Dankbarkeit und brachte es zum Ausdruck und daraufhin schrie er mich an und eigentlich wollte ich ihn beruhigen..aber…etwas in mir wollte es ihm nicht zugestehen..mich anzuschreien..also erhob ich mich und sagte ich………es stünde ihm nicht zu und ich würde jetzt gehen.
Ich ging, er folgte, hielt mich fest..ein Wort gab das Andere, wieder und wieder wurde er laut und wollte wissen, ob es einen Andere gäbe….am Treppenansatz gab ich ihm die Antwort, er schlug mir ins Gesicht….ein perfekter Abschluss.
Der Sturz die Treppe hinab war schmerzhaft, laut..hart….und half mir…meinen Körper wieder zu finden..ich fühlte mich…ich fühlte meinen ganzen Leib…verbunden mit den Eindrücken aus meinem inneren, war es ein beinahe lebendiger Moment.….i will let you down.
I will make you hurt.

Als er zu mir kam, fühlte er keinen Puls mehr..kein Wunder, wer würde so einen Sturz auch überleben…mir war förmlich als hörte ich seine Gedanken, dass er wohl zur Polizei müsse, aber Angst hätte…Verzweiflung..überaus verzweifelt…er wimmerte so kläglich, dass mich mein Gewissen beissen wollte. Es war so…herzzereissend grausam jämmerlich, das es mir leid tat…er stolperte wimmernd zurück nach oben….zurück in sein Schlafzimmer…heulend…und ich folgte ihm. Als ich in der Tür stand wurde er leichen blass, das Jammern verstummte und das Kreisen in seinen Farben gewann an Geschwindigkeit und……….ich sah es. Ich sah es in seinen wundervollen Augen..ich sag wie ein Teil seines Verstandes einfach zerbrach und ich musste liebevoll lächeln.
Nicht nur ein Moment, dieses Gefühl dass er mir machte war…..war zweifelsohne eine Form von Liebe. Ich liebte ihn dafür, dass er jetzt wirklich verstehen konnte..wie meine Welt ist. Er kauerte an der Wand und schlug mit dem Kopf gegen sie..immer und immer wieder und ich hockte neben ihm und sang für ihn dieses Lied mit….


I wear this crown of thorns on my liar´s chair.
Full of broken thoughts I cannot repair.
Beneath the stains of time the feelings disappear.
You are someone else. I am still right here.

What have I become my sweetest friend?
Everyone I know goes away in the end.
And you could have it all.
My empire of dirt.
I will let you down.
I will make you hurt.

If you could start again, a million miles away,
would you keep yourself? would you find a way?

…zahllose Tränen auf seinen Wangen.

Zum Abschied strich ich ihm übers Haar..er beebte und weinte und ich liebte und lächelte. Sein Geschenk an mich war wundervoll. Danach ging ich nicht mehr zu diesen Treffen in der Kirche.
Joshua auch nicht. Ich überwachte ihn nicht, aber ich hielt mich auf dem laufenden. Er kam eine Woche garnicht aus der Wohnung, dann kam seine Schwester und zwang ihn wohl, sein Liebeskummer wäre gewiss übertrieben. Sein Job lief entsprechend seines Auftretens nicht so gut, die Hilfe seiner Schwester wies er zurück, weil sie nicht verstehen konnte dass er dich umgebracht hat und doch auch nicth?…dass er es verstanden hatte.

Als sie ihn vor einer Woche fanden, in seiner Wohnung…da lief dieses Lied auch…auf Wiederholung und ich fragte mich, ob er es in der ganzen Zeit überhaupt ausgeschalten hatte.

Und jetzt steh ich hier an seinen Grab….und weiß nicht so recht, was mich dazu bewogen hat, überhaupt hier her zu kommen. Ich glaube, es war ein Blick in den Spiegel, nachdem ich in der Zeitung gelesen hatte, das Joshua (27) treues Mitglied der katholischen Kirche sein Seelenheil verlor weil er den Freitot wählte. Und wieder zog Gott den kürzeren?
Von der Brücke gesprungen.
Ins Feuer gegangen.
Sich aufgehangen.
Ich glaub, er blutete aus…
Im Spiegel hab ich gesehen, was ich schon wusste. Ich bin kein Mensch.
Ich bin nicht menschlich….nur eine Kreatur mit einem Kindergesicht – manchmal.
Wenn Ahnung zur Gewissheit wird…

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13.Eva und die Unschuld

Meine Schritte führen mich auf dem roten Teppich Richtung Bad. Der besondere Gast des Abends. Mein Kopf hoch erhoben, einen dezenten Hüftschwung wie es einer Dame wohl zu Gesicht steht. Ich muss meine Frisur neu machen, seit dem Schusswechsel eben hab ich ganz deutlich das Gefühl etwas wäre damit nicht in Ordnung.

Ich habe eine Laufmasche in meinen antrahzitfarbenen Nylonstrümpfen – am rechten Unterschenkel , seitlich….irgendwie ruiniert sie das ganze Outfit.

Meine Hand legt sich auf die Türklinke, welche ich gleich drücken werde um das Bad zu betreten, die Fingernägel sind farblos lackiert und zurechtgefeilt – so sieht es gut aus.

Edward sagt ich wäre unschuldig.

Begriffsklärung I :

Unschuld

Der Begriff Unschuld beschreibt den Zustand eines unwissenden, unbekümmerten, ahnungslosen, naiven und auch einfachen Menschen, dem man infolgedessen nichts vorwerfen kann. In der Regel gelten vor allem Kinder als unschuldig.

Ich möchte ihm das glauben. Ich will seiner Meinung sein. Edward ist klug und würde mich nicht anlügen. Die Türklinke gibt meinem Druck nach und einen Augenblick später betrete ich das Bad. Alles ist gleich, oben wie unten – meine Finger finden ganz von selbst den Lichtschalter. Die Neonröhre über dem Spiegel flackert einmal, zweimal…manchmal dauert es einen Moment länger bis die Drossel zündet und das Gas glimmen kann…Ich zucke zusammen..blinzel, natürlich ist hier _keine _ Neonröhre sondern ein vernünftiges edles Licht. Einbildung ist auch eine Bildung.

Einbildung – das ist der Zustand vor der Erkenntnis…nein?

Begriffsklärung II:

Unschuld in der christilichen Religion

Die Bibel beschreibt den unschuldigen Zustand Eva im Paradies, die sich ihrer Nacktheit nicht schämt und auch noch keinen Begriff von Moral hat. Dieser Zustand währt nur so lange, wie Eva sich an die Mahnung Gottes hält, nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen. Mit dem Verstoß gegen dieses Gebot verliert sie theologisch betrachtet ihre Unschuld und es wird die Erbsünde eingeleitet. Eva erkennt sich selbst, und erkennt, dass sie nackt ist. Die Vertreibung aus dem Paradies ist letztlich die Konsequenz.

Auf den Fliesen klacken die Absätze meiner hohen Schuhe. Es sind nur zwei drei kleine Schritte bis ich vor dem Spiegel stehe er wartet schon auf dich um mir ein Bild von dem Desastert in auf meinem Kopf zu machen. Ich muss die ganze Zeit an meine Laufmasche denken, an Edward und die Märchen. In Märchen verlieben sich die Prinzen immer nur in unschuldige Töchter. Nur die fleissige, brave Tochter wird von Frau Holle mit Gold überschüttet und nur jene die auch 100 Jahre in ihren eigenem Dornengestrüpp hadern werden am Ende wachgeküsst. Schneewittchen, Schneewittchen lass dein Haar herab, denn im Spiegel des Königs, der immer die Wahrheit sagt findest du kein Heil mehr. In Märchen ist es immer einfach und klar und ich weiß sehr wohl, dass sie wahr sind…die Märchen..und ich weiß auch…was das bedeutet…

Begriffsklärung III:

Unschuldige Charaktere in der Literatur

Die Unbefangenheit Unschuldiger war schon früh ein Thema der Literatur. Häufig sind es sehr naive Charaktere, die aufgrund ihres reinen Herzens ganz besondere Aufgaben zu erfüllen haben. Oft ist diese Unschuld gepaart mit einer spontanen Weisheit, die die besondere Persönlichkeit einer solchen literarischen Figur ausmacht. Beispielsweise gilt Eva in des Malers Märchen aufgrund ihres mangelnden Realitätssinnes zwar als Tor, aber sie wird gerade auch deshalb als Auserwählte erkannt, welche die Welt zu verändern vermag

Mir sind irgendwie die Knie weich, als hätte ich etwas schlechtes Getrunken, oder als würde mir das Bewusstsein schwinden wollen. Etwas stimmt nicht. Es muss die Laufmasche sein..oder meine Frisur, ich sollte sie endlich richten – die Fehler an mir korrigieren. In meinem Kopf geistert ein Gespräch, dass schon schrecklich alt ist. ..das X markiert den Punkt…meine kleine Eva…du wählst und ich…Das Gefühl von Übelkeit intensiviert sich, ich stütze mich vornüber mit beiden Händen an dem Waschbecken vor mir ab. Es ist wunderschön weiß und glänzend und rein.

Ich könnte kotzen.

Begriffsklärung IV:

Die Farbe der Unschuld

Der Unschuld entspricht im europäischen Raum die symbolische Farbe Weiß, wie beispielsweise die Redewendung „weiß wie die Unschuld“ und das bei einer kirchlichen Hochzeit traditionell getragene weiße Brautkleid verdeutlichen. Der weiße Arztkittel soll in diesem Sinne Sauberkeit und Güte verkörpern, die weiße Taube symbolisiert den Frieden. Weisse Waschbecken dienen im Allgmeinen zum Verhöhnen ignoranter Mondkinder.

Ich kannst nicht mehr ansehen, dieses strahlende weiß. Rot sollte es sein. Rot! Was für ein Blödsinn. Ich BIN unschuldig, ich habe im Recht gehandelt – es ist gut wie es ist. Ich habe nichts verloren, ich wartete in meinem Turm auf meine Rettung, so wie Edward es sagte. Ja. So ist es und nicht anders. Jetzt…jetzt werde ich meine Frisur neu stecken ..Fassadenrestaurierung und dann hole ich mir neue Strümpfe.

Tief Luft holen..eins…zwei… Noch ein kurzes Zögern, dann hebe ich den Kopf in der Erwartung vom Blitz getroffen zu werden. Mein Spiegelbild wird mir entgegenspringen und mir die Wahrheit ins Gesicht schreien. Es wird mich zereissen, bis nichts mehr von mir über bleibt und ich werde nicht länger die Kraft haben mich meiner Illusion hinzugeben. Doch als ich mich ansehe…..geschieht nichts…..garnichts. In dem Spiegel, da ist einfach nur mein Abbild, das mich erwartungsvoll ansieht…etwas verstört vielleicht…ein..ein bisschen trotzig…ihre Haare sind durcheinander..ein wenig.Irgendwie..irgendwie sieht sie sogar weich aus..fast niedlich…. Aber sie lacht mich nicht aus, sie beschwört keine Bilder hervor, die ich nicht sehen will. Ich kann es nicht fassen. Ich soll ungeschoren davon kommen?

Irgendwie….sieht sie…weich aus…fast niedlich…unschuldig..als hätte man sie gerade vom Schlafen geweckt, als könnte sie kein Wässerchen trüben. Jemand den man in den Arm nehmen und schützen will, behüten.. sei auf der Hut

Etwas in mir will schon aufatmen, als mich der Baum der Erkenntnis frisst und ich aus dem Paradies falle, weil ich in des Königs Spiegel tatsächlich die ungeschminkte Wahrheit sehe und das zu verstehen lässt mir mein Herz wirklich brechen. Meine ach so gepflegten Fingernägel graben sich ins unschuldige Prozellan, doch es will nicht bluten. Ich sehe wie die Frau im Spiegel ihr Gesicht verzerrt, weil sie beginnt zu verstehen…

Begriffsklärung V:

Unschuld als sexuelle unberührtheit

Umgangssprachlich wird heute in erster Linie als unschuldig bezeichnet, wer in sexueller Hinsicht noch unberührt oder „jungfräulich“ ist. Auch keusche Frauen und Männer, die aufgrund ihrer Tradition bewusst auf sexuelle Handlungen verzichten, werden in ihren Gesellschaften als rein und unschuldig angesehen.

…ich will nicht wissen, was ich weiß, ich will nicht fressen was ich beiss…es soll raus aus meinem Kopf aus meinen Gedanken, ich will nicht erkranken, ich will nicht erkennen, ich will rennen, rennen, rennen mich trennen von diesem Monster Ungestüm, ich will es zähmen, will es schlagen, wills nicht weiter in mir tragen, ich will mich biegen, ich will fliehen ich will in aller UNSCHULD ziehen. Verstehst du mich? Ich war es nicht!

Panisch rund geht's in mir zu, nein ich finde keine Ruh' es kann und darf nicht wahrheit sein, ich bin mit dieser Schuld allein, niemand straft mich, niemand tadelt, ich sei durch meine Tat geadelt.

Es knotet sich in meinem Kopf du armer Tropf du armer tropf… ich armer Tropf...die Haut so weiß wie Schnee, die Lippen so rot wie Blut, das Haar so schwarz wie ihr totes krankes Herz. wie soll ich jemals ruhe finden? Meine Hand schlägt mir ins Gesicht, der Spiegel bricht und teilt mich in tausend und mehr Facetten, so gebrochen wie ich bin, der Drang in mir die Scherben zu nehmen und meine Haut zu zerteilen ist so groß, doch er wird's nicht gerne sehen ...aber dann bekämst du was du verdienst…eine Strafe…sündenfrau! ..der widerspruch zu offensichtlich…wie könnte ich das tun..es wäre…so tumb…aber wie…wie sonst…wenn nicht durch … brennenden, verzehrenden, bekehrenden Schmerz könnte ich wieder ins reine mit mir kommen? Mein Blick fällt auf eine schöne große Scherbe..Handbreit…jetzt weiß ichs. Ich weiß wohin sie gehört, damit alles wieder gut wird. Vorsichtig nehme ich sie aus ihrem Verbund und in meinem Gesicht fehlt plötzlich ein Stück, dann schließe ich die Augen..bei der Vorstellung wie es sich anfühlen wird…da wird mir schlecht vor Angst. Aber nicht weniger Schmerz hab ich verdient…im Gegenteil. Ich hab heut meine Unschuld verloren, dass….das lässt sich auch realisieren….nein?

Begriffsklärung VI:

Unschuld

Als Unschuld bezeichnet man gemeinhin den Zeitraum, bis Eva zu verstehen beginnt, dass die Guten nicht siegen und das Böse nicht bestraft wird. Die siebente Regel…es gibt keine Regeln..nur die erste und die heisst…lass dich nicht erwischen.

20 Minuten später verlasse ich das Bad. Meine Frisur sitzt perfekt. Die Strümpfe habe ich entfernt und weg geworfen. Mein Kopf hoch erhoben, sind meine Schritte weich und elegant, wie es einer Dame wohl zu Gesicht steht.

..jeder Schritt ist die Hölle...

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03.Eva sucht Vampire

Nacht. Natürlich.

Ich bin an diesem großen See in dem Wave Hill Park. Sehr ruhig. Sehr sehr schön. Würde die Luft ein wenig mehr nach Salz riechen, würde ich mich fast heimisch fühlen. Rücklings liege ich auf einer Parkbank und starre in den Sternenhimmel.

Es hat zigtausend und noch mehr Sterne dort oben. Es ist an mir diejenigen rauszupicken, die weniger leuchten als die anderen. Schon mal in den Sternenhimmel geguckt?

Die Nadel im Heuhaufen ist dagegen eine Sonntagnachmittags beschäftigung. Wenn das hier eines meiner Märchen wäre, dann würd ich ganz fest die Augen schließen und mir wünschen, dass jemand vorbei kommt. Jemand wie ich.

Ich schließe meine Augen und versuche das Wissen, dass ich habe zu ordnen, vielleicht bringt es mich auf eine Idee…

….durch meinen Kopf fließen die Worte meines Vaters…es gibt den Clan des Tieres, jene mit den Wolfohren und den Rabenaugen, jene die am besten damit umzugehen wissen, wer und was sie sind…jene sah ich…damals in Zagreb, bei dem Prinzen besuch….es gibt den Clan der Gelehrten…in unseren Gefilden sind es ehrenhafte und kluge Krieger, doch es soll auch solche geben, die in ihrer Kraft baden und davon berauscht keine Regeln kennen….er meinte, bei ihnen wäre es leichter als bei anderen…sie über eine Grenze hinaus zu schubsen…einer von ihnen war des Prinzen rechte Hand, ich erinnere mich genau…Der Prinz selbst gehört zu den Königen….das hab ich sofort verstanden….Prinz = König…logisch….sie sind Puppenspieler…diejenigen, die die Fäden in der Hand halten…. … Es gibt Rosen…die Rosen sind uns so unähnlich nicht, sie besitzten die Begabung…Dinge in ihrer Gesamtheit zu erfassen…sie sehen wie wir….Muster…doch sie können sie nicht verstehen…dass unterscheidet sie von uns….und dann hats es noch….und es schien mir als wolle er sie nicht so recht mögen….einen Clan von Hexern….jene wären unserer Art..den Mondkindern..am nächsten…nur bei weitem besser organisiert….einen von diesen verschiedenen soll ich finden soll…. Na Bravo.

Ich könnte wohl, wenn wir jemand gegenüber stünde …lesen…ob er lebt oder nicht. Aber ich kann doch nicht ganz New York lesen! Es ist zum Mäusemelken.

Während ich auf meiner Bank liege..vernehme ich Schritte. Schwere große Schritte. Jemand setzt sie bewusst, dass hör ich an der Art und Weise wie er geht. Es….es ist ein Mann…oder eine große kräftige Frau…Er/Sie geht den Weg entlang der an meiner Bank vorbeiführt.

Flugs setzte ich mich auf und blicke ihm/ihr entgegen.

IHM. Seine Gestalt tritt in das Licht einer Laterne und mir will mein Herz stehenbleiben.

Huch. Sagen wir, es würde stehenbleiben.

Ein Mann…hochgewachsen in dunklen Kleidern…seine Haut so blass, als hätte er noch nie die Sonne gesehen. Als er in das Licht tritt schiebt er eine Sonnenbrille von seinem Kopf auf seine Nase. Doch die Sekunde die ich hatte, hat mir gereicht um es zu sehen. Seine Augen! Tieraugen! Gelbe Schlitzaugen wie bei einer Katze.

So wie Wolfohren nur anders.

Ein Vampir. Es muss einer Sein. Ich starre ihn förmlich an, durch ihn durch und versuche seine Farben zu lesen. Nur dem i-tüpfelchen zuliebe. Doch ich bin so aufgeregt, dass sich das Verschieben nicht so richtig einstellen will und der geht ja einfach weiter! Eine Gelegenheit muss man am Schopfe packen, so spring ich auf und haste ihm nach. Im gebührenden Abstand. Womöglich ist er trotz seines jugendlichen Aussehens ein Alter und wenn ich dem zu arg auf die Pelle rücke….

Er weiß genau wohin er will…den Weg durch den Park bis zu der U-bahn, hinab- hinunter- hinein…ich hinterdrein…wohin wir fahren weiß ich nicht, ich kann es immernoch nicht fassen, dass ich einen erwischt hab. Es mag 20 Minuten sein oder eine Stunde als wir wieder an die Oberfläche kommen….durch ein paar Straßen, in eine Gasse und dort….verschwindet er eine Kellertreppe runter. Ein Geheimer Treffpunkt.

Unnötigerweise atme ich einmal tief ein und aus und folge ihm.

Die Kellertreppe endet an einer hölzernen Tür. Von drinnen hört mal leisen Lärm. Es erinnert mich ein wenig an Maschienen. Meine Güte, was tun die dort drinnen? Neben der Türe pragt ein Schild.

‘Art of Noise’

Strictly Dresscode!!

Die sind ulkig.Schreiben Dresscode aber nicht was für einen. Ich fühle mich unwohl, wie damals als wir zum erstenmal nach Zagreb fuhren. Aber es wird mir nichts helfen.

Schritt für schritt.

Stufe für Stufe.

Klopf. Klopf.

Ich poche an die Tür und ein Wächter öffnet mir.

Blitzschnell vergleiche ich die Dinge, die ich weiß, mit dem was ich seh und komme zu dem grandiosen Schluss. Es ist so ein Gelehrter der neuen Art. Ein RIESEN Kerl mit Oberarmen die andere als Beine benutzen würden. Und vielen Bildern auf der Haut. Und viel schwarzes Leder. Auch er trägt eine Sonnenbrille…als er mich sieht, rückt er sie auf die Nasenspitze vor und mustert mich eingehend von oben bis unten und zurück.

Ich steh wie vor dem Prinzen und getrau mich nicht recht ihn anzusehen.

‘Mit den Klamotten kommst hier nicht rein!" Sagt er und macht mir die Tür vor der Nase wieder zu.

Äh? Hallo?

Meine Unterlippe schiebt sich vor …und ich guck die Tür vorwurfsvoll an, als ob die was dafür könnt. Und was hat er gegen meine Kleider?

Eine dunkelgrauer langer Strickrock. Einen schwarzen dünnen Pulli drüber und schwarze Turnschuh. Das ist tierisch bequem!

Da steh ich bestimmt 15 Minuten, dann kommt geradezu ein Pulk an Leuten die Treppen runter…auch alle irgendwie Schwarz gekleidet und….blass….ich will den Gedanken weiterdenken, doch die Tür öffnet sich, der Haufen schiebt sich rein und ich einfach mit ihnen. Es ist ja nicht mal so, dass ich das jetzt geplant hätte. Doch der Wächter redet mit einer jungen Frau, die sich nicht so viele Kleider leisten kann und hat mich vermutlich einfach vergessen.

Eine Art Vor…Halle wäre übertrieben. Eingangsbereich halt. Es brennen überall roten Grablichter. Ist etwas morbide…doch macht hübsches Licht. Der Lärm, den ich draussen schon vernommen habe…ist hier um ein vielfaches Lauter. Schon beinah unangenehm.

Es sind schon einige Leute da…ob das wirklich alles Vampire sind? Es sind schon einige dabei die ziemlich skuriel aussehen und ich glaube da und dort auch ein paar Fänge blitzen gesehen zu haben. Doch ich mag mich täuschen. Irgendwas stört mich, doch ich kann es nicht in Worte fassen.

Durch zwei Flügentüren hindurch betrete ich – eine andere Welt.

Der Lärm ist höllisch laut. Die Beleuchtung echt mies. Das Licht flackert total. Blitzt geradezu. Irgendwo durch meinen Kopf geistert das Wort Stroboskop. Aber hier…hier sind es blitze. Die Einrichtung ist….schwarz. Alles hier ist ziemlich schwarz. Die Sofas, die Theke. Die Tische, die Stühle..die Kleider der Leute und sogar einige der Anwesenden. Auf dem …theoretisch…freien Platz in der Mitte tummeln sich ein Haufen dieser ‘schwarzen’. Sie zucken im Takt des Maschinenlärms. Eine großen homogene Suppe. Das ist faszinierend und mich befällt für einen Moment das Bedürfnis, das gleiche zu tun. Mich einfach hineinfallen lassen und darin ertrinken. Aber…ich muss den Vampir finden. Das gestaltet sich schwieriger als man glauben mag. Alle sind blass hier. Alle dunkel gekleidet. Groß Klein Dick Dünn. Mein Blick fällt zum Tresen und wieder ist mir das Glück hold…da steht er. Und bevor er mir noch einmal entkommt eile ich auf ihn zu.

"Entschuldige….ähm..ich mein ..Entschuldigen sie!" Sage ich, und bei diesem Lärm verliert sich meine Stimme fast.

Der Mann dreht sich zu mir und sieht mich mit seinen Katzenaugen unglaublich eindringlich an.

"Jaaa?" Er dehnt das ‘ja’….und etwas in dem Muster in seiner Stimme scheint mir künstlich…

" Bist du ein………………" …OOOPS!……. "…..ich mein….ähm. " In meinem Kopf rattert es.

Ich kann den ja wohl nicht einfach fragen! Was ,wenn er der mir einen Maskeradebruch vorwirft, wenn ich ihn pauschal frag. Ich lächle etwas schief. "….haben sie den Tag über gut geschlafen?" Dabei blicke ich ihn VIELSAGEND an.

Er blickt nicht ganz so vielsagend zurück.

"Ich war arbeiten. Was denkst du denn?" Er beugt sich etwas zu mir runter, weil ich ja nicht sonderlich hoch bin um mich genauer zu betrachten. Etwas in seinen Augen…passt nicht. Immer…immer wenn er..blinzelt…schwimmt…..da etwas….das… Oh ne oder?

" Das sind ja falsche Augen…."sag ich, eigentlich mehr zu mir selbst.

Seine Mimik verdreht sich etwas, so wie seine Augen..

"Rauch nicht so viel Crack und lass mich in ruh. Klar?"

Dann schnappt er sich ein Glas vom Tresen und verschmilzt in dem allgemeinen Schwarz.

Ich empfinde tiefe Enttäuschung.

Langsam drehe ich mich rum und betrachte alles. Der Lärm verwandelt sich in eine Melodie, ich will sagen…Musik. Düster…aber nun ja. Gut. Das zucken wandelt sich, wie die Töne in ein harmonisches Wiegen. Wenn ichs mir so recht überlege, dann könnte das hier auch….einfach …ein…Tanzlokal sein. Es ist sogar fast naheliegend. Ich streiche mit beiden Händen über mein Gesicht und mein Denken damit weg.

Natürlich ist es….eine…Diskothek. Der Typ an der Tür, ist ein Türsteher. Es ist so offensichtlich dass ich zu kichern anfangen muss obwohl diese Enttäuschung in mir, mich eigentlich weinend machen will.

Was der Denker denkt, wird der Beweisführer beweisen. Nicht wahr?

Ich will Vampire sehen, also sehen ich welche! Das versteht doch jedes Kind. Ich lache absurd. Es ist ja auch absurd. Da blicken mich die Leute schon an und einige schütteln ihren Kopf und rollen die Augen wie der Mann mit den falschen Au……mit den…Kontaktlinsen.

Ich würd ihnen gern erzählen, was ich so witzig finde, aber sie würden es nicht verstehen.

Während ich so dasteh, fällt plötzlich ein Weibchen halb auf mich…hält sich an meiner Schulter fest und lächelt mich an. Mann hat die große Pupillen.

"Hey du…!" Ihre Stimme klingt etwas verschoben…irgendwie sympathisch." Dein Sachen sind ja voll Revival!" Kichert sie. Und weil sie kichert, kichere ich mit. Der schwankende Druck auf meiner Schulter lässt mich vermuten, dass sie etwas getrunken hat. Sie hat ganz enge schwarze glänzende Sachen an. Und vermutlich hat sie Probleme wegen ihrer Größe. Wenn ich es richtig sehe, dann müssen die Sohlen ihrer Schuhe bestimmt 10cm Dick sein und dann noch nen Absatz. Herrje, kein Wunder dass sie wankt!

Sie schmiegt sich noch etwas näher an mich und das beunruhigt mich schon fast. "Hey süße, du gefällst mir!" Haucht sie mir ins Ohr und der Unterton in ihren Worten verwirrt mich geradezu. Es klingt ein wenig wie CHAMP der Hunger hat – nur weicher.

In meiner Verwirrung fällt mir nichts besseres ein als: "Warum?"

Ihre Finger krallen sich bei mir ein, als sie den Halt zu verlieren droht. Das fühlt sich…..

"….du bist anders als die anderen hier.." Flüstert sie und sieht mich dann an. Ihre Augen machen mich echt fertig. Es ist so etwas unstetes darin, als würde sie tausend Dinge zugleich denken, und weil sie soviel denken muss, hat sie keine Kontrolle mehr über ihren Körper. Das verstehe ich. Ich verstehe sie. Und sie- erkennt mich?

Mit einer ihrer Hände kramt sie umständlich in ihrer Hosentasche…dann drückt sie mir etwas in die Hand. Ich löse mich von ihrem Anblick und betrachte fragend die weissen flachen Kugeln in meiner Hand. Sehen aus wie Kopfwehtabletten. " ..Probier und flieg mit mir!" Tuschelt sie mir zu und beisst…BEISST mich ins Ohrläppchen. Das kann ich nicht einordnen und weiche abrupt zurück. Dabei entziehe ich ihr den Halt und sie kippt einfach um, auf den nächstbesten Tisch, geradewegs in die Gläser….der Tisch fällt..nebst den Gläsern und sie mitten drin….und dann….dann kriechts und kratzt es in mir, denn ich rieche rieche..menschen……blut…. So unerwartet verdreht es mir den Kopf und ich will die Zähne fletschen und sie fressen. Ich tus nicht. Äusserlich tu ichs nicht. Aber in mir…bin ich schon bei ihr..bin ich schon in ihr…und trinken von ihr….in meinem Leib da wohnt ein Tier…. Mein linkes Auge beginnt zu zucken, weil ich versuche, die Bilder aus meinem Kopf von der Realität um mich herum zu unterscheiden…

Sie liegt vor mir, kleine Schnitte in ihren Händen in ihren Armen, die ihre Haut rot malen.

Ein Markerschütternder Schrei holt mich in ihre Wirklichkeit zurück.

Sie schreit. Sie starrt mich an und schreit wie am Spieß.

Panik. Habe ich etwas gezeigt, was ich nicht hätte zeigen dürfen?

Meine Hand ruckt an meinen Mund. Alles fühlt sich normal an.

Für einen Aussenstehenden mag mein Anblick betroffen wirken. Als wäre ich entsetzt darüber was ihr passiert ist.

In meiner Wirklichkeit bin ich nur erleichtert.

Der Typ von der Tür kommt herrein, latscht geradewegs auf die Frau zu und verpasst ihr mit der flachen Hand eine Ohrfeige, die sie auch tatsächlich zum schweigen bringt.

"Verdammt Soli, lass das Zeug endlich sein!" Zischt er ihr zu und zieht sie hoch.

Sie starrt mich noch immer an. " Die ..die….sie…."stammelt sie.

Der Türsteher dreht sich um, sieht mich an….ich sehe genau, wie er mich erst nicht kennt, dann langsames Aufflackern von Erinnerung..dann zieht sich seine Stirn kraus.

"Hab ich dir nicht gesagt dass du hier – so – nichts zu suchen hast? Zieh Leine!" Echte Bedrohung. Er meint ernst was er sagt. Ich nicke wortlos und weiche zurück.

Dabei lese ich sie. Soli, wie er sie nannte. Wirre stark leuchtende Farben. Sie hat Angst. Das sieht…sehr schön aus. Und weil ich des Malers Tochter bin und Schönheit zu schätzen weiß…..male ich sie…noch ängstlicher – ihre panischen Schreie begleiten mich nach draussen und ich verspüre einen Hauch von Befriedigung.

Viel neues gelernt….aber keine Vampire.

New York ist so…fremd…so anders…so unruhig….ich glaube ich mag es nicht. Mein Versagen nagt in meinem Bauch und ich bade in diesem Gefühl als würde es mich heilen. Ich hasse mich dafür. Ich beneide Soli. Ich neide ihr, dass ich sie malen kann…und mich nicht. Ich schreie nicht. Ich kann mich nicht lebend machen.

Ich sehne mich nach meinem Vater, er würde die seltsame Gier in mir stillen.

Böse Eva.

Böse Stadt.

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