Kokain

30.11.2003
 
Es war ein absurder Abend. Bemerkenswert absurd. Katinka und ich waren von einer… Wir nannten es ‘ unangebrachten Albernheit’ erfasst. In Anbetracht das Bremen gerade von den Setiten übernommen worden war, Berlin von den freien Gangrel und der Sabbath hier in München tat wozu er Lust hatte…gab es wirklich keine greifbaren Grund um über alles und jeden zu kichern wie die Kinder. Doch wir kicherten.
Ein Guhl von dem Erschaffer des Abtes war anwesend. Beunruhigend freundlich und locker. Etwas das Katinka und mich hätte beunruhigen sollte. Doch wir kicherten.
Malekin der augenscheinlich freundlichst lächelte sah den Guhl nicht. Wollte ihn nicht sehen, weiß der Teufel. Er erklärte mir, dass ich ihn sehen würde, wäre der Beweis dafür, dass mein Verstand langsam versage…oder sich verändere. Er wollte mir unbedingt erklären, dass diese Sache zwischen uns drei… Ein Spiel sei. Und das ich spielen würde, ob ich wollte oder nicht. Aber dumm bin ich nicht und war ich nicht. Man kann Dinge so nennen, oder auch anders…sie bleiben was sie sind. Dennoch macht es einen Unterschied für jeden selbst. Man muss der kindlichen Kaiserin den Namen geben, den man selbst für sie hat. Egal.
Jedenfalls war ich ziemlich trotzig. Es amüsierte ihn, aber mir war das egal. Sollte er ruhig lachen über mich. Trotzig halt. Schließlich stand Katinka noch da und Malfeis kam hinzu. Und Malfeis fragte uns, wann Katinka ihn besuchen käme. Und er fragte, wann ich bereit wäre. Und ich….weiß nicht ob es an dem Abend lag, an meiner unangebrachten Heiterkeit…meinem Trotz…oder schlichtem Größenwahn…aber ich sagte ihm, ich  würde bereiter nicht werden, als ich jetzt sei. Und das überaus beunruhigende daran war. Es war die Wahrheit.
Ich erinnere mich gut an jenen Abend. Der Abend nachdem wir den Schneemann getötet hatten. Wir standen vor dem Spiegel. Meine Mutter, Malfeis und ich.
Malfeis stellte mir eine Frage. Eine Frage die mir bekannt vorkam, weil sie mir nicht zum ersten Mal gestellt wurde.
Er fragte mich, wie mein erstes Blut geschmeckt hätte.Wahnsinn.
Ich wusste nicht worauf er raus wollte. Nur Katinka wurde immer ruhiger. Trauer Angst Zorn? Ja.
Es war der Abend, als er mir sagte, dass es sein Blut gewesen sei, dass mich ins Unleben zurückgebracht hatte.
Ich wollts nicht haben. Ich wollts nicht wissen. War wütend auf ihn ..auf Katinka…traurig. Widerwärtigkeit. Die Vorstellung, dass nicht sie mich….geküsst…hatte. Ich beschloss es zu vergessen. Meine Mutter war was ich liebte und ist was ich liebe…nichts mehr zählt.
An jenem Abend jedenfalls, lies Malfeis mich wissen, er würde auf mich warten, wenn ich bereit wäre mit ihm zu reden, in seiner Residenz. Ich war mir sicher niemals bereit genug zu sein.
Das stimmte auch gestern noch…mein Blickwinkel hat sich nur geändert. Wirklich bereit ihn zu besuchen war und bin ich nicht…aber bereiter werd ich nimmermehr. Und ich…….bin….neugierig.
Und….Katinka und ich……kicherten auch danach.
Wir kicherten, als Frau Dulac mich in den Status eines Neonaten erhob – mich damit freisprach, Malekin Katinka zum Kind degradierte und sie obendrein in die Obhut von Georges gab.
Setiten hinterließen uns eine Nachricht..nein..sie hinterließen den Tremere eine Nachricht. Ein überaus gruseliger Vorfall und mir war kurzfristig sehr kalt geworden. Aber selbst danach wollte bei Katinka und mir keine echte Ernsthaftigkeit einsetzten. Es war wie ein Film, alle um uns herum waren nicht richtig echt. Irgendwie.
Das seine dazu, trug ein gewisser Herr Lavell. Katinka und ich vermuteten, er wäre von der PR-Abteilung von Haus und Clan Tremere. Er war unpassend angenehm.
Schließlich beleidigte Herr Copperpod noch den Prinzen und entfleuchte.
Mir war vage bewusst, dass alles ein wenig an Kontrolle verloren hatte hier. Aber zum einen hätte ich…als Stellvertretende Hüterin des Elysiums ( Warum hat er das getan?) Daran nicht wirklich etwas ändern können und zum anderen war ich ja nicht mal in der Lage, etwagige Elysiumsbrüche wahrzunehmen.  Keine Hände keine Keckse.
Herr Copperpod wurde von den Gelehrten in einem etwas, indifferenten Zustand zurückgebracht. Und der Kupferkessel sprach zu Taran, der Josefa hieß…nein heisst.
‘Die Wurzel allen Übels, beschwörst du herauf, wie du handelst und tust, in deinem Inneren…’
Später spricht er noch von einer Mondseele die hier in München sei und einem gewissen Proffessor Abraham. Der für ihn die Mondseele entdeckt hatte. Aber ich machte mir Sorgen über andere Worte. Josefa, wäre nicht wirklich Josefa. So wie Krell nicht wirklich Krell gewesen war und von Roelfs nicht wirklich von Roelfs.
Und ich konnte diese Sorge auch in Josefas Augen lesen…ohne ihr in die Augen sehen zu müssen.
Ich bot ihr an, ihren Tod zu betrachten, um uns zu vergewissern, dass sie keine Kopie von sich wäre. In der Sekunde, in der ich ihr das Angebot machte zogen die ersten Krähen auf. Unsere Krähen, nicht die von Tiberius oder Isa.
Sie saßen auf den Dächern und Stromleitungen, auf den Fenstersimsen…bis vieles…schwarz zu werden begann…und sie warteten. Kurz bevor wir beginnen wollten, klang Lärm vom Elysium zu uns, das obere Stockwerk. Und ob der Pflicht die mir …Malfeis auferlegt hatte, eilte ich nach oben.
Herr Sakebi hatte, aus welchem Grund auch immer, den persönlichen Guhl von Josefa bös zusammenfallen lassen.
Und ich war so böse auf ihn. Nicht weil er das Elysium gebrochen hatte, sondern weil er einen schwachen Menschen einfach so weg machte als wäre er nichts wert. UND ich war böse, weil er das Elysium gebrochen hatte…und ich ihn nicht wirklich dazu bewegen könnte, es zukünftig nicht zu tun. Josefa faltete den japanischen Ventrue zusammen..und ich….ich starrte ihn überaus vorwurfsvoll an.
Offensichtlich Vorwurfsvoll genug, den er entschuldigte sich…ausgiebig.
Es verging nicht viel Zeit, dann erschien ER zum zweiten Mal an jenem Abend. Und es war ganz fürchterlich. Die versammelte Gemeinschaft von Kainiten schwieg, als er jene nach vorne zitierte, die das Elysium gebrochen hatten. So viele. Und ich hatte es nicht wahrgenommen. Er verwarnte sie. Was weit mehr bedeutet, als ich hier mit Worten beschreiben könnte.
Danach verschwand er – augenscheinlich.
Denn auch wenn sein Körper, durch die Türe nach draussen verschwunden war, konnte ich ihn….fühlen. Wurde ich seiner Anwesendheit gewahr. So wie man weiß, dass man krank wird, obwohl man weder fiebert noch hustet. Seine Präsenz war für mich fast greifbar. Er war da und er würde alles sehen und wenn er noch jemanden finden würde, der sich nicht an die Spielregeln hielt…
Und ich wusste es. Keine Ahnung …Gewissheit.
Es war nicht diese Gefühl, als würde er mir in den Nacken starren, dass mich sicher sein lies, er war anwesend. Er war…..der Raum um mich herum. Er war die Luft die mich umgab. Und
Ich.
Atme.
Ihn.
Ich bin der Auserwählte in der Matrix.
Ich habe Fieber. Fever.Heiss.
Meine Aufmerksamkeit, gilt den Kainiten um mich herum. Ich.Lese.Jedes. Buch. Ich kann es lesen. Sie lesen. Jede Sprache. Ich höre Katinkas Gedanken wir Worte und es ist richtig so. Warum die ewig lange Zeit warten, bis sich jeder einzelne Buchstabe über die Nerven hinweg zu ihrem Kehlkopf gepflanzt hat, damit irgendwann mal Schall über ihre Lippen dringt.
Ich bin vergiftet. Ich bin ich und die Auserwählte nicht zwei geteilt sondern eins. Ich brenne und das lässt mich kalt.
Andere Kainiten laufen an mir vorbei und es ist kurzweilig interessant. Oder nein, es ist… Mehr die Hoffnung..nein..die Möglichkeit sie könnten interessant sein..die mich hinterher blicken lassen. Mit den Augen. Den Kopf zu drehen ist es nicht wert. Dennoch gehe ich ein paar Schritte um zu sehen, ob sich die Welt um meinen Löffel biegt.
Ich bin ich und ich bin krank. Alle alle meine Bücher. Ich kann alle meine Bücher sehen und ich kann sie ineinanderstapeln vereinen. Jeden Buchstaben mit dem nächsten bis nur noch schwarze Seiten überbleiben und selbst die kann ich lesen. Ohne Schwierigkeit. Und das ist so berauschen, weil ich das noch nie konnte, weil ich nicht mal..nicht annähernd so viele Bücher gesehen habe. Geschweige denn, mehr als drei oder vier zur gleichen Zeit lesen. Es hätte mir den Kopf gesprengt. Anna ist das Kind vor dem Weihnachtsbaum und bekommt jedes Geschenk, dass sie schon immer wollte und sie will vor Freude und Faszination lachen und tanzen. Anna ist der Weihnachtsmann.
Ich lasse Malekin, die vor mir steht zurück und wandel durch den Raum…oder ich will wandeln und der Raum ist es, der sich beugt, damit ich dort stehen kann, wo ich stehen will. Es macht keinen Unterschied.
Ich glühe. Tausend Dinge gleichzeitig.Ich will hysterisch Kichern, weil ich keine Worte habe und dieses Gefühl aus zu drücken dass mich durchfließt, besitzt, ich besitze…nein bin….das Wissen dass mich keiner der anderen verstehen würde. Ich existiere gleichzeitig. Lachend weinend. Verzweifelnd. Lesend. Verstehend. Kreischend. Ich lege alle farben übereinander und bin weiß und Anna steht im Raum und man sieht ihr kaum an, dass sie Innen größer ist als aussen…dass sie mehr ist als der Raum und alle jene in ihrer Nähe nicht mehr sind, als die Möglichkeit vielleicht interessant zu sein.
Berauscht. Ja beschrauscht. Ich langweile mich. Nichts. Interessantes. Hier.
Dann macht jemand das Licht aus und ich steh im Dunkeln. Mit meinem Buch. Es heisst Leere. Und ich habe eine Sekunde die blanke Panik, weil meine Bücher weg sind. Die Anderen. Die vielen. Weil ich sie nicht mehr alle sehe. Ja, weil es mich anstrengt, nur ein Bruchteil wieder zu entdecken, dabei weiß ich doch, sie sind da.! Ich hab sie gesehen! Gelesen! Es sind MEINE Bücher. Ein Gefühl von Gier kriecht in mir hoch und das ist so wiederwärtig, dass ich es auf der Stelle vergesse und mich setzte. Und mich wundere. Ich fühl mich …. Verbraucht.

Katinka fährt und ich starre aus dem Fenster in die Nacht.
Irgendwie, war alles um mich herum nichts. Nichts im vergleich zu mir und dass ich das so empfunden habe ekelt mich an. Ich ekele mich an. Theoretisch hätte ich, mit all dem Wissen…soviele schützen können, so viel Fehler korrigieren…so viel tun….aber…ich hab nicht mal darüber nachgedacht und das ist so….so…. Ich weiß wohl, was dieses Gefühl war, dass mich erfüllte.
Ich kann mich sehr gut erinnern. An mich. Zu erfassen was..nein wie ich sah…nicht.
Ich kann mich sehr gut erinnern. Und ich wünschte ich könnte es nicht.
Malfeis hat mir etwas geschenkt.
Verständnis.

 

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Gedanken Venedig

02.09.2003
 
Ich sitz auf dieser berühmten Brücke, die über diesen berühmten Kanal führt – in Venedig.
Katinka geht eine kleine Runde mit Thomasso, ein paar Sehenswürdigkeiten ansehen, die mich nicht ganz so sehr interessieren. Weiß nicht mal genau warum, normal mag ich sowas schon gerne ansehen. Aber hier sitzten und den Spiegelungen des Lichts im Wasser zusehen ist eigentlich gerade total perfekt.
So wie die Gondeln langsam übers Wasser treiben, treiben meine Gedanken dahin.
Über die jüngsten Ereignisse.
Seitdem wir den Schneemann geschmolzen haben, konnte ich mich nicht mehr aufraffen, etwas in mein Tagebuch zu schreiben.
Obwohl viele Kleinigkeiten und zwei drei wichtige Dinge geschehen sind.
Malfeis, der wohl mein Vater ist, irgendwie – wie ich jetzt weiß. Aber mit diesem Gedanken will ich mich nach wie vor nicht auseinandersetzten.
Vanderbilt, der vernichtet wurde.
Viele unschöne geschehnisse, die damit verbunden waren und sind. Und die Fänge des Sabbaths haben sich noch nicht zurückgezogen.
Sie haben sich Krell geschnappt. Der ist….oder war? Prinz. Wie auch immer.
Mit Tiberius geschehen Dinge.
Mit Katinka geschehen Dinge.
So viele Dinge verändern sich. Ja. Alles verändert sich, aber mir scheint es, als würde es sich zum schlechten Verändern.
Stimmt es, was man meinem Clan nachsagt? Krieg ich ne Paranoia?
Es scheint mir, als würden alle irgendwie schlecht werden.
Die Gewalt nimmt zu.
Das Mitleid ab
Ich baumel mit den Beinen und fühle mich unwohl.
Hier ist es so schön und Thomasso gibt sich alle alle Mühe uns den Aufenthalt so angenehm wie nur irgendmöglich zu gestalten.
Thomasso glaub ich ist der einzige, der sich nicht verändert. Aber er ist auch nicht in der Nähe von München.
Oder nicht in meiner Nähe?
Ich kann den Satz, den Malfeis – bald schon ist es ein Jahr her – zu mir sagte, nicht vergessen.
 “Warum glauben sie dass diese Dinge von mir ausgehen. Ist es nicht vielmehr so, dass sie sich um sie drehen. Dort sind, wo sie sind? ”
Warum glaube ich, dass der Sabbath alles schlechter macht, vielleicht verändern sich alle zu ihrem Nachteil, weil sie in meiner Nähe sind?
Der Gedanke macht mir eine Gänsehaut.
Wenn das mal keine Paranoia ist.
Ich sammel ein kleines Steinchen auf und lasse es ins Wasser fallen.
Thomasso ist nicht der Einzige der noch immer so ist, wie er ist.  Nicht der Einzige bei dem ich keine schattigen Wolken aufziehen sehe.
Gero.
Ein Brujah. Wenn man mich fragen würde, kein typischer. Obwohl ich ihn nicht kenne.
Er beschäftigt mich ein wenig.
Ich könnt schwören, auf seine Art und Weise liebt er Krell. Vielleicht zumindest ein wenig. Er ist so besorgt um ihn. Lädt sich selbst soviel Last auf die Schulter – bereit jedem Ärger ins Gesicht zu sehen. Bereit zu sterben.Wie ein Held.
Helden sind dumm nein? Weiß nicht so recht was ich davon halten soll.
Kann ihn lesen und lesen und lesen. Aber es ist so wahnsinnig viel zu lesen, dass es mich verwirrt. Dinge die nicht ganz zusammen passen.
Eigentlich kennen wir uns nicht.
Ich hab ihm auf nem Elysium mit einer einfachen Frage, nen gehörigen Ärger eingebrockt. Und er BEDANKT sich bei mir dafür auch noch. Das verstehe wer will. Hat mir nen Garfield Button geschenkt. Von einem Brujah. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Ich verstehe es nicht, aber es freut mich. Wirklich. Er wollte mir eine Freude machen, dass ist schon Grund genug.
Haben uns ne Weile später getroffen.
Er wollt MICH, ein Kind sehen. Treffen. Mich um einen kleinen Gefallen bitten. MICH. Da bin ich schon stolz drauf. Nicht weil er mir zutraut, dass zu können. Ich bin mir sicher, er weiß, dass es Adressen gäbe, die ihm sicherlich mehr helfen könnten, als ich es kann oder konnte. Ich bin stolz, weil er lieber mich bittet – weil er sich lieber mir anvertraut.
Womit hab ich das verdient?
Weil ich so menschlich bin, sagt er. Noch so jung. Er ist nicht mehr so jung.
Aber sieht kaum älter aus wie ich.
Er sieht hübsch aus. Und als ich das denke runzelt sich meine Stirn, weil ich mich nicht entsinnen kann, schon mal darüber nachgedacht zu haben, wer von der Domäne hübsch aussieht oder nicht. Hübsch ist so ein unnützes nichtssagendes Prädikat. Total überflüssig. Dennoch, ihn ansehen ist angenehm. Sein Äusseres Lesen ist angenehm. Natürlich bin ich jung und meine Menschenkenntnis ist, nicht der Weisheits letzter Schluss. Aber die Fassade die er mit sich rumträgt wirkt auf mich wie ein Sieb mit großen großen Löchern. Ich glaub darum denke ich über ihn nach. Weil er ….unbedingt….etwas aufrecht erhält, was er so nicht ist….aber ohne unehrlich zu sein. Wie auch immer das geht.
Ich will mein Denken in eine andere Richtung lenken. Darauf…was ich tun muss, tun möchte. Mit Thomasso über die Sache mit dem Blutsband reden….und über sein Geschenk, dass er mir gemacht hat und mit dem ich Krell entlarven will.
Gero will mir diese Gelegenheit verschaffen.
Gero.
Durch meinen Kopf huscht dieses Bild, wie er den kleinen Weg im Park geht, noch die Hand hebt ohne sich wirklich umzudrehen und diese Worte sagt:
Über den Punkt 5 reden wir vielleicht ein andermal.
Punkt 5.
PS: 5. …nur du und ich……….wird das was romatisches?
Hab ich in einer mail an ihn geschrieben. Zugegebenerweise um ihn ein wenig aufzuziehen. Weil ich vermute, dass es ihm peinlich sein könnte. Mein Schalk im Nacken und sicherlich nichts anderes. Wie romantisch sind Vampire auch schon? Ich selbst bin nicht romantisch. Ich war nie romantisch. Zumindest nicht im Zusammenhang mit Männern. Wie auch. Wann auch. Dieses….. Erlebnis … Mit diesem Mann, kurz vor meinem Tod….war vieles, aber bestimmt nicht romantisch. Und davon abgesehen, war ich nie verliebt. Nie. Bis heute nicht. Denn Katinka liebe ich. Das ist was anderes. Irgendwie liebe ich auch Thomasso, aber auch das ist etwas ganz anderes. Es hat nicht mit Herzklopfen zu tun oder solchen Dingen, die man dem verliebt sein nachsagt. Und da sind wir schon an diesem Punkt.
Mein Herz schlägt nicht mehr. Wobei. Manchmal schlägt es ja, von allein. Aber das mein ich nicht.
Und wie sollte man romantisch sein, wenn man nicht verliebt wäre, was man nicht sein kann, weil man ja nicht mal Herzklopfen kriegen kann.
Und warum denke ich darüber nach?
Ein wenig unwillig schüttel ich meinen Kopf. Es gibt soviel wichtiges zu Denken. Ich will dass Herr Heller mit lernt, was ich nicht wissen darf und was mir doch im Blute liegt. Das Blut das mit lebend machte…Malfeis Blut…trägt die Saat in sich und damit trage ich sie in mir. Von Thomasso weiß ich, dass ich von verbotenen Früchten naschen muss, um Erkenntnis zu erlagen. Aber die Türe zu diesem Weg, den ich erlernen will, die gibt es schon in mir – es muss sie nur noch jemand für mich öffnen.
Türen die sich öffnen und schließen. Hab erst unlängst davon geredet.
Ich sehe mich selbst auf dieser Bank sitzten, auf diesem kleinen Spielplatz, auf der Mühleninsel in Landshut.
Vor mir diese Platte von Pitchfork.
Mir gegenüber.
Gero.
Zum Abschied habe ich ihn zaghaft gedrückt. Zaghaft, weil ich nicht wusste, ob es angebracht ist. Bin normal herzlich, aber…ich hatte irgendwie den Eindruck, als wolle er nicht, dass ich ihm zu Nahe komm. Mir war, als würde ich eine Grenze überschreite, als ich zu ihm ging und mich nur kurz an ihn drückte…zum Abschied. Weil er mir doch sympathisch ist und Menschen oder Wesen, die einem sympathisch sind, die drückt man doch auch wenn man sich von ihnen verabschiedet …nein?

….Fühle wie sich seine Hand über mein Gesicht legt, von oben nach unten streicht, so wie man einer Toten die Augen schließt. Ich bin tot, also schließe ich meine Augen. Seine kühlen Lippen berühren sacht meine Stirn. Mir wird ein wenig schwindelig. Verstehe nicht die Dinge die ich lese. Zuviel.
Als ich meine Augen wieder öffne ist er schon am gehen und ich muss ihm komisch nachsehen.
Nummer 5 lebt?

Einige Enten landen in diesem Kanal, machen Lärm und holen mich in die Wirklichkeit zurück. Katinka küsst mich dann und wann. Thomasso auch. Josefa manchmal. Habe gesehen, dass Ponte und Velasquez sich geküsst haben. Irgendwie ein seltsamer Anblick zwischen den beiden. Ist das bei den Brujahs üblicher?
Tiberius und Isa sind auch so, so nah. Zumindest er ist Brujah.
Sam…die war auch eine Brujah…hat mir gegenüber manchmal so Andeutungen gemacht. Vielleicht ist das bei den Brujahs wirklich anders.
Meine Mutter und Malekin küssen sich eigentlich nicht, nicht im herkömmlichen Sinne. Das einzige mal, dass ich es sah, nein die einzigen beiden male, als ich es sah. Wollter er sie töten. Hat er sie getötet. Irgendwie. Wäre es nicht so schrecklich gewesen, wäre ich neidisch gewesen. Sie waren ineinander verschlungen. Haben sich getrunken…über ihre Lippen…über ihre Zungen. Das Duell von Yhm?
Vielleicht küssen Brujahs gern.
So muss es wohl sein. Denn wäre es nicht so…warum wäre er dann in den Mails eher patzig?
…Und glaub mal nicht das ich auf deine Mail warte.
…Ach was weiß ich.
So barsch. Irgendwie. Er geht keine Linie. Er schlängelt. Ich kann Mails nicht lesen. Also ich kann sie natürlich schon lesen. Aber nur die Buchstaben, nichts dahinter. Ich wünschte fast, er würde mit der Hand schreiben. Damit ich sehen könnte, bei welchen Worten er zögert. Einfach aus Neugierde. Nicht mehr.
Dann würd ich besser verstehen und es ist doch gut Menschen zu verstehen, die einem sympathisch sind.
Ich ärgere mich.
Rutsche von dem Brückegeländer und schlage den Weg in unser Hotel ein. Katinka hat mich bis jetzt nicht wirklich auf die Ereignisse im Park angesprochen. Ganz typisch. Sie wartet bis ich anfange zu reden. Kann mich nur an ihren fragenden Gesichtsausdruck erinnern, nachdem Gero gegangen war. Genaus so fragend wie meiner.
Ich muss es zugeben. Er beschäftigt mich. Wenn ich nur wüsste warum.
Ich würde ihm gerne mehr Fragen stellen. Ganz unproffessionell. Nicht wegen Krell. Oder irgendwelchen Plänen. Persönliche Fragen. Fragen über ihn. Über das was er war, was er ist.
Ich will verstehen. Aber er hat mich schon zurechtgewiesen. Weil ich so viel frag, in meinen Mails. Werd mich vorerst zurückhalten. Vielleicht nerv ich ihn ja. Es geht mich ja auch nichts an.
Es juckt mich nur unter den Fingernägeln. Mehr nicht.
Ich bin neugierig und er schustert sich einerseits ein, was mich noch viel neugieriger macht.
Und andererseits, sind da Momente wo er mir fast ungeschützt scheint, was mich noch viel viel neugieriger macht.
Curiosity killed the Cat.
Miau.
Wenn ich ihm Fragen stelle, wenn er mir gegenübersteht, ist er nicht so abweisend… Nicht wirklich. Ich frag mich, ob er sich mit sich selbst einig ist.
Ich frag mich……..viel zu viel.
Was soll das?
Als ich vor dem Hotel bin, öffnet mir eine Angestelle die Türe, sie lächelt höflich.
“Das Abendessen wartet bereits auf ihrem Zimmer Frau Malekin!” Sagt sie im perfektem Deutsch und ich finde das echt seltsame.
Menschen die sich freien Willens trinken lassen, es genießen…üben eine gewisse faszination auf mich aus. Fast anregend.
Egal.

 

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Schneemann

30.05.2003
 
Vergewaltigung.
Das ist das einzige Wort das mir dazu einfällt.

Ich war in einem Park. Wir trafen die beiden, die fehlten, damit wir sieben sind. Sieben Geißlein und kein Uhrkasten weit und breit. Sei lustig Anna. Ein Spaziergang unter Freunden. Gleichgesinnten. Nicht von, aber wie dein Blut. Verbundenheit? Nein?
Wir bleiben zusammen, müssen zusammen bleiben, damit uns die Anderen nicht finden. Wir verstecken uns gegenseitig und wir verstecken uns selbst – ohne uns zu verlieren. Verblüffend.
An der Stadtmauer entlang, in der Ferne sehen wir die Zinnen des Hexenturms, Gänsehaut. Erinnere mich an Katinkas Märchen.

[„Es war einmal ein kleiner Junge, der hieß Josef. Er war ein besonderer Junge, auch wenn er ganz klein und dünn und unscheinbar aussah. Aber seine großen, dunklen Augen konnten Dinge sehen, die andere nicht sahen. Josef war der Sohn eines Königs. Der König hatte noch viele andere Kinder, und er fürchtete, dass sie eifersüchtig auf Josef sein würden, wenn sie merkten, das er etwas Besonderes war. Und er wollte keine Streitigkeiten unter seinen Kindern. Also schickte er ihn weit fort, in ein abgelegenes altes Haus mit einem hohen Turm, wo er ganz alleine war. Aber Josef war ein bescheidener Junge, und er war glücklich, niemanden zu stören, und seinen Unterhalt mit Schafe hüten zu fristen. In der Nähe des Hauses gab es einen wunderschönen See, und manchmal nahm Josef nachts ein Bad und lässt das Wasser seine Haut benetzen, lässt sich von den kleinen Wellen zerreisen, treibt in tausend Scherben im Wasser, versinkt und erblickt im Zerrspiegel des Wellenschlages…
 Lange Zeit lebte Josef glücklich und allein mit seinen Schafen. Der König zog seine anderen Kinder groß, und auch sie lebten glücklich und zufrieden. Bis eines Tages ein anderer Sohn des Königs von Josef erfuhr. Er fürchtete, dass Josef wieder auftauchen und ihm sein Erbe, den Thron streitigmachen könnte. Deshalb machte er sich auf die Suche nach seinem Bruder, um ihn zu töten. Zur gleichen Zeit geschah es, dass ein fahrender Ritter durchs Land zog. Er war ein gelehriger Mann, achtete Mensch und Tier gleichermaßen, und war stets bemüht, sein Wissen zu mehren. Auf der Suche nach seinesgleichen war er schon an vielen fremden Orten gewesen und hatte die seltsamsten Dinge erlebt….
Eines abends gelangte der Ritter an ein abgelegenes Haus mit einem hohen Turm. Vor dem Haus standen Schafe, und weil der Ritter ein höflicher Mann war, zog er seinen Hut und begrüßte sie. 'Guten Abend, liebe Schafe. Ist dieses Haus bewohnt?' Drei Schafe kamen zum Wegrand, um ihn zu begrüßen. 'Josef', mähte das erste Schaf. 'Josef', blökte auch das zweite. 'Josef', stieß das dritte hervor, und es klang für ein Schaf sehr besorgt.
Wenn die Schafe den Namen ihres Hirten aussprechen, so muss das ein sehr besonderer Mann sein, dachte der Ritter bei sich. Ich will sehen, ob ich nicht etwas von ihm lernen kann.
'Wo ist euer Herr?', fragte er die Schafe, doch ihre Antwort war ein Muster, das er zunächst nicht erkennen konnte, denn er wußte nichts von dem See, und sie konnten ihm nicht mehr sagen, ist doch ein Geheimnis…
Also betrat der Ritter das Haus mit dem Turm, und begann nach Josef zu suchen. Er lief durch die langen, dunklen Gänge und sah in jedes Zimmer. Viele Wände waren mit wundersamen Bildern bemalt, und erzählten Geschichten, die den Ritter mehr und mehr davon überzeugten, dass er diesen Josef unbedingt kennenlernen musste. Doch dann fand er eine Zeichnung, die ihn sehr beunruhigte, denn sie war von jemand anderem, und sie war nicht schön und geheimnisvoll und klug und sanft, sondern klar und deutlich und bedrohlich: noch jemand war hier, und er wollte Josef nichts gutes.
Daraufhin nahm sich der Ritter keine Zeit mehr für die Wandgemälde, sondern lief so schnell er konnte von Gang zu Gang und von Zimmer zu Zimmer, und er glaubte Schritte von schweren Stiefeln hinter sich zu hören, die ihn verfolgten. Schließlich fand er das Zimmer, in dem Josef schlief, mit einem schlichten Bett und ein paar kargen Essensresten, und Spuren von einem Kampf. Er war zu spät! Doch er war ein Ritter, und Ritter geben nicht so leicht auf. Er verließ das Zimmer und dachte angestrengt nach. Wo würde er in diesem Haus hingehen, wenn er nicht gefunden werden wollte? Und weil der Ritter sehr gut nachdenken konnte, fiel ihm sofort der hohe Turm ein. Eilig lief er nach draußen und gelangte an den Fuß des Turmes. Dort oben brannte Licht! Um nicht sofort entdeckt zu werden, beschloss er, nicht die Treppe zu nehmen, sondern an den Ranken des Efeus hochzuklettern, die die Turmmauer überwucherten. Oben angekommen, stieg er über die Brüstung des Balkons, und dort sah er den kleinen Josef, den er gesucht hatte, und seinen großen, bösen Bruder.
Schnell lief der Ritter auf die beiden zu, doch er war zu spät, und der Bruder erschlug den armen kleinen Josef mit einem einzigen Streich seiner großen Hand. Der Ritter konnte nichts mehr tun, als den bösen Bruder zurückzudrängen und vom Turm zu stoßen. Doch Josef konnte er nicht mehr helfen, nur noch seinen kleinen, schmalen, toten Körper vom Boden aufheben und nach unten tragen, um ihn zu begraben.
Unten angekommen, stellte er fest, dass der böse Bruder bei dem Sturz vom Turm nicht gestorben war. Er hatte sich schon wieder aufgerappelt, und floh jetzt vor dem Ritter, doch er wandte sich noch einmal um, und schrie dem Ritter entgegen: 'Gegen mich hast du keine Chance!' Seine Augen blitzen, und er schüttelte die blutbeschmutze Faust gegen den Ritter, und bevor er sich abwandte und davonging, flüsterte er ihm zu 'Dich erwische ich auch noch'"]

Uns erwischt er auch noch. Ich bekomme Angst.
Josef steht, Josef geht. Vorraus uns führend. Wir folgen ihm. Tip.Tap. Trip.Trap. Trapped.
Warum sind wir hier? In Kaufbeuren? Im Bezirkskrankenhaus? Beim Nebengebäude?
Because of. Georges, Josefa, Josef, Heinze und dem Schneemann.
Josef der mir flüstert.
“Ich bleibe hier!”
Dass er nicht zurückkehrt, an den Ort seines Todes. Ich kann ihn verstehen. Ich empfinde Mitleid. Es ist gut, dass wir hier sind. Es wird Zeit, dass wir neu ordnen.
Ich HABE Angst. Egal.
Wir betreten das Gebäude. Es ist so dunkel. Ich lese Dunkelheit und finde die Seiten, die mir Licht bringen und ich sehe. Bilder. Ein großer Mann, mit weissem Kittel spitzen Zähnen und großen schwarzen Knöpfen.
Auch er ist – wie – von meinem Blut. Das weiß ich. Das fürchte ich. Unser Weg führt weiter durch Gänge, Türen. Als wäre alles vorbereitet. Für uns. Man erwartet uns.
ER erwartet uns. Verbundenheit?
Eine Kerze. Puppen darum. Kleine süße Lockenkopfige Puppen. Wie kleine Kinder…ausgehungerte kleine Kinder, die uns bittend ansehen, anflehen. Es IST gut, dass wir hier sind?
Ein Wispern. Mein Blut wallt. Unruhe. Ich sehe mich um. Dort sitzen-liegen Menschen? Schlafend? Wachend?
Meine Mutter fühlt den Puls einer Toten. Fast proffessionell. Ganz der Vater.
Tot. Tot sind sie. Alle sieben.
SIEBEN!
Auch sie hatten keine Uhrkasten. Ich finde es gruselig. Böser Grusel – kein schöner.
Ich muss diesen absurden Wahnsinn auf mich wirken lassen. Auf jeder Stirn steht feinsäuberlich:  E-DIÄT.
Darf ich es sagen?
ICH KANN ES NICHT MEHR LESEN!
Dann Schreie. Tic. Tic. Tic. Toc
Katinka nimmt mich an der Hand und zieht mich weg. Dankbar bin ich dafür. Will nicht mehr sehen.
Ein Gang. Ein Raum. Eine Tür. Verschlossen. Klar oder?
Alektro. Hieß sie so? Von- nein- wie mein Blut. Dietricht rum. Ohne Erfolg. Wir brauchen eine Schlüssel.
Tic.Tic.Tic.Tac. Ich höre die Stimme hinter der Tür.
Tic. Erinnere mich. Tac. Nürnberg. Der Malk, der Malekin so fürchtet. Andreas.
“Andreas?”
“Heinzelmännchen!Heinzelmännchen!”Dort hinter der Tür. Vergiß die Panik, Vergiß die Leichen….dort braucht jemand Hilfe.. Wir müssen ihm helfen. Verbundenheit?
“Der Schlüssel, wo ist der Schlüssel?” Rufe ich. Keine Antwort. Mir wird das zuviel.
Was tun?
Er leidet und ich steh da.
Die anderen nicht. Ich folge meiner Mutter. Wir suchen die Schlüssel…
Dann wechselt die Realität in einen schwarz weiß Film.
Willkommen im Reich der lebenden Toten.
Ich vergesse ganz, dass ich selbst ja nicht mehr wirklich lebendig bin und könnt schreien. Die sieben Leichen haben sich erhoben und ich..wir…sehen und umgeben von …ZOMBIES? E-Diät Zombies mit aufgeschlitzen Kehlen.
Muss ich noch mitspielen? Ich möchte lieber nach Hause gehen.
Aber Andreas.
Die Blicke der Toten liegen auf uns. Leidend.Bittend. Mich schmerzt es im Herzen. Warum sie fürchten? Sie haben mein Mitleid verdient, denn der Schneemann hat sie gefressen.
Sie wollen von uns.
Aber ich kann ihre Wünsche nicht lesen. Verstehe ihre Sprache nicht.
Ob es hilft, wenn ich ihnen in die Augen sehe? Ob sie dann zu mir reden? Ob wir ihnen DANN helfen können? Ob sie uns vielleicht helfen können?
Aber der Schneemann muss sie drapiert haben. Vielleicht ist es eine Falle. Doch dieses Leid kann nicht gespielt sein und ganz tief in meinem Herzen erwacht das Bedürfnis ihnen zu helfen. Und…die Erkenntnis wie..ich ihnen helfen könnte.
Natürlich. So klar. Ich bin zu schwach. Alleine bin ich zu schwach. Aber wir sind sieben…sieben vom Blut..das wie meines ist.
Welche Macht muss in unserem Blute liegen… Tiberius’ Worte. Und jetzt verstehe ich, warum wir so viele sind. Wir müssen uns verbinden!
Dann haben wir die Kraft…dann haben wir die Macht.
Wir müssen voneinander trinken. Uns gegenseitig stärken.
Natürlich. Es ist so einfach. Ich erzähle es. Einem nach dem anderen…und…wie soll es anders sein. Sie…verstehen mich.
Nur meine Mutter, sagt diese Worte:
“Aber das ist doch Voulderie!”
Na und??????? Wir gehören zusammen. Das ist anders. Versteht sie denn nicht?
Und während sie Disskutieren, und irgendjemand einen Kelch sucht..gehe ich ein paar Schritte beiseite.
Voulderie…egal…aber etwas anderes lässt mich zweifeln.
Ich höre meiner Mutter Stimme. Ein Malekin trinkt nur Malekin. Als sie mich schimpfte, wegen Thomasso. Und plötzlich bin ich mir unsicher. Kann es richtig sein? Soviel fremdes Blut in meinem? In unserem? Sie sind nur ..wie..nicht von unserem Blut.
Schon will ich zu Katinka gehen und ihr sagen, dass sie Recht hat und ich Unrecht. Dass diese Idee schlecht ist. Falsch.
Aber ihr Blick trifft meinen. Sie zweifelt nicht mehr. Und dass sie nicht mehr zweifelt..lässt mich sicher sein…es ist gut was wir tun.
Habe diesen Kelch in der Hand und ergreife ihr Handgelenk. Noch während sie erklärt, dass es unsere einzige Möglichkeit ist um an den Schlüssel zu kommen… Durchdringe ich ihre Haut und ihr süßes Inneres quillt hervor, um von mir aufgefangen zu werden. Sie tut es mir gleich und wir fließen in den Kelch. Dann Georges? Josefa?? Ein jeder gibt seinen Teil.
Ein jeder hier im Raum.
Irgendwie ist alles durcheinander und ich habe das Gefühl, ich befände mich auf einer satanistischen-super-sex-orgie. Unerlaubte aufregende Dinge. Der Geruch der in der Luft liegt, lässt mich mein Denken verlieren. So viel zu versuchen. So viel zu erleben ..zu schmecken.
Dann trinken wir voneinander. Sieben mal.
Verbundenheit!
Und jetzt verstehen wir. Jetzt sprechen sie zu uns die Toten. Kommen auf uns zu. Betteln.
Ein Tropfen Blut nur. Für jeden von Ihnen ein Tropfen Blut.
Aber ich weigere mich.
Erst den Schlüssel.
Ich werde nichts von mir geben, bevor sie mir nicht den Schlüssel gegeben haben. Reine Panik spricht aus mir,denn ich habe das Gefühl, dass etwas schief läuft.
Obwohl wir so viele sind, obwohl wir uns verbunden haben. Bin ich allein.
Vage bekomme ich mit. Dass wir schon tun. Dass sie alle schon geben…und mehr. Ich wage nicht hinzusehen. Dann steht dieser……Mann? Vor mir. Diese Leiche. Diese verdammte E-Diät Leiche.
“Nur ein Tropfen. Nur ein Tropfen.!” Seine Stimme schmeichelt mir. Will mich locken.
Aber keiner der anderen hat geantwortet, nachdem sie bekamen, was sie wollten.
“Erst den Schlüssel!” Es tut MIR weh, sein flehen abzuweisen. In meinem Kopf herrscht ein Irrsinn…Chaos…ich kenn und seh nichts und halt mich nur an diesen Gedanken.
Erst den Schlüssel. Erst den Schlüssel. Erst den Schlüssel.
Doch sein Leid ist so groß….sein bitten…trifft mich…vergiftet mich. Ich will, dass das aufhört. Ich kann es nicht mehr ertragen. So beisse ich auf meinen Finger und male seine Lippen rot.
Dann verändert er sich.
Die Schrift auf seiner Stirn verschwindet…seine Kehle war niemals aufgeschlitzt….er scheint…fast adrett…fast nett….so lebendig..so wahnsinnig lebendig…und fast glücklich.
Schon will ich lachen, mich freuen…zufrieden, dass ich ihm helfen konnte. Ihn erlösen. Egal der Schlüssel. Endlich Ruhe.
“Und jetzt…..” Sagt er leise. “… Bring es zu Ende!”  Dann legt er seinen Kopf beiseite…und seinen Hals frei. In einer absurden fast zärtlich wirkenden Geste.
Und ich schwöre bei allem was mir heilig ist. Noch niemals…NIEMALS…wollte ich weniger von einem Menschen trinken, als in diesem Moment.
Nein.
“Das tu ich nicht!”ist alles was ich sage. Dann wende ich mich ab…setzte mich auf die nächste Bank, verstecke meinen Kopf zwischen meinen Händen und wiege mich sanft hin und her.
Ich tu das nicht. Ich tu das nicht. Ich tu das nicht…immer wieder ..nur für mich..wie ein Mantra. DAS tu ich nicht. Niemals. Ich werde ihn nicht töten.
Die Stimmen um mich herum. Beschwören mich? Befehlen mich? Lullen mich ein. Nur ‘meiner’ fehlt noch. Dann sind alle sieben erlöst. Niemand der mir das abnehmen kann.
Niemand der ihn für mich töten kann.
Denn ich tu es nicht. Ich werds nicht tun. Nie. Nie. Nie.
Euthanasie? Erlösung?  Egal welche Worte sie verwenden. MORD. Es ist Mord.
Er kniet zu meiner Rechten …sich darbietend und wenn ich nicht damit beschäftig wäre, mein Mantra zu flüstern würde ich ihn wegprügeln, dafür dass er mich verführen will.
Eine Stimme in meinem Innere flüstert mir zu, dass ich nicht umhin komme, dass alles was mir taten umsonst war, wenn ich es nicht zu E N  D E bringe. Dass alle umsonst getötet haben, wenn ich es nicht auch mache. Dass……….hat sogar Katinka getötet?
Ich muss aufblicken.
Er kniet neben mir. So nah. Und alle Anderen stehen herum.
Josefa ist fertig.
Georges ist fertig.
RalF ist fertig.
Jean ist fertig.
Alektro ist fertig.
Und Katinka?
Auch sie steht hier. Auch sie hat ihren Teil beigetragen.
Meine Lippen zittern. Mein Kopf ist leer. Alles in mir schreit danach …ihn zu erlösen(töten).
Ich blicke Katinka an, wenn SIE es tat, muss es richtig sein?

Dann dreht sich mein Kopf zu ihm…streckt sich meine Hand nach ihm…greift in sein Haar…zwingt sein Haupt beiseite…spannt seine Haut und ich schlage meine Fänge in ihn, als wolle ich ihn dafür bestrafen, dass er mir dieses abverlangt.
Während ich ihn trinke….ihn töte…flüstert er, nach was wir alle gieren….des Schlüssels Versteck…im roten Buch vom Blute.
Ruhe.
Ich habe getötet.
Anna schlägt auf mich ein, beschimpft mich und ich spucke seine Reste aus. Angewidert.
Nein, dass wollte ich nicht.
“Jetzt bist du mehr Wolf!” Flüstert RalF und ich zerbreche daran.
JA. Dreh den Dolch nochmal herum. Ich spürs noch nicht richtig.
Sie verflüchtigen sich…weiter …den Schlüssel suchend und findend.
Nur ich sitze da und betrachte unseren Erfolg. Sieben Leichen liegen dar am Boden. Eine für jeden. Tränen laufen über meine Wangen.
Ich wollts doch nicht. Ich wollt nich töten.
(Getötet hast du. Mörder. MÖRDER! Du hast mich umgebracht!)
Und Katinka steht zwischen ihnen. Sieht sich um. Verzweifelt. Umringt von den toten Leibern.
“Man darf nicht über Leichen steigen” murmelt sie. “ Was soll ich tun? Was soll ich denn jetzt tun?”
Ich will schreien. Es scheint mir alles so falsch. Ich bin vergiftet.
Ich würde ihr so gern helfen, ihr den Weg frei räumen. Sie retten. Meine Liebste aus dem schwarzen Turm befreien…aber ich kann immer nur daran denken, wie ich nach ihm greife und ihn töte töte töte.
Verkrampftes Herz. Verdammter Schmerz.
Schließlich ist sie es, die ihren inneren Kampf gewinnt. Aus dem Turm flieht und mich rettet. Ihre Hand schließt sich um meine und zieht mich hoch.
“ Sie waren schon tot. Wir haben sie erlöst!”flüstert sie mir zu.
“Getötet!” Meine Worte klingen kalt..voller Abscheu für mich selbst und ich weiß, dass sie ihr weh tun. Weil sie weiß, dass ich Recht habe…und dass es sie schmerzt…lässt mich ihr folgen…weil wir eins sind… Weil sie fühlt wie ich…weil sie weiß, was wir getan haben…weil sie mit-leidet.
Ich folge ihr, wie in einem Traum…durch den Raum (sieh nur wie sie da liegen……eure erlösten!) …durch die Tür….den Gang….(Tier das du bist…)…ein anderer Raum…die Tür, die nicht mehr verschlossen ist….(Mörder!)..die Treppen hinab in den Keller!

Tic.Tic.Toc.
“Heinzelmännchen. Heinzelmännchen! Heinzes Männchen!”
Es ist alles so seltsam langsam, was um mich herum geschieht. Kann mich Katinka noch lieben, wo ich doch getötet habe? Am Ende des Zimmers liegt Andreas. An dieses Bett fixiert und tict sich die Seele aus dem Leib. Wenn sich jemand nähert wird es nur noch schlimmer. Sie kennen ihn nicht. Er schreit und schlägt sich den Kopf gegen die Wand. Immer und Immer wieder. Ich will mitmachen. Bis dass mein Kopf platzt!
Dann eile ich zu ihm…..um ihn zu retten. So mag es für die anderen aussehen. In Wahrheit…sitzte ich an seinem Bett und halte ihn fest…weil er der einzige ist, der mich noch anders in Erinnerung hat. Sein Bild von mir muss mich heilen.Seine Fesseln sind schnell gelöst.
“Heinzes Männchen! Er kommt….er KOMMT!” Seine Stimme überschlägt sich und hinterlässt Panik im Raum. Mir ist es egal. Ich will dich befreien. Befrei du mich….(vom Mörder sein?)
Seine Medizin…er braucht seine Medizin, aber obwohl Katinka zu wissen scheint, wo sie ist, kann sie sich nicht aufraffen den Keller zu verlassen.
Da ist noch eine Türe die wir nicht geöffnet…nicht durch schritten haben.
Josefa tuts.
“Gustav?” Sind ihr Worte und sie verschwindet im Dahinter.
Ich sollte ergriffen sein. Aber …..
Dann klammere ich mich wieder an Katinka…sie an mich. Auch wir müssen dorthin. Zusammen bleiben. Damit er uns nicht findet.

Das Szenario…wäre rührig, wenn ich gerade denn Sinn dafür hätte. Aber ich habe nur Sinn für Katinka, sie hält mich, sie stützt mich.
Ein  Mann in Ketten an die Wand gefesselt….befreit….hält Josefa und Georges im Arm…schützend. Gustav Adalbert Heinze. Ihr Vater….Erschaffer. Beide haben sie nach ihm gesucht. So lange Zeit schon. Und endlich gefunden. Jetzt ist alles gut. Jetzt können wir gehen und mit unseren eigenen Dämonen kämpfen.
Ich glaube, es ist Alektro, die uns nach draussen führen will…mit ihrem Schwert voran.
Ich glaube, es ist Alektro, die markerschütternd schreit…und zurückweicht, als hätte sie den Teufel gesehen.
Aber der Teufel ists nicht….der Schneemann ists….der in der Tür steht.
Ein großer Mann,
So weiß wie Schnee…mit spitzen Zähnen und schwarzen Knöpfen an seinem Kittel.
Eiszeit.
Er befiehlt uns unsere Waffen zu senken und wir können nicht dagegen an.
Und das völlig absurde ist……obwohl ich eine Gänsehaut bekomme…und ich mich fürchte…finde ich ihn……sympathisch? Es ist nicht…wie ich….RalF sympathisch finde…oder Frau Damiroff….es ist mehr….die Zuneigung, die man für ein verirrtes Schaf empfindet…ein hilfloses kleines Schaf, dass doch nur einfach keinen hat…darum muss ich ihn…irgendwie…mögen.
Hand in Hand…beobachten wir….lauschen wir.
ER war es, der uns rief. Der Schneemann. Uns sieben. Seine Kinder sollen wir werden. Er unser Vater. Er will doch nur eine Familie. Mehr nicht.
Der verloren gegangene Bruder.
Sohn von Heinze. Heinzes Männchen..nein?
Josefa ist diejenige, die tut, was ich nicht tun könnte…sie spricht mit dem Schneemann…zu ihm….ihm zu helfen…auf dass nicht noch mehr sterben. Sie hätte doch schon einen Vater…so wie er einen Vater habe. Und während sie spricht, geht sie auf ihn zu….doch er zwingt sie zurück….seine Worte die ihr befehlen sind so mächtig, dass sie uns alle zurückweichen lassen.
Warum sie ihn nicht lieben? Warum sie nicht wollen, dass er ihr Vater würde?
Seine Gestalt wiegt sacht hin und her…und seine Stimme klingt so verletztlich..so weich…ein armes Kind.
Er will doch nur eine Familie.
“ Ich will eine Familie…”
Und Gustav löst sich von seinen Kindern und geht mit offenen Armen auf den Schneemann zu…ganz langsam…Schritt für Schritt.
“Ich bin deine Familie. Ich bin dein Vater.”
“Papa?” So leise. So hoffnungsvoll. Kann der Schneemann nur ein verirrtes Schaf sein? Hilfesuchend?
Sie fassen einander an den Händen, und fast glaube ich…es ist durchgestanden, wir überleben…da tut es ein grauenhaftes Geräusch…Gustavs Arm…er bricht…und er schreit schmerzerfüllt auf…weicht zurück.
Nein ein Schaf, dass bist du nicht.
Wie kann er seinem eigenen Vater weh tun?
Wie verdreht muss es in seinem Kopf sein?
Wieder drängen wir auf ihn ein.
Josefa und Georges vorraus.
Und wieder schlägt er uns mit WORTEN zurück.
Wir sind nichts im Vergleich zu ihm.
Sterben werden wir (verdient hast dus)
“ Ihr werdet meine Kinder…wir werden eine große schöne Familie!” Dieser schleichende Fanatismus in seiner Stimme macht mich widerwillig. Ich habe eine Familie!

“Was ist mit Vergißmeinnicht. Das ist dein Kind. Ist sie nichts?” Säuselt Josefa.
“Sie ist nichts…sie ist nur Dreck.” Dann kichert er….und sein Blick entrückt ein wenig.
“Vergißmeinnicht. Meine Tochter…hörst du mich? Ja….ja….nimm das Streichholz…und entzünde….womit du dich begossen hast….ja….” Er gluckst und kichert und mir wird klar..dass er seinem eigenen Kind den Tod befohlen hat.
So kalt kann nur ein Schneemann sein.
“Sie ist nichts….jetzt ist der Weg frei…frei für euch!”

Gustav will einschreiten. Auch er ist mächtig. Oder? Doch er wird auf die Knie gezwungen…sein Haupt vor seinem Sohn beugend.Der zu ihm kommt…ich streichelt…und drückt…dann eine Spritze in seines Vaters Nacken ansetzt und injiziert.
Ach du die Natter an meiner Brust.
Gustav fällt nach vorne um…sein Rückemark löst sich vor unseren Augen auf…dann steht er nimmermehr auf. Nie wieder.Säure.
Wortlos. Empfindungslos. Wenn Katinka stürbe. Ich krall mich an sie und erwarte irgendwie…dass Josefa und Georges austicken. Losgehen. Aber beide wirken nur…kraftlos…unwillig..sich weiter zu wiedersetzten.
“Jetzt ist er tot. Jetzt kann ich euer Vater sein. Wollt ihr jetzt meine Kinder sein?Georges, du bist mir schon so ähnlich. Komm zu mir!”
Ich kann nicht lesen, was in den beiden vorgeht. Josefa versucht ein weiteres mal zu ihm zu gehen.
“Geh weg!” Verlangt er.
“Aber wie soll ich dich lieb haben, wenn du mir nicht gestattest dir nah zu sein…wenn ich dich nicht in den Arm nehmen darf….wie sollen wir dann eine Familie sein?” Ihre Stimme ist die der Sirenen.
Aber der Schneemann traut ihr nicht.
“ Wollt ihr denn meine Kinder sein?…Jetzt ist Vater tot. Ich werd euer Vater. Erst Georges, da ist es leicht…er ist mir nah..dann …dann du Josefa…und dann..dann holen wir uns Argus….ja..ich hol mir zurück, was mir gehört..und dann die beiden da hinten..und dann..die…die beiden Malekin-Huren!”
Ich glaube zu hören, wie Josefa und Georges auf den Schneemann einreden…wir wollen deine Kinder sein…wir wollen deine Familie sein..und ich befürchte schon fast…er zwingt sie ihm zu Willen zu sein. Auch wenn ich nicht verstehe, was er davon hat….aber als er uns Malekin Huren nennt, brennt die Wut in mir hoch.
Was weiß er denn.. Katinka bebt vor Zorn…as I do.
“Dem zeigen wir, was es heisst, eine Malekin Hure zu sein!” Ich bin mir nicht sicher ob sie es nur denkt oder mir auch zuflüster…aber wir sind uns einig.
Hand in Hand, löse wir uns von der Wand und schleichen…tanzen auf den Schneemann zu. Zusammen werden wir ihn fressen, er darf nicht beschmutzen was uns heilig ist.
Doch wir kommen nicht weit…und es ist nicht der Schneemann der uns aufhält, sonder Josefa und Georges…die uns zurückdrängen…ihren Vater schützen. Ich bin verwirrt..und als es scheint..dass wir einandern loslassen müssen. Lassen wir unseren Plan fallen und drängen uns wieder zusammen an die Wand.
Wenn er Josefa und Georges hat, dann kriegt er auch den Rest.
Dann sind wir tot, denn wenn wir nicht mehr Malekin sind…sind wir nur tot.
So höre ich auf auf die Dinge hinter mir zu achten….und achte nur noch auf Katinka…höre ihr zu..spreche zu ihr. Alles andere ist unwichtig.

Hinter meinem Rücken.
Die neue Familie umarmt sich. Hält sich fest. Drückt sich aneinander.
Dann ein unterdrücktes Keuchen.
Ich wirbel herum.
Der Schneemann torkelt.
Georges hat ihm einen Pflock ins Herz getrieben. Von Hinten. Aber er ist zu schwach und….Josefa legt noch einen drauf.
Doch er fällt nicht um…weigert sich..klammert sich…fällt zurück..uns entgegen. Ich erstarre und sehe…fast ungläubig zu…wie Josefa einen neuen Pflock ansetzt…von vorne…und mit..einer Flasche?…zuschlägt..und zu schlägt und zuschlägt…bis er steckt…der Pflock.
Vorbei ist es nicht, so leicht lässt sich der Schneemann nicht fassen.
Wisst ihr nicht WIE mächtig er ist?
Georges…wirbelt rum…ich sehe in seinen Augen..dass sich etwas verändert hat…und er versucht den Pflock zu rauben….und während sie ihn davon abhalten….muss ich mich niederknien…des Schneemanns Gesicht betrachten..und….diesen hässlichen Pflock aus seinem Herzen ziehen…doch Katinka zieht mich weg….ich glaube…mehr aus sorge um mich..als dass sie erahnte was ich tun wollte…
Josef greift das Schwert von Alektro….legt es über des Schneemanns Hals..und als Jean….schnell und kräftig genug ist….dem Ruf zu folgen…und den Pflock an sich zu nehmen….
Köpft sich der Schneemann selbst…als er sich erhebt und das Schwert dabei im Weg ist.
Ashes to Ashes.
Jetzt…..ist es vorbei.
 

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Verlangen

03.05.2003
 
Mondkinder nennen sie uns. Die Verrückten. Wahnsinnig wären wir – sagen sie.
Doch sie wissen Nichts. Nichts. Sie plappern nach, was ihnen seinerzeit in den Mund gelegt wurde, ohne auch nur zu ahnen – ohne nur den kleinsten Schimmer davon zu haben, wie wahnsinnig es ist. Wie wahnsinnig intenvsiv, wie leben und sterben und alles dazwischen.
Aber wie könnten sie verstehen, was sie nicht erlebten, nicht mal sahen..niemals sehen? –  also lächle ich das liebevolle zärtliche Lächeln einer Mutter, wenn ich in ihre Augen blicke, wenn sie mir Fragen stellen.
“Geht es dir gut Anna?” Und ich sehe in ihren Augen, lese ihre Gedanken.
….Sie sieht krank aus….
…das Blut auf ihren Wangen…
…wie sie mich ansieht…
….armes Mädchen…
Und ich habe Mitleid mit ihnen, weil sie die Welt nicht mit meinen Augen sehen können.
Und ich schweige und lächle weiter, weil sie keine meiner Antworten hören wollten.

Katinka hat gesagt, dass wir heute ein neues altes Spiel spielen. Guhlen ins Gewissen reden.
Der Abend heute ist eine Insel. Zumindest für mich. Ja natürlich kreucht der Sabbath herum..und ja natürlich kreucht Vanderbilt herum…Georges kreucht und…und was noch alles Kreucht, darüber will ich mal lieber erst gar nicht nachdenken. Aber ich gehe an der Hand meiner Mutter und bin mit meiner Welt seltsam zufrieden, als wär ich nicht genötigt in ihr zu leben.
Die meisten anderen Anwesenden sind auf keiner Insel. Gereizt bis beherrscht unwillig. Wobei..nein…Miss Thorndyke wirkt tatsächlich immer…ehrlich bis raffiniert unbedarft. Und wenn hinter ihr der Teufel erscheint, würde sie nach einem kurzen Moment, in dem sie die Haltung gewahrt hat vermutlich etwas sagen wie:
“ Gute Güte sie haben mir aber einen Schrecken eingejagt……darf ich ihnen einen Drink einschenken Herr….wollen sie Satan genannt werden?” Und Satan wäre verwirrt. Ich bin sicher und muss diese Art und Weise tatsächlich bewundern. Lernenswert.
Wir trinken unser Blut aus der Dose und ich male mir heimlich lustige Situationen aus in der  Miss Thorndyke echt schlimme Bösewichte zur Weissglut treibt.
Apropos echt schlimme Bösewichte.
Herr Krell, der Prinz, zeigt uns ein Video. Von dem hab ich schon gehört. Es zeigt wie Vanderbilt, böse Dinge sagt und böse Dinge mit Herrn Blake tut. Ich bekomme Gänsehaut. Vanderbilt kann sprechen, so dass er noch viel mehr als Worte sagt – sehr unheimlich. Und wenn er mir nicht so unsympathisch wäre, müsste ich ihm für dieses Können huldigen. Er spricht so leidenschaftlich kalt. Mir ist ein wenig schlecht. Egal.
Danach brechen Diskussionen los. Was man tun kann. Was man tun wird. Was man nicht tun wird. Was getan werden sollte. Welche Chancen wir ja eigentlich nicht haben.Und etliches mehr in dieser Richtung. Auch ich diskutiere mit. Ich möchte schon helfen. Ich möchte dass alle eine Insel haben auf der sie in Sicherheit sein können, wenn sie wollen. 
Aber irgendwie bin ich kein Fuchs. Meiner Meinung nach wäre es wohl am aller Klügsten, wenn man Vanderbildt davon überzeugen würde sich dem ehrenvollen Suizid hinzugeben…aber ich habe den vagen Verdacht der Ex-Prinz ist für meine Ideen nicht offen.
Egal.
Während der Videovorstellung hat sich Uwe aus Heringshausen Krallen wachsen lassen. Und haste nicht gesehen, war der Raum voller Hühner. Soweit wäre das noch lustig gewesen. Ich hatte mich ja auch erschreckt, aber dann haben die Gelehrten den mitgenommen und die Schreie aus dem anderen Raum waren wirklich nicht lustig. So recht will ichs nicht verstehen können. Zum einen achtet Krell sehr bedacht darauf, dass keinem Menschen ein Leid geschieht…wofür ich ihn bewundere. Und zum Anderen lässt er es zu, das seinesgleichen misshandelt werden. … Und unsereins wird nachgesagt, wir wären schizophren.
…and they got the fucking nerv to call me colored…
Egal.
Vanderbilt scheint eine gewisse Freude an Videobotschaften gefunden zu haben. Er lässt uns noch eine zukommen.
Schwupp sitzen wir alle vor dem Videogerät, nebst unseren Getränken, gerade dass noch die Tüte Popcorn fehlt. Ich bin neugierig. Vielleicht gibt es Hinweise zu finden. Irgendetwas was ich tun könnte.
Cinema News!
Es tut Fanfaren und ich höre wie einige Lachen. Wahrscheinlich denken sie, sie würden höhnisch lachen…aber in meinen Ohren klingt es nervös.
Vanderbilt sitzt am Tisch mit so einer Geschäftstussi die Geschäftsmäßig lächelt.
Er erzählt uns Bla bla und weißt auf den Mann neben sich, der hat ne Tüte überm Kopf. Irgendwie wirkt dieser Anblick ganz komisch auf mich, mir wird wieder schlecht und irgendwie zieht es mir den Boden etwas unter den Füßen weg. Ist nicht so schlimm, weil ich sitzt ja schon.
Vanderbilt spricht von einem speziellen Gift, extra für Vampire entwickelt und ich lausche aufmerksam. Was zum Teufel hat er vor?
“….sie werden es vielleicht schon bemerkt haben….”
WAH. Ich glaub ich krieg meine Tage. Verdammt. Ich krümme mich zusammen und halte meinen Bauch fest, ich glaube mein Magen will aus mir rauskriechen und davon laufen.
Kann man als Vampir noch Regelschmerzen haben? Ich bin verschoben und vergesse ganz dem Video zu zu sehen. Was geschieht hier?
“…. Aber keine Sorgen…das wird noch schlimmer…”
Nicht normal.
Endlich verstehe ich, dass diese stetig ansteigenden Schmerzen nicht natürlich sind.
Gift.
“…..bei manchen mag es nicht sofort einsetzten…”
Ein Spezielles Gift …
Ich begreife was geschehen ist und kann es nicht mehr aussprechen. Ich bin schweigend, weil ich keine Worte habe für das was ich fühle. Von Innen heraus zerkratzt zu werden…aufgeschabt. Blut das aus Ohren und Augen und Lippen dringt, meine Sicht vernebelt…oder ist das die aufkeimende Gier die alles rot werden lässt? Katinka ruft immerzu meinen Namen.
Anna. Anna. Anna. A n N a.. JA!! Ich winde mich lautlos. Alles um mich herum verschwindet in unwichtigkeit. Nur dieses kratzen/brennen/gieren/zehren. Irgendwann liegt Katinkas Handgelenk auf meinen Lippen und ich trinke artig, aber der Hunger wird nur größer nicht weniger und ich höre Malekins Stimme in meinem Kopf, wie er sagt.
“ Kannst du aufhören Anna? Hast du die Kontrolle?”…und ich spucke aus was ich mir wünsche und presse meine Lippen auf einander, was alles noch schlimmer macht. So nah ist was ich will und ich kanns nicht nehmen. Ich wills nicht nehmen… Dann wird alles übermächtig und ich falle in mich selbst zurück und beobachte wie ich zu schreien beginne. Aus Leibeskräften. Ich schrei hinaus, dass dieses Leid mich tötet. Dass ich meine Mutter trinken will, dass ich alle trinken will, dass dieses Rot mich verrückt macht, dass es böse spitze Freddy-the-Nightmare-Krallen sind, die sich von Innen nach Aussen arbeite, dass ich alle Hasse, dass ich sie alle töten will, dass ich zerreisse und dass ich den nächstbesten zerreissen werde..
In einer absurden Vision sehe ich wie sich meine Bauchdecke öffnet und ein Monster daraus hevorkriecht und ich schreie vor Angst, weil es drin bleiben muss.
Dann wird es anders.
Weiß nicht so recht, ob ich wache oder träume. Alles recht verschoben. Der Schmerz wird immer noch schlimmer, aber ich kann ihm keinen äusserlichen Ausdruck mehr verleihen. DAS ist GRAUSAM!
In der ersten Sekunde lese ich Chaos.
Das Buch Chaos. Das gibt es nicht. Es ist ein Buch aus allen Büchern. Und ein jedes schreit nach Blut und mehr. Irgendwo in einer entfernten Anna-Ecke höre ich Katinka, wie sie zu ihr spricht, ganz behutsam. Eine Mutter am Kindsbett. Kindstot.
Ich sterbe. Aber nein. Ich sterbe nicht. Ich töte. Ich werde töten. Zweifelsohne. Lasst mich raus aus diesem Gefängnis und ich werde – egal wen – egal was trinken, bis nichts mehr von ihm über ist..und dann den nächsten und den nächsten und den nächsten und den nächsten…alles dreht und wendet sich, ohne Anfang ohne Ende und irgendwie warte ich …tick…tack..auf die Feuer von Innen die mir Leben geben.

…. In der zweiten Sekunde wird es tausendfach schlimmer…
Dann bin ich wieder in mir und bereit alles zu zerfleischen. Ich kann mich bewegen, aber nicht richtig. Man hält mich fest, aber sie werden in jedem Augenblick schwächer und ich mit jedem Augenblick stärker, dann werde ich sie erlegen und fressen. Ohne Grund. Nur weil sie da sind und ich nichts anderes will. Und ich habe noch garnicht angefangen sie anzugreifen. Noch ein paar Sekunden und ich werde sie mit meinem blosen Willen von mir schleudern.
Geht weg!
GEHT  WEG!!
Jemand spricht die Worte in meinem Kopf aus und ich bin frei.
Frei zu töten.
Durch den Schleier meiner Wahrnehmung fühle ich Malekin und die Worte, die ich schon so oft hörte bekommen auf einmal Sinn. Diese Erkenntnis ist derart erschlagend, dass ich für den Bruchteil eine Sekunde innehalte um das Hoheitsgefühl zu genießen.
Nur Malekin frisst seine Kinder.
Und niemand anderes hätte es verdient von mir gefressen zu werden.
JA! JA! JA!
So nehme ich mein Geschenk zum zweiten Mal.
Der Moment des Innehaltens ist vorbei und ich schlage meine Fänge in sein Fleisch und ich trinke, fernab jeglicher Kontrolle. Ich schmecke Malekin. Und ich schmecke wie Malekin weniger wird und ich noch lange lange nicht satt bin. Aber als ich ihn schon lange lange ausgetrunken habe, ist da immernoch Malekin, und er gibt mir immernoch. Ich sehe nicht was er tut, aber ich fühle es. Er trinkt Malekin und gibt ihr die Gier, während ich Malekin trinke und ihm die Gier gebe.Mein Leid, wird sein Leid, wird ihr Leid. DAS ist Liebe!
Und just in dem Moment, in dem ich fähig bin dies zu denken, muss ich ablassen. Obwohl ich noch tausend Jahren lang weiter trinken könnte.
Beide zittern meinen Schmerz und mein Verlangen…das…..erträglich geworden ist. Ich sehe in ihre Augen und weiß was sie fühlt, weil ich es fühle und dieser Gedanke macht mich schwindelig und ich will sie küssen und weiter von ihr kosten, aber die Kraft, die mir noch vor einer Minute..(hundert Jahre)…gegeben war, hat mich verlassen. Ich bin schwach und hilflos. Fast wollen meine Beine nicht tun was ich ihnen sage.
Wir sitzten auf einer Bank, irgendwie ineinander gekrallt. Malekin war da und hat uns gehalten und mit uns gebeebt…und auch wenn er gerade irgendwo ist…ist er ganz nah…durch meine Adern fließend…beide und ich muss absurd kichern, weil ich das so abartig schön finde.
Wir sehen uns um und denken die gleichen Gedanken. Ohne Frage. Komm näher Frau Viscardi, wir haben ein Geschenk für dich. Der Torri zögling von di Arrezo sitzt neben uns…nur ein kleines Stück..hinüber gerückt…keine Chance hätte er. Nicht gegen unseren Hunger.
Größenwahnsinnige parasiten und ein Raum voller vorübergehender Wirte.
Lass uns spielen gehen Mutter.
Lass uns tanzen!
Gib dem Affen Zucker und werf Holz ins Feuer.
“ Was hat dir geholfen?” Fragt Irgendwer.
“ Mutterliebe!” Antworte ich irgendjemanden.
Und dann blicken wir auf und haben irgendwen zum fressen gern…der geht.
Wir kichern. Mutter und Kind. So nah. Wir sind uns so nah.
Mein Körper erinnert sich immernoch ans gerade sterben und ich bin überflutet mit wirren lustigen Gedanken die alle ganz unartig sind. Nein. Satt bin ich noch lange nicht.
Es ist ein Funke Vernunft, der mich davon abhält … So ne Tradition nicht zu brechen.
Und diese absurde Lust an diesem Gefühl, dieser Rausch in dem wir schwelgen.
Gefährliches Spielchen.
Da stehen wir drei wieder beisamm’.
Jagen gehen.
Lasst uns jagen gehen, spricht er und die Vorstellung mit diesen beiden, die wir sind zu laufen zu hetzen zu erlegen uns zu suhlen und zu sättigen… Ist erregend, macht mich krank und wird mich heilen…. Wir eilen nach draussen.
Wir tanzen, rennen…bleiben stehen und warten, auf dass wir komplett sind…und spielen.
Kann sie riechen…ihren Hunger…von mir geschenkt…ihre helle Haut…wir flüstern uns Dinge zu…kleine unanständige Geschichten, wie wir einander trinken, graumsame Versprechen in jeder Silbe…ich lese die Vibrationen ihrer Stimme, wenn sie lacht…meine Sinne umgarnend…mich ein lullend und ich schenke ihr jedes Streichen, jedes Kratzen zurück…es IST Wahnsinn…aber anders als sie alle denken…wundervoll…ich will mich nicht halten, aber ein jeder von uns dreien, die wir sind hat nur gerade genug für sich…gerade genug um nicht zu fallen… Nicht den Verstand zu verlieren….So nah…nur millimeter von meinen Lippen…dann könnt ich nippen…ich bebe..ich lebe…wir leben…vibrieren…Worte die nicht mehr gesprochen werden…Verführung in einer anderen Dimension…wollen, nicht dürfen..das Denken, richtig lenken, aber sich verirrend…wir verwirren uns, das Denken verliert sich und ich will und werde nachgeben, so liebend und zärtlich wie nur ein Kind küssen kann, versinke ich in ihr, und sie in ihm und er in mir und wir sind nicht mehr drei sondern nur noch Malekin…

….Hand in Hand in Hand…Malekin zieht durchs Land…ein Verstand, eine Seele, in einem Blut, vereint…ziellos die Straßen entlang…durch die Nacht…
…ein Innenhof….ein Pavillion….ein Brunnen…Malekin sitzt und wartet sich  in seiner Einheit liebkosend…dann öffent sich eine Tür..dann öffnet sich ein Tor…und sie quellen hervor…schlafwandelnd…einer nach dem anderen…wir sind die Götzen und sie bringen uns den Blutzoll den sie uns schulden…eine Million…ein jeder gibt von sich in diesen Brunnen und wir warten geduldig, bis sie beendet haben und unsere Zeit beginnt…in diesem Blut will ich ertrinken und darin baden und es dann saufen…wie die Tiere…gierig ..haltlos…vornübergebeugt suhlen wir uns in dieser roten Pracht und stillen unsere Gier…

Mondkinder nennen sie uns. Die Verrückten. Wahnsinnig wären wir – sagen sie.
Doch sie wissen Nichts. Nichts.

 

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Deadmenseyes

14.03.2003
 
Knock. Knock
Follow the white Rabbit.
Wach auf Neo!
    “…es liegt uns im Blute…verstehst du?”
Ich sitzte neben Thomasso auf einer Matratze. Wir reden.
Nicht weit von uns liegt eine aufgebahrte Leiche. Sorgsam verdeckt. Vor uns auf der hübschen roten Tischdecke ein Totenkopf. Ein Echter! Dieses Bild wird perfektioniert…durch silberne Arbeitsutensillien. Skalpelle. Sägen . Zangen. Flaschen mit Sinne betäubenden Inhalten. Eine Dosis Formaldehyd kann einem wirklich den Kopf vernebeln. Und ich weiß das. Ansonsten ist es kuschelig. Eine Arbeitsecke und eine Kuschelecke. Irgendwie fühle ich mich hier wohl. Der Geruch ist so vertraut. Ich lächle. Weil Thomasso hier ist, den ich mag…und weil wir reden und ich alle alle Dinge erzählen kann ohne dass ich mir Gedanken machen muss. Thomasso ist stark. Der verträgt das alles. Und ich lächle, weil wir im Keller eines Bestattunsinstitutes sind und ich mich meiner Arbeit entsinne. Das aufbereiten von Leichen. Der Vergewaltigung, wie Christopher dazu sagte. Heute verstehe ich mehr, was er damit meinte. Egal.
Ich nicke leicht. Meine Unterhaltungen sind bisweilen komisch.
Wenn ich mit jemanden Rede, schenke ich ihm meine gesamte zur Verfügung stehende Aufmerksamkeit…zumindest wenn ich ihn mag…und wenn ich ihn nicht mag auch…weil dann könnte ja was nicht stimmen und dann muss ich rausfinden was.. Aber weil in meiner Umgebung…immer so viele Dinge zu lesen sind… Bin ich automatisch abgelenkt…von tausend dingen. Mich stört das nicht, denn auch wenn meine Gedanken ein wenig fortschweifen verpasse ich wichtige Dinge für gewöhnlich nicht. Wobei  ‘wichtig’ natürlich eine Definitonsfrage ist. Das dumme daran ist, dass es verdammt unhöflich ist, nicht Aufmerksam zu scheinen…wenn man sich unterhält..insbesondere wenn ich denjenigen mag. Also spreche ich…und lausche ich..und lese ich..und achte obendrein darauf…dass ich auch den äusseren Anschein wahre, den eine gepflegte Unterhaltung erfordert.
Thema wichtig.
Da war mein Stichwort. Im Blute liegt es uns.
Thomasso hat mich um ein Treffen gebeten..nicht nur um mich wieder zu sehen…sonder auch um mir zu zeigen. Sogar Katinka hat er vorher gefragt und ich bin TOTH neugierig.
Anstatt mein Augenmerk auf seine Worte zu legen lese ich in seinem Gesicht.
Meine Güte.
Kindlichkeit…kindliches Vergnügen. Ich bin das Kind dass er nicht hat. Oder?
Glitzern…in seinem Blick. Er will Wissen weiter geben, sehen ob er lehren kann…sehen ob ich verstehen kann. Seine Mimik…leicht beherrscht…. Dennoch offen. Eine leichte Sorge..Unsicherheit ob es wirklich Gut ist mir ein Geschenk zu machen. Aber diese Stimme in ihm ist nicht laut genug um ihn abzuhalten…zu tun was er will.Zugeneigtheit. Wie Blind müsste man sein um das NICHT zu sehen. In jeder Berührung, in jedem Blick. Wehe jedem der mir böses will…und das erfüllt mich mit….Geborgenheit.
Was sagte er?
In den Augen des Totenkopfes lesen.
Faszinierender Gedanke. Ich erinnere mich. Früher… Soviele leblose Körper auf den Bahren. Soviele Geschichten Soviele Gesichtsausdrücke und alle haben sie geschwiegen. Keiner wollte mir sagen, was geschehen ist. Keiner von seinem Tod erzählen. Warum traurig. Warum friedlich.
Die Idee, sie verstehen zu können berührt mich. Das erzähle ich Thomasso…glaube ich. Und er erzählt mir. Von Dingen die er las…und dass man mit dieser Fähigkeit viel gutes tun könnte. Kurz frage ich mich, warum er mir das aus diesem Blickwinkel raus beschreibt. Bin ich so weich? Bin ich so gut? So lieb? Kein Tier in mir das böses tun will? Wie denkt er von mir? Aber dann bin ich schon friedlich…ich bin so menschlich wie Katinka, dass ist gewiss..nicht wahr?
Und ich wenn ich kann, will ich freilich gutes Tun. Und zu sehen, was die Augen eines Toten gesehen haben………wie faszinierend.
Ich halte den knöchernen Schädel in der Hand. Thomasso erzählt mir das Märchen dazu. Aber ich sehe nichts. Ich sehen nur zwei tiefe schwarze Löcher in einem gelblichen Haus.

Knock, Knock.
Follow a bad habbit.
Wach auf Anna!
    “…es liegt uns im Blute…es liegt mir im Blute…Anna!”

Vor mir steht der böse Wolf und bietet mir von sich an. Ich mochte den Wolf. Angst hatte ich in jener Nacht. Um Katinka. Mein schwaches menschliches Gemüt, so geplagt. Und der fürsorgliche Ravnos…so sehr um mich bemüht…gewillt mich zu stärken. Ich war so hilflos…nur darum….nur darum gab ich nach. Nur darum hab ich gekostet. Nicht weil mich der Gedanke fasziniert hat… Nicht weil ich einen ‘Freund’ in mir tragen wollte…nicht allein sein wollte. Nur eine Schwäche mehr nicht.

    “…vielleicht, wenn du von mir trinken würdest…”

Da ist es schon wieder…dieses Glitzern. In seinen Augen. In meinen Augen. Wie simpel ich bin. Wie erregend die Vorstellung mehr als ‘nur’ Menschenblut zu trinken. Aus freiem Willen geschenkt. Wie unartig! Von ihm trinken, um zu lernen…nicht wahr? Nur um eine Türe zu öffnen. Nur um ein neues Buch aufzuschlagen…. Und…nicht etwa, des Blutes willen. Nicht um ihn zu schmecken, zu kosten. Wie schmeckt ein Freund? So süß wie Katinka? So verführerisch wie der Wolf? So verzehrend  heiss wie die Feuer von Innen?
Ich möchte lachen.
Meine Welt verschiebt sich.
Eigentlich sitzte ich mit ihm auf dieser Matratze in diesem Raum und wir verändern uns….aber in Wirklichkeit…in der echten Wirklichkeit, war es ganz anders. Ich habe es gelesen…

…Anna  im Dunklen. Verschleiert in einem schwarzen Nebel steht Thomasso ihr gegenüber. Warm ist es. Nah ist es. Er macht ihr ein wortloses Angebot und sie lüftet den Schleier um ihn zu erkennen…zu lesen. Und sie liest. Lässt ihn sich auf der Zunge zergehen..von der Gier verwehen…verdrehen. Ihn hemmungslos trinkend…kann im Rausch versinken… Er wird auf sich achten…wird über sich wachen, wenn einer die Kontrolle hat, kann der andere Fallen. Und Anna fällt…und nimmt auf..und  schmeckt und weckt die Geister die er rief…ich schlief und dieses Blut es macht mich lebend..im Schmerz erbebend… Wir trinken voneinander…. Sein Biss bringt Leid und ist doch süß…DAS ist Leben…mehr als leben…wie fade alles andere scheint, was ich je kostete…ach nein..oh nein…nicht alles…aber…nicht viel…egal… Versiege niemals! …

Vorbei.
Hab ich genascht? War ich unartig? Schmeck dich noch in meinem Mund… Böse Anna! Gute Anna! Diablarie ist abartig nicht wahr? Katinka hats getan und es ist böse. Und Thomasso hats getan und es ist böse. Und Malekin hats getan und es ist böse. Böse Böse. Wie konnten sie nur? Niemals will und niemals werd ich…aber verstehen? Ich verstehs!! Ich fühls!! In meinem süßen Köpfchen tickert es und irgendetwas in mir löchert mich…stichelt mich an… Lehn dich an ihn!
Halte seine Hand!
Führ sie zu deinen Lippen!
Um von seinem Blute zu nippen!!
Nur ein bisschen noch!
Ich erinnere mich an jenen Traum, kurz nach meinem Tod. Als mir dieses Tier opferte und es sagte…ja ja…lieben muss man was man tötet.  Niemals würd ich verletzen wollen was mir lieb ist. Niemals würd ichs tun. Aber verstehen…verstehen kann ichs. Hat er von mit genommen? Oder geschieht das erst noch? Fühlte ich den Schmerz seines Kusses oder hat er mir nur davon erzählt? Haben wir uns verbunden obwohl wir uns schon nah sind? Denkt er auch darüber nach…wie es wäre….in meine Haut zu schlüpfen? Noch mehr von mir in sich aufzunehmen?
Ich streiche über meine Lippen und lasse dieses Gefühl in mir fließen.
Ich halte diesen Totenkopf in der Hand.
Die Märchentante ist ein Skelett und die Worte weilen in Ewigkeit.
Jemand streichelt sanft über meinen Nacken und es läuft mir kalt den Rücken hinab.
Zärtliche Liebkosungen die niemand sieht.
Nur für dich!
Erfüllt fühl ich mich.
Ich versinke im Tod. Gefangen. Verwoben.

    Es liegt dir im Blute, flüstert Thomasso in mir und jemand klopf und erzählt mir etwas von weißen Kanninchen und schlechten Angewohnheiten.
Wach auf!
Und sie öffnet ihre Augen und das Gefühl von Kälte in meinem Nacken wird für eine Sekunde so intensiv, dass ich zusammenzucke und in diese Welt zurück kehre.
Was ist geschehen?
Ich stehe Thomasso gegenüber…zwischen uns liegt die Tote. Jemand muss sie aufgedeckt haben…auf ihrer Stirn hat …ER…. In blutigen lettern… E-DIÄT gemalt. Ich weiß wohl wer die Tote ist. Ich weiß es und ihr Aussehen lässt mit erzittern, denn ich weiß wer mit ihr gespielt hat.
In ihr soll ich lesen.
Thomasso ist ein böser Lehrmeister…ein Guter.
Wenn ein Kind die Finger von der Herdplatte lassen soll, muss es gefühlt haben was HEISS bedeutet.
Und Thomasso hat den Ofen für mich angeworfen.
Und Anna blickt in tote Augen.
Film ab!

Er jagd.
Er verführt.
Er geht.
…und er kommt wieder. Derselbe und doch auch nicht. Ich habe Angst. Mir wird schelcht. Er tut Dinge, die er niemals tun würde. Ich will nicht mehr sehen und tus doch.
Grausamkeiten…leidenschaftlich und doch kalt. Sie scheinen mir nicht richtig. Nicht aus der richtigen Motivation…noch schlimmer…seine Beweggründen scheinen mir so falsch dass es mir den Magen verdreht. Dieses Wesen IST böse.
Dann schließt sie ihre Augen und ich hab mir die Finger verbrannt.

    “Verstehst du warum ich dir das zeigen musste?”

Ich bin daneben. Wir sprechen noch. Thomasso und ich. Und ich glaube ich wahre gut den Schein. Nein? Ich soll mich  fernhalten. Warum muss ich mich immer von Menschen…ach….von denen Fernhalten, um die ich mich sorge. Am Ende wird man mir noch erklären ich solle mich von Katinka fernhalten.
Warum passieren solche Dinge?
Warum ist der Wolf vom Sabbath?
Warum sitzt in Thomasso Antonio?
Warum ist Georges so graumsam?
Warum tun sie mir das an?
Tick. Tack.
     “Warum glauben sie dass diese Dinge von mir ausgehen. Ist es nicht vielmehr so, dass sie sich um sie drehen. Dort sind, wo sie sind? ” Ein Wald voll Bäume.
Mea culpa???

In mir bäumt sich alles auf, ich habe das Bedürfnis zu kotzen und blicke Thomasso freundlich an und verspreche ihm keine  Dummheiten zu begehen. IHM auf keinen Fall zu folgen…nicht allein. Zwiegesichtig. Ich existiere gleichzeitig. Das Innere und das Äussere.
Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich mehr von Thomasso trinken will.
Ich empfinde tiefe und echte Freude, dass es Menschen gibt dir mir ehrliche Zuneigung entgegen bringen.
Ich habe Angst vor Georges und würde nicht zögern ihn schützend in meine Arme zu schließen wollte ihm jemand etwas böses.
Ich fürchte um Katinka und weiß nicht warum.
Ich bin total normal und habe schlechte Träume von Geistern in meinem Nacken und zerfleischten jungen Frauen.
Ich habe Herzklopfen und möchte jetzt nach Hause gehen.
 

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Rotes Zimmer

09.03.2003
 
Rotes Licht.
Rotes Zimmer.
Rote Sessel.
Tote Leiber.
Mein roter Traum.
Ich liege auf dem Rücken, meine Hände auf meinem Bauch ruhend.
Am Kopfende des Raumes ein schwarzer Spiegel.
Am Fussende ein weisser.
Sie spiegeln den Raum und die Sessel in sich selbst und verlieren sich in der Unendlichkeit – aber sie lügen, die Spiegel, denn mich sehe ich nicht. Auch nicht Malekin die mir gegenübersitzt…und auch nicht Malekin…der mir gegenüber liegt.
Sein Kopf ruht auf ihrem Schoss…langestreckt über die Sessel hinweg…wie ein erschöpftes Kind…wie liebende und ich muss lächeln. Ich selbst bin Malekins Spiegelbild, und mein Haupt liegt auf dem Schoss Malekins Spiegelbild. Thomasso.
Es ist warm. Ruhig. Dieser Raum…er ist lebendig…sich bewegend…?
Bebend sich drehend, in mein Denken einwebend in mein Fühlen geschlichen, aus meinem Büchern entwichen….
Ich blintzle und wende meinen Kopf nach links…ebenso wie Malekin der mich jetzt ansieht.
“Darf ich sie lehren?”höre ich Thomassos Stimme…seltsam fern, obwohl er mir ganz nah ist.
Malekin lächelt und ihre Hand zeichnet zärtlich Malekins Profil nach.
“Was willst du sie lehren?”
“Tod!”
Malekins Lippen sprechen Wortlos.
Amaranth
Seine Augen glitzern und schwärzer als der schwarze Spiegel. Augen sind die Spiegel der Seele nein?
Wieviele Seelen spiegeln seine Augen?
Wieviele Seelen spiegeln ihre Augen?
Amaranth. Diablarie.
Im weissen Spiegel, sehe ich das Bild im schwarzen Spiegel.
Nicolas Time öffnet seinen Hülle und daraus fließt unser aller Odem. Seine Helle Haut hinab. Trink mich, schreit er und jener der ihn noch eben töten wollte, kniet um sich an ihm zu laben. Um sich von ihm zu nähren…um ihn zu fressen…seine Seele aus dessen Leibe zu reissen um sie in sich zu verewigen.
Wie gut er riecht.
Wie verlockend.
Ein böses leckeres Buch.
Wie schlecht muss man sein um es zu lesen?
Und Malekin lächelt.
Und Malekin lächelt.

“Es wird Zeit um dir etwas zu sagen Malekin…” Sagt Malekin..sich unter ihrer Berührung räkelnd ohne die Augen von mir zu nehmen.
Seine Worte hinterlassen einen seltsamen Geschmack auf meiner Zunge und ich blicke hilfesuchend zu meiner Mutter.
“ Du musst erfahren wer wir wirklich sind…was wir WIRKLICH sind!” Vollendet sie seinen Satz.
Nur Malekin frisst seine Kinder.
Aber
Malekin frisst nicht nur seine Kinder. Nein?
Beide haben sich getrunken..ausgetrunken. Wie oft?
Malekin macht mir Angst.
Ich bin Malekin, dass macht mir Angst.
Ich will nicht weiter fragen, nicht weiter hören.
Ein vorwitziges kleines Buch schlägt sich auf und darin steht in krakeliger Kinderschrift:

             Amaranth. Sabbath. Malekin.

Hilfesuchend greife ich nach hinten…halte mich an Thomasso fest. Thomasso mein Freund, der mir immer zur Seite steht.
“ Du hast versprochen auf mich zu achten.” Ich löse meinen Blick von Malekin und sehe den Giovanni bittend an. “ Thomasso, du musst mir helfen!”
“Er ist nicht Thomasso!” Flüster Malekin leise…heiser und es macht mir Gänsehaut.
“ Ich werde dir helfen..”antwortet Thomasso…liebevoll meine Haare aus meinem Gesicht streichend….über meine Stirn..über meine Augen…und ich verliere mein Sehen und meinen Halt.
Auch Thomasso hat getrunken. Sie alle haben. Nur meine Seele ist rein. Weiß wie Schnee.
From Russia with Love. Der Schneemann lässt grüßen.
Schneeglöckchen, Weißröckchen wann wirst du befreit?
Hände greifen nach mir, ziehen mich in ein warmes Wasser. Kann sie nicht zählen. Kann mich nicht wehren. Will schreien und laufen. Will mich geben und ertrinken. Fänge in meinem Leib, der sich in Ekstase aufbäumt… Man muss lieben was man tötet…darum frisst Malekin seinen Kinder… Malekin liebt mich und ich liebe Malekin.
…kann mich nicht dagegen wehren, mich zu verzehren, dich zu begehren mich zu nähren von meinem Blut…es tut so gut dich so zu schmecken…
Erregung..tiefer gehend, als alles andere..jemals erlebte.
Ist es eine Strafe sich selbst zu diablarieren?
Mein Leben ergießt sich zwischen ihren Lippen…fließt in ihre Münder….ziert meiner Mutter Mündlein…ein kleines Sündlein unter Freunden…aber guten Freunden gibt man ein Küsschen…oder zwei…oder drei.
Ich leere mich..sie leeren mich und als ich mich verliere..mich neige, verändert sich meine Lust und wird zu einem ungeahnten Schrecken. Das Tier erhebt sich…schlägt seinen Krallen in mein Fleisch..von Innen..die Feuer von Innen…lodern auf. Ich spanne mich an…Schmerz…ich zerreisse…sie zerreissen mich….ich verliere meinen Verstand…mich ..meine Seele..Anna…sogar das Biest….blanke Panik…erfüllt mich.
Ihre Liebe tötet mich.
Aber ihre Liebe lässt mich leben.
Wie passt das….?

Wach auf!
Der See wird kalt. Ich beginne zu strampeln..um mich zu schlagen.
Malekin und Malekin sitzten an meinem Bett. Sie halten sich an ihren Händen.
Sie halten meine Hände.
Sie lächeln.
Und hinter ihnen ragt ein schwarzer Turm auf.

WACH AUF!
Ich blintzle und bin allein.
Mein Herz pocht. Schon wieder.
Ich habe Hunger. Ungeheuren Hunger.
Der Raum ist dunkel, als ich auf die Uhr blicke wird mir fast schwindelig.
1600 blinkt es.
Schon wieder Panik. Um diese Uhrzeit wach zu sein…kann tödlich sein.
Ich könnte aufstehen…aus dem Fenster sehen..vor die Türe gehen.
Ich hatte einen schrecklichen absurden Traum.
Voll intensiver Gefühle.
Voller Liebe.
Voller…voller….
..verliere mich wieder.

Wach auf Anna!
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Ringelreihen

01.03.2003
 
Stichwort: Selektive Wahrnehmung.

Was tatsächlich geschah:
Domäne München/ Freising trifft sich zur Beratung, zwecks der Sabbath Bedrohung.
Sie Plauschen, wir lauschen, man entschließt sich, rückt aus…kommt mit 5 (kecksen) Sabbathianer wieder. Die Keckse sind erst unschuldig…doch in so nem Bannkreis der Tremere müssen sie Wahrheit sprechen.
Eine Befragung…mehr oder minder ergiebig. Ein Zettel mit allerlei info drauf.
Dann sitzten die in einer Ecke. Juri Kecks entpflöckt sich. Greift An. Heissa tralllala.  Wird gestellt und verpufft zu Staub wie die Buffy Vampire. Poff.
Karl-Kecks der Nossi entfleucht
Der Müncher Prinz erscheint. Fordert die Sabbathianer zu töten. Will sie töten. Aber Ranshid-kecks und Vergißmeinnicht-kecks ploppen weg. Schimären liegen in der Luft. Nur Shakana zwei geht Hops.
Dann kämpfen noch Ponte und Vanderbilt… Sprechen Sachen aus die niemand von uns wissen will. Ponte stirbt eigentlich aber doch nicht. Der Prinz…..weil es heute ja so schön ist…verschwindet nicht mit Ach..aber dafür mich Krach…und zurück bleiben wir. Planlos will ich sagen.. Ach ja…Der Freisinger Prinz hat noch das Handtuch geworfen.

Was mir geschah:

Malekin hat eingeladen.
Katinka und ich fahren zu diesem Haus. Sie spricht nicht viel, als wäre sie in Gedanken schon woanders. Irgendwas fühle ich, schon seit ich erwachte, aber…gute Güte…wenn ich mich auf jedes Gottverdammte Buch einließe… Egal. Wir steigen die Treppen hinauf zum Dachboden. Die Holztüre quietsch Gruselfilmpreis verdächtig. Und dahinter…sitzt Malekin. Im Schneidersitzt. Seine Hände liegen auf seinen Knien. Die Luft knistert. Von seinen Augen ist nur das weiß zu sehen und ich bekomme unwillkürlich Gänsehaut.
Katinka weist mich an, die Gäste zu empfangen und auch wenn ich eigentlich nicht den Gastgeber spielen will gebe ich keine Widerworte. Es ist notwendig.
Things have to be done…nein?
Sie geht zu ihm und wird zu seinem Spiegelbild. Rücken an Rücken. Und wenn ich auch keine Begriffe dafür habe…wie und was sie tun…bin ich mir dennoch darüber bewußt…warum. Sie haben ein Auge auf uns. Malekin Unser…der du bist im Dachboden…gefürchtet werde dein Name…wenn dein Reich kommt… Ich schüttle mich..schließe die Türe hinter mir und steige die Stufen hinab.
Ein Child empfängt die Münchner und Freisinger Society.
Mann Mann Mann.

Sie tröpfeln ein. Und ich führe hundertmal diesen Dialog.
“Wo ist Malekin?”
“Malekin ist hier…”
“Nein, ich meine Malekin Malekin.”
“Malekin..ist…ganz nah.”
Dann lächeln sie seltsam und geben auf. Nicht dass ich absichtlich auf geheimnisvoll machen will…aber es ist ja nun mal wahr! Er IST ganz nah..und wo genau geht halt einfach niemanden was an. Wobei..ja…es amüsiert mich. Und sie nehmen es hin. Niemand kommt auf die Idee…dem Child ohne Rechte einfach zu befehlen eine greifbare Aussage zu machen. Das finde ich lustig. Nicht dass ich auf einen Befehl hin geantwortet hätte. Schon alleine denjenigen zu liebe, die auf die Idee kommen könnten Malekin bei seinem Tun zu stören. Georges und Josefa erscheinen. Jetzt stört mich die Gastgeber Tätigkeit umso mehr. Ich möchte in Ruhe mit Georges reden. Der Begriff Nervenbündel haben sie für ihn geschaffen. Keine Frage. Wieder wird mir bewußt, wie…flexibel meine Moralvorstellungen doch sind. Ich WEIß, Georges hat getötet. Grausam. Absolut unmenschlich. Er IST gefährlich. Aber ich zögere keine Sekunde ihn zu umarmen. Ich ahne wie es ihm ergehen muss und will ihn fühlen lassen, dass er nicht alleine ist.
Hier ist nicht der Ort und die Zeit um ihn aufzubohren. Leider. Aber wenn er mich nicht treffen will…nun…dann werde ICH ihn bei Gelegenheit aufsuchen. Ob es ihm nun passt oder nicht. Ich habe so viele Fragen gestellt. Und…tatsächlich..einige Antworten erhalten. Ich habe böse ungerechte Theorien..und ich MUSS herrausfinden..wie wahr sie sein könnten. Aber nicht jetzt. Obwohl der Prinz von Freising…die ja höchste Priorität hat..mich bat mit einer Begrüßung zu warten…tu ichs einfach..noch während sie spricht..und ich bin mir nicht sicher ob mich Katinka dafür schelten oder loben würde. Aber ich finde…es hat keine Zeit mehr…zuviel Gerede..zu wenig Taten.
Und hach je, als ich das Wort an den Prinz weiter geben…noch viel mehr Gerede…noch schlimmer…der Scheriff! Er kann viel Reden….ohne wirklich was zu sagen. Wenn es sich ergibt, werd ich ihm meine Meinung zum Thema Informationweitergabe erzählen.
…..also..demütig natürlich.
Frau Reuter nennt Namen, die ihr bezüglich des Sabbaths bekannt sind.
Einer davon…findet…ganz beträchtliches Echo.
Gustav Adalbert Heinze.
Der Sire von Josefa und Georges. Oha. Die beiden ticken im Duett aus und begebe mich zu ihnen, einen jeden halten…mehr kann ich nicht  tun. In mir…blättern sich Seiten um…ordnen sich Dinge ein… Ich weiß um Georges ‘guten Freund’ und frage mich…..egal.
Die Menge rafft sich schließlich auf. Diejenigen, die nicht kämpfen können, wozu ich mich eindeutig zähle…bleiben zurück. Mit Wachen, man rechnet mit einem Angriff. Connor drückt mir eine Schusswaffe in die Hand…erklärt mir Wort für Wort für Handgriff, wie ich sie Handhaben muss. Is ja eigentlich völlig fürsorglich von ihm. Womit habe ich das verdient? Andererseits bin ich zweifelsohne..die wehrloseste Person in diesem Raum. Ich sage ich nicht, dass die Waffe, diesen Umstand nicht wirklich verbessert, sonder nicke artig und nehme sie an mich. Zur Not kann ich ja damit zuschlagen. DAS könnt ich.
Dafür, dass die Situation gar nicht so erfreulich ist, fühle ich mich recht sicher. Natürlich.
Malekin Unser…
Ein Brujah, ich sah in das erstemal auf Schlayers Party in Hersching…ich meine…das Brujah Gedenk event. Er nennt sich Janus/Jonas. Der ist….seltsam…aber sympathisch..irgendwie..oder doch nicht. Als ich mich zwecks begrüßen vor ihm hinknie fährt der mich beinah an…wie ich denn dazu komme… Mich hinzuknien..ob ich wüsste wer er sei. Ich weiß schon. Bin zwar nicht wichtig aber Ohren hab ich ihm Kopf und kleinigkeiten kann ich mir ganz gut merken. Gadomski nennen sie ihn. Und Malekin und er…haben da so…was. Aber…
“Da ich keinen Status habe knie ich vor jedem mein Herr!”…ist alles was ich sage und dass tuts als Antwort völlig. Und ich habe nicht gelogen.
Der auf alle Fälle, gibt mir…taktische Tips, wo ich mich im Raum aufhalten solle. Denn dort wo ich sitzt…schräg gegenüber der Tür in einer Ecke, würde mich jeder sofort sehen. Und vice versa…darum sitzte ich ja da. Damit ich sehe wer rein kommt. Und Malekin wacht, also  droht mir keine Gefahr. Aber er sagt es um..mich zu schützen? Und ich will nicht widersprechen, sondern danke ihm und such mir einen anderen Platz zum warten.
Warten auf was?
Die Zeit steht still. Ich fühle mich irgendwie…deplaziert. Josefa und Josef verbreiten eine Unruhe…auch ohne zu reden…die mich fast zappelig macht. Gute Güte. Schließlich öffnet sich die Türe und die Jäger kommen wieder. Mit Beute. 5 Leute. 5 Kinder. Ein jedes sorgsam mit einem Holzpflock bestückt.
So einfach?
Rein..hops…krall..raus? Das scheint mir spanisch…oder auch hebräisch..jedenfalls…seltsam.
Man packt das Pack in eine Ecke…wie friedlich sie aussehen…. Georges wird lauter.
“Blut an den Wänden!
Wir sitzten in der Falle!
Seht nur!!! “ ruft er und kratz panisch an der Wand. Und er hätte die Begabung diese Panik völlig unnötig zu verbreiten. Josefa, die normalerweise dafür Sorge trägt, dass Georges..ruhig wird, wenn er unruhig ist. Scheint selbst zu glauben was er sagt. Langsam begreife ich… Die Vorstellung, dass ihr Sire zum Sabbath gehört…zieht sie in ganz neue Dimensionen des Wahns. Ich versuche zu verstehen.
Was wäre, wenn Katinka zum Sabbath gehörte? Was würde ich tun….?
Verzweifeln? Sie nicht mehr lieben? Mich ängstigen? Davonlaufen? Schreien? Ausflippen?
Ich schnaube und schüttle für mich selbst den Kopf. Ich würde ihre Hand nehmen, sie anlächeln und die einzige Wahrheit aussprechen die es es gibt. Wir sind Malekin.
Wie verwerflich nicht wahr?
Licht an. Licht aus. Lass uns ein Spiel spielen. Sabbath. Sabbath.Sabbath. Shakana – Vergißmeinnicht. Eine wundervolle wahnsinnige Blume. Ein Blümchen. Steht das nicht auf dem Spasszettel der 5 Keckse? Warum Keckse?
Weil es Keckse sind. Die Elter haben sie auf ein silbernes Tablett gelegt, damit die Kinder die sie stehlen kommen werden, sie fressen und sich daran vergiften! Sieht das niemand?
Ich kann es förmlich riechen. Man lässt uns Dinge glauben, die wir glauben sollen! Es liegt in der Luft. Ich schließe meine Augen und mein Herz beginnt zu schlagen. Manchmal tuts das. Mein Herz. Vielleicht langweilt es sich. Unsereins kann das wohl auch mit Absicht. Aber meins tuts, wenn ihm die Nase danach steht. Witzig oder? Es schlägt. Und jeder Schlag zieht mich ein wenig aus der Wirklichkeit. Ich vergesse mich um Georges zu kümmern und lasse mich ziehen. Erinnerungen… Es liegt wirklich was in der Luft. Ich atme bewußt ein…sauge den Geruch in mich auf und beginne zu lesen…
….eine Hand die auf meinen Wangen liegt,  Wolfsaugen…Nähe…Vertrauen…ein Spiel…Sorgen…Angst…eine warme Stimme…der Geruch…dieser Geruch..er…
…kanns nicht fassen…wills nicht fassen? Langsam wende ich mich um und mein Blick…bahnt sich einen Gang…durch die Anwenden, egal ob sie ihm wegstehen oder nicht. Ich vergesse sie zu sehen…denn ich sehe nur…die Quelle. Den Ursprung dieses…Aromas.
Der Kecks im roten Hemd. Ich gehe auf ihn zu, als hätte er mich gerufen. Und mit jedem Schritt, schlägt mein Herz stärker…rieche nichts mehr anderes..höre nichts mehr anderes…nehme nichts mehr anderes wahr.
Ich spreche ihn an, er antwortet nicht. Natürlich. In Torpor spricht sichs auch nicht so leicht. Dennoch, habe ich fast erwartet, dass er reagiert. Setzte mich neben ihn. Würde am liebsten seine Hand nehmen… Aber er ist der Feind…nein? Also atme ich ihn nur.
So nah wie ich ihm bin. Ich falte meine Hände und blicke starr vor mich hin. Es mag wirken als würde ich beten. Aber ich bete nicht. Ich nehmen auf…wahr.
Das Buch Geruch. Aus der Luft…entfiltert…in mich kriechend…sich ausbreitend…mich einnehmend…andere Bücher aufschlagend…
Wie konnte ich vergessen? Wolfenstein. Er riecht nach Wolfenstein. Thomas schuf diesen Kainit…und mehr. Ich lese nicht nur…das es so ist…ich lese…wie der böse Wolf fühlt. Was er denkt …. Wie intensiv muss seine Welt sein, wenn ich es wahrnehmen kann, ohne dass er selbst anwesend ist? Nur durch jemanden, den er berührte…es schaudert mich.
Er berührte mich. Ich trug/trage ihn in mir. Wie wahnsinnig kann ich sein? Ich will nicht mehr weiter lesen, aber je mehr ich mich bemühe, dass Buch zu zuschlagen…desto penetranter wird es.
Wolfenstein wollte immer nur dich!
Wolfenstein WILL dich immernoch!
Wolfenstein lebt!
…nur die Spitzte des Eisberges!
Er ist in München um sich zu rächen!
….um euch zu brechen!
..wir sind unvorsichtig. (dumme Kinder die von verbotenen Kecksen naschen)
Wolfenstein ist nah.

Ich schließe meine Augen. Lass mich nimmer lesen. Kontrolle. Ruhe.
Ich springe auf und sprech laut aus.
Wolfenstein lebt!!
Und nochmal lauter.
WOLFENSTEIN LEBT!
Aber kaum einer nimmt es zur Kenntnis. Sehen sie denn nicht? Wolfenstein der Sabbath spion! Der so lange unter uns weilte! Soviel über uns weiß! Uns kennt! Vielleicht versteht! Der um unsere Verdächtigungen über den Prinzen weiß. Unsere Schwächen kennt. Unser Misstrauen einander gegenüber. Der Spieler. Der geduldig wartet bis wir uns selbst so geschwächt haben, dass er nur noch vorbei zu spazieren braucht um die Reste vom Boden aufzuheben.
Verdammt nochmal!
Sind sie alle so blind?????????
Oder bin ich doch nur eine Verrückte die plappert und Blut an den Wänden sieht, wo nichts ist?
Josefa und Georges sind die Einzige die gewillt sind mir zu lauschen…aber ihre Gedanken folgen mehr ihren eigenen Sorgen und ich will es ihnen nicht verdenken. Ich verschließe mich diesem Buch…bewußt. Es macht mir Angst. ( Es lockt dich nein?)
Die Befragung ist im vollen Gange. Ich ziehe mich in die böse…hier kann dich jeder sehen Ecke zurück und konzentriere mich auf die Worte. Fragen Fragen..nur nichts sagen. Nur nicht wagen..noch ein Leidchen mehr zu tragen. Juri, der Russe. Antwortet. Genervt aber artig. Ja Sabbath ist er. Ja. Den Schneemann kennt man. Ja Koslawski kennt man. Oh wie grausam sie sind. Oh wie böse. Ja. Mündlein…Mündlein…legte ihm Worte ins Mündlein..nein? Ja…ihre Auftrageber schickten sie. ‘’Dogs of War.” Ja ja.Nein…keine Hintergründe. Mehr von Vanderbilt. Sollen ihn hier treffen. Der Domäne München Schwamm saugt begierig auf. Das falsche Wasser.
Dumm und blind..wie wir sind.
Josefa befragt Vergißmeinnicht. Die Blume wächst in dem Bannkreis der Zauberer und über ihre Lippen dürfen nur wahre Worte fließen. Um die Zeichen stehen sie..die Kainiten, begierig zu erfahren…aber sie schweigen, stellen keine Fragen. In einer anderen Ecke die restlichen Keckse. Das Licht ist gedämpft. Unruhe liegt in der Luft. Ich fühle sie. Unruhe in mir. Gerade versuche ich noch, selbst die richtige Frage zu finden, denn die Gestellten sind unrichtig. Nicht wichtig. Und während ich innehalte mit den hören, und vergesse zu sehen und mein Denken mir davonläuft beginne ich zu wieder zu lesen. Falsch. Ich höre nie auf zu lesen. Ich bemerke es nur nicht mehr…nicht immer. Aber dieses Buch schlägt sich von selbst auf…. Das Licht, die Wesen, die Gefühle, die gesprochenen Worte, werden zu farblosen Buchstaben auf unsichtbaren Pergament. Verschwommen..wie eine Fata Morgana und sich drehend…in sich selbst drehend…sich verlierend…eine Schlange die sich selbst in den Schwanz beißt ..tausendmal…aber ohne Anfang und ohne Ende..fortwährend..ohne stillzustehen…und auch wenn dieser Sog sich kaum verändert, fühle ich doch, dass er intensiver wird…undendlich langsam. Ich entsinne mich. Erkenne wieder. Habe dieses Buch schon gelesen. Es hat sich nicht neu aufgeschlagen. Es liegt schon die ganze Zeit so da…hab nur nicht mehr hineingesehen, weil die Dinge, die ständig deine Aufmerksamkeit erfordern, leicht zur Gewohnheit werden…aber jetzt lese ich. Und ich weiß wann ich es zum erstemal las… Laurel…

Mir wird fast schwindelig. Reiß mich zusammen. Versuche den Anfang zu finden. Nein. Den Ursprung. Die Quelle dieses Buches. Aber ich finde nicht. Es macht mich völlig dumm im Kopf. Verflucht nochmal! Ich beobachte Schattenspieler hinter einer weißen Leinwand und kann doch nicht erkennen zu welchem Profil sie gehören.
Die Befragung verfolge ich. Mehr oder Minder aufmerksam. Alles Blödsinn. Alles Politik. Alles toternst und wichtig und ich habe keinen Durchblick. Ein Mixer…ich bin ein Mixer…jeder darf was in mich hinein werfen, dann drücke jemand den Knopf und ich vermansche alles zu einem großen Brei…der ungenießbar sein wird…und ich werd mich daran verschlucken.
Flucht. Frische Luft. Ha ha. Alte Gewohnheiten..bla bla bla.
Rauchen. Alte…egal.
Sie stehen draussen. Sich beratend. Mir egal.
Liegt es an dem was Malekin tut, dass alle meine Eindrücke so ER-drückend sind?
Finde keine Ruhe und keinen roten Faden in all dem….
Ein Wahn, ich will… Sieh nur wie ich bin. Ich bebe, ich schwebe..und finde keinen Sinn.
Mein Blick hebt sich in den Himmel. Suche den Mond. Aber der wird bald neu entstehen und sein Licht lässt auf sich warten.
Annah.
 Ich wende mich um und sehe die Anwesend fragend an. Keiner von ihnen beachtet mich.
Annah!

( Alice fand ein Fläschchen und um den Hals des Fläschchens war ein Zettel gebunden, mit den Worten "Trink mich!" wunderschön in großen Buchstaben darauf gedruckt….
Alice fand einen sehr kleinen Kuchen , auf welchem die Worte "Iß mich!" schön in kleinen Rosinen geschrieben standen.
Anna fand ein Büchlein, auf dem Nichts stand, aber es flüsterte leise “Lies mich!”)

Also lasse ich meine Zigarette fallen und kehre zurück zu… Ranshid heisst der der Sabbath Ravnos mit dem rotem Hemd. Lasse mich neben ihm nieder. Niemand hält mich davon ab.
Die beste Verdunkelung ist zweifelsohne, nicht als wichtig erachtet zu werden.
Er ist unschuldig..irgendwie. War zur falschen Zeit am falschen Ort. Thomas hat ihn einfach genommen. Ich war nicht da. It’s just a substitute? Der Wolf wird nimmermehr von mir lassen und weiter unschuldige werden sterben! Ranshid ist unschuldig..nein? Wolfenstein wird alle töten, die ihn verraten könnten. Viele sind schon gestorben. Auch sein Kind wird sterben. Noch ein unschuldiges Kind das stirbt.
Ich fühle Mitleid. Verständnis. Es ist schon grausam, wenn Thomas dir zugeneigt ist. Wie ist es, wenn er es nicht ist?
Hilf mir, und ich werde dir helfen dich von ihm zu befreien……..

Herzklopfen!
Kann ich? Darf ich ? Soll ich? …aber die wichtigeste Frage…will ich?
Ich blinzle. Sehe mich um. Irgendwas ist im Gange und niemand beachtet mich.
Hilf mir, und ich werde dir helfen. Du hast nicht mehr viel Zeit.
Neben mir steht Horus. Des Prinzen Leibwächter.
Sei wachsam Horusauge!
Ich erhebe mich, gehe an Ranshid vorbei…bin unartig…und tanze zu einem kleinen Lied auf meinen Lippen.
One Woman on a lonley plattform…..
…and i fade to grey…
Und niemand hats gemerkt. Ich lasse fallen, was mir nicht gehört und gehe weg, als ob nichts geschehen wäre. Und nichts hat sich verändert. Augenscheinlich. Jeder sitzt dort wohin er gehört. So wie es sein sollte. Nur…mein kleines Büchlein ist verschwunden.
Ob ich einen Fehler gemacht habe?
Tu was du willst.
Bin nicht klüger geworden. Vertraue immernoch. Böse Anna. Menschliche Anna.

Katinka ist schon da. Malekin wird es bald sein. Habe ihr…ein wenig erzählt, von den Dingen die geschahen. Meine Bücher vergessend. Zuviel lesen ist ungesund! Der Müncher Prinz erscheint um zu richten. Mal eben! Und ordnet den Tod der Keckse an. Wolfenstein wird alle vernichten die ihn verraten könnten und ich frage mich, ob er Vanderbilts Platz eingenommen hat. Aber Vanderbilt ist Vanderbilt…sagt Josefa. Hat in sein Innerstes gesehen. Und würde ich es nicht merken…wäre er nah?

Der Rest?
Vanderbilt und Ponte kämpfend. Stand im übrigen auch auf den Spasszetteln.
Vanderbilt hat diablariert..und schau einer guck…Ponte wohl auch…während sie sich mit Worte bekämpfen…sagt es der Prinz…5 Seelen schlagen in der Brust des ehemaligen  Archonten…
Der Kampf ist….für meinen Geschmack…zu Macht-lastig. Vanderbilt….erschreckend..zu was er in der Lage ist. Beunruhigend…egal ob er für oder wider dich ist.
Ponte beugt…eher unfreiwillig das Knie. Der Prinz entfleucht. Und irgendwo am Ende geraten noch Schlayer und der Herr Gadomski aneinander. Sich halb zerfleischend. Beide haben getrunken…ausgetrunken… Ja darf denn hier jeder?… Aber Schlayer steckst bei weitem Besser weg…als …Janus. Und Majella weint.
Armer Herr Gadomski
Arme Majella.
Beide sind so wunderschmerz.
Nein?
 

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Märchen und Träume

10.02.2002
 
[Und dann richtet sich der Körper auf und die Augen öffnen sich, angefüllt mit schwarzen Pupillen und gelbem Weiss und der Mund öffnet sich und schreit in einer letzten Anstrengung, so das die Lippen aufplatzen und ein Zahn aus dem Munde fährt und langgestreckt das Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin]

Wach auf!

[Er gibt und er nimmt und das fast seelige Lächeln könnte mich lächeln lassen, wenn ich nicht die Türe sehen würde, die sich einen Spalt geöffnet hat und die Schatten die ihr Licht, dort hindurch, in meinen Raum werfen. Schlafe ich?]

Wach auf!

[Natürlich erkenne ich dich. Ich stehe neben dir und du siehst mich nicht. Fade to grey…nein?
Du bist so sanft zu ihr, nimmst…genug für dich…lässt…genug für sie. Kontrolliert. Kannst du aufhören? Willst du aufhören? Ich sehe, verstehen und lerne. Man sagt dir nach du wärst kalt und herzlos. Ohne Hemmung zu töten. Der Mensch ist nur ein Nutztier. Aber ich habe dich berührt und dich gelesen und ich weiß, dass sie irren. Du bist menschlich, auch wenn du es selbst verneinst…und dass es so ist, macht mich glücklich]

Anna. Wach – Auf!!

[Aber die Schatten kriechen durch die Türe, drücken sie auf, dein Dunkel fließt über den Boden und ich stehe im Morast. Ich will nicht lesen und lese. Ich will nicht sehen und sehe.
Wie du suchst. Wie du findest. Wie deine Augen glänzen, als sich in ihren der Augenblick der Erkenntnis widerspiegelt. Wie du nimmst, wie du lachst, wie du tötest und dich tötest.
Ein Schrei in der Stille, ein Blitz in der Nacht,  ein Mensch unter Wille, der Wahnsinn erwacht.]

WACH AUF!!!
Ich bin nicht da. Ich habe kein Herzklopfen. Ich habe nicht geweint. Ich habe keine Angst. Ich bin nicht tot. Er ist kein Mörder. Ich hatte keinen Traum. Ich bin nicht da. Ich fürchte nicht. Ich sehe nicht. Ich lese nicht.
Ich bin NICHT da. KEIN Herzklopfen. Kein Gesicht an das ich mich erinnere. KEINE Schatten. Ich zweifle nicht. Ich habe NICHTS gesehen.Ich bin allein. Keine Erinnerung an dieses unmenschliche Lächeln. Ich täusche mich.
Ich lüge.
Und diese Erkenntnis lässt mich sterben. Also von vorne.
Ich bin nicht da….

„Es war einmal ein kleiner Junge, der hieß Josef. Er war ein besonderer Junge, auch wenn er ganz klein und dünn und unscheinbar aussah. Aber seine großen, dunklen Augen konnten Dinge sehen, die andere nicht sahen. Josef war der Sohn eines Königs. Der König hatte noch viele andere Kinder, und er fürchtete, dass sie eifersüchtig auf Josef sein würden, wenn sie merkten, das er etwas Besonderes war. Und er wollte keine Streitigkeiten unter seinen Kindern. Also schickte er ihn weit fort, in ein abgelegenes altes Haus mit einem hohen Turm, wo er ganz alleine war. Aber Josef war ein bescheidener Junge, und er war glücklich, niemanden zu stören, und seinen Unterhalt mit Schafe hüten zu fristen. In der Nähe des Hauses gab es einen wunderschönen See, und manchmal nahm Josef nachts ein Bad und lässt das Wasser seine Haut benetzen, lässt sich von den kleinen Wellen zerreisen, treibt in tausend Scherben im Wasser, versinkt und erblickt im Zerrspiegel des Wellenschlages…“

….ich habe kein Herzklopfen….Wasser auf seiner Haut…Wellen die zerreissen…tausend Scherben…Ich habe nicht geweint….im Wasser versinkend… Den Zerrspiegel erblickend…im Wellenschalg…ich fürchte nicht. Ich bin nicht tot. Er ist kein Mörder.
Ich lüge.
Aber ihre Stimme… Ich bin nicht allein.
Dennoch von vorne. Nicht dass ich nicht loslasse. Es lässt mich nicht los.
Ich bin nicht da. Ich lese nicht. Ich sehe nicht. Ich habe NICHTS gesehen.

„Lange Zeit lebte Josef glücklich und allein mit seinen Schafen. Der König zog seine anderen Kinder groß, und auch sie lebten glücklich und zufrieden. Bis eines Tages ein anderer Sohn des Königs von Josef erfuhr. Er fürchtete, dass Josef wieder auftauchen und ihm sein Erbe, den Thron streitigmachen könnte. Deshalb machte er sich auf die Suche nach seinem Bruder, um ihn zu töten. Zur gleichen Zeit geschah es, dass ein fahrender Ritter durchs Land zog. Er war ein gelehriger Mann, achtete Mensch und Tier gleichermaßen, und war stets bemüht, sein Wissen zu mehren. Auf der Suche nach seinesgleichen war er schon an vielen fremden Orten gewesen und hatte die seltsamsten Dinge erlebt…"

… Ich erinnere mich NICHT. Nicht tot. Niemand hat sie getötet. Niemand der mir wichtig ist. Er hatte keine Spass daran. Er hat sich nicht gelabt. Er ist nicht schlecht. Nur ein Traum. Ich habe nicht geträumt. Ich habe keine Fragen gestellt.
Ich lüge.
Unfähig mich zu bewegen.Unfähig zu reden. Ich bin erfroren. Aber ihre Stimme umschmeichelt mich wie warmes Wasser, das meine Haut benetzt und mich liebkost. Ich kann nicht fallen denn sie hält mich.
Ich bin nicht allein.
Aber ich will nicht lesen. Ich wollte nicht gelesen haben. Wie dieses Lächeln, wie diese Augen…wie dieses Buch, seine Seiten aufschlägt und mich hineinzieht. ICH WOLLTE ES NICHT LESEN.
… Ich bin nicht da. Ich habe kein Herzklopfen. Ich habe keine Angst. Ich bin nicht tot. Er ist kein Mörder. Ich hatte keinen Traum. Ich bin nicht da. Ich fürchte nicht. Ich sehe nicht. Ich lese nicht.

"Eines abends gelangte der Ritter an ein abgelegenes Haus mit einem hohen Turm. Vor dem Haus standen Schafe, und weil der Ritter ein höflicher Mann war, zog er seinen Hut und begrüßte sie. 'Guten Abend, liebe Schafe. Ist dieses Haus bewohnt?' Drei Schafe kamen zum Wegrand, um ihn zu begrüßen. 'Josef', mähte das erste Schaf. 'Josef', blökte auch das zweite. 'Josef', stieß das dritte hervor, und es klang für ein Schaf sehr besorgt.
Wenn die Schafe den Namen ihres Hirten aussprechen, so muss das ein sehr besonderer Mann sein, dachte der Ritter bei sich. Ich will sehen, ob ich nicht etwas von ihm lernen kann.
'Wo ist euer Herr?', fragte er die Schafe, doch ihre Antwort war ein Muster, das er zunächst nicht erkennen konnte, denn er wußte nichts von dem See, und sie konnten ihm nicht mehr sagen, ist doch ein Geheimnis…"

Durch den Wahnsinn meines Traumes springt ein Schaf und blökt Josef. Das ist so aberwitzig, dass ich Katinka fragend ansehen muss. Wie lange ist sie schon hier? Ihre Stimme ist es die mich wärmt.Ihr Märchen was mich berührt. Muster und ein See. Lass mich nicht allein Mutter. Lass mich fühlen dass du da bist.

"Also betrat der Ritter das Haus mit dem Turm, und begann nach Josef zu suchen. Er lief durch die langen, dunklen Gänge und sah in jedes Zimmer. Viele Wände waren mit wundersamen Bildern bemalt, und erzählten Geschichten, die den Ritter mehr und mehr davon überzeugten, dass er diesen Josef unbedingt kennenlernen musste. Doch dann fand er eine Zeichnung, die ihn sehr beunruhigte, denn sie war von jemand anderem, und sie war nicht schön und geheimnisvoll und klug und sanft, sondern klar und deutlich und bedrohlich: noch jemand war hier, und er wollte Josef nichts gutes.
Daraufhin nahm sich der Ritter keine Zeit mehr für die Wandgemälde, sondern lief so schnell er konnte von Gang zu Gang und von Zimmer zu Zimmer, und er glaubte Schritte von schweren Stiefeln hinter sich zu hören, die ihn verfolgten. Schließlich fand er das Zimmer, in dem Josef schlief, mit einem schlichten Bett und ein paar kargen Essensresten, und Spuren von einem Kampf. Er war zu spät! Doch er war ein Ritter, und Ritter geben nicht so leicht auf. Er verließ das Zimmer und dachte angestrengt nach. Wo würde er in diesem Haus hingehen, wenn er nicht gefunden werden wollte? Und weil der Ritter sehr gut nachdenken konnte, fiel ihm sofort der hohe Turm ein. Eilig lief er nach draußen und gelangte an den Fuß des Turmes. Dort oben brannte Licht! Um nicht sofort entdeckt zu werden, beschloss er, nicht die Treppe zu nehmen, sondern an den Ranken des Efeus hochzuklettern, die die Turmmauer überwucherten. Oben angekommen, stieg er über die Brüstung des Balkons, und dort sah er den kleinen Josef, den er gesucht hatte, und seinen großen, bösen Bruder.
Schnell lief der Ritter auf die beiden zu, doch er war zu spät, und der Bruder erschlug den armen kleinen Josef mit einem einzigen Streich seiner großen Hand. Der Ritter konnte nichts mehr tun, als den bösen Bruder zurückzudrängen und vom Turm zu stoßen. Doch Josef konnte er nicht mehr helfen, nur noch seinen kleinen, schmalen, toten Körper vom Boden aufheben und nach unten tragen, um ihn zu begraben.
Unten angekommen, stellte er fest, dass der böse Bruder bei dem Sturz vom Turm nicht gestorben war. Er hatte sich schon wieder aufgerappelt, und floh jetzt vor dem Ritter, doch er wandte sich noch einmal um, und schrie dem Ritter entgegen: 'Gegen mich hast du keine Chance!' Seine Augen blitzen, und er schüttelte die blutbeschmutze Faust gegen den Ritter, und bevor er sich abwandte und davonging, flüsterte er ihm zu 'Dich erwische ich auch noch'"

Ich weine nicht.
Ich lüge.
Weniger ihre Worte, als das fehlen der Wärme in ihrer Stimme ist es, was mich die Kälte in mir wieder fühlen lässt. Aber das wissen nicht alleine zu leiden, lässt mich mein Buch langsam beiseite schieben. Sie trocknet sacht mit einem Taschentuch meine Tränen. Ich reagiere nicht, so weiß sie nicht wie gut mir das tut. Aber ihre Zärtlichkeit ist Balsam auf den widerwärtigen Wunden der Realität. Ich sollte aufstehen und sie halten und ich werde es tun, wenn ich mich wieder geordnet habe.
Ob ich schon bereut habe, was ich geworden bin?
Nein. Denn wann immer ich zweifle, finde ich Frieden in dem Wissen, dass ihr Lebensfunke mich erfüllt.Dieses Wissen ist meine Chill-out Zone. Und wenn ich den Weg dorthin vergessen habe, ist SIE das und führt mich, mit mehr Liebe und Hingabe, als jede menschliche Mutter sie mir je hätte schenken können. Darum bereue ich NICHTS.
Und das ist die Wahrheit.

Ich muss mit Georges sprechen. Nur er kann uns klarheit verschaffen. Man muss lieben was man tötet. Und man muss in Wunden bohren, um sie zu reinigen. Ich lerne und verstehe um was Malekin bat. Und ich befürchte zu ahnen warum er uns darum bat.

Katinka. Ich muss mit ihr reden. Ich muss ihr erzählen. Und ich erzähle ihr von dem Buch in dem ich las. Und jedes Wort das ich ausspreche, befreit mich etwas. Und jedes Wort das ich ausspreche nimmt sie mehr gefangen. So teilen wir mein Leid und ich bin unendlich dankbar, um jede Träne die sie mir mir weint und für jede Zeile die sie mit mir liest. Wir sind schwach. Wir sind menschlich.
Wir lügen.

 

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Die Welle

01.02.2003
 
(Shakana – ich habs vergessen.
Georges und ich wandeln durch die Kälte. Nur ein Gespräch. Ich will von ihm lernen und meine es so, auch wenn ich verschiedene Dinge nicht von ihm lernen sollte, nicht wahr? Er ist gewillt, meine Saat zu verderben. Seine Meinung ist logisch korrekt. Das gefällt mir. Ich sehe ihm an, dass er Widerspruch erwartet hätte. Irgendwie. Dass ich ihm an den Kopf werfe, dass es Unrecht ist zu töten. Unfair! Gemein!! Aber ich habe immer nur mehr Fragen, für seine Art und Weise die Welt zu sehen. Kein Urteil. Nur Fragen.
Ich bitte darum, ihn beim Jagen begleiten zu dürfen. In mir hat sich die Idee festgesetzt, ich könne viel über die Wesen lernen, wenn ich erlebe, wie sie……agieren. Ich sah. Thomasso. Katinka. Ich werde Georges sehen. Und noch ein zwei andere bitten.

Katinka.Durch die Fensterscheiben hindurch sehe ich sie schon. Neben dem Prinzen stehen. Ihr Harpyen Job. Sie liebt ihn! Unbedingt. Ich beuge fleissig das Knie, bis man mir gestattet das sein zu lassen. Es stört mich nicht. Es gibt immer wieder Kainiten, die sich weigern dem Prinzen die Ehre zu bezeugen [Christopher, ich bin versucht zu applaudieren]… Mal abgesehen von meiner Persönlichen Meinung, das ganze Getue, hat in meiner Rangliste den Stellenwert von Zehennägel schneiden. Man tuts und gut. Eigentlich ist es nicht wichtig.
Malekin ist da. Aber Malekin nicht. Und Malekin sieht sich um, mit ganz neuen Augen.
Mit ganz neuen Gedanken. Noch bevor ich Josepha begrüßen kann und es ist erfreulich sie zu sehen, entdecke ich Lasall. Ach sieh an. Der Herzlose Gangrel heute ganz ohne Staffierung. Bis auf ein Gewehr. [Seltsam?]
“Ah, Herr Lasall!” Ich suche seinen Blick und lächle ihn, nur bedingt freundlich, aber dafür breit an.
Er taxiert mich, wie er es immer tat und schnaubt.
“Problem gelöst.”
Seine Stimme fächert sich auf wie ein Gedicht. Kalt. Ich bin nur ein Ex-Problem nein? Aber die Trockenheit, mit der er spricht, die hat er mit Absicht rein gelegt – um lässiger zu klingen…. Und ich könnte mich kringeln vor Lachen. Er bemüht sich lässig auf MICH zu wirken. Kann ja nicht wahr sein. Ich lese. Natürlich lache ich nicht. Ich werde ihm sicher nicht absichtlich auf die Füße treten, dass könnte böse für mich enden. Dennoch ist er es, der zuerst den Blick abwendet.
Ich nehme mir Zeit mich umzusehen. Wer neu? Wer bekannt? Wer wirkt jetzt anders auf mich? Welche Bücher lassen sich lesen? Viel geboten. Wo ist Thomasso?
Christopher. Malekins Briefe und Emails. Ambrosius. Hagen. Tick. Tack. Ich erbiete dem Adepten vom Hause und Clan Tremere meine Ehrerbietung und erbitte etwas von seiner Zeit, wenn denn Zeit ist….und er bejaht. [Sie ist ja so naiv]
Nach einer herzlichen Begrüßung stellt mir Josepha ihr Mündel vor. Shakana –  ich habs vergessen. Von unserem Blute. Unsere Unterhaltung verläuft, etwas einseitig. Ich frage, und sie hats vergessen. Egal, was ich frage. Nur Schade das Vanderbildt heute nicht da ist.
Warum?
Weil es lustig wäre.
Warum?
Shakana – sie weiß es nicht.
Ich glaube ihr nicht, aber steht es mir zu ihr Antworten aus der Nase zu ziehen?
Genau das sage ich ihr und lasse es darauf beruhen.[ Komisch?]
Die Torris gesellen sich zu den Verrückten. Das finde ich unterhaltsam. Besonders den Mann mir gegenüber. Seinen Namen weiß ich nicht, aber er hat seinen Sire verloren. Ganz ehrlich. Mir sind auch schon mal Schlüssel aus der Jacke gefallen… Aber seinen Sire…verlieren? [Eigenartig?]
Dafür dass er erst seit kurzem ein Kainit ist gehts ihm ziemlich prächtig. Aber das mag für jeden anders sein. Vielleicht ist es nur für unsereins so….egal.
Auf alle Fälle lässt er sich auf eine Diskussion mit Georges ein … Auch er wird lernen. Mittlerweile hat sich Katinka dazu gesellt. Ja. Sie LIEBT ihren Job! Sie nennt mir bereitwillig die Namen, derjenigen die mir kein Begriff sind. Warum frage ich eigentlich? Neugierde. Dass muss ich von ihr haben. Curiosity killed Katinka, sagt sie so gerne… Und ich dachte immer Malekin hätte ihr das Leben genommen…
Neugierde ist es auch, was mich den Nosferatu ansprechen lässt, der einfach nur da sitzt. Ohne sich mit jemanden zu unterhalten. Deibelstein. Hols der Deibel..oder Deifel? Egal. Ich erinnere mich Dunkel an das Elysium in Freising, dort sah ich ihn vor einem Jahr.
Er muss wohl schon älter sein, dennoch unterhält er sich mit mir Kind, wie mit einem Gleichrangigen und das macht ihn sympathisch. Er lässt mich etwas teilhaben, an der Geschichte der Nosferatu, seine Gedanken zu der hießigen Domäne, warum er sich dennoch immer wieder mal hier einfindet und ich höre ihm Aufmerksam zu. Wissen ist Macht. Seine Stimme krächtz. Er röchelt und es scheint, als wäre es Schmerzhaft für ihn zu sprechen. Doch seine Worte sind von Charme und Witz geprägt. Ein Täuscher Buch. Aber ein gutes.
Di Arezzo, Freisinger Prinzregent und der heute Gastgeber verscheucht Deibelstein von seinem Platz. Mag er ihn nicht? Um einen Disput zu vermeiden lade ich meinen Gesprächspartner an den, von den Malkavianer besetzten Tisch ein. Was wohl die Torris dazu sagen sich den Tisch mit einem Stinker zu teilen? Er sagt zu und irgendwie überrascht mich seine Offenheit. Ich lerne. Bucheinband lesen reicht nicht für Kritik.
Schleier betritt den Raum und ich bemerke ein Lächeln auf meinen Lippen. Ich freue mich ihn zu sehen. Er rauscht an mir vorbei, ohne mich eines Blickes zu würdigen. Na ja. Schleier halt. Aber da ich heute schon so frei bin, und mich auch so fühl, schäle ich mich ein weiteres mal aus meinem Stuhl und stelle ihm nach. Sozusagen. Ich weiß ja, dass er für einen gewissen Witz zu haben ist, strecke ihm mein Handgelenk entgegen und lächle ihn an.
“ Na ? Heute keine Pulskontrolle Herr Schleier?” Und meine Augen blitzen schelmisch.
“ Also hör mal…” Sagt er. “ Ich war ja nu fast dabei!”
“ Wie. Fast dabei?”
Der Schleier nuschelt, winkt ab und ich spreche aus, bevor mir klar wird, wie recht ich damit hab.
“ Nanu, heute so salopp Herr Schleier?”
“ Jetzt fängst du auch noch an? Was habt ihr denn alle!” Motz er, rollt die Augen und ich kann es nicht glauben. Wo ist DER Oberst Schleier?  [Verrückt?]
Wer zum Teufel hat ihm den Besenstil aus dem Arsch gezogen? Ich muss mich tatsächlich fragen, ob es an meiner veränderten Wahrnehmung der Dinge liegt, oder an ihm. Er trägt seinen Staubmantel nicht, er ist unrasiert und seine Sonnen brille sitzt schief. Drogen?
Ich bin irritiert.
In seiner Nähe bleibend, lausche ich seinen Gesprächen, mit dieser…welcher Clan auch immer…aus Innsbruck. Ich lese in ihrem Gesicht, dass auch sie seine Veränderung wahr nimmt. Also bin nicht Ich es, die sich gedreht hat. So so.
Später spreche ich sie darauf an. Aber mehr als, dass ich von nem echt krassen Clan bin erfahre ich nicht von ihr. Zum erstenmal heute Abend sehe ich mich beunruhigt.
Ich steige die Treppen hinauf, um die Dinge von oben zu betrachten, aber mit dem Ergebniss bin ich nicht zufrieden. Solange man drin steht, bekommt man keinen Überblick. Also verlasse ich die Räumlichkeiten und stelle mich hinter den Spiegel…ach was… Die Fensterscheibe mein ich.
Shakana, ich habs vergessen, wibbelt und zappelt. Ich sehe ihr bestimmt 15 Minuten zu. Keinen halben Meter von ihr entfernt, aber draussen. Sie tut das schon den ganzen Abend. Zappeln und sich an nichts erinnern.
Auch dieses Treffen ist nur ein Buch und ich bemerke nach und nach, dass jemand zwischen den Zeilen geschrieben hat… Aber es fehlt noch an ….an…. Nachdruck meinerseits zu lesen?
Ich bin unzufrieden.
Auf dem Weg nach drinnen unterhalte ich mich noch – mal eben – mit Ponte und einem aus dem Innsbrucker Phönix Legat über Sabbath und Hunter und haste nicht gesehen. Alles verändert sich.
Katinka erzähle ich später, was ich gelesen habe und ich stelle fest, dass wir ähnlicher Meinung sind. Shakanas Augen leuchten so schön, wenn man das Wort Sabbath ausspricht. Wollen wir ein Spiel draus machen? Licht an Licht aus Licht an? Sabbath Sabbath Sabbath.
Warum wir nur Lachen und nicht weiter nachfragen? Vielleicht, weil man niemanden aufgrund einiger Kleinigkeiten beschuldigen sollte…
Dennoch. Beide riechen wir Ärger und wieder wird mir bewußt. Jetzt bin ich zwar tot, aber noch immer wehrlos. Nein?

[One woman on a lonely platform
 One case sitting by her side.
 Two eyes staring cold and silent
 Show fear as she turns to hide…. she fade to grey….fade to grey

Katinka lehrt mich tanzen und ich lese ein neues Buch.]

…wir betreten wieder die Räumlichkeiten. Das beginnende Verständnis für diese Dinge erfüllt mich mit Stolz?
Miss Thorndyke, völlig aufgewühlt…würde in unser Gespräch platzen, würde sie denn platzen…aber sie schafft es, gleichzeit lautlos herbeizugleiten und dennoch die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
“ Ich kann dass garnicht verstehen, alle sind so ruhig, wo wir doch einen Sabbath Spion unter uns haben. Sollten wir nicht…etwas panisch sein?” Erzählt sie mit der angebrachten Aufregung…allerdings ohne unkontrolliert zu wirken.
Gleichzeitig huscht Katinkas und mein Blick auf Shakans Platz, der jetzt leer ist, nachdem Josepha sie vor einiger Zeit bat…mit ihr zu kommen.
Sabbath Sabbath Sabbath. Licht an. Licht aus.
Noch bevor wir uns ernstlich darüber auslassen können bringt Ponte Vergißmeinnicht herrein. Die ist gepflöckt. Er legt sie Quer über den Prinzentisch. Alles muss schließlich Stil haben.
Mein Weg führt mit ein weiteres Mal die Treppen hinauf… um besser sehen zu können und…bei einem Angriff von Aussen, wäre man hier vergleichbar Sicher untergebracht. Auch Miss Thorndyke und Katinka müssen wohl diese Idee haben.
Ich hörte davon, dass Ponte… Sehr gut im Befragen sein soll…bzw…im erobern von Antworten.
Mein Blick klebt wie angenagelt an der jungen Frau.
Pflock raus.
Beine kaputt machen. Nicht mehr laufen können. Logisch. Seine Krallen stechen und ziehen sich liebevoll über ihre Haut…fast als würde er sie liebkosen und mein Drache regt sich.
“ Sieh gut zu!” Flüstert Georges.
“Es ginge auch einfacher!” Flüstert Katinka.
Ich rieche Shakanas Blut. Sabbath Blut. Wolfensteins nein? Und mich befällt der Drang dem Mann dort unten zu helfen. So widerlich es ist, was er tut.

[Es erscheinen Engelchen und Teufelchen auf meiner Schulter. Engel links Teufel rechts. Lechtz
Nimm dir die Frau, sie will es doch auch, kannst du mir mal sag’n wofür man gute Sitten braucht?
Halt der will dich linken schreit mein Engel von von der Linken
Weißt du nicht das sowas Scheisse ist und Mörder stinken?
Und so streiten sich die beiden, um mein Gewissen und ob ihrs glaubt oder nicht mir geht es echt beschissen. Und während sich der Teufel und der Engel anschrein, entscheid ich mich für Ja
Nein.
Ich mein …Jein.]

Ich falle beim vornüber beugen fast über die Brüstung, als ich eine Bewegung hinter mir wahrnehme. Der Torri der seinen Sire verloren hat torkelt herbei… So harmlos er scheint…ich empfinde es, als Bedrohung. Er spricht zu di Arrezo…ihre Stimmen sind irgendwie weiter weg von mir, obwohl sie neben mir stehen. Oder steh ich neben mir und höre sie deswegen nicht  richtig? So neben mir stehend betrachte ich alle hier oben Anwesenden und finde Ruhe bei Oberst Schleier, der mit verschränkten Armen da lehnt und nicht zusieht was geschieht.
Tick. Tack. Ich vertraue ihm nicht. Tick. Tack. Wer spricht den eigentlich von einem Angriff von Aussen? In einem aberwitzigen Flash sehe ich ein Inferno losbrechen und Katinka und ich können nicht flüchten, weil uns Schleier den Weg versperrt. An dem will ich nicht vorbei müssen!
Raus! Sofort! Ich mache mir Sorgen!
Katinka an der Hand, ziehe ich nach unten.
“Ich habe gesagt ich will lernen und ich will nicht lernen!” Flüstert Katinka und wie flüchten nicht, sondern nähern uns der Attraktion. In ihrem Gesicht zeichnet sich die Abscheu wider, vor dem was Ponte mit der Spionin macht. Shakanas Brustkorb ist geöffnet. Dieser allmächtig Geruch ihres Blutest macht mich ganz dumm im Kopf. Auch ich will nicht mehr gehen, auch wenn ich gehen möchte.
“Lerne!” Flüstert Georges.
Für einige Sekunden stelle ich mir die Frage, ob Georges nicht vielleicht von Katinka lernen könnte…dann treten sie alle in den Hintergrund und in meiner Welt existiert nur noch der beebende leidende Leib vor mir auf dem Tisch. Ihre Haut vom Gesicht gezogen… Wie Abartig…ihr wimmern so süß.
[Dein hübsches Gesicht, interessiert mich nicht, es ist nur halb so schön, ohne Haut anzusehen]
Die Geständnisse die Ponte ihr entlockt höre ich nicht…sie verschwinden in der Musik ihres Körpers.
Ich will berühren. Ich will verstehen. Sie stirbt. Beinah zaghaft, als hätte ich Angst ihr weh zu tun lege ich meine Hand auf ihren Oberschenkel. Shakana. Shakana blickt mich für eine Sekunde aus ihrem noch sehenden Augen an… Ich lese Angst darin… Angst vor noch mehr s
Schmerzen…ich möchte kichern..ich möchte weinen. Aber Ponte ist ein grimmiger Liebhaber… Er vereinahmt Shakanas gesamte Aufmerksamkeit, während er sanfte Worte spricht…und ihre Gelenke bricht…
Ich bin gefangen …bezaubert…das vibrieren ihres Leibes…ich lese….ihr Leid…ihren Hass…ihre Angst..ihren Widerwillen..ein jedes für sich ein eigenes Buch…ich lasse mich fallen..um darin zu versinken..um zu verstehen ..um zu erleben…
Mir ist als könnte ich fühlen…wie der Foltermann…nicht nur ihre Gelenke bricht…sondern auch ihren Willen…. [ Ob man das bei einem Mondenkind tun sollte?]..die Welle die sich dahinter aufbaut…und ihn einer absurden Ahnung weiche in zurück, als hätte ich einen Stromschlag bekommen.
Dann öffnen sich die Himmelstore und jedes Gott verdammte Buch..auf dieser Gottverdammten Erde fällt herab und begräbt mich unter sich. Tilt.)

Grelles Licht.
Meine Augen geschlossen.
Bum-Bum-Bum-ba-Bum. Mein Herzschlag tut was er will.
Schmerz in meine Kopf. Was ist geschehen?
Ich wage nicht mich zu bewegen, habe das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. Beklemmung. Egal was gerade geschehen ist, ich warte einfach, bis es ganz ganz sicher vorbei ist. Ich erkenne wieder. Ich bin auf dem Malk Elysium Nein? Ich zittere, will nicht denken..will nicht fühlen. Deja vue?
Wenn ich die Augen öffne, sehe ich dann Malekin und Malfeis? Will ich das sehen?
Da sind Katinkas schützende Hände…das ist gut. Aber sehen will ich noch nicht. Sie stellt besorgte Fragen. Ich fühle mich tot. Wie erschlagen. Jemand hat mich erschlagen, ich bin ganz sicher.
Ich liege auf dem Rücken, auf dem Boden, über mir Gesichter…Geister..alles Geister nur Katinka nicht. Aber reden will ich noch nicht. Ich habe Kopfweh. Alles so hell….und wo zum Teufel….bin ich hier?
Tausend Jahre später richte ich mich auf…schlage ziellos nach allem was mich berührt und sich nicht nach Katinka anfühlt
Wo ist sie? Hat sie mich allein gelassen? Doch sie ist schon wieder da…hat Getränke für mich.
Was ist passiert? Ich will fragen…aber Katinka könnte antworten.
Wiso liege ich hier am Boden, mit Schmerzen und fühle mich krank? Wieso wirkt alles so fremd? Wiso macht mir alles, was ich betrachte gerade noch mehr kopfweh? Der Boden schlägt nach mir… Das Licht schlägt nach mir… In diesem Wahnsinn sehe ich mich um und finde mich in der Fensterscheibe wieder…wie so oft…und sehe mich an. Am Boden kauernd. Zittern. Mein Herzschlag und mein Atem beruhigt sich langsam.
Langsam entsinne ich mich…der Umstände….irgendwie. Wo ich bin. Aber es ist ungenau.
Ich trinke gierig was Katinka mir gebracht hat und bin so unendlich dankbar dafür, dass sie auf mich achtet.
Ein Tölpel sitzt bei uns… Er ist es, der mich lächeln lässt. Noch nie sah ich einen Nosferatu, der das Prädikat niedlich verdient hätte. Wir reden und das Gespräch ist so kindlich schön, dass ich  mich wieder wohler fühle.
Später…ich halte mich noch immer an Katinka geschmiegt….sie hat Sorgen. Das macht mich traurig. Ich will nicht dass sie sich sorgen macht.
Josef. Mindlein. Josef. Das Tagebuch. Josef und Regensburg. Joseph hat sie gesagt…sagt Katinka. Wer? Sie die Spionin. Shakana.
Sabbath – Shakana – Josef – Regensburg – Malekin – Katinka – Anna…
Langsam nicke ich…verstehe ich.
Christopher ist greifbar und Katinka spricht ihn an. Wir sollen mit ihm reden hat Malekin gesagt. Nein?
Ich hatte mir vorgenommen, mit Christopher zu reden, wenn ich ihn sehe. Aber jetzt, da er so vor mir sitzt…bringe ich keinen Ton raus. Fühle mich so schwach und verletztlich.
Aber Katinka ist stark. Katinka weiß wohin sie gehen soll und geht.
Haben sie Verbindungen nach Hagen?
Nein. Aber er könnte wohl, wenn er wollte. Aber warum…sollte er?
Vielleicht, weil wir uns gut verstehen? Weil er einst Primogen der Malkav war? Weil Katinka ihn mag.
Christopher lächelt nur.
Ich  höre zu und mein Blick eilt zielos umher…fühle mich eigenartig..als wäre ich garnicht hier… Da fällt ein Blitzen in meine Augen…und ich sehe…diese glänzende..scharfe Scherbe…an einer Kette, um den Hals des Zauberes hängen.
“Ist das eine Spiegelscherbe?” Frage ich leise.
Er nickt.
“Ist das nicht Grund genug………..?” Wage ich auszusprechen. Jemand in mir nickt, natürlich ist es Grund genug…er weiß, dass auch Christopher das weiß. Ich blinzle und blicke in diesen zweigeteilten Blick. Ein Helles und ein Dunkles Auge. Ich muss seinen Blick nur halten, dann kann ich darin sehen, ob er uns helfen wird. Dann werde ich Antwort erhalten.  Für eine Sekunde glaube ich zu erkenne, dass er es erwartet, dass er es erhofft… Dass ich mein Schwachsein fallen lasse und zu meiner Aussage stehe.
Aber auch, wenn ich länger in die Augen des Hexers sehe..als jemals zuvor…muss ich meinen Blick doch senken und mich erbärmlich fühlen. Kleine dumme Anna.
Katinka und Christopher sprechen noch, aber ihre Worte dringen nich bis zu mir.
Christopher geht.
Ein Mann mit Pfeil und Bogen kommt.
Es fallen so viele Wörter dass mir der Kopf zu platzten droht.
Kowalski? Koslawski? Schneemann. Ist Koslawski der Schneemann.. Josef? Ne. Nicht hier. Wer ist Koslawski? Sabbat Führer. Grausam. Shakana sagte seinen Namen?
Shakana wer? (Shakana- ich habs vergessen) Ah. Sie sagte diesen Namen. Und sie sagte Josef. Ob wir uns erkundigen können…ob diese Namen zusammen gehören.
Ich ziehe mein Notizbuch raus, schlage es auf und notiere den Namen…unter nen Haufen anderer Notizen… Ein kurzer Adrenalin schub, weil ich mich nicht auf Anhieb entsinnen kann…wann ich das geschrieben hab…ich kritzel die Namen hinein und schlage das Buch zu. Ich hab genug. Genug für heute. Ich werde gehen.
Ich schnappe mir meinen Mantel und verziehe mich, so schnell, dass mich niemand aufhält.
Während ich mir eine Zigarette anzünde und schnurstracks einfach nur weg laufe, fällt es mir wieder ein, wann ich was schrieb… das beruhigt mich.
(Und während ich meine toten Lungen mit wertlosem Nikotin befülle, wird mir auch klar, warum in mir alles verdreht ist.
Dementation.
Shakana. Ihre Welle und ich an der Quelle.
Ich bleibe stehen.
Das ist….eine faszinierende Sache. Sie sah nicht so alt aus. Wobei, dass natürlich relativ ist.
Ich werde mich da erkundigen müssen.
Ich wollte nach Hause, aber Katinka hab ich nicht dabei. Blödsinn.
Auf dem Absatz mache ich kehrt und gehe zurück, der agytisch angehauchte Türsteher kommt mir schon entgegen, um mich zurück zu scheuchen. Wegen der Sicherheit. Is klar.
In aller Ruhe rauche ich zu Ende und geselle mich wieder zu Katinka. Während ich mit ihr Rede, sortiere ich Gedanklich all die Dinge die ich heute erfahren habe, ohne dass meine Aufmerksamkeit für ihre Worte darunter leidet… Bücher lesen macht Multi-Tasking fähig… Und ich lächle.

 

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Internal

30.12.2002
 
“ Oh Baby come, come, come into my world, wont you lift me up, high, high, high upon you….”
Die Stereoanlage hab ich ganz laut aufgedreht, es dröhnt geradezu.

“All the things she said, all the things she said, runnig thru my head, runnig thru my head…”

Wenn ich es mir recht überlege, könnte man aufhören, eigene Worte zu sprechen. Es reichte für – fast alles – Worte zu benutzen, die schon mal gesprochen wurden. Geschrieben wurden. Gesungen wurden. Verlieren sich Worte wenn man sie öfters benutzt? Nutzen sie sich ab? Sind sie weniger wert, wenn sie nicht aus einem selbst stammen? Oder ist es wichtiger, wann man was sagt? Wie man es sagt? In meinen Büchern, ist das WIE, das worum es geht. Ich kann gar nicht verstehen, dass ich sie früher nicht hatte. Oder eher, verstehe ich nicht, wie ich überhaupt irgendwann verstehen konnte. Die Welt mit Büchern, unterscheidet sich von der Welt ohne Bücher, so drastisch voneinander…wie….wie… Ein Super-Duper-Mikroskop von einem Einäugigen mit grauem Star. Und nein ich übertreibe nicht. Meine Plage ist ein Geschenk.
Ich hasse dieses Zimmer. Die meiste Zeit verbringe ich darin. Lesend. Und lesend. Katinkas Bücher. Und meine. Zeit totschlagen, bekommt gerade eine ganz neue Bedeutung für mich. Jetzt da ich so viel davon habe. Ich beginne den Sabbat und den ganzen Mist ernsthaft zu verachten. Nicht mal primär, weil sie so gemein sind. Ich weiß nicht wirklich wie gemein sie sind, denn den Einzigen den ich je kennenlernte war der Wolf. Und der war… Bei all seiner Fähigkeit und seiner Gefuchstheit… Ein Opfer seiner selbst. Ich mochte ihn. Echt. Ich hätte gerne sein Buch gelesen. Aber der ganze Verein in Gesamtheit geht mir auf den Senkel, weil sich alle so brachial vor denen  fürchten. Ich fühle mich eingeengt. Ich soll nicht durch die Gegend streifen, weil – wer weiß was sich so alles rumtreibt. Hast du Angst vorm schwarzen Mann?
Bin ja froh, dass ich wenigstens Ab und An zum Tanzen rauskomm. Aber immer so kurz. Es sind die längsten Nächte des Jahres und sie sind so schnell vorbei! Wie wird das erst im Sommer werden? BAH. Auf meinem Nachtkästchen steht eine Dose Red Bull. Ich habe sie schon ein dutzend Mal getrunken und es war köstlich. Tatsächlich ist sie noch verschlossen, aber wer nimmt das schon so genau.
Ich hab mich schlau gemacht. Das was ich jetzt bin, was Katinka ist…Malekin. Dass nennen sie Malkavier…oder liebevoll Malki. Vom Clan des Mondes, sagen sie. Und verrückt. Nah am Wahnsinn. Ich finde sie lesen die falschen Bücher. Wenn man mich fragte, was Wahnsinn ist. Dann würde ich sagen. Diese völlig sinnlosen Intrigen, die sie mit Begeisterung schmieden. Die sind desWahnsinns. Wie sich sich querbeet, bunt herum gegenseitig mit ihrem Blut füttern. DAS ist Wahnsinn. Allein, was ich mit Anna alles erfahren habe, von Ihnen, über sie. Ich mein, da muss man ja ein wenig seltsam in der Birne werden. Diese Spielchen sind alle so profan. Ich glaube die schlagen auch nur ihre Zeit tot. Das rumgebalge um, wer der Prinz ist…. DAS ist Wahnsinn. Und je mehr ich lerne, je mehr ich erfahre, desto klarer sehe ich. Die Einzigen, die…meiner Meinung nach…. So halbwegs klaren Verstand beweisen….sind die –  so called – Verrückten. Irre oder? Sie sind, ehrlicher… Zu anderen…zu sich selbst?… Weniger Masken. Finde ich. Nicht dass ich sie durchschauen könnte. Aber nur weil ich, dass was ich sehe, nicht einordnen…nicht lesen kann… Deswegen muss es ja nicht unehrlich sein. Es liegt vielmehr in meiner unvollendeten Wahrnehmung. Dass ich manchmal nur Masken sehe. Wobei…hm…von diesem Standpunkt aus betrachtet. Ist es bei anderen Clans…(….Clan hört sich an wie Szene und Szene ist ein echtes Unwort.)… Nicht auch so. Tragen sie Masken? Oder bin ich nur nicht in der Lage die Wahrheit zu erkennen? Vielleicht sind sie auch ehrlich? Nur anders ehrlich wie ich? Oh weh. Ach je. Ich glaub so komm ich nicht weiter. Vielleicht ist es garnicht Wahnsinn, was sie tun…. Sonder völlig normal und ich verstehs nur nicht. Das ist mir jetzt zu kompliziert.
Ich blinzle.
Langweile bringt einen echt dazu seltsame Dinge zu tun. Ich zum Beispiel, ich habe mir eine Tüte Gummibärchen gekauft. Ich mochte Gummibärchen früher nicht so besonders gern, und jetzt mag ich sie mit Sicherheit noch viel weniger. Aber die Sache ist….sie sind so klein und niedlich und mit einem Haps geschluckt. Warum ich die essen will? Nun ja. Ich könnte sagen. Weil Katinka essen kann, ohne zu kotzen. Und Thomass. Und Malekin, der sogar behauptet, es gäbe Dinge die eigentlich ganz gut schmecken. Bei dem Gedanken allein gruselt es mich. Wer hat Angst vorm schwarzem Mann, wenn eine Tüte Gelee einem Gänsehaut auf den Körper zaubern kann?
Das alles wären gute Gründe, warum ich mir das antun sollte. Aber die Wahrheit ist. Ich langweile mich! Ich fühl mich unlebendig. (Woher kommts?) Ich will an mir arbeiten. Ich will mich entwickeln. Etwas tun. Nicht nur in diesem verteufelten Zimmer sitzen. Hier hab ich schon alles gelesen. Und auch wenn sich bei jedem Lesen neue Seiten auftun. Ich will neue Bücher! Ich will…ich will…ich…….reisse die olle Tüte auf und bereue es sogleich. Bedenke gut was du dir wünscht oder wie war das? Egal.
Ein Grünes.
Ein Weisses.
Ein Gelbes.
Ein Rotes….und warum gibt es eigentlich keine blauen Gummibären?
Ich stelle sie feinsäuberlich um die RedBull Dose auf. Umzingel sie taktisch. Der Geruch ist geradezu unerträglich. Er klebt an meinen Fingern, versickert in meiner Haut und vergiftet mich. Es ist eine Armee. Eine Armee von Gestank und Ekligkeit. Lauter kleine Bären die mich unschuldigst ansehen. Ich sollte sie systematisch aus dem Fenster werfen. Aber ich werde das nicht tun. Mein Magen dreht sich herum. Aber ich sitzte auf meinem Bett und sortiere die Süßigkeiten immer wieder aufs Neue. Nach Farben. Nach Geruch. Nach Größe. Wie Kinder mit Bauklötzen spielen. Es widert mich an und doch lasse ich es nicht sein.
Ganz seltsam. Es ist schön, sich in Büchern zu verlieren, die mich interessieren….wie…Gier. Oder in welchen, die mir gefallen…wie Tanzen. Aber ….den Sinn….etwas zu lesen….das…einfach nur abartig ist…. Ich lese mich selbst. Das schweigen meines Herzens, welches sich anhört, als würde es wild schlagen. Weil ich am liebsten flüchten würde, flüchten vor der Gummibären Armee. Die Muskeln in meinem Gesicht, die sich verziehen um meinem Ekel Ausdruck zu verleihen. Mein Körper der sich mokiert und mich bittet, an den Kühlschrank zu gehen. Zu trinken und meine Sinne zu reinigen von ….. ( …den kleinen süßen Gummibären?) Manchmal, sind Dinge…schon verdreht… irgendwie….

“Ich will vernünftig sein, doch vernünftig sein ist schwer, ich weiß ich bin verrückt, genau wie er… ich sitzte Tag und Nacht bei Dämmerlicht aufrecht in meinem Bett und warte, dass er zu mir spricht….”

Ich schnaube und wische die Süßigkeiten nebst Dose von meinem Nachtkästchen. Verschränke meine Arme. Ziehe meine Beine aufs Bett und finde mich blöd. Wenn das Katinka sieht? Ich will nicht dass sie mich für…für…ach was weiß ich hält. Obwohl ich mir sicher bin, sie würde das nicht denken. Ich glaube…ich will mich selbst nicht… Egal. Egal. Egal. EGAL. Die ruhige Zeit wird enden. Ich weiß es.

“…..ich kann ihn hörn….er ist ganz nah bei mir…..der Flüsterer im Dunklen… ”
Ich schnapp mir die Fernbedienung für die Musikanlage und lasse die CD von vorne loslaufen. Come. Come. Come into my world hm? Und weil ich schon dabei bin, dezimiere ich einen Soldaten und genieße auf meine eigene ganz persönliche Art und Weise seine Widerwärtigkeit auf meiner Zunge.
 

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